Erstellt von HaveGunWillTravel  |  Antworten: 1  |  Aufrufe: 2507
  1. #1
    HaveGunWillTravel

    Avatar von HaveGunWillTravel
    Moin!

    Dass bei konventionellen Flugzeugen die Stabilität um die Querachse durch die Höhenleitwerksflosse erzeugt wird, ist mir klar. Bei einer Erhöhung des Anstellwinkels wandert der Druckpunkt üblicherweise nach vorn und erhöht so die Neigung des Flugzeuges, den Anstellwinkel noch weiter zu erhöhen, weil der Hebelarm der Auftriebskraft zum Schwerpunkt länger geworden ist. Gleichzeitig vergrößert man ja aber auch den Anstellwinkel der Höhenleitwerksflosse, die auf diese Weise auch mehr Auftrieb erzeugt und so dem vergrößerten Moment der Auftriebskraft an der Tragfläche entgegenwirkt.

    Nun meine Frage:
    Wie läuft das bei Deltaflüglern? Die Canards wie beim EF könnten diese Aufgabe ja nur übernehmen, wenn sie bei einer Erhöhung des AOA genau entgegengesetzt ausschlagen würden, um vor dem Druckpunkt mehr Abtrieb zu erzeugen. Ist das so?
    Und wenn nicht, wie erzeugt man dann Stabilität um die Querachse, wenn eine separate Höhenleitwerksflosse fehlt?

  2. Schau dir mal die beiden Links an:
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  3. #2
    Barrie

    Avatar von Barrie
    Es handelt sich hier generell nicht um ein Problem der Deltaflügler, die ja sehr wohl eine Höhenflosse besitzen können (vgl. MIG-21). Vielmehr ist das von Dir angesprochene Problem das grundlegende aller Nur- bzw. Entenflügler. Beim Entenflügler ist das im Prinzip kein so großen Problem, da der Hauptflügel hinter dem Schwerpunkt angeordnet ist, also selbst eine Drehung um die Querachse aulöst, die der "Störung" entgegenwirkt.

    Für Nurflügler gilt es, möglichst druckpunktfeste Profile zu entwicklen bzw. zu verwenden. Stabilisierende Wirkung kann auch durch eine Pfeilung der Tragflächen erzeugt werden, so daß bei großen Anstellwinkeln die Luftkraft hinter dem Schwerpunkt angreift und so den Anstellwinkel zu verringern sucht.

    Generell ist es aber so, daß gerade moderne Flugzeuge wie der Eurofighter meines Wissens nur wenig bzw. keine Eigenstabilität besitzen. Bei ihnen wird mitels einer aktiven Regelung der Flugzustand beibehalten. Dadruch muß aber bei der einleitung von Steuerbewegungen auch keiner "rücktreibenden Kraft" (charakteristisch für Eigenstabilität) entgegengewirkt werden: Die Luftfahrzeuge sind immens manövrierfähig, aber ohne Stabilitätskontrolle un-fliegbar!

    So viel auf die Schnelle; vielleicht hat es ja den einen oder anderen Aspekt beleuchtet.

    Barrie

Aerodynamik: Stabilität um die Querachse bei Deltaflüglern

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