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New Horizon - Mission zum Pluto und darüber hinaus

Diskutiere New Horizon - Mission zum Pluto und darüber hinaus im Forum Raumfahrt auf Flugzeugforum.de


  1. #11
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Zitat Zitat von Bleiente
    Naja da es ja eine Weile dauert bis die Sonde dort ankommt, habe ich mir die Frage gestellt "Kann die NASA die Sonde eigentlich umleiten falls es in der Zwischenzeit interessantere Objekte gibt ?"
    Nein, oder nur in sehr begrenztem Umfang. Die Flugbahnen von Sonden, die in diese Tiefen vorstoßen, sind extrem komplexe Gebilde aus unterschiedlichen Verfahren und Bahnen, die miteinander kombiniert werden.

    Von der Anfangsbeschleunigung abgesehen, erfolgt der weitere Antrieb primär durch "passive" physikalische Effekte, die die Sonde an ihr Ziel bringen werden. Die an Bord befindlichen Treibstoffmengen werden dafür benötigt werden die Sonde im Zielgebiet abzubremsen und mittels einiger Tricks in eine Bahn zu bringen, die mit möglichst wenig Treibstoff einen möglichst langen Aufenthalt im Zielgebiet ermöglicht. Die Manövriertriebwerke wären für andere Belastungen gar nicht ausgelegt. Es gibt aber auf der Bahn drei Punkte, an denen mit geringem Treibstoff-Aufwand auch größere Kurskorrekturen möglich wären, z.B. indem man bestimmte Brennphasen verkürzt oder etwas verlängert, was dazu führen würde, dass die Sonde in einer etwas anderen Bahn in den Gravitationsbereich jener Planeten eintritt, die man für den Hammerwurf-Beschleunigungstrick nutzt. Folglich würde die Sonde anschließenden auch in einer anderen Bahn wieder austreten und in eine andere Richtung weiterfliegen. Es ist sehr kompliziert solche Bahnen zu berechnen und eher Zufall, wenn man eine bestehende Mission in solcher Art umgestalten kann. Manchmal gibt es aber bewußte Alternative-Missionsziele, auf die man im Fall der Fälle wechseln kann, z.B. hat die ESA durch Startprobleme mal einen Satelliten nicht in die gewünschte Bahn bekommen und ihn dann mit einigem Zeitaufwand und Tricks auf eine andere Bahn gesetzt, so dass er dann wenigstens einen anderen Asteroiden treffen kann. War nicht das eigentliche Ziel, aber so war die Mission wenigstens kein kompletter Fehlschlag.

    Anders sieht es mit aktiv-angetriebenen Sonden aus. Cassini ist so eine. Mit ihrem plutonium-haltigen "Nuklear-Antrieb" konnte sie zusätzlich zu den passiven Methoden andere Laufbahnen nehmen, die einen größeren Energieaufwand erfordern. Cassini war so schneller beim weiter entfernten Saturn als Galileo beim Jupiter. Aber wir dürften uns noch alle an das Geschrei um den Start eines Satelliten mit "nuklear" Antrieb erinnern und die Katastrophen-Szenarien, die da ausgebreitet wurden. Dabei waren viele Raumfahrzeuge (inkl. Apollo) mit nuklearen Antriebssystemen oder Batterien ausgestattet.

    Vor Ort, also im Zielgebiet kann man aber schon ein wenig hin und her wechseln, aber natürlich nicht so rumfliegen, wie es ein Flugzeug könnte.

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    Schau dir mal die beiden Links an:
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  3. #12
    BigLinus

    Avatar von BigLinus
    Namen für die Pluto-Monde: S/2005 P1 und S/2005 P2 heißen Nix und Hydra

    Die zwei erst im vergangenen Jahr entdeckten Monde des Planeten Pluto erhalten die Namen Nix und Hydra. Das berichtet vorab der Onlinedienst des Fachmagazins "Science". Die offizielle Bekanntmachung wird am Freitag durch die Internationale Astronomische Vereinigung (IAU) mit Sitz in Paris erfolgen. Amerikanische Astronomen hatten die beiden Objekte im Mai des vergangenen Jahres als schwache Lichtpunkte auf Bildern des Hubble-Weltraumteleskops entdeckt und sie vorläufig S/2005 P1 und S/2005 P2 genannt. Mit der Bestätigung der Entdeckung Anfang dieses Jahres durch Forscher um Harold Weaver von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore war der Weg frei zur offiziellen Namensvergabe.

    (...)
    [ Quelle ]

  4. #13
    Monitor

    Avatar von Monitor
    Haben wir davon schon einen Thread ?
    http://www.deutschlandfunk.de/raumfa...icle_id=305364
    Gewissheit erst am frühen Sonntagmorgen

    "Wir senden am Samstag kein Kommando, damit die Sonde aufwacht. Vielmehr haben wir schon im August eine entsprechende Sequenz von Befehlen an New Horizons geschickt, die die Sonde automatisch aufwecken wird."

    Am Samstagabend um 21 Uhr soll New Horizons wieder ihre Arbeit aufnehmen. Dann ist sie zunächst einmal etwa anderthalb Stunden mit sich selbst beschäftigt, bevor sie um 22.37 ein Signal Richtung Erde schicken wird, mit dem sie sich zurückmeldet. Da sich die Sonde derzeit jedoch mehr als 30 Mal so weit von der Sonne entfernt befindet wie die Erde, brauchen ihre Funksignale etwa viereinhalb Stunden. Erst am frühen Sonntagmorgen deutscher Zeit wird die NASA wissen, ob sich die knapp zehnjährige Anreise gelohnt hat und New Horizons einsatzbereit ist.

  5. #14
    Chopper80

    Avatar von Chopper80
    New Horizon ist wie geplant wieder aktiv geworden:

    http://www.nasa.gov/newhorizons/on-p...l#.VIWgW9VMzh4

    C80

  6. #15

  7. #16
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Dem Satelliten geht es soweit gut, aber es gibt in der Tat bislang - bis auf ein paar noch nicht so gute Bilder - wenig Informationen.

    https://www.nasa.gov/feature/new-hor...that-fascinate

  8. #17
    desert


    Ich bin schon sehr gespannt auf die Fotos des Pluto Systems. Das ist absolutes Neuland und dann die Erforschung des Kuiper Belt. Wird leider zuwenig gewürdigt.

  9. #18
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Der Gesundheitszustand des Satelliten gestern war sehr gut. Eine weitere Kurskorrektur wurde für nicht notwendig erachtet, es wurden keine Gefahrenquellen in seiner projizierten Flugbahn gefunden, besonderes Augenmerk lag hierbei auf mögliche Staub- und Splitterwolken, da bei einer Fluggeschwindigkeit von 49 600 km/h selbst Minikollisionen fatal sein können. Man hatte dabei auch nach noch unbekannten Monden und Ringen Ausschau gehalten. Eigentlich hatte man nach einigen Neuentdeckungen im Jahre 2011 solche im Umfeld von Pluto auch erwartet, aber nun keine gefunden. Dies bedeutet, dass der Satellit wie geplant optimal an Pluto herangeführt werden kann. Wie immer in solchen Situationen freut man sich über das eine (Sicherheit für die Sonde), aber ist auch ein wenig Enttäuscht über das andere (keine zusätzlichen Monde/Ringe zum Erforschen).

  10. Hallo

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  11. #19
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Da keine größeren Korrekturen zur Vermeidung von Gefahrengebieten notwendig waren, konnte man in der Nacht von gestern auf heute die Sonde auf den optimalen Kurs bringen. Dafür hat man die Triebwerke noch mal 23 Sekunden feuern lassen und so die Sonde um noch mal ca. 1 km/h beschleunigt. Bei fast schon 50 000 km/h mag dies minimal erscheinen, aber es bringt die Sonde etwa 20 Sekunden früher zu Pluto und ermöglicht damit eine um 184 km dichtere Annäherung an Pluto und sodass sie an einen Punkt gelangt, von dem aus die Atmosphäre von Pluto gemessen werden kann. Dieser Punkt ist aber immer noch 12 500 km von Pluto entfernt. All diese hochpräzisen Flugmanöver basieren auf genausten Entfernungsmessungen von der Erde aus und via optischen Entfernungsmessungen der Sonde zu Pluto. Auch die Funksignale von der Erde müssen sehr präzise getimed werden, damit sie die Sonde überhaupt erreichen und sie sich nicht gerade im Funkschatten eines der Planeten oder Monde befindet.

    New Horizon war heute Vormittag noch gut 16 Millionen Kilometer von Pluto entfernt und 4,75 Milliarden Kilometer von der Erde.

  12. #20
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Wie heute bekannt wurde, gab es Sonntag eine technische Fehlfunktion an Bord von New Horizon, weswegen der Bordcomputer die Sonde sicherheitshalber in einen geschätzten Modus geschaltet hatte. Die Ursache konnte mittlerweile gefunden werden, es handelt sich um einen versteckten "Timing-Fehler" in der Ablaufsteuerung. Verzögert wurde die schnelle Analyse und Behebung des Fehlers durch die Laufzeiten des Funksignals von etwa 4,5 Stunden pro Richtung. Man hat die Ablaufplanung angepasst, so dass der Fehler nicht mehr auftreten wird und wird die Sonde morgen wieder in den normalen Betriebsmodus schalten. Da die Sonde im abgesicherten Modus nur ein eingeschränktes Programm abarbeitet, werden jetzt einige Wissenschaftler mit einem kleinen Loch in ihren Datensammlungen leben müssen, weil ca. 3 Tage lang keine Daten für ihre Instrumente gesammelt wurden, zum jetzigen Zeitpunkt ist dies aber eher von untergeordneter Bedeutung, die volle Funktionsfähigkeit für die wichtigen Phasen hat jederzeit absoluten Vorrang gegenüber wissenschaftlichen Messungen, die gerade im Bonus-Status - weil vor offiziellem Beginn laufend - unterwegs sind. Trotzdem hoffen Wissenschaftler natürlich immer soviel Daten/Wissensgewinn wie möglich aus einer Mission erzielen zu können.

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