Erstellt von Pedda  |  Antworten: 16  |  Aufrufe: 4518
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  1. #1
    Pedda


    Hallo Leute,
    am letzten Wochenende wurde in unserer Gemeinde eine Lightning geborgen. War leider nicht dabei.

    Nach Augenzeugen haben "zwei deutsche Abfangjäger die Lightning von links und rechts in die Zange genommen und abgeschossen". Die Lightning ist dann brennend aus 800 m abgestürtzt. Der Bergungsort liegt zwischen Varrigsen und Ammensen an der B3 in der Nähe von Alfeld, auf der Karte im Bereich des Schriftzuges Varrigsen. Es soll 1945 passiert sein und es soll sich um einen Aufklärer gehandelt haben. Der Pilot hat nicht überlebt. Möglicherweise konnte er jedoch geborgen und bereits identifiziert werden.

    Bestätigte Angaben liegen mir nicht vor. Hab auch schon im Internet gesucht, aber keine weiteren Infos gefunden. Falls jemand Archive, Quellen o.ä. kennt bitte melden.
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  2. Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Bestseller und die Flugzeug-Kategorie

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  3. #2
    Pedda


    Hier nun ein paar Fotos von den geborgenen Wrackteilen. Manche Teile sehen aus wie gerade aus dem Laden andere haben sich fast vollständig aufgelöst. Hier erst mal der imposante Reifen des Hauptfahrwerks.
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  4. #3
    Pedda


    Die Allu-Teile sind alle blank - innen wie außen. Nur dieses Teil hatte Farbe. Ich denke es handelt sich um eine Landeklappe. (Bei den "Löchern" handelt es sich nicht um Einschüsse.)
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  5. #4
    Pedda


    Das gleiche Teil von der anderen Seite.
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  6. #5
    Pedda


    Diese Teil gehört wohl zur Cowling.
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  7. #6
    Pedda


    Hier noch ein Paket Umlenkrollen von den dicken Steuerseilen. Viel bleibt nicht nicht übrig nach so einem heftigen Aufschlag. Tyisch ist der Geruch. Das kenne ich schon von anderen Bergungen.
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  8. #7
    Swiss Mustangs

    Avatar von Swiss Mustangs
    Hallo

    F-5 44-23715, code I6-?; 67th TRG, 30thPRS, MACR 14260
    1/Lt. Stephen L. Pascal (0-773791)


    Es handelt sich um eine P-38J-25-LO Lightning, welche nach dem Umbau zum Aufklärer die Bezeichnung F-5E-3-LO erhielt.


    30th PRS : Unit History for the month of April 1945:
    1St Lt. Stephen L. Pascal was lost on an operational flight between Göttingen and Einbeck, Germany, 7 April 1945.


    Die Maschine von Pascal war die einzige Lightning, die an diesem Tag verloren ging. Die im MACR vermerkte Gegend "between Göttingen and Einbeck" war die Strecke, wo der Pilot seinen Fotoauftrag hatte, resp. wo er zuletzt gesehen wurde oder wo ein letzter Kontakt (Funk) zustandekam. Demnach ist es durchaus möglich, dass diese Maschine dann weiter nördlich runtergeholt wurde. Zudem waren die Aufklärer-Lightnings oft alleine unterwegs.


    Übrigens: die 30th PRS verlegte am 2. April 1945 von Vogelsang nach Limburg (Y-83) und am 10. April weiter nach Eschwege (R-11).


    Gruss
    Martin / Swiss Mustangs

  9. #8
    Pedda


    Hallo Martin,
    herzlichen dank für Deine rasche und sehr präzise Info.

    Als ich vor den Trümmern stand ging die Distanz verloren und das gleich doppelt. Wahrscheinlich geht es anderen auch so. Heute sind die wenigen erhalten gebliebenen Flugzeuge seltene Einzelstücke, unerreichbar wie Superstars. Die Trümmer zeigen wie gewöhnlich die Flugzeuge damals waren. Es wurden je hunderte davon gebaut. Jetzt liegen sie da einfach als Schrott herum. Ein Massenprodukt aus der Massenfertigung. Das kann man auch sehen und anfassen.
    Auf der anderen Seite geht auch die Distanz verloren. Die Distanz, die man zu den vielen Soldaten und Gefallenen aufbaut, um den Widerspruch zwischen Krieg und Faszination des Fliegens und der Fluggeräte aushalten zu können. Dort ist ein Mensch gestorben. Jetzt hat er auch einen Namen.

    pedda

  10. Hallo

    Schau dir doch mal die Luftfahrt-Kategorie an

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  11. #9
    highphlyer

    Avatar von highphlyer
    Ich finde das sehr interessant, aber mich würde mal interessieren:
    Wieso wurde das Flugzeug erst jetzt geborgen?
    Wieso ist es nicht komplett zugewachsen?
    Wieso gabs da nicht schon irgendeinen Schrotthändler der das bemerkt hat?
    Ich finds faszinierend dass da einfach irgendwo auf dem Acker ein Flugzeugwrack rumliegen soll, schon seit Jahrzehnten, das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

  12. #10
    Pedda


    Zu der Frage wieso Flugzeuge einfach so in der Gegend herumliegen.

    Erst mal zu der Bergung. Hier in Alfeld gibt es den Herbert Bethke. Der hat mit seinen Team die Bergung durchgeführt. Es war die 109. Was mich an der ganze Sache auch irritiert ist der Umstand, daß das vorsichtig gesagt, etwas eigenbrödlerisch rüber kommt. Mit scheint die sind eher in Richtung Kriegsgräberfürsorge usw. orientiert. Die Technik interessiert da nur am Rande, zur Identifizierung der Toten.

    Jetzt zu der Frage wieso die Flugzeuge da noch immer in der Erde stecken. Bei Abstürzen aus großer Höhe fast senkrecht tauchen die Flugzeuge quasie in die Erde ein. Bei morastigen Böden, Flußauen, Moor sowieso, sehr leichten sandigen Böden usw. verschwinden die einfach. Übrig bleibt nur ein Loch, Flugbenzin und einige leicht Teile der Außenhaut. Diese Reste hat man damals einfach in das Loch geworfen und dann zugeschoben. Müll wurde damals häufig so entsorgt, auch Hausmüll. Kriegsschrott lag ohnehin überall rum. Die Bauern haben die Löcher häufig gleich planiert, um wieder beackern zu können.

    Flugzeuge sind eigentlich überall runtergekommen, wenn man ältere Leute fragt, kann fast jeder etwas erzählen oder kennt zumindest einen Fall. Dann kann man die Recherche anstellen und den Suchbereich eingrenzen. Für die Bergung braucht man aber eine Genehmigung. Allerdings reden die Leute nicht gerne darüber. Wer ist schon stolz darauf, einen Toten irgendwo verscharrt zu haben, um dann jahrelang mit dem Pflug drüber zu fahren. Hier in der Gemeinde (Flecken Delligesn) tut man sich auch sehr schwer mit dem Fund.

    gruss pedda

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Bergung einer Lightning

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