Erstellt von Corsair  |  Antworten: 7  |  Aufrufe: 4118

Thema: P-39/P-63

  1. #1
    Corsair

    Avatar von Corsair
    War die P-39/P-63 erfolgreich im Pazifik und bei den Russen? Würd mich interessieren wie viel feindliche Flugzeuge die Abgschoßen haben und wie viel die Verloren haben.


    MfG Corsair

  2. Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Bestseller und die Flugzeug-Kategorie

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  3. #2
    Ritter

    Avatar von Ritter
    AAAAAAAAAAARRRRRRGH!!!
    Ich hatte gerade eine mehrseitige antwort geschrieben und drückte auf den "Antwort" knopf.
    Da bekam ich zu lesen "too many smilies"
    Ich ging zurück und:
    ES WAR WEG!!!!!!!!!!
    Umsonst Bücher und Website gewälzt!
    Vielleicht schreib ichs noch mal, wenn ich mich abgeregt habe;), aber es gibt ja noch andere Experten hier
    Das leben (und die Messageboards) ist hart, aber gemein....

  4. #3
    Corsair

    Avatar von Corsair
    Sowas ist mir auch schon mal passiert. Bitte kannst du es noch mal schreiben oder wenigstens ein paar Websites geben ?


    Mfg Corsair

  5. #4
    Father Christmas

    Avatar von Father Christmas
    Ich benutz keine Smilies, oder nur ganz selten...

  6. #5
    Ritter

    Avatar von Ritter
    Also noch mal:
    Der erste (Fast)Einsatz der Airacobra war mit der RAF. Im Sommer 1941 mußte die 610. Squadron ihre Spitfires abgeben und auf Airacobra Mk.I umsteigen. Während der Umrüstung und ersten Übungsflügen stellte sich heraus, daß den Briten das Ding überhaupt nicht gefiel (obwohl die Airacobra I gegenüber der amerikanischen Version viel leichter war). Nach einigen unschönen Unfällen flog No 610 Sqn ein Paar Tiefflugeinsätze über den Kanal im Spätsommer 1941 und schoß ein paar Leichter und Boote in Brand. Danach bekam die 601 endlich wieder Spitfires. Soweit ich weiß, traf No 610 während dieser Zeit nie auf deutsche Jäger. Bei Tests gegen erbeutete 109 hatte sich herausgestellt, daß die Airacobra zwar wendiger als die 109E und F war, aber nicht so wendig wie die Spitfire. Außerdem war die Maschine recht langsam, außer im absoluten Tiefflug. Außerdem brachte der veränderte Schwerpunkt durch den Mittelmotor die Maschine leicht ins Trudeln. Kurzum, die RAF gab die bereits erhaltenen Maschinen an die USAAF zurück und stornierte alle weiteren Bestellungen. Die übrigen Maschinen wurden im Dienst der USAAF als "P-400" bezeichnet und hatten eine 20mm statt einer 37mm Kanone.
    Das Haupteisatzgebiet der Amerikanischen P-39 war der Pazifik.
    Die 8th FG setzte die P-39 und P-400 über Neuguinea von Port Moresby aus ein vom Mai 1942 bis Juni 1943, die 347th FG setzte die Airacobra über den Salomonen von Henderson Field aus ein von September 1942 bis mitte 1943.
    Die "Headhunters" (8th FG) waren die ersten amerikanischen Jäger in Port Moresby und lösten die Australische No 75 Sqn (mit Kittyhawks) ab, die praktisch keine Flugzeuge mehr hatte. Unter Führung von Boyd Wagner (der bereits ein "Ass" war, seit er auf den Phillipinen 6 Abschüsse erziehlt hatte), mußten die Airacobras fast täglich mit Zeros und G4M "Betty" Bombern kämpfen, die Moresby bombardierten. Die P-39 sah schlecht gegen die Zero aus ihr fehlte die Geschwindigkeit und vor allem die Stabilität der P-40. Außerdem waren die Gegner der 8th FG die wohl besten Piloten Japans: die Tainan Kokutai mit solchen Assen wie Sakai, Nishizawa und Sasai. Beide Seiten übertrieben stark mit ihren Abschüssen. Aber laut Sakais buch verlor seine Gruppe von Ende Mai bis Anfang Juli 1942 keinen Piloten durch Abschuß. Alle Staffeln der 8th FG mußten in dieser Zeit 100% ihrer Flugzeuge einbüßen, auch wenn fast alle Piloten überlebten. Erst als weitere Gruppen (die 49th FG mit P-40, und die 80th FS mit P-38) nach Moresby verlegt wurden, wendete sich das Blatt. Zu dieser Zeit mußten die Japaner ihre Offensive gegen Moresby wegen der Guadalcanal-Landung aufgeben.
    Die 347th FG war ab September 1942 auf Henderson Field stationiert und unterstütze die Marinekorps-Staffeln dort. Die F4F Wilcats des USMC übernahmen die Luftverteidigung, nur bei großen Angriffen mußten die Airacobras aushelfen. Die 347th konzentrierte sich auf Bodenunterstützung. Allerdings schossen sie auch den ein oder anderen Japaner ab. Es gab allerdings nur ein einzige USAAF Airacobra-As: William F. Fielder, der von Guadalcanal aus mit der 347th FG 5 Abschüsse auf P-39D und K erziehlte. Andere bekannte Asse erziehlten einen Teil ihrer Abschüsse auf dem "Iron Dog": Thomas Lynch (3 mit P-39, 17 mit P-38), George Welch (4 mit P-40 über Pearl Harbor, nein er hieß nicht "Rafe":D, 3 mit P-39 und 9 mit P-38) oder Boyd Wagner (6 mit P-40, 3 mit P-39) Bis auf Fiedler gehörten diese Asse alle zur 35th FG.
    Über anderen Kriegsschauplätzen war die P-39 eher erfolglos für die USAAF. Über Nordafrika setzte die USAAF ebenfalls die Airacobra ein, die 81st und 350th FGs und einige Aufklärer. Aber die Airacobra-Staffeln erlitten in den ersten Wochen 100% verluste an Piloten und Flugzeugen und schossen kaum (gar nichts?) was ab. Leutnant Ernst-Wilhelm Reinert vom II./JG77 schoß am 13. März 1943 fünf P-39 in einem Einsatz ab. Später wurden die Airacobras nur noch zu Bodenangriffen mit schwerem Begleitschutz eingesetzt und hatten insgesamt doch die geringste Verlustrate im Mittelmeer. Die kleineren Alliierten Luftwaffen, die freifranzösische und italienische, bekamen ebenfalls P-39, die zur Bodenunterstützung in Italien und auf dem Balkan eingesetzt wurden. Die Italiener setzten die Airacobra bis 1950 zur Schulung ein. Eine Airacobra kostete dem französischen As Pierre La Gloan 1943 das Leben, als er bauchlandete und vorher seinen vollen Abwurftank nicht abwerfen konnte. La Gloan hatte 4 Deutsche, 6 Italiener und 7 Briten abgeschossen und war somit das einzige As auf alliierter und auf Seite der Achsenmächte:D.
    Die 8th Air Force hatte, als sie Ende 1942 nach England verlegte, ebenfalls P-39, die 31st Fighter Group. Diese wurden für 1-2 missionen über den Kanal benutzt und schließlich vom JG2 und JG26 derart dezimiert, daß die Airacobras schleunigst durch Spitfires ersetzt wurden.
    Aber der Hauptabnehmer der Airacobra war die Sovietunion. Die VVS (Sovietische Frontfliegerkräfte) erhielten insgesamt über 4600 aller Versionen, von P-400 bis P-39Q.
    In westlichen Quellen steht oft, die P-39 sei von den Russen als "Panzerknacker" mit ihrer 37mm Kanone benutzt worden. Das ist anscheinend Quatsch. Die Russen hatten bereits das beste Flugzeug für solche Zwecke (die Il-2) und außerdem war die 37mm Kanone nicht in der Lage, Panzer zu beschädigen wegen ihrer geringen Mündungsgeschwindigkeit.
    Die VVS setzte die Airacobra vielmehr als Jäger im Tiefflug ein. Vor allem erfahrene Garderregimenter erhielten die P-39 und erziehlten viele Abschüsse damit. Die Natur der Luftkämpfe über der Ostfront kam der Airacobra mehr entgegen als die über dem Pazifik oder Afrika. Meistens wurde in Bodennähe gekämpft, und viele sovietische Flieger hielten die Airacobra der Bf 109G und der Fw 190A in einem Kurvenkampf in niedriger Höhe für überlegen. Die Soviets schätzten außerdem an der Airacobra ihre gute Ausrüstung: Das fortschrittliche Reflexvisier und das Funkgerät (bis etwa 1943 hatten fast alle sovietischen Jäger kein Funkgerät) und der große Vorrat an Munition (1000 Schuß für jedes MG). Die Soviets entfernten oft die 7,62mm Flügel-MGs und ersetzten die 37mm Kanone durch eine 20mm ShVaK.
    Asse gab es genug auf der Airacobra in der VVS. Mindestens ein dutzend Piloten erziehlte mehr als 20 Abschüsse auf ihr, 3 Sogar mehr als 40.
    Diese drei waren:
    - der berühmte Alexander Pokryshkin, Kommandeur des 16.GvIAP. Dreifacher Held der Sovietunion mit 59 Abschüssen, davon 48 mit der Airacobra, der rest mit MiG-3 davor und La-7 danach. Pokryshkin war ein großer Mentor und Taktiker der in der VVS etwa den Status eines Mölders oder Boelcke hatte.
    - Grigory Rechalov, mit 61 Abschüssen nummer zwei in der VVS. Ein untypischer Sovietmensch (dachte nur an persöhnlichen Ruhm und wurde von Pokryshkin seines Kommandos entbunden, weil sein Regiment zu starke Verluste hatte) Aber ein genialer Flieger, der 44 seiner Abschüsse mit der P-39 erziehlte und den Rest mit La-7.
    - Nikolai Gulayev, mit 57 Abschüssen, davon mindestens 36 in der Airacobra. Gulayev schoß im März 1943 fünf Me 109 in einem Einsatz mit der P-39 ab.
    Interessant ist auch, daß die VVS Flugzeugtypen wie die Spitfire oder die Hurricane überhaupt nicht mochte.
    Die P-63 Kingcobra wurde im Kampfeinsatz nur von der VVS benutzt. Fast 3/4 aller Kingcobras gingen in die Sovietunion. Die in den USA verbliebenen wurden unter anderem mit schwerer Panzerung und orange angestrichen als Zielflugzeuge benutzt (da haben die mit Spezieller Munition wirklich drauf geballert!). Die P-63, die vor ein paar monaten in Biggin Hill abgestürzt ist, war eine ehemalige "Pinball Cobra".
    Inwieweit die Kincobra im Krieg von der VVS eingesetzt wurde, darüber scheiden sich die Geister.
    Die vorherrschende Meinung ist, daß die VVS die P-63 vor allem einsetzte, um Regimentern in abseits gelegenen Distrikten wie dem Kaukasus oder Sibirien oder der Pazifiküste ein halbwegs modernes Flugzeug zu geben. Denn die neuesten Jäger sovietischer Produktion, wie die Lavotschkin La-7 oder die Yakovlev Yak-3 übertrafen die P-63 bei weitem. Diese wurden an die Front geschickt, wärend die "Hinterwäldler" die Kingcobra bekamen. Eines dieser Regimenter war das 666.IAP in Petropavlovsk (Kamtschatka-Halbinsel im Nordpazifik). Dieses hatte bis zum März 1945 noch die alte I-16 "Ishak" geflogen und bekam dann die Kingcobra. Ganz schöne Umstellung!
    Der einzige bestätigte Kampfeinsatz der Kingcobra kam, als die Sovietunion im August 1945 Japan angriff und die Kurilen, Korea und die Manschurei besetzte. Über der Manschurei schoß dabei ein nicht namentlich genannter P-63 Pilot zwei Ki-43 "Hayabusa" (Oscar) ab.
    Allerdings gibt es neuere (aus Rußland stammende) Quellen, die behaupten, die Kingcobra sei schon während der Besetzung Ostpreußens im Februar 1945 zum Einsatz gekommen.
    Der Schwedische Luftfahrthistoriker Christer Bergström hat dies Anhand russischer Quellen herausgefunden. Und deshalb will Oleg Maddox, Programierer von "Il-2 Sturmovik" jetzt auch die Kingcobra einbauen, wenn das Ding jemals rauskommen sollte!
    (Oleg und Christer arbeiten irgendwie zusammen, Wissenschaft ist auch nicht, was sie mal war:D)
    Die Armee l'Air setzte ebenfalls Kingcobras ein. Für die Teilname am 2. Weltkrieg kamen die 114 gelieferten Exemplare jedoch zu spät. Dies geschah deswegen, weil die USA den Franzosen verbaten, die von ihnen gelieferten P-47 dort einzusetzen. Fünf Groupes de Chasse wurden mit P-63 ab 1949 in Indochina eingesetzt und belegten Positionen der Viet Minh mit Bordwaffen, Raketen, Bomben und Napalm. 30 Kingcobras gingen durch Flakfeuer und Unfälle verloren. Ab 1951 begann die F8F Bearcat die Kingcobra zu ersetzen. Auf jeden Fall das letzte Kapitel im Falle Kingcobra war 1953, als das letzte VVS-Regiment im fernen Osten endlich seine alten Kingcobras zum Abholen am Rande der Rollbahn in Vladivostok abstellte. Eines Tages kamen zwei US-Jäger und griffen den Platz mit Bordwaffen an (wohl entweder F-86 oder F9F Panther). Alles was sie trafen waren die Kingcobras...

  7. #6
    Corsair

    Avatar von Corsair
    Ein sehr Informativer Text den du da geschrieben hast. Wo hast du die ganzen Informationen her? Vielleicht kannst du mir noch ein paar gute Internet Seiten nennen oder Bücher?
    Angeblich soll jetzt Il-2 Oktober rauskommen
    Vielen Dank nochmal

    Mfg Corsair

  8. Hallo

    Schau dir doch mal die Luftfahrt-Kategorie an

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  9. #7
    Ritter

    Avatar von Ritter
    Bücher:
    Die ganzen Osprey Hefte, vor allem:
    Soviet Aces of World War 2
    und Bf 109 Aces of the East Fron
    P-39 Aces of the USAAF ist leider noch nicht erschienen
    dann
    Black Cross, Red Star von Christer Bergström (1.Band 1941)
    Das mit Abstand beste Buch über den Luftkrieg im Osten.
    Der zweite Band erscheint im August.
    Samurai! von Saburo Sakai
    Doomed at the Start über die USAAF in den Phillipinen
    Websites:
    World War 2 Ace Stories die Seite von Christer Bergström (Autor von Black Cross, Red Star) und Dariusz Thyminski
    Mit die Interessanteste 2.Wk Fliegerseite überhaupt aber laaaaaaangsaaaaaaam und nervige MIDI-Musik:D
    über P-39 Airacobra:
    USAAF Aces scoring with Airacobras schlichte Seite über alle US-Asse, die einen Teil ihrer Abschüsse auf P-39 erziehlt haben.
    noch schlichter, aber irre informativ:
    Joe Baughters US Military Aircraft Page
    ohne Fotos aber ne menge Infos
    Einfach runterscrollen und P-39 oder P-63 anclicken
    Rest lohnt sich aber auch
    American Aces
    Ein bissel zu amerikanisch für meinen Geschmack, aber gute Infos und nette Stories, aber zuviel Werbung....

  10. #8
    Corsair

    Avatar von Corsair
    Danke zum zweiten mal.

P-39/P-63

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p 39 airacobra gegen fw 190

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