Erstellt von nico  |  Antworten: 18  |  Aufrufe: 2881
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Thema: Nachtjäger?

  1. #1
    nico

    Avatar von nico
    Hi Leute!
    Ich lese gerade ein Buch über den Untergang der Deutschen Jagtwaffe im Jahre '44 und '45.
    In diesem Buch wird erwähnt, dass ein Teil der Nachtäger auch tagsüber eingesetzt wurden und irgendwann auch alle einmotorigen Nachtjäger "ausgemustert" wurden, da sie sich nicht 100% auf den Tagkampf umstellen konnten (Piloten). Was ist denn der Unterschied zwischen der Tag- und Nachtjagt? Klar, Tagsüber gehts nach Sicht und nachts?
    Welche einmotorigen und mehrmotorigen Nachtjäger gab es denn? Die bekanntesten würden mir reichen! ;)
    Grüße und Danke!

    nico

  2. Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Bestseller und die Flugzeug-Kategorie

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  3. #2
    pilotace


    Also nachts erfolgte die Zielerfassung denn ja meistens mit Radar. und auch die Jagdtechnik war anders, wie kann ich jetzt auch (noch) nicht sagen... :?!
    Ich denke nachts werden die Angriffe auf kürzere Entfernung geflogen worden sein, es gab ja auch "Spezialwaffen" wie die schräg nach oben feuernde "schräge Musik", dazu musst man ja direkt unter den Bomber...

    Als Flugzeugtypen kann ich sagen: Ju88, Me110, Ta154

    Sorry mehr weiß ich im Moment auch nicht

  4. #3
    Friedarrr

    Avatar von Friedarrr
    Die bekanntesten bzw. häufigsten eingesetzten Maschinen sind die Bf 110 in ihren Versionen, besonders die Bf 110 G-4, die Ju 88 in ihren Versionen, besonders die Ju 88 G-6, die Do 17, Do215 und vorallem die Do 217 in ihren versionen, z.B. die Do 217 N-1, die He 219 in ein paar Versionen, denke das sind die bekanntesten bzw. am häufigsten eingesetzten zweimot Nachtjäger. Die Ta 154 zähl ich nicht dazu, denn sie wurde nur nur in ein paar Exemplaren gebaut und noch viel weniger eingesetz!
    Von der Me 262 und vorallem Ar 234 wurden ebenfalls nur wenige Maschinen eingesetzt.

    Zu den häufigsten einmotorigen Nachtjägern gehöhrten gerade bei den "Wilde Sau" Geschwadern die Fw 190 in vielen Versionen, manche waren sogar mit FuG und anderen Apperaten speziell für die Nachtjagd ausgerüstet.
    Die Bf 109 in manchen Versionen, auch für sie gilt das manche mit FuG...... ausgerüstet waren.

    Zu den Nachtjagdtaktiken gibt es viel zu schreiben, den es gibt viele unterschiedliche Verfahren (Himmelbett, Wilde o, Zahme Sau...), diese hier zu Beschreiben würde aber etwas ausarten.

  5. #4
    Wolfgang Henrich

    Avatar von Wolfgang Henrich
    ein gravierender Unterschied ist dass die Nachtjäger eine ganz andere Taktik hatten und eher einzeln flogen. Wohingegen tagsüber in Staffeln und Gruppen geflogen wurde. Tag und Nachtjäger waren jeweils Spezialisten auf ihrem Gebiet und konnten nicht so ohne weiteres gegeneinander ausgetauscht werden. Der Nachtjäger pickte sich sein Opfer raus und machte sich dann möglichst ruhig ran, bei der Tagjagd ging es doch wesentlich hektischer und schneller zu da man auch viel schneller in massives Abwehrfeuer geriet und in Kurvenkämpfe mit feindlichen Jägern.

  6. #5
    BOBO

    Avatar von BOBO
    Naaaaaaaa ja .... ein bißchen hat jeder was dazu beigetragen

    Also ... wir unterscheiden mal die einmortorige Nachtjagd (JG300, 301 und 302 bis ca. Anfang 1944) und die mehrmotorige Nachtjagd (NJG1 ..... NJGx)

    Dabei gibt es verschiedene Leit- und Jagdverfahren:
    Vgl. http://www.luftarchiv.info/gerat/flug_abwehr.htm , dort steht alles ganz gut beschrieben.

    Die einmot. Nachtjagd wurde ausschließlich von den JG 30x durchgeführt im Wilde-Sau-Verfahren. Da die Nachtjäger immer besser Ihrer Rolle als Nachjagdgeschwader gerecht wurden und die Abschußerfolge der einmot. Nachjagd nachließen, außerdem die Verluste zunahmen, sowie wegen der stärker werden Einflüge der USAF/ RAF, wurden die JG 30x der Tagjagd zugeordnet und für die Reichsverteidigung abgestellt. Nur noch gelegentlich wurden Nachjagdeinsätze geflogen.
    Literaturempfehlung :HOT : W.Reschke Jagdgeschwader 301/302 (im Fachhandel zu bestellen).
    Mein Buch ist leider noch nicht soweit (Chronik JG300).

  7. #6
    nico

    Avatar von nico
    Hi!
    Also erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Der Link von BOBO hat mir schon mal weitergeholfen in Sachen Taktik.
    Vielleicht haben von euch noch ein paar Bilder der besagten Maschinen auf der Festplatte und wollen die mal preis geben. Im Internet weiß man nie so recht ob auch die Versionen der, auf den Bildern gezeigten, Maschinen stimmen. Da möchte ich das ganze lieber von Fachmännern! :P
    Grüße!

    nico

  8. #7
    Aziraphale

    Avatar von Aziraphale
    Servus,

    jetzt wart Ihr ja doch alle wieder schneller als ich - dann werde ich mal noch eine Buchempfehlung los:

    Gebhard Aders - Die Geschichte der deutschen Nachtjagd

    Ein sehr empfehlenswertes aber nicht mehr verlegtes Buch des Motorbuchverlags. Im gut sortierten Privathandel (eBay, evtl. auch eurobuch.com :D ) aber des öfteren für gar nicht soviel Geld zu haben.

    Gruß, Azi.

  9. #8
    BOBO

    Avatar von BOBO
    Gebhard Aders .... nun für den Anfang brauchbar, aber eben total veraltet, eben solange, wie es das Buch nicht mehr im Handel gibt.

    Aber unter der Homepage www.JG300.de -> II./JG300 findest Du einige Maschinen, die solche Nachjagdgeräte Neptun besaßen, eben Fw 190A-7/6
    und Hier eine Zeichnung nach den dortigen Bild der roten 21:
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  10. Hallo

    Schau dir doch mal die Luftfahrt-Kategorie an

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  11. #9
    nico

    Avatar von nico
    Hey!
    Super Antworten hier!!
    Also ich habe noch mal eine Frage: Auf der Seite Luftarchiv.de wird von sogenannten "Lichten-Geräten" gesprochen. Was ist den damit genau gemeint? Eine Art Radargerät im Flugzeug, oder einfach Scheinwerfer?
    Für was sind denn die Antennen, z.B. am Bug der He 110. Ich habe jetzt leider kein Bild zur Hand, aber ihr wisst sicherlich was ich meine. Gehören die zu einem frühen Radargerät?
    Grüße!

    nico

    P.S.: In dem Buch wird auch der Rang Fahnenjunkerunteroffizier erwähnt. Ist der Dienstgrad mit dem heutigen Fahnenjunker gleichzusetzen, oder handelt es sich um einen Fehler?

  12. #10
    Friedarrr

    Avatar von Friedarrr
    <<"Lichten-Geräten" gesprochen>>

    Von sowas hab ich in diesem Zusammenhang noch nicht gehört, aber vielleicht hast du dich verlesen/verschrieben und meinst Lichtenstein-Gerät!?
    Das gehört unmittelbar zu den Antennen(Dipole) die du schon richtig, als frühes "RADAR" angespruchen hast.
    Genauergesagt gehört das Lichtenstein SN 2 zum FuG 220.
    Es hat noch viele andere FuG gegeben zum anderen auch zum Erfassen von Schiffen....
    Leider oder Gott sei Danke verwendete man lange Zeit die "falsche" Wellenlänge, deswegen mussten die Antennen auch diese große Länge haben.....

    Mit der He110 hast du dich sicher auch verschrieben und meintest z.B. die
    Bf 110


    >>Fahnenjunkerunteroffizier>>

    Fahnenjunker, ist in der BW ein Offiziersanwärter im Range eines Unteroffziers (Sabsunteroffzier), erkenbar z.B. an der silbernen Kordel zum sonstigen Dienstgradabzeichen.
    Wie das im WWII genau war weiß ich auch nicht, aber wohl vergleichbar?!

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