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Hinterm Mond gleich links: die derzeitigen Mars-Projekte

Diskutiere Hinterm Mond gleich links: die derzeitigen Mars-Projekte im Forum Raumfahrt auf Flugzeugforum.de


  1. #41
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Schlechte Nachrichten gibt es hingegen für das mehrteilige ExoMars Projekt. Die NASA wird im neuen Budget-Plan die Gelder für dieses Gemeinschaftsprojekt mit der ESA wohl streichen. Die NASA sollte 1,8 Milliarden US$, die ESA 1,2 Milliarden US$ für die insg. drei Vorbereitungsmissionen einbringen. Dafür hätte man 2016 einen Orbiter, 2018 zwei Rover und dann ab 2020 eine spezielle Sonde gelandet, die eine größere Bodenprobe vom Mars entnehmen und zur Erde zurückbringen sollte. Ganz tot ist das Projekt vielleicht doch nicht, denn der Druck aus den wissenschaftlichen Instituten für diese Missionen ist beiderseits des Atlantiks weiterhin sehr hoch, nur zählt Wissenschaft halt derzeit in den USA nicht mehr viel. Möglicherweise würden sich auch die Russen an dem Projekt beteiligen, aber es ist nicht klar, in welcher Form.

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  3. #42
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Der für die NASA-Forschungsmissionen zuständige Unterausschuss des US Kongresses hat die Vorlage der NASA zur Umleitung der Gelder aus den gemeinsamen Mars-Forschungsprogrammen mit der ESA gestoppt. Dies heißt noch nicht, dass die Missionen wieder angesetzt sind, aber man wird darüber nun ausführlicher debattieren, ein schnell mal Durchwinken gibt es in diesem Falle also für die NASA nicht. Dies dürfte die NASA nicht sehr erfreuen, denn man hatte nach dem Rückzug aus den Programmen die Gelder schon anderweitig verplant. Nun hängen diese neuen Missionen genauso in der Luft wie die bisherigen Mars-Missionen, da es das Geld halt nur einmal gibt. Die Entscheidung kann sich bis 2013 hinziehen.

  4. #43
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Indien will nun doch so schnell wie möglich zum Mars fliegen, im November 2013 soll es losgehen.Die seit einiger Zeit kursierenden Gerüchte und Vorplanungen hatten diesen folgerichtigen nächsten Schritt im indischen Raumfahrtprogramm schon seit einiger Zeit vorhergesagt.

    Indien: Premier Singh gibt Startschuss für Mars-Mission - SPIEGEL ONLINE

  5. #44
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Die zwei Missionen des Exomars-Programmes werden Gemeinschaftsmissionen zwischen ESA und Roskosmos werden.

    ExoMars: Russen und Europäer beschließen Mars-Mission - SPIEGEL ONLINE

  6. #45
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Eine unerwartete und noch ungesicherte Aufgabe könnte auf die derzeitigen Mars-Missionen zukommen, sollte im Oktober 2014 der Komet 2013 A1 mit dem Mars kollidieren. Die Chancen hierfür liegen derzeit bei 1:2000, was zwar eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Vorbeifluges beinhaltet, aber in astronomischen Relationen durchaus ernst zu nehmen ist, besonders weil auch ein dichter Vorbeiflug am Mars durch die damit verbundene Interaktion der Koma mit der Marsatmosphäre interessante Details zu Tage fördern könnte. Der Comet ist nur etwa 1/3 so groß wie der, der auf der Erde vor 65 Mio. Jahren eine massive Klimaveränderung verursacht haben soll, in dessen Verlauf die Dinosaurier ausstarben, würde aber trotzdem zu erheblichen Veränderungen führen können. Zwar kennt man die Geschwindigkeit des Objektes sehr gut (56 km/s), aber seine genaue Masse und Ausdehnung ist noch unbekannt, die Schätzung seines Durchmessers schwankt zwischen einem und drei Kilometer. Durch die Ungenauigkeit ergeben sich auch mögliche Abweichungen in der Bahnvorausberechnung.

    Für die laufenden Missionen, so sie nicht zerstört oder beschädigt würden, wäre dies eine hoch interessante wissenschaftliche Zusatzaufgabe, die aber auch bei einem dichten Vorbeiflug allerlei technische Herausforderungen mit sich bringen.

    Sehr lesenswerter Artikel mit mehr details

    Collision Course? A Comet Heads for Mars

  7. #46
    Gepard

    Avatar von Gepard
    Hier ein Artikel in der Zeit zu einem One way Marsflug für 4 Freiwillige

    Raumfahrt: Niederländisches Unternehmen bietet Mars-Flug an

    Ich habe es zuerst für einen Aprilscherz gehalten, aber die Meldung kam am 2.4 und nicht am 1. April

  8. #47
    Chopper80

    Avatar von Chopper80
    Zitat Zitat von Gepard Beitrag anzeigen
    Hier ein Artikel in der Zeit zu einem One way Marsflug für 4 Freiwillige

    Raumfahrt: Niederländisches Unternehmen bietet Mars-Flug an

    Ich habe es zuerst für einen Aprilscherz gehalten, aber die Meldung kam am 2.4 und nicht am 1. April
    Die fliegen wahrscheinlich mit der dänischen Rakete, oder?

    http://www.flugzeugforum.de/daenen-luegen-58880.html

    C80

  9. #48
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Der Start des Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN (MAVEN) Satellit wird glücklicherweise entgegen ersten Befürchtungen kein Opfer der Haushalts-Sperre in den USA. Die Vorbereitungen für den Start am 18. November dürfen nach einer Ausnahmegenehmigung weitergehen, so dass er das nur alle paar Jahre eintretende besonders günstige Transit-Startfenster zum Mars nicht verpassen sollte.

  10. Hallo

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  11. #49
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Der Countdown für die indische Mars-Mission hat begonnen. Der Start der indischen Jugaad Rakete mit dem 1,35 t schweren Satelliten soll am Dienstagnachmittag 14:38 Uhr Ortszeit (09:38 GMT) vom indischen Raketenstartplatz an der Süd-Ost-Küste erfolgen. Nach ihrem Start wird der Satellit nebst Raketenendstufe die Erde erst noch knapp einen Monat die Erde umkreisen, um genug Geschwindigkeit für die indirektere Flugbahn zum Mars aufzubauen. Die indische Raumfahrtagentur hat eine sehr gemischte Erfolgsgeschichte, da sie häufig auf politischen Druck hin in aller Eile Missionen auf die Beine stellen muss, die keinen wirklichen wissenschaftlichen Anspruch haben, sondern nur dem indischen Prestige dienen. Hauptrivale in diesem Bereich ist aus Sicht der indischen Politiker ganz klar das Nachbarland China. Nachdem die letzte Mars-Mission Chinas 2011 fehlschlug, will man in Indien nun unbedingt einen Erfolg und so China übertrumpfen, indem man die erste asiatische Nation wird, die erfolgreich einen Satelliten in die Mars-Umlaufbahn gebracht hat. Allerdings hatte die Mission in nur 15 Monaten und mit einem Mini-Budget (73 Mio US$) aus dem Boden stampfen müssen. Das für eine Pionier-Mission sehr knappe Budget resultiert aber nicht nur aus der Not, schnell noch irgendwo Mittel zusammenzukratzen, sondern wird auch gleichzeitig als Missionsaufgabe hingestellt, nämlich der Welt zu beweisen, dass Indien mit äußert wenig Geld große Projekte stemmen kann und so vor allem kommerzielle Investoren anzulocken. Bedenkt man zudem, dass auch die USA, Russland und Europa nur bei 21 der bisher 51 Mars-Missionen Erfolg hatten, dann versteht man, warum dies auch bei den indischen Wissenschaftlern als die riskanteste überhaupt ansieht. Un bei der indischen Raumfahrtagentur geht es nicht nur um diese Mission, sondern auch um die gesamte weitere Karriere der beteiligten Wissenschaftler und Techniker. Hat sie Erfolg, werden die Techniker und Wissenschaftler mit Lob, Geld und Anerkennung überschüttet, schlägt sie fehl, werden sie wie die meisten ihrer Vorgänger mit Abschluss des Untersuchungsberichtes entlassen und meist auch für den Rest ihres Lebens von staatlichen Vorhaben (in der Raumfahrt = 100%) ausgeschlossen. Es gibt derzeit nur 5 leitende Wissenschaftler, die trotz eines Fehlschlages noch in verantwortlicher Rolle tätig sind und dies nur, weil der zwischenzeitlich ausgeschiedene Forschungsminister sich damals für sie stark gemacht hatte und im Parlament dafür gekämpft hatte, dass Wissenschaftler und Ingenieure auch nach Fehlschlägen weiter im Dienst bleiben sollten, da man sonst nie wirklich aus den vergangenen Fehlern lernt und Furcht herrscht statt einer gesunden Risikobereitschaft, die in diesem Bereich auch heute noch oft notwendig ist, um Fortschritt zu erzielen. Trotzdem lassen sich die verantwortlichen Missionsmanager mit Sprüchen wie "Wenn es einen Fehlschlag gebe, dann lerne man halt daraus" zitieren und bemühen sich vollste Zuversicht auszustrahlen. Dabei verweisen sie zu Recht auf die div. Erfolge, die Indien im Bereich der Raumfahrt und Raketentechnik in den letzten Jahrzehnten erzielt hat, wie z.B. den erfolgreichen Test der Agni-V Langstrecken-Rakete im April 2012, deren Gefechtsköpfe nicht nur Peking erreichen könnten, sondern auch bis nach Osteuropa reichen.

    Die indische Mission soll die Mars-Atmosphäre erforschen, besonders die Suche nach Methan und seinen möglichen Quellen steht dabei im Vordergrund. Wie bei der erfolgreichen Mond-Mission möchte man hier weltweit spektakuläre Ergebnisse erzielen können. Die Wissenschaftler weltweit blicken mit großem Interesse auf die möglichen Ergebnisse, hatte man doch nach den überraschenden Methan-Messungen vor einigen Jahren erst kürzlich von Curiosity genau gegensätzliche Ergebnisse gelieferten bekommen. Eine weitere, genaue Untersuchung käme da sehr gelegen.

    Die NASA wird die indische Raumfahrtagentur durch eine Mitnutzung des Deep Space Networks bei ihrer Mission unterstützen. Alle wünschen den indischen Kollegen viel Erfolg, man wäre aber auch über einen Fehlschlag nicht überrascht. Natürlich hoffen alle, das die NASA Maven-Mission, die am 18. November starten soll, ebenfalls ein Erfolg wird.

  12. #50
    doerrminator


    Der Start ist heute geglückt. Ein erster Schritt ist getan.
    Herzlichen Glückwunsch nach Indien!

    Mission Mangalyaan: Indien bringt Marssonde auf den Weg - Forschung - Technologie - Wirtschaftswoche

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