Erstellt von Pedda  |  Antworten: 21  |  Aufrufe: 3552
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  1. #1
    Pedda


    Heute vor 30 Jahren ... kam ich nach der Grundausbildung in Budel in Wittmund an. (Eigentlich war es am 19. Dezember 1973 also vor zwei Tagen). Die nächsten vier Jahre sollte ich dort Triebwerke reparieren. Vollgepackt ging es mit der Bahn von Holland in den Norden, erst D-Zug dann zum Schluß Triebwagen. Und das Land wurde immer flacher und einsamer. Die Straßen trugen Kopfsteinpflaster und die Leute sprachen alle Platt. Moin.

    Dann am nächsten Tag zum ersten mal auf den Flugplatz raus und zum ersten mal eine Phantom von nahen sehen. In der Werfthalle lief gerade noch die Umschulung. Die erste Phantom waren ja erst im Sommer in Wittmund angekommen. Der erste Eindruck war überwältigend. So groß hatte ich sie mir nicht vorgestellt. Der zweie Eindruck irritierend. Das Hochtechnologiewunder entpuppte sich als äußerst robust und recht tolerant zusammengenietet.

    Das Bild zeigt mich rechts stehend, etwa 1974 oder 1975. Wir sitzen da auf einem Triebwerk, das einst eine amerikanische Phantom antrieb. Die Amerikaner meinten beweisen zu müssen, daß auch in Wittmund zwei F-4 gleichzeitig starten können. Wir haben dann die Beweisstücke eingesammelt und aus den Brennkammern dekorative Deckenlampen gebastelt.
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  2. Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Bestseller und die Flugzeug-Kategorie

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  3. #2
    Pedda


    In laufe der nächsten Monate trudelten dann die Triebwerke ein. Eine Galerie nagelneuer J79 GE 17A Triebwerke.
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  4. #3
    Pedda


    Im Gegensatz zu den F-104 Zeiten, durften wir auch die Heizteilsektion zerlegen. Man beachte den verrußten Nachbrenner. Wenn man an den Flaps rumschraubt, sieht man im nuh aus wie ein Schornsteinfeger. Zumindest hinterläßt man dann überall seine Spuren und ist für jeden als Triebwerker erkenntlich.
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  5. #4
    Pedda


    Spannender als die Schrauberei im Triebwerkshop war aber der Bremsstand. Hier wird gerade die 37+43 vor und dann in die Bremshalle rangiert. Die Aufnahmen wurden 1974 gemacht.
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  6. #5
    Pedda


    Im Laufe der Zeit machte auch ich dann auch meinen Bremsschein. Mit 18 Jahren eine Phantom laufen lassen, war schon Klasse. Am liebsten bei Nebel im Shelter. War fast wie selber fliegen, wenn die Triebwerke den Nebel fraßen.
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  7. #6
    Pedda


    Rückwärts in die enge Halle rangieren war nur was für alte Hasen. Anfänger haben auch mal das Höhenleitwerk eingedellt.
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  8. #7
    Pedda


    Hier ein Blick in die Bremshalle. Man erkennt die Tore mit den Konturen des Rumpfes. Vorne der kleine „Fahrstuhl“ für das Bugrad.
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  9. #8
    Pedda


    Hier die angeschnallte 38+43. Die Phantom wird vorne etwas abgelassen, da die Triebwerke in der Phantom ja schräg hängend eingebaut sind. Dann Tore zu. Noch die Körbe vor die Einläufe. Die üblichen Kontrollen und los geht’s - mit Nachbrenner - volle Pulle.
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  10. Hallo

    Schau dir doch mal die Luftfahrt-Kategorie an

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  11. #9
    Pedda


    Ein Blick von ganz hinten. Quasi aus dem liegenden Schornstein des Bremsstandes.

    30 Jahre ist das nun her. Leute wie die Zeit vergeht. Möglichweise ist schon die 2. Generation an Trieberwerkmechanikern am Schrauben. Wie der Vater so der Sohn. Vor einiger Zeit wurde ein Film über eine der ersten Frauen bei der Luftwaffe gedreht. Auch eine Triebwerkmechanikerin in Wittmund. Was sich seitdem geändert hat ? Nun, der Bremsstand bekam einen neuen Anstrich. Ich hätte jedenfalls nie gedacht, daß nach 30 Jahre noch immer Leute den gleichen Job machen.

    Soweit für heute. Story will be continued.


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  12. #10
    Pedda


    Hallo Friedarrr,
    so war es - in M'gladbach umgestiegen. Proppevoller Bahnsteig und dann in den Zug nach nirgendwo (war wahrscheinlich noch Vorkriegsware).
    Zurück das gleiche, nicht ganz so viele Leute dafür aber dick bepackt. War die Zeit mit Fahrverbot am Wochenende. Standen dann vor der holländischden Grenze und warteten auf die Freigabe. Wie beim Formel 1 rennen.

    Tja ja die psychedelischen 70er. (Doppelt belichtetes Foto Mechaniker und seine Arbeitsgegensstand.)
    Was unsere Phantom schon so alles erlebt haben, Hippies, Disco, NDW, Punk, Rap und was da noch so alles kommen mag.
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