Erstellt von AM72  |  Antworten: 50  |  Aufrufe: 4044
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  1. #1
    AM72


    Hier wollen wir mal zusammentragen wie man so am besten sein Modell fotografiert. Wir hatten dieses Thema schon öfters - aber nie zusammenhängend und ausführlich.

    Wir wollen der Übersicht wegen gleich ein wenig die Reihenfolge festlegen :

    Innenaufnahmen in Räumen
    - Wo : Der Ort
    - Was wird benötigt
    - Kamereinstellungen
    - Nachbearbeitung

    Aussenaufnahmen
    - Wo : Der Ort
    - Wann : das Wetter
    - Was wird benötigt
    - Kamereinstellungen
    - Nachbearbeitung

  2. Schau dir mal die beiden Links an:
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  3. #2
    AM72


    Innenaufnahmen in der Wohnung - Wo ?

    Wir kennen sie oft die Bilder wo man wenig oder fast nix erkennt vom Modell dafür aber mehr vom sonstigen Umfeld das eigentlich weniger interessiert.

    Hir mal so ein "Beispiel" ;) - Wir erkennen deutlich Fernebdienungen, eine Couch, eine Fernsehzeitung und unter anderem auch ein Modell.
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    • Dateityp: jpg AA.jpg (45.8 KB, 314x aufgerufen)

  4. #3
    AM72


    Solche Bilder sagen natürlich sehr wenig über das Modell aus - der Typ ist erkennbar - und das war es schon fast.
    Mit ein wenig Überlegung und Planung aber sind bessere Ergebnisse leicht erreichbar.
    Der erste Ansatzpunkt ist das Umfeld - wir wollen das Bild auf das Modell reduzieren. Oftmals wird nun versucht auf den Fussbodenfliesen oder sonstiger Beläge ein passendes "Umfeld" zu erzeugen. Ein passendes Umfeld aber erreichen wir nur durh ein passendes Dioram mit Hintergrund.
    Das aber haben viele nicht oder eben nicht passend zum Modell.
    Was nun ?
    Einfache Antwort :
    Gar kein Umfeld.
    Wir schaffen eine "Neutrale Zone" ind der ausser dem Modell erst gar nix zu sehen ist - und das geht sehr einfach.
    In schreibwarenläden oder entsprechenden Abteilungen von Supermärkten und Kaufhäusern gibt es Buntpapiere in verschiedensten Formaten. Das normal grösste ist A3 - und das nehmen wir. Die Farbe : ich empfehle Blau. Sieht irgendwie immer am besten aus.
    Beim Kauf/Transport darauf achten : Keine Falten ! Nicht knicken ! - nur ein Zusammenrollen! - das ist wichtig.
    Das ist nun unser Umfeld - nun brauchen wir noch den passenden Ort.
    Hier bietet sich immer ein platz ind der Wohnung an wo Durch ein möglichst großes Fenster genug Tageslicht einfallen kann. Hier brauchen wir nun eine wand mit einem tisch oder einer sonstigen Fläche davor die breit genug ist um unser Modell aufzunehmen. Hier nun befestigen wir mit etwas Klebeand das Blaue Papier so das es einfach nach unten fällt - es darf dabei nur oben befestigt werden.
    Ich selber habe mir - um innerhalb der Wohnung je nach Lichteinfall immer mal "umziehen" zu können - eine Vorrichtung aus 2 Möbelplatten gebaut - dies aber braucht man nicht unbedingt.
    Hier sehen wir nun unseren Standort zur Modellfotografie :
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    • Dateityp: jpg A.jpg (37.5 KB, 316x aufgerufen)

  5. #4
    AM72


    Nun haben wir Standort und Umfeld - was brauchen wir noch ?

    Natürlich eine Kamera. Desweiteren ist ein Stativ äusserst empfehlenswert - es geht kaum ohne.
    das Tageslich ist auch nicht immer so wie wir es möchten - ein paar drehbare Lampen ( IKEA hat viel sehr preiswerte Angebote) oder auch ein Bauscheinwerfer ( ich habe einen über der Vorrichtung mit 500Watt) helfen hier gut.

    Das Stativ wir nun gerade vor dem Fotostandpunkt aufgebaut - die Höhe der Kameraaufnahme kann dabei gleich auf leicht unterhalb der Unterkante unseres Standpunktes eingerichtet werden. Der Abstand zum Modell beträgt ca. 40cm.
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    • Dateityp: jpg B.jpg (34.5 KB, 311x aufgerufen)

  6. #5
    AM72


    Das Modell ist Mittig auf dem Blauen Papier positioniert. Nun prüfen wir per eigener Augen wie die Schatten fallen : es darf auf jeden Fall kein Schatten an "Rückwnd", also den senkrechten Teil des blauen Papieres fallen.

    Nun kommen wir zu den Kameraeinstellungen :

    Ich nutze eine Canon Powershot G1, das Modell ist mehrere Jahre alt. Die Canon-besitzer unter uns werden nun mit den einzelnen bezeichnungen sofort klar kommen - Nutzer anderer Kameras sollten in das Anleitungbuch sehen.

    Wir haben grundsätzlich 2 Möglichkeiten :
    1. Die Kamera entscheidet alles - Einstellung "Automatik"
    2. Wir legen selber alles fest - Einstellung "P" oder "AV"

    Möglichkeit 1 lassen wir gleich weg, fällt aus, - es geht besser, viel besser mit Möglichkeit 2.

    Einstellung " P" :
    Hier kann ich einstellen :
    - ISO-Empfindlichkeit
    - Weisabgleich ( Automatik/Voreinstellung/Manuell - dazu später mehr)
    - Bildauflösung
    - Kompression
    - Makro
    - Blitz ( an/ aus/ Rote Augen)
    - Fernauslösung/Zeitverzögerte Auslösung

    Einstellung "AV" :

    alles wie zuvor - hier aber habe ich die zusätzliche Möglichkeit der Blenden-Einstellung. Und das ist wichtig für die Tiefenschärfe - wie ich seit neuesten Dank Toni-Power weis

    Nun machen wir einfach mal ein Foto - Einstellungen :

    P - ISO-Automatik, Weisabgleich Voreinstellung "Bewölkt" ( kommt den aktuellen Verhältnissen z.Z. am nähesten), Makro, Kein Blitz
    Auflösung : ich nehem bei sowas immer die höchste, Kompression nehme ich immer die geringeste - also bestmöglichste Bildqualität.

    Nun zoome ich mir genau den Bildausschnitt heran den ich haben will : Nämlich das Modell ! - es soll den Kompletten Bildbereich ausnutzen.

    Beim Scharfstellen per kurzen Auslöserdruck (der noch kein Bild auslöst) sagt die Kamera eventuell per dem "Kamera-Wackel-Symbol" das die Kamera eben auf dem Stativ stehen sollte. Hieran erkennen wir das eine Aufnahme frei aus der Hüfte schön unscharf werden würde.

    Hier nun das Bild :
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  7. #6
    AM72


    Das ist schon ganz zufriedenstellend. Einige aber unter uns werden sofort ein Manko feststellen :
    Die Tiefenschärfe ist nicht gut. Der Bereich der weiter weg ist ( Bug, Kanzel) ist unscharf.
    Deshalb das selbe Bild mit den selben Einstellungen aus der selben Position mit "AV" und hier Blende 8 ( mehr geht bei mir nicht) noch einmal.
    Hier "meckert" die Kamera (rote Zahl im Display) das dafür zuwenig Licht ist. Davon lasse ich mich nicht beeindrucken : Digitale Bilder können mit Corel Photopaint und "Tonkurve" ohne Qualitätsverlust und Farbverfälschung sehr gut aufgehellt werden.

    So sieht es nun aus - Vergleicht mal den Bugbereich mit vorigen Bild.
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  8. #7
    AM72


    Bevor wir nun mit weiteren einstellungen fortfahren schnell ein Abstecher zum Thema Bildausnutzung / Bildbeschneidung.

    Das Modell ( bei Komplettaufnahmen) immer so heranzommen das es den ganzen Bildbereich benötigt.
    Mit der Kamera weiter weg und ranzommen ist immer besser als kamera ran und wegzoomen.

    Sollte das nicht möglich sein - dann beschneiden wir das Bild dementsprechend am PC.

    Es geht nämlich so :
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    • Dateityp: jpg C.jpg (9.5 KB, 286x aufgerufen)

  9. #8
    AM72


    .. aber auch so - mit weniger Speicherplatz und den selben Detaills ;)

    ... in Kürze mache ich mit dem Thema "Weisabgleich" weiter.
    Wer kann etwas zum Thema "ISO-Einstellungen" beitragen ( mit Beispielfotos wo man die Unterschiede auch erkennt) ?
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    • Dateityp: jpg D.jpg (7.2 KB, 283x aufgerufen)

  10. Hallo

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  11. #9
    Strike


    Das mir den ISO-Sachen mache ich
    Noch ein paar Worte dazu von einem Hobby-Fotografen:
    Die Belichtung ist immer ein zusammenspiel von Blendenöffnung und Belichtungszeit. Je höher die Blendenzahl (also je kleider die Blende geöffnet ist), desto länger ist die Belichtungszeit. Ich kann also ein Motiv mit 1/90 Sekunde und Blende 2,8, aber auch mit Blendenzahl 8 uind Belichtungszeit von 1/10 aufnehmen. (kann sein das das Verhältniss nicht 100%ig stimmt, aber es verdeutlicht das wohl ganz gut.)
    Jetzt erkennen wir eins: 1/90 Sekunde lang lässt sich ohne Probleme aus der Hüfte schiessen, bei 1/10 braucht man schon ein sehr ruhiges Händchen.
    Also als kleine Zusammenfassung: Je Größer die Tiefenschärfe werden soll, desto größer müssen Blendenzahl und zwangweise Belichtungszeit sein. Also ist ein Stativ fast immer sinnvoll

    Noch ein Tip zum Weisabgleich: Die meisten Blitze sind so eingestellt das die "Tageslicht"-Einstellung am besten hinhaut

    @Arne: Im Nachhinein aufhellen ist zwar auch ne Möglichkeit, ich finde es aber besser gleich von Anfang an ein gescheites Bild zu haben.

  12. #10
    Strike


    Jetzt etwas zum Thema ISO-Einstellungen:
    Die ISO-Zahl gibt die Empfindlichkeit des Sensorchips (oder bei KB Filmen) die Emfindlichkeit an. Das bedeutet, wenn ich unzureichende Lichtverhältnisse habe kann ich die ISO-Zahl erhöhen, der Chip verstärkt dadurch die Siganle die er bekommt. Der Vorteil liegt natürlich darin das man nunr weniger lange Belichten muss/ eine größere Blendenzahl wählen kann. Einen großen Nachteil hat das ganze allerdings auch: Es entsteht beim Erhöhen der ISO-Zahl ein Effekt namens "Bildrauschen", dabei entstehen vor allem bei sehr dunklen Flächen eine menge sogenannter "Hotpix", die das Bild sozusagen körniger wirken lassen. Extrem macht sich das auf sehr dunklen Flächen bemerkbar, hier reagiert der Chip praktisch über und "sieht" kleine farbige Punkte die gar nicht da sind.
    Mehr Info's dazu gibts noch unter http://www.digitalkamera.de/Tip/18/50.htm

    Was schließt jetzt der Modellfotograf daraus? -> Wenn's geht mit möglichst niedriger ISO-Zahl knipsen, dafür dann auch Stativ verwenden falls von Nöten
    Bildrauschen lässt sich aber auch sehr gut per Bildbearbeitungsprogramm wegmachen (siehe Link oben), was aber wieder ein wenig auf Kosten der Schärfe geht ;)
    Entschuldigt das ich keine Vergleichsfotos liefern kann, Kamer ist gerade ausser Haus.

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