Erstellt von Maik  |  Antworten: 22  |  Aufrufe: 4692
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  1. #1
    Maik

    Avatar von Maik
    Erstmalig wurde heut offiziell die vermutliche Ursache des Columbia-Desasters veröffentlicht.

    Wie bereits kurz nach der Katastrophe vermutet hat der Einschlag von Schaumstoff von der Verkleidung des Haupttanks in die Tragfläche wohl zu einem Versagen des Hitzeschutzschildes geführt. Sogar der genaue Einschlagort wurde identifiziert.

    Der endgültige Bericht soll Ende Juli vorliegen.


    Nasa Board Chairman Hal Gehman sagte, es sollte möglich sein die Shuttle-Flotte in 6 bis 8 Monaten wieder fliegen zu lassen.

    Bis dahin sind einige der identifizierten Probleme zu beseitigen. nicht zuletzt soll die Möglichkeit eines erneuten herausbrechen von Schaumstoff aus der Tankverkleidung komplett eliminiert oder zumindest reduziert werden. Zweitens sollen die Shuttles verstärkt werden um solchen Einschlägen widerstehen zu können.

    Und drittens soll die Möglichkeit einer Inspektion und Reparatur einer solchen Beschädigung im Orbit verbessert werden.

    Quelle: Newsscientist.com

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  3. #2
    DragonFighter

    Avatar von DragonFighter
    Ist eigentlich schon bekannt welche Projekte in der Warteschleife stehen? (ISS-Bauteile, Satelliten usw.)

  4. #3
    Maik

    Avatar von Maik
    Zwei ISS-Komponenten, Node 2 - ein Zwischenstück, dass die Wissenschaftlichen Module verbinden wird und das japanische Wissenschaftsmodul Kibo sind letzte Woche beim Kennedy Space Center angekommen.

  5. #4
    Togge

    Avatar von Togge
    Das Schicksal der Columbia war beim Start besiegelt

    Die US-Weltraumbehörde Nasa hat in einem Test die Beschädigung, die wahrscheinlich zum Absturz der Raumfähre Columbia führte, simuliert. Dabei schlug ein Stück Isolierschaum ein Loch in die Shuttle-Tragfläche. "Der Test demonstriert, dass dies die wahrscheinlichste Ursache für das Leck ist, das zum Absturz und damit zum Verlust der Mannschaft und des Shuttles führte", sagte Scott Hubbard von der Kommission zur Untersuchung des Unglücks vom 1. Februar 2003.

    Der "rauchende Colt"
    Die Kommission hatte es bereits vor dem Test für wahrscheinlich gehalten, dass beim Start abgesprengter Isolierschaum auf den linken Columbia-Flügel prallte und den Hitzeschild so stark beschädigte, dass das Shuttle den Wiedereintritt in die Atmosphäre nicht überstand. "Aber das hier ist der rauchende Colt", sagte Kommissionsmitglied Scott Hubbard. Der Begriff "rauchender Colt" hat sich im Zuge der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak eingebürgert und steht für "schlüssiger Beweis". Nach dem Start der Columbia hatte die Nasa angenommen, dass das leichte Material den Schutz der Tragfläche nicht durchschlagen kann.

    Bei dem Test war ein knapp eineinhalb Pfund schweres Stück Schaum mit einer Geschwindigkeit von etwa 800 Stundenkilometern auf das Bauteil geschossen worden und hatte ein Loch mit einem Durchmesser von rund 40 Zentimetern geschlagen. Die Kollision war so stark, dass die Linse einer Kamera zum Filmen des Tests aus ihrer Fassung sprang. Der Versuch wurde mit 16 Hochgeschwindigkeitskameras und hunderten von Sensoren dokumentiert. Er lässt für die Ermittler kaum noch Zweifel, dass das Schicksal der Besatzung schon knapp zwei Minuten nach dem Start besiegelt war.

    Quelle: t-online.de

  6. #5
    Togge

    Avatar von Togge
    Schwere Fehler bei Nasa

    Eine unabhängige Kommission zur Untersuchung des Absturzes der Raumfähre "Columbia" ist zu ersten Ergebnissen gekommen. Demnach haben Versäumnisse der Weltraumbehörde Nasa zur Hälfte zum Unglück beigetragen.

    Washington - Fünf Tage nach dem Start der Raumfähre "Columbia" trafen sich die für den Flug Verantwortlichen in Houston/Texas und wogen das Risiko ab, das durch ein Stück Isolierschaum entstanden war, das sich beim Start gelöst und zu einem Schaden am linken Flügel des Shuttles geführt hatte. "Es war ein entscheidender Moment", schreibt die "Washington Post", denn - so räumten Experten später ein - jeder ernsthafte Versuch, die Mannschaft zu retten, hätte spätestens am fünften Tag des Fluges unternommen werden müssen.

    Doch dies unterblieb. Nach Angaben der Zeitung schätzte Linda Ham, Leiterin der Mission, die Lage offenbar falsch ein. Gegenüber rund einem Dutzend Kollegen äußerte sie sich an diesem Tag dahingehend, dass sie keine Notwendigkeit sehe, um mehr über den Schaden am Flügel herauszufinden, geschweige denn, den Schaden zu reparieren oder die Crew zu retten. "Ich glaube nicht, dass wir viel tun können", sagte sie nach Angaben der Zeitung.

    Diese Äußerungen Hams empfanden Mitglieder der Untersuchungskommission als "erschütternd" und
    "ungeheuerlich". Die Nasa hatte den Versuch versäumt, die Besatzung zu retten.

    Das Gremium unter Leitung des pensionierten Admirals Harold Gehman will dieses für die Nasa äußerst negative Urteil auch in seinem im August erwarteten Abschlussbericht abgeben. "Wir haben jetzt entschieden, dass beide Faktoren gleichgewichtig waren", wurde Gehman in amerikanischen Medien zitiert.

    Beim Start der "Columbia" hatte sich ein Stück Schaum vom Shuttle gelöst und war auf dem linken Flügel aufgeprallt. Ein Test vor wenigen Tagen hatte die Theorie bestätigt, dass bei dieser Kollision ein ausreichend schwerer Schaden entstand, um die Raumfähre beim Wiedereintreten in die Erdatmosphäre auseinander brechen zu lassen.

    Gehman zufolge herrschte nach dem Start bei der Nasa aber die Überzeugung vor, dass der Isolierschaum beim besten Willen keine derart verheerende Wirkung haben könne. Dies sei einfach angenommen worden, obwohl es keine Daten gegeben habe, die das auch tatsächlich belegten. Als Folge habe es eine Reihe von Fehlentscheidungen gegeben, darunter den Verzicht darauf, Satelliten-Fotos vom Shuttle im Orbit zu machen. Angesichts der Größe des vom Schaum verursachten Loches im Flügel wäre der Schaden Gehman zufolge sehr wahrscheinlich auf den Aufnahmen zu sehen gewesen.

    Als Beweis dafür, wie leichtfertig die Nasa mit dem Problem umgegangen sei, führte der Ex-Admiral auch eine an die sieben Astronauten geschickte E-Mail an. Darin hatte ein Nasa-Flugdirektor zur Kollision mit dem Schaum gesagt, das sei "nicht der Rede wert".

    Quelle: http://www.spiegel.de

  7. #6
    AMIR

    Avatar von AMIR
    Oftmals führt Routine zu Nachlässigkeit, und welche Folgen das haben kann, wurde bei diesem Shuttle-Absturz wieder einmal deutlich. Lebenswichtige Dinge sollte man eben auch nach dem 4000sten Mal noch genauso gründlich durchführen wie beim ersten Mal ... :(

  8. #7
    Togge

    Avatar von Togge
    Astronautenveteran John W. Young schlägt als Alternative zum Shuttle den Neubau einer verbesserten Apollo vor. Begründung: Sicherer und billiger.

    Young ist immer noch NASA-Mitarbeiter und für Sicherheitsfragen zuständig.

  9. #8
    Airtoair

    Avatar von Airtoair
    Diese Aussage von John Young finde ich interessant. Wenn ein Mann wie er solche Aussagen macht, dann sollte dies den Verantwortlichen wohl doch ein wenig zu denken geben. Schliesslich hat er insgesamt 6 Raumflugmissionen auf dem Buckel, von Gemini, über Apollo, bis zum Shuttle, je zweimal. Man darf also annehmen, dass er diese Systeme sehr gut kennt, vor allem auch aus der Sicht derjenigen Menschen, die diesen Systemen ausgeliefert sind und deren Leben davon abhängt.

    Wenn er seine Aussage wirklich so begründet hat, dann würde er damit ja auch sagen, dass die Apollo sicherer war als das heutige Shuttle mit all seinen Verbesserungen, die in den letzten über 20 Jahren vorgenommen wurden.

    Allerdings ist auch anzumerken, dass das Apollo/Saturn-System aus den Sechzigerjahren stammt und ihre technische Ausrüstung somit vollkommen veraltet und überholt ist. Man müsste das System, unter Berücksichtigung der heute verfügbaren Technologien, wohl von oben bis unten neu designen. Dieses neue System würde somit schon bald viel mehr sein, als bloss eine verbesserte Apollo/Saturn. Es wäre viel eher eine Neuentwicklung, die wohl mit dem alten System sehr wenig bis gar nichts gemeinsam hätte.

  10. Hallo

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  11. #9
    Grimmi

    Avatar von Grimmi
    Nuja, vielleicht meint John Young auch nur all den technischen Firlefanz, der da in den Space Shuttle eingebaut wurde. Ich meine sieh mal die Russen, diese Sojuz-Kapseln haben keine 'GameBoy-Elektronik' und funzen einfach wunderbar ! Sicher, Stillstand kann auch schaden. Aber warum auf bewährtes verzichten (insbesondere bei den teuren Entwicklungskosten) wenns auch so geht.

  12. #10
    AMIR

    Avatar von AMIR
    Nun ja, das war ja schon immer der Unterschied zwischen Ost- und West-Technik: West baut teure Elektronik ein, die viel weiter entwickelt ist als in Ost ... dafür kommt Ost ohne diese Elektronik aus, und es funktioniert genauso ...

    Aber West hatte es ja noch nie nötig, das Prinzip aus Ost auszuprobieren ... wäre ja noch schöner ...

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Columbia: Ursache ermittelt, Shuttles ab 2004 wieder aktiv

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