Erstellt von Wolfman_1832000  |  Antworten: 66  |  Aufrufe: 9249
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  1. #1
    Wolfman_1832000

    Avatar von Wolfman_1832000
    Wer schon einmal in Grossbritannien ein Luftfahrt-Museum besucht hat,ist bestimmt über verschiedene skurile Konstruktionen " gestolpert".Einige dieser " schrägen Vögel " also diverse Protoypen und Experimentalflugzeuge die in GB gebaut wurden,möchte ich hier einmal vorstellen.

    Seit Ende der 1940er Jahre erprobte man bei der britischen Luftfahrtindustrie Entwicklungen und Designs die auf deutschen Ideen beruhten.Eines dieser Ergebnisse war die Boulton Paul P.111.Im Auftrag des britischen Luftfahrt-Ministeriums sollten die Möglichkeiten des Delta-Flügels untersucht werden.

    Die P.111 wurde als kleinstes Flugzeug mit einem Deltaflügel entwickelt,das ein Triebwerk und einen Martin-Baker Schleudersitz aufnehmen konnte,der mit verschiedenen Modifikationen versehen wurde.De Zelle war aus Ganz-Metall,die Deltaflügel aus Fiberglas.

    Erstflug der P.111 war am 10.Oktober 1950 in Boscome Down.Die Flugeigenschaften wurden von einem Testpiloten als " zickig " und " wie fliegen mit einem Rasiermesser " beschrieben. Aufgrund der grell-gelben Lackierung nannte man sie auch die " gelbe Gefahr"...Nach einer Bruchlandung wurden an der Maschine Modifikationen durchgeführt und diese flog dann als P.111A bis 1958.1985 wurde die P.111A dem Midland Air Museum in Coventry übergeben,wo sie noch heute zu sehen ist.

    Technische Daten

    Besatzung : 1
    Länge : 7,95 m
    Spannweite : 7,82-12,02 m ( mit Wingtips)
    Höhe : 3,21 m
    Leergewicht : 3400 kg
    Startgewicht : 4590 kg
    Triebwerk : 1 RR Nene R3N2
    Geschwindigkeit :1042,83 km/h
    Gipfelhöhe : 10668 m
    Steigrate : 2865,12 m / min

    VT935 im Midlands Air Museum,Covenrty
    Foto : © P.Olding
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  2. AdMan
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  3. #2
    Wolfman_1832000

    Avatar von Wolfman_1832000
    Der P.111 folgte ebenfalls von Boulton Paul die P.120.Erstflug war am 6.August 1952 in Boscombe Down,dem britischen Erprobungszentrum.Für die Vorstellung auf der Farnborough Air Show erhielt das Flugzeug eine matt-schwarze Lackierung und den Spitznamen " Black Widowmaker ( schwarzer Witwenmacher).Obwohl der Erstflug fast mit einem Disaster endete ( der Pilot unterschätze die Startdistanz),bescheinigte man der P.120 nach einem 11-stündigen Flug hervorragende Flugeigenschaften.

    Am 28.August 1952 verlor der Testpilot wegen plötzlichem Flattern des Höhenruders die Kontrolle über das Flugzeug und musste mit dem Schleudersitz aussteigen.Dieses war übrigens eine Premiere da vorher noch niemand per Schleudersitz ein Flugzeug mit Delta-Flügeln verlassen hatte.Das war das Ende der P.120 und auch das Ende der Boulton Paul Flugaktivitäten.

    Technische Daten

    Besatzung : 1
    Länge : 8,45 m
    Spannweite : 10,25 m
    Höhe : 2,90 m
    Leergewicht : 4793 kg
    Startgewicht : 5706 kg
    Triebwerk : 1 RR Nene R3N2
    Geschwindigkeit :1042,83 km/h
    Gipfelhöhe : 10668 m
    Steigrate : 2865,12 m / min

    VT951
    Foto : © Boulton Paul
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  4. #3
    phantomas2f4


    Zitat Zitat von Wolfman_1832000 Beitrag anzeigen

    Am 28.August 1952 verlor der Testpilot wegen plötzlichem Flattern des Höhenruders die Kontrolle über das Flugzeug und musste mit dem Schleudersitz aussteigen.Dieses war übrigens eine Premiere da vorher noch niemand per Schleudersitz ein Flugzeug mit Delta-Flügeln verlassen hatte.Das war das Ende der P.120 und auch das Ende der Boulton Paul Flugaktivitäten.

    VT951
    Foto : © Boulton Paul
    Hey, super Ansatz !

    Bitte noch mehr solcher Beiträge als "nur" schöne Fotos von bekannten Mustern !
    Endlich mal was aus den 50er u.60er Jahren zum Thema Flight Test...

    Klaus

  5. #4
    Wolfman_1832000

    Avatar von Wolfman_1832000
    Als am 6.November 1957 die Fairey Rotodyne zu ihrem erstflug abhob,sah die Welt eine Mischung aus Flugzeug und Helikopter von bis dahin noch nie gebauter Größe.

    Die Rotodyne war eine Entwicklung der früheren Fairy Gyrodyne Helikopter,die eine Reihe britischer Helikopter-Rekorde aufstellten.Der grosse Rotor diente für vertikale Starts und Landungen sowie für den Schwebeflug, für den Vorwärtsflug sorgten die beiden Turboprobs unter den Tragflächen.Am 5.Januar 1959 errang der Prototyp den
    den weltrekord über die geschlossene 100-Km-Strecke für Rotorflugzeuge mit 307 km/h.

    Der Prototyp der Rotodyne war für drei Besatzungsmitglieder sowie für vierzig Passagiere ausgelegt,zur damaligen Zeit eine bedeutende Leistung.Nach der Übernahme von Fairey durch Westland Aircraft beabsichtigte man eine Version zu entwickeln die zwischen 57 und 75 Personen sowie 6.700 Kg Fracht befördern konnte wozu u.a auch normale Fahrzeuge der Britischen Army gehören sollten.
    Angetrieben von zwei neuen Rolls-Royce Tyne Turboprops mit 5250 PS sollte die Rotodyne eine Geschwindigkeit von 370 km/h erreichen.

    Da die vorgesehenen 12 Rotodyne für die Royal Air Force nie bestellt worden und British European Airways auch das ursprüngliche Interesse an diesem außergewöhnlichen Helikopter verlor,wurde das Projekt im Februar 1962 eingestellt.

    Auf einem kurzen Werbefilm kann man diesen ungewöhnlichen Helikopter im Flug betrachten.

    Technische Daten

    Triebwerke : 2 x Napier Eland NEL7 von je 2800 PS
    Geschwindigkeit : 300 km/h
    Reichweite : 700 km
    Gewicht : max 14900 kg
    Rotordurchmesser : 27,43 m
    Länge : 17,88 m
    Höhe : 6,76 m

    XE521
    Foto : © Fairey
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  6. #5
    Wolfman_1832000

    Avatar von Wolfman_1832000
    Ende der 1940er Jahre lag Grossbritannien bei der Entwicklung von Schall-und Überschallflugzeugen weit zurück.Die Ausschreibung für ein Überschall-
    Forschungsflugzeug gewann Fairey mit der Fairey Delta 2 (FD.2).

    Die FD.2 war ein einsitziges Flugzeug das von einem Rolls-Royce Triebwerk mit Nachbrenner angetrieben wurde.Um die Sicht des Piloten beim Starten,beim Rollen sowie bei der Landung zu verbessern,konnten Cockpit und Nase der FD.2
    um 10 Grad nach unten gesenkt werden.Dieses System wurde später bei der
    Concorde ebenfalls angewendet.

    Der Jungfernflug mit der ersten FD.2,WG774,fand am 6.Oktober 1954 statt.Am
    10.Oktober 1956 unternahm man den Versuch,den bestehenden Geschwindigkeitsrekord für Luftfahrzeuge,der erst ein Jahr zu vor mit der amerikanischen F-100 aufgestellt wurde,zu brechen.Tatsächlich überbot man
    diesen Rekord um mehr als 483 km/h ! Der neue Rekord lag nun bei 1820 km/h.

    Die erste FD.2,WG774,wurde nach der Übernahme Faireys von der BAC ( British Aircraft Corporation) im Jahre 1960 modifiziert und bekam die Bezeichnung BAC 221.Das Flugzeug diente zur Erforschung des Concorde-Programms.Es bekam u.a.neue Tragflächen,veränderte Triebwerkeinläufe und einen verlängerten Rumpf.Mit diesem Rumpf konnte man das Verhalten der Concorde am Boden darstellen.Die
    BAC 221 flog von 1964 bis 1973.

    WG774 steht heute in der BAC 221 Version im Fleet Air Arm Museum in Yeovilton und WG777 kann im Royal Air Force Museum in Cosford betrachtet werden.

    Technische Daten

    Besatzung : 1
    Länge : 15,7 m
    Spannweite : 8,2 m
    Höhe : 3,4 m
    Gewicht : 4990 kg
    max Startgewicht : 6298 kg
    Triebwerk : 1 Rolls Royce RA5 Turbojet
    Höchstgeschwindigkeit : 1811 km/h
    Reichweite : 1340 Km
    Gipfelhöhe : 14640 m
    Steigrate : 4572 m / min ( 76,2 m/sek.)

    WG774
    Foto : © Fairey
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    • Dateityp: jpg FD2.jpg (37.7 KB, 468x aufgerufen)

  7. #6
    Wolfman_1832000

    Avatar von Wolfman_1832000
    WG774 als BAC 221 im FAA Museum Yeovilton.
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  8. #7
    Wolfman_1832000

    Avatar von Wolfman_1832000
    WG777 auf einer SBAC Show in Farnborough in den 1950ern.
    Foto : © O.Fowler
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  9. #8
    Wolfman_1832000

    Avatar von Wolfman_1832000
    WG777 Finningley 1969
    Foto : © S.Williams
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  10. Hallo

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  11. #9
    Wolfman_1832000

    Avatar von Wolfman_1832000
    Ein weiterer Deltaflügler,der auch in der Concorde-Entwicklung eine Rolle spielte,war die HP.115.Der Erstflug der XP841 fand am 17.August 1961 beim RAE ( Royal Aircraft Establishment ) statt.
    Man setzte die HP.115 für die Erforschung der Langsamflug-Eigenschaften ein.
    Das Flugzeug gehört heute zum FAA Museum in Yeovilton und ist dort ausgestellt.

    Technische Daten

    Besatzung : 1
    Länge : 15 m
    Leergewicht : 1670 kg
    Startgewicht : 2290 kg
    Triebwerk : 1 x Bristol Siddeley Viper Turbojet
    Höchstgeschwindigkeit : 399 km/h
    Flugdauer : ca. 40 min

    XP841
    Foto : © Handley Page
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  12. #10
    Wolfman_1832000

    Avatar von Wolfman_1832000
    XP841 im FAA Museum Yeovilton
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