Erstellt von AM72  |  Antworten: 7  |  Aufrufe: 1359
  1. #1
    AM72


    Ich lese gerade " Brennender Himmel" und "Die grosse Arena" von Pierre Clostermann.
    Pierre Clostermann war ein französischer Pilot im WK II der für die RAF flog und abei grosse Erfolge hatte.

    Er beschreibt in den Büchern Begebenheiten und Luftkämpfe aus mehreren Kriegsschauplätzen sowie das eigene Erleben als Pilot.
    Dabei erzählt er viele interessante Detaills.

    Ich komme nun mit einigen Sachen nicht klar.
    Generell haben bei Ihm die Flugzeuge dieserZeit phänomenale Leistungen :

    Da fliegt eine Spitfire um die 800km/h, eine P-38 macht gelich mal 1300km/h.
    Und seine Hawker Typhoon lies sich bis zu 820 km/h bei 3000 PS hochjagen.

    Kleinere Fehler wie zb. das Marseille im JG 18 (statt JG 27) flog übersehe ich dabei.

    Was ich nun wissen wollte :
    Wie schätzen andere diesen Author ein, wie glaubhaft sind seine Aussagen und Erzählungen ?

  2. Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Bestseller und die Flugzeug-Kategorie

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  3. #2
    AM72


    Hm - scheint keiner zu kennen ?

    Was mich weiter stutzig macht :

    Selbst zum Kriegsende treten die Deutschen in Schwärmen von nicht unter 30-40 Flugzeugen auf. Der Himmel muss voll gewesen sein - wo waren nur all die Vögel ?

    Der Clostermann hat es immerhin zum DSC und Geschwaderkommandeur gebracht, über 30 bestätigte Abschüsse.

  4. #3
    schrammi

    Avatar von schrammi
    Zitat Zitat von Arne
    Der Clostermann hat es immerhin zum DSC und Geschwaderkommandeur gebracht, über 30 bestätigte Abschüsse.
    Nachweislich? Oder behauptet er?

    Zu den Geschwindigkeiten: Vielleicht wurden die mph 2 mal in km/h umgerechnet?

  5. #4
    AM72


    Nachweisslich, keine Behauptungen. Im Buch sind entsprechende Urkunden,Fotos, etc - und wer weis was bei den Russen und den Briten "Abschussbestätigung" bedeutet hat weis das diese Zahlen nur die absolute untere Grenze darstellen (im vollen Gegensatz zu deutschen "bestätigten" Abschüssen)

  6. #5
    grinch

    Avatar von grinch
    Clostermann war unbestritten das AS der Franzosen, allerdings kämpfte er auf englischer Seite und wurde auch dort zum Piloten ausgebildet. Richtig ist, daß es unterschiedliche Abschußzahlen von ihm gibt, aber es waren mindestens 24 bestätigte Abschüsse. Differenzen könnten duch unterschiedliche Anerkennungsvorschriften entstanden sein. Während im amerikanischen Raum Abschüsse auch in der Gruppe gezählt wurden, gab es das in Deutschland und England nicht. Schon möglich, daß deshalb unterschiedliche Zahlen offiziell existieren, weil dann anschließend an die 24 englisch bestätigten Abschüsse, sich nach dem Krieg noch an Gruppenabschüsse und nicht eindeutig bestätigte Abschüsse erinnert wurde.

    Seine Bücher finde ich jedenfalls sehr, sehr gut! Sie zeigen sein Jagdfliegerleben nicht von der gloriosen bis propanganda verbrämten Seite die wir von Yeager, Hoover bis Koshedub und Pokryschkin kennen. Sondern Clostermann redet auch über persönliche Angstund Schwächen, die besonders bei all unseren amerikanischen Freunden ja nie vorhanden ist. Da ist ja selbst der Abschuß im Feindesland (Yeager) mit Gefangenschaft (Hoover) nur ein Schönheitsfehler im großen Spiel. Die östliche Seite schwillt sowieso vor Heldentum. Anders gings ja im Kommunismus nicht. Allerdings kranken Clostermanns Bücher ganz eindeutig an der für uns ungewohnten und extrem unfachmännischen (luftfahrtbezogen) Übersetzung in der Schweiz aus den 50er Jahren. Ich besitze sie sowohl im englischen als auch im bei uns verlegten (schweitzer)deutsch. Begriffe wie "Volte" sind hier zu Lande doch absolut ungewohnt. Da der Übersetzer offenbar weder Ahnung noch Verständnis für die (Jagd)Fliegerei besaß, werden auch Sturzflug und Horizontalgeschwindigkeit völlig durcheinander gehauen. Umrechnungsfehler aus dem englischen ins deutsche gibts zu Hauf.
    Leider wurde Clostermann ja als späterer Gegner der französischen Kolonialkriege und unbequemer Sprücheklopfer ziemlich kaltgestellt. Seine Verachtung für die Nachkriegsbetrachtung Frankreichs und Rolle im WK II kommt ja auch in seinen Büchern zum Vorschein, in denen ganz klar angesagt wird, wer für Frankreich und auf welcher Seite kämpfte. Die franz. Vichy-Luftwaffe war es jedenfalls nicht. Auch wenn die nahtlos durch all die Jahre kam und sogar in Afrika anfangs gegen die Alliierten kämpfte.
    Ohne Zweifel hat Clostermann besonders auch als sehr junger Pilot Fehler begangen, die von seinen Kritikern gern auch mal wieder hervor geholt werden, wie der verlust seines Geschwaderkommodores, den er eigentlich zu decken hatte. Das unterscheidet ihn von all den anderen "Helden", über die ihre Nationen immer den gloriosen Mantel legen. In England ist Clostermann bis heute eine ganz große Nummer (einer der höchstdekoriertesten Ausländer in England), während besonders die Franzosen ihn gern vergessen und erst nach dem Krieg zum Leutnant (nur Reserve selbstverständlich) beförderten. Das ist lächerlich für einen Mann der 4 Jahre Kampfeinsätze flog und solche Siege vorzuweisen hatte oder?

  7. #6
    AM72


    Ich gebe Dir in (fast) allem Recht. Mir haben seine persönlichen Darstellungen des Flieger"alltages" oder auch seiner Ängste auch sehr gut gefallen - er selber macht sich auf keinen Fall zum "Gott" sondern bleibt bis zum Schluss Mensch. Seine Abschusszahlen will ich nicht im geringsten bezweifeln - er selbst beschreibt wie hart die Anerkennung eines Abschusses war.
    Mir kamen beim lesen eben so mancher Zweifel bei Geschwindigkeits- und Zahlenangaben den Gegner betreffend.
    Und hier liegt es nicht an Verwechslungen.
    Ob ich das Argument Umrechnungsfehler bei den Geschwindigkeitsangaben gelten lassen soll - ich weis es nicht.
    Weiterhin kommen mir die Zahlenangaben zum Auftreten der deutschen Jäger auch sehr auffällig vor : die waren ja kaum unter 30 Stück anzutreffen !

    Das Clostermann einige Gegner haben wird ist - wie Du es schon schreibst - vollkommen klar : er bezieht offen und ehrlich Position in seinen Büchern - was mir sehr gefällt.

  8. Hallo

    Schau dir doch mal die Luftfahrt-Kategorie an

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  9. #7
    Kenneth

    Avatar von Kenneth
    Hm - scheint keiner zu kennen ?
    Doch, "Die große Arena" habe ich mal gelesen, liegt aber noch in Dänemark herum. Werde mal überprüfen wie es in dänischen Übersetzung aussieht mit den o.g. Angaben.

  10. #8
    AM72


    Das wäre nett , Kenneth

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