- 06.08.06 19:48 #1
Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
Dem St. Johanner Hubschrauber-Betreiber Roy Knaus sind die zunehmenden Hilfsflüge der Flugpolizei und des Bundesheeres ein Dorn im Auge. Aus diesem Grund zeigte der Unternehmer die Bundesministerien für Inneres und für Landesverteidigung bei der Gewerbebehörde an. Gegenstand der Anzeigen sind die Ende Juli durchgeführten Löschflüge in Silz/Tirol und in Ebensee sowie die Flüge während eines Einsatzes der Bergrettung auf dem Pitztaler Gletscher. Die Anzeigen gingen an die zuständigen Bezirkshauptmannschaften in Imst und Gmunden; sie liegen den SN vor.
„Es kann nicht sein, dass die Privaten nur dann gerufen werden, wenn das Bundesheer und die Flugpolizei keine Kapazitäten mehr haben. Meiner Ansicht nach sollte das eher umgekehrt sein. Natürlich habe ich nichts gegen lebensrettende Einsätze der Behörden. Aber es werden zunehmend Flüge durchgeführt, die ein privater Anbieter auch machen kann. Ich will jetzt Rechtssicherheit“, begründete Roy Knaus die Anzeigen. Seine Firma unterhält zwölf Hubschrauber und beschäftigt 50 angestellte Mitarbeiter.
Die Argumentation von Knaus: Die Sicherheitsbehörden hätten eine „erste allgemeine Hilfeleistungspflicht“, wenn das Leben von Menschen gefährdet sei. Diese Pflicht ende aber „mit dem Einschreiten der zuständigen Behörde, der Rettung oder der Feuerwehr“. Ab diesem Zeitpunkt sei keine Gefahr im Verzug, die Feuerwehr oder Bergrettung könne auf zivile Hubschrauber zurückgreifen.
Die Sprecher von Innen- und Verteidigungsministerium - von den SN mit den Anzeigen konfrontiert - reagierten verwundert.
Technisch sei seine Firma jedenfalls in der Lage, Löscheinsätze zu fliegen. „Die Bell 212 des Bundesheeres kann lediglich einen Wasserbehälter bis zu 800 Liter anhängen. Das können wir mit wesentlich kleineren, wendigeren Maschinen auch. Eine Flugstunde mit der Bell wird intern mit 4400 Euro verrechnet, eine mit der großen Black Hawk mit 7000 Euro. Das muss ja auch die Allgemeinheit bezahlen. Wir stellen unseren Kunden 1500 Euro pro Stunde in Rechnung“, sagt Knaus. ....
http://www.salzburg.com/sn/salzburg/...l/2258782.html
Wie ist das Österreich tatsächlich geregelt beziehungsweise wird das so gehandhabt wie hier beschrieben ?
Ist es nicht eigentlich etwas doof für den kleinen Park des Bundesheers wenn Flugstunden hier verbraten werden, die hinten dringend fehlen könnten ?
Wie sehen die Östereicher die Sache selber ?
-
06.08.06 19:48Flugzeugforum.de
Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
- 06.08.06 21:28 #2Array
Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
Das wäre nicht so gut wenn für Löschflüge, oder allgemein Flüge bei Katasprophen, an erster Stelle Private angerufen werden. Sie wollen Gewinn machen und stellen natürlich ordentliche Rechnungen aus. Beim Bundesheer und dem Innenministerium fallen defacto nur die Betriebstunden an und schlimmstenfalls erreichen die Piloten ihre jährliche erforderliche Flugstundenanzahl früher.
- 06.08.06 22:58 #3
Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
****
Eine ähnliche Diskussion gabs hier auch schonmal wegen der Hilfestellung der Bundespolizei bei Waldbränden in Portugal. Da wurde sich auch aufgeregt dass der deutsche Steuerzahler zahlen muss und volkswirtschaftlich gesehen keine Einkommen generiert werden.
Ich persönlich kann Hr. Knaus ansatzweise verstehen da die Kosten für die Allgemeinheit höher sind wenn die Armee fliegt als wenn das private Anbieter tun. Zudem schafft der Staat ja durch solche Ausgaben an private Unternehmen ja Einkommen bei den Mitarbeitern und Gesellschaftern.
Andererseits sind solche Einsätze ja auch Teil des Trainings der Besatzungen der Hubschrauber und sie komplett zu streichen halte ich auch für fragwürdig.
Wirtschaftliche Aspekte vs. Gesamtgesellschaftliche Aspekte
lg
- 06.08.06 23:08 #4Array
Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
@murmel:
wieso?da die Kosten für die Allgemeinheit höher sind wenn die Armee fliegt als wenn das private Anbieter tun.
- 07.08.06 18:58 #5Array
Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
Hallo,
Die Antwort hat Bleiente in seinem Eingangspost gegeben:
Bleibt natürlich die Frage ob diese Flüge zum normalen Flugbetrieb hinzu kommen, wie sie verrechnet werden und ob deshalb "normale" Flüge gestrichen werden.
Ich persönlich denke das es einfacher ist das Bundesheer um Amtshilfe zu bitten als einen zivilen Betreiber zu mobilisieren.
Grüsse, Helihunter
edit: weil beistrich und Bleiente verwechselt...
- 07.08.06 22:15 #6
Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
@Helihunter
Einfacher ist vielleicht das falsche Wort. Der Behördenweg ist ja auch recht lang und kompliziert. Ich denke es ist einfacher und günstiger einen privaten Hubschrauberdienst mit solchen Dingen zu beauftragen. Allerdings muss man ja schauen ob und wann es sich dabei um hoheitliche Aufgaben des Landes handelt. Es gibt ja auch keine private Feuerwehr oder Polizei.
Hinzu kommt die Thematik dass solche Flüge ja auch dem Training der Besatzungen dienen und dieses Training ist in Geldeinheiten ja nicht zu beziffern. Deshalb fand ich es sehr bedauerlich dass sich die Bundeswehr in Deutschland komplett aus der Primärrettung (HEMS) zurückgezogen hat. Solche Einsätze schulen das fliegende Personal ja ungemein was in Interviews mit höheren Dienstgraden sowohl der BW als auch der BPol bestätigt wird. Die psychischen und physischen Belastungen welche auf die Piloten von Rettungshubschraubern während der Einsätze einwirken können ja nicht im Simulator dargestellt werden.
lg
- 07.08.06 22:59 #7Array
Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
@muermel
Ich bleibe bei "einfacher"... sicher ist es günstiger einen zivilen Betreiber zu beauftragen, aber "einfacher"? Neben den normalen "Behördenwegen" kommt jetzt noch die Schnittstelle "Behörde-Zivilist" hinzu.
Dieses Training muss so oder so bezahlt werden. Oder bist du der Meinung, dass dieses wegen solcher Einsätze gekürzt wird?
Grüsse, Helihunter
- 08.08.06 01:21 #8
Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
HI Leute
Bei uns im Salzkammergut hat die Firma Knauss auch einen Heli statoniert. Hier kam bzw. kommt es immer zu Spannungen zwischen der Firma Knauss und den Christopherus (Öamtc)-hubschraubern. Die Firma Knauss bewerktstelligt Ihre arbeit mit vollster Zufriedenheit der Bevölkerung. Da geht es um die Kohle die damit verdient wird. Mir persönlich ist es egal wer wenn rettet aber die Hubschrauberflüge werden immer mehr und das auch bei NICHT lebensbedrohlichen Verletzungen (Arm oder Beinbrüchen) die mit den Krankenwagen durchgeführt werden können. Jetzt kommt auch des öfteren der Hubschrauber des Innenministerums her und bringt Verletzte. Ich wohne neben den Krankenhaus. Übrigens der Öamtc-Hubschauber ist von allen der lauteste.
Gerhard
- 08.08.06 09:53 #9Array
Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
@helihunter: Diesen Absatz hab ich übersehen, danke.
@barnie: Es geht um Katastropheneinsätze und nicht Flugrettung. Bei Unfällen gibt es immer eine Verursacher der zahlt. Bei einem Waldbrand wegen Blitzschlag oder Hochwasser nicht. .
Das er immer 1500 euro als Fixpreis anbietet glaub ich jetzt irgendwie nicht.
Seine B-205 sind nicht die jüngsten, ähnlich dem AB-212 des Heeres. Die Lamas sind sicher billiger aber soviel billiger? Vieleicht weiß wer hier was so eine Flugstunde normal kostet und welche Kosten sonst noch anfallen.
Der Vergleich mit dem Black Hawks des Heeres ist gut. Bei Einsätzen wie dem flicken des Damms in Dürnkrut wären die Hubschrauber von Knaus bei weitem überfordert gewesen.
Das Hauptproblem ist wie schon gesagt die Kosten. Ein Katastrophenreferent der Bezirkhauptmannschaft Zell am See nennt es "irre, was das kosten würde" und der Katastrophenschutz sei Aufgabe des Staates und nicht irgendwelcher privaten. Bei den Einsätzen des Heeres und der Polizei fallen für die Feuerwehr, Bergrettung oder die einzelnen Bezirke keine Kosten an.
Für einen Einsatz von Knaus dieses Jahr, wo man mit den Heereshubschrauber nicht ausgekommen ist, mussten sie 100.000 euro zahlen.
http://www.salzburg.com/sn/06/08/08/...l/2262994.html...
Juristen räumen der Anzeige freilich wenig Chancen ein. Schließlich müsste unter anderem eine "Erwerbsabsicht" vorliegen - die dürfte dem Bundesheer aber nur schwer nachzuweisen sein, weil es bei einem Hilfseinsatz keine Kosten verrechnet.
Im Verteidigungs- und Innenressort fielen die Beamten nach den Anzeigen aus allen Wolken. "Jeder schreit nach dem Heer und will einen Hubschrauberlandeplatz im eigenen Bundesland und nun hagelt es Anzeigen", klagte ein Heeressprecher.
...
- 08.08.06 10:16 #10Array
Ähnliche Themen zu Knaus zeigt Polizei und Bundesheer an
-
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/714272/Flugrettung_Unternehmer-klagt-Bund-auf-Millionen?_vl_backlink=/home/index.do Auch ein...
-
Auf dem Gahbühel bei Dienten (Pinzgau) ist Freitagnachmittag ein Transporthubschrauber abgestürzt. Der Pilot ist tot. Bergretter sind an der...
-
Quelle:pressetext austria (Pressemitteilung) - Austria St. Johann im Pongau (pts/23.01.2008/09:00) - Mit einem Paukenschlag begann das Jahr 2008...
-
Die St. Johanner Knaus Helicopter GmbH wird heute, Freitag (15.Dezember 2006), den Konkursantrag beim Landesgericht Salzburg einbringen. Die...
-
Hallo ! Einige von euch haben sicher eines meiner Fotos dieser Maschine im Stammtisch gesehen. Heute ist sie fertig fürs Rollout. Als Basis...




Geätzte Cockpitinstrumente in 1/48?