Erstellt von Lord_Manhammer  |  Antworten: 7  |  Aufrufe: 1671
  1. #1
    Lord_Manhammer

    Avatar von Lord_Manhammer
    Spektakuläres Ende einer Mission

    Die Fänger des Sonnenstaubs

    Teure Hollyood-Produktionen sind nichts gegen das Stück, das heute über der Wüste von Utah gegeben wird: Zwei Stunt-Piloten werden mit ihren Hubschraubern aufsteigen und gegen 18 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit eine Nasa-Raumsonde einfangen. Kein leichtes Unterfangen, denn die 210 Kilogramm schwere Kapsel schwebt trotz der Bremswirkung eines großen Fallschirms mit fast zwei Metern pro Sekunde zur Erde.

    Zwei Versuche haben Dan Rudert und Cliff Fleming frei, sich die Kapsel in einer Höhe von 1200 Meter zu holen. Dazu müssen sie mit einer langen Stange unter dem Hubschrauber den zehn Meter großen Gleitschirm schnappen. Treffen sie nicht, wird die Raumsonde auf dem Erdboden zerschellen und die Ergebnisse des drei Jahre dauernden Raumflugs wären unwideruflich dahin.


    Auf der Suche nach der Entstehung der Planeten

    Genesis" war am 8. August 2001 gestartet und zum sogenannten Lagrange-Punkt geflogen, dem Punkt zwischen Erde und Sonne, an dem sich die Anziehungskräfte beider Himmelskörper gegenseitig aufheben. Dort umrundete die Kapsel dreimal die Sonne und sammelte winzige Teilchen des Sonnenwinds ein. Die Kapsel wird davon nicht mehr als zehn bis zwanzig Mikrogramm (ein Mikrogramm ist ein Millionstel Gramm) an Bord haben.

    Doch dies ist genug für die empfindlichen Nachweisgeräte der Wissenschaftler. Hieraus können sie Informationen darüber erhalten, wie der Sonnenwind zusammengesetzt ist. Dann wissen die Astronomen auch, woraus die Oberfläche der Sonne besteht, und können die Entstehung unseres Sonnensystem mit allen Planeten, Asteroiden und Kometen besser erklären.

    Kein Übungsflug ging daneben
    Gelingt der Fangversuch der beiden Piloten, wäre es das erste Mal seit 1972, dass eine Raummission wieder Materie aus dem Weltraum zur Erde bringt. Damals war die letzte Apollo-Mission mit Mondgestein zurückgekehrt. Die Nasa ist optimistisch, dass Rudert und Fleming Erfolg haben: "Das Raumschiff ist genau an der Stelle, die wir berechnet haben. Alle sind bereit", sagte Projektmanager Don Swetnam im Nasa-Zentrum in Pasadena (Kalifornien). "Die Jungs sind Piloten aus den größten Hollywood-Produktionen, bei keinem der Übungsflüge haben sie die Kapsel verpasst."

    Quelle und Fotos:
    http://www.tagesschau.de/aktuell/mel...F1_BAB,00.html

  2. Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Bestseller und die Flugzeug-Kategorie

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  3. #2
    PeWa

    Avatar von PeWa
    Leider ist die Kapsel abgestürzt! Beide Fallschirme haben sich nicht geöffnet, so das auch die Helikopter keine Chance hatten sie einzufangen. Sie viel ungebremst auf die Erde und zerbarst. :(

  4. #3
    Lord_Manhammer

    Avatar von Lord_Manhammer
    Danke PeWa,
    auch gerade im Ticker gesehen:

    NASA-Sonde abgestürzt
    Eine NASA-Sonde mit wertvollen Sonnenwindpartikeln an Bord ist über dem US-Bundesstaat Utah zu Boden gestürzt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Fallschirme, die den Flug der Sonde zur Erde abbremsen sollten, versagten.

    Aber auf jedenfall eine sehr gewagte aktion.

  5. #4
    Markus_P

    Avatar von Markus_P
    Zitat Zitat von Lord_Manhammer
    Kein leichtes Unterfangen, denn die 210 Kilogramm schwere Kapsel schwebt trotz der Bremswirkung eines großen Fallschirms mit fast zwei Metern pro Sekunde zur Erde.
    wahnsinnige Geschwindigkeiten !!!!
    hallo ARD: 2m/sek = 7,2 km/h ... da war ich ja seinerzeit beim 30km Marsch schneller!!

    naja, das Auffangen von Fallschirmsonden ist nix neues, die NASA in Wallops Island hatte dafür sogar eigens ein Flugzeug:

    Short Skyvan N430NA "Ugly Hooker"

    EDIT: uuups, ohne Schirm wirds natürlich eng... :(

  6. #5
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Ohne die beiden Schirme betrug die Aufschlaggeschwindigkeit etwa 160 km/h.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...317214,00.html

  7. #6
    Togge

    Avatar von Togge
    Es sind wohl viele der Messcheiben heil geblieben und die Wissenschaftler hoffen, dass sie noch brauchbare Ergebnisse liefern, falls sie beim Aufschlag nicht zu stark verunreinigt wurden.
    Schlimmer ist, dass durch diesen Crash sich einige Politiker wieder berufen fühlen, das ganze Raumfahrtprogramm in Frage zu stellen. Auch die Presse lamentiert sofort über die hohen Kosten, z.B. der Spiegel:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...317475,00.html

    Ein kleiner Vergleich: Die Kosten für Stardust entsprechen in etwa dem, was die USA pro Tag im Irak verballern. Die Kosten für den Wiederaufbau sind da noch nicht mitgerechnet.

  8. Hallo

    Schau dir doch mal die Luftfahrt-Kategorie an

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  9. #7
    Greuti


    Hallo zusammen,

    Spezialisten klauben zur Zeit die Überreste aus dem zerbeulten Kanister. Bei der NASA gibt es ein paar Bilder dazu.

    Der Kanister hatte scheinbar auch Risse abbekommen, aber die Staubentwicklung beim Einschlag (der übrigens mit ca. 310km/h erfolgte) war wohl nicht sehr gross. Auf dem angehängten Bild scheint der Boden eher etwas klebrig zu sein.

    Grüsse Greuti
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  10. #8
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Lang, lang hat es gedauert, aber mit viel Geduld hat man doch noch ein paar Ergebnisse der Mission retten können und diese nun publiziert.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...770338,00.html

Spektakuläres Ende der Genesis-Mission

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