Erstellt von mcnoch  |  Antworten: 5  |  Aufrufe: 1490
  1. #1
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Ich habe gerade das Buch „Two Minutes over Baghdad“ von Amos Perlmutter, Michael I. Handel und Uri Bar-Joseph über den israelischen Angriff auf das irakische Kernkraftwerk Osirak (Tammuz I) gelesen.

    Die Autoren schreiben auf Seite 154 über die offizielle Reaktion der Regierung der USA auf den Angriff, dass diese in ihrer öffentlichen Verurteilung des Angriffes am 8. Juni 1981 darauf hingewiesen hat, dass „US-supplied uranium weapons used in the raid... …may have violated American law.“ “Uranium Weapons” können in diesem Zusammenhang nur die 16 abgeworfenen “Iron Bombs” gewesen sein, da keine andere Munition abgeworfen oder abgefeuert wurde. Bei den von den acht israelischen F-16 auf den Reaktor abgeworfenen Bomben soll es sich um Mk 84 2.000 lbs Iron Bombs gehandelt haben. Nuklear Waffen selber waren es jedenfalls nicht. In Betracht kommen dann eigentlich nur noch Waffen mit abgereichertem Uran auch bekannt als Depleted Uranium (DU). Allerdings mehr als Munition bei Panzern und A-10s bekannt, sowie als Panzerung beim Bradley IFV verwendet.
    Ich habe jetzt alles an Informationen rauf und runter abgesucht, gibt oder gab es die Mk 84 auch in einer mit „Depleted Uranium“ gehärteten Version?

    US-Amerikanische Experten glaubten allerdings wegen der sehr hohen Präzision beim Abwurf zunächst das Lenkwaffen eingesetzt worden wären. Gab es zu dieser Zeit Lenkwaffen mit DU-Härtung? Die IAF hatte zu dieser Zeit die GBU-15s (MK-84 mit Zusatzsteuerung), AGM 62A „Walleye“, AGM-12 „Bullseye“ und AGM-65 „Maverick“ im Arsenal, aber abgesehen davon, dass die letzten drei als Reaktor-Knacker schlicht nichts getaugt hätten, ist keine – soweit mir bekannt - mit DU gehärtet.

    Wenn nicht DU-gehärtete Bomben gemeint waren, hat jemand hier sonst eine Idee was diese „Uranium Weapons“ gewesen sein könnten?
    Danke,

    Matthias C. Noch

    P.S. Das Buch ist mehr über das politische Umfeld des Angriffes denn über die fliegerischen Einzelheiten des Angriffs, also keine zwingende Leseempfehlung für Forums-Mitglieder.

  2. Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Bestseller und die Flugzeug-Kategorie

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  3. #2
    Markus_P

    Avatar von Markus_P
    Original geschrieben von mcnoch
    P.S. Das Buch ist mehr über das politische Umfeld des Angriffes denn über die fliegerischen Einzelheiten des Angriffs, also keine zwingende Leseempfehlung für Forums-Mitglieder.
    Stimmt, wir sind ja alle nur Technikfreaks, die sich null für Politik interessieren

    Ich denke schon, daß derart verstärkte Mk.84er gemeint sein könnten, man muß ja nicht immer alles an die grosse Glocke hängen ;)

  4. #3
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Original geschrieben von Markus_H_P
    Stimmt, wir sind ja alle nur Technikfreaks, die sich null für Politik interessieren
    So hatte ich es nicht gemeint, darum schrieb ich ja "keine zwingende Leseempfehlung".;) Aber wer ein Buch über den eigentlichen Angriff erwartet wird ehrlich enttäuscht sein. Die Anfang 2003 erschiene erweiterte, zweite Auflage des Buchs enthält einiges an neuem Material. Also wer noch nichts zum Thema hat... Deutlich besser und mehr auf die einsatztechnischen Belange orientiert soll das Buch "Operation Opera" von einem der Geschwaderkommandanten sein, aber das habe ich leider nirgends auftreiben können.

    Die USA sind so stolz auf ihre DU gehärtete Munition, da sollte sich doch eigentlich ein Hinweis finden lassen. Vielleicht hat da aber auch nur jemand im State Department was durcheinander gekriegt.


    Gruß,

    Matthias C. Noch

  5. #4
    Sören

    Avatar von Sören
    Was macht es für einen Sinn, eine Sprengbombe zu härten? Soewas bringt doch nur etwas wenn ich Panzerungen oder Bunker durchschlagen will. Schon der Kopfzünder der Mk.84 wäre doch eine Schwachstelle.:?!

  6. #5
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Sören,

    genau darum geht es ja. Zur Zerstörung des Reaktors mußten etwa 15 Fuß Stahlbeton durchschlagen werden. Allerdings nur von den ersten paar Bomben, die folgenden fielen dann direkt in die Reaktorkammer.

    Gruß,

    Matthias Noch

  7. #6
    Father Christmas

    Avatar von Father Christmas
    Betonbrechende/Panzerbrechende Waffen haben idr einen Zünder der zeiverzögert zündet. So ist sichergestellt dass die Bo erst im inneren des Zieles explodiert und damit einiges an Zerstörung anrichten wird (u.a. wegdrücken der Wände).

    fc

durch abgereichertes Uran gehärtete Mk 84

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