Erstellt von MX87  |  Antworten: 16  |  Aufrufe: 2099
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  1. #1
    MX87

    Avatar von MX87
    Bei Bloomberg wurde vor einigen Tagen darüber berichtet wieder in den Markt der Regionalflugzeuge zurückzukehren. Derzeit sondiert man noch den Markt. Es würde wohl auf einen Turboprop hinauslaufen, wobei man eine Partnerschaft mit einem indischen Unternehmen anstrebt. Es soll allerdings keine direkte Neuauflage der SAAB 2000 werden, auch wenn eine Gewisse Verwandschaft vorhanden sein soll.

    Auszüge aus dem Artikel:

    Saab AB (SAABB) said it’s exploring a return to the market for regional aircraft after abandoning the segment more than a decade ago, as higher fuel prices increase demand for turboprops.
    Saab would pursue a risk-sharing partnership with a yet-to- be-selected company from India, Chief Executive Officer Haakan Buskhe said in an interview at the Farnborough air show outside London. Saab ceased production of turboprops in 1999 because of weak demand for its Saab 2000 airliners.
    “We started the investigation nearly two years ago,” Buskhe said. “It will not be a totally new aircraft and not totally like the Saab 2000.”

    ...

    Buskhe said the Indian market alone isn’t large enough to sustain such a program, and that the aircraft would need international interest to succeed. Saab would also want a so- called launch customer before moving ahead, the executive said. Saab, based in Linkoeping, Sweden, would only pursue a new project if the financial situation in Europe stabilizes, he said.
    “We have a fairly strong net cash position and we will not jeopardize that,” Buskhe said. “So if we should do that we will do it with a strong partner.”
    Saab Weighs Return to Regional-Plane Market After 13-Year Hiatus - Bloomberg

  2. #2
    MX87

    Avatar von MX87
    Weitere Meldung datiert auf Mai 2012, also vor der vorherigen:

    Auszug:

    Saab's advanced design staff has solicited key suppliers, including turboprop engine maker General Electric, for updates on modern technologies as part of a wider study, said Michael Magnussen, president and chief executive of Saab Aircraft Leasing.

    Magnussen confirmed the study after it was disclosed by a GE official - regional and large business aviation general manager Allen Paxson.

    "It's fair to say they have been studying [a new regional turboprop] as well," Paxson told reporters at RAA. "And they've been talking to us." Another engine maker, Pratt & Whitney Canada, also may be responding to technical inquiries from Linkoping, Saab's manufacturing base in Sweden.
    http://www.flightglobal.com/news/art...turing-372211/

  3. #3
    IberiaMD-87

    Avatar von IberiaMD-87
    Schön wäre es ja. Die Saab 2000 war meiner Meinung ihrer Zeit voraus und ging im 50-Sitzer Regionaljet-Wahn unter. Dabei zeigte Crossair, dass man zum Beispiel zwischen Basel und Paris zu nahezu identischen Blockzeiten wie die Avro RJ operieren konnte und hier enorme Einsparungen erzielen konnte. Leider konnte die Saab 2000 nicht auf dem damals sehr großen Kundenkreis der Saab 340 aufbauen. Schön durchdachte und angepasste Flugzeugtypen waren es.

    Gruss

  4. #4
    MX87

    Avatar von MX87
    Sehe ich ähnlich. Dass die 340 und vor allem die 2000 für mich zu den schönsten Turboprops gehören mag wirtschaftlich nicht von belang sein, aber mich freut es dass Saab wieder in den zivilen Markt will. Zwar hätte ich jetzt eher erwartet, dass man bei den Businessjets einsteigt (bei den Light Jets), da gerade in der Business Aviation es wohl zukünftig ein boomender Markt wäre. Allerdings ist ein Muster wie die 2000 genau das Richtige: Eine Marktlücke, da sie gegenüber der ATR viel schneller ist und insgesamt sehr viele der Vorteile von Jets bringt, ohne deren Nachteil des hohen Treibstoffverbrauchs.
    Die Defence-Sparte würde dann wahrscheinlich (meine Spekulation) auch das neue Muster als Überwachungsflieger wie die 340 und 2000 vermarkten, quasi als Premium-Alternative zu der Verwendung gebrauchter 340 und 2000.

    Allerdings frage ich mich noch wer als indischer Partner in Frage kommt. Eigentlich doch nur HAL, aber diese haben - wenn ich mich nicht täusche - gar keine Erfahrung im zivilen Markt oder?

  5. #5
    IberiaMD-87

    Avatar von IberiaMD-87
    Eigentlich doch nur HAL, aber diese haben - wenn ich mich nicht täusche - gar keine Erfahrung im zivilen Markt oder?
    Haben HAL nicht einst in Lizenz die Dornier 228 und HS748 hergestellt?

    Gruss

  6. #6
    MX87

    Avatar von MX87
    Zitat Zitat von IberiaMD-87 Beitrag anzeigen
    Haben HAL nicht einst in Lizenz die Dornier 228 und HS748 hergestellt?

    Gruss
    Ja stimmt, ganz vergessen. Die Do 228 bauen sie ja noch heute, wobei Zellen an RUAG geliefert werden. Aber ist die Do vom Anspruch her wirklich mit der Saab 2000 vergleichbar? Ich glaube kaum...

    Eigentlich ist HAL das einzige halbwegs in Betracht kommende Unternehmen, da die anderen Unternehmen der indischen Luftfahrtindustrie (meist Tochtergesellschaften der großen Mischkonzerne wie Tata, Mahindra usw.) kommen noch weniger in Frage, da sie erfahrungsmäßig noch weniger mit Großprojekten zu tun hatten. Ich vermute HAL würde dann als Auftragsnehmer für den Bau größeren Baugruppen dienen, während die "Entwicklungshoheit" nahezu ausschließlich bei Saab liegen dürfte.

    Wer war eigentlich für die 340 und die 2000 Zulieferer?

    Und viel wichtiger (falls es wider erwarten "nur" eine überarbeitete 2000 wird): Existieren eigentlich noch die Bauvorrichtungen für die 340/2000?

  7. #7
    IberiaMD-87

    Avatar von IberiaMD-87
    Dies waren die Zulieferer bei der Saab 2000, Courtesy: Saab

    Gruss
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  8. #8
    MX87

    Avatar von MX87
    Danke für die Grafik

    Die Saab 2000 kann 50 bis 58 Passagiere aufnehmen, da bleibt die Frage ob ein neues Flugzeug nicht mehr Passagiere aufnehmen werden kann. Die Q400 kann 78 Passagiere aufnehmen und die ATR 72 kann 74.

    Schon die 2000 machte optisch einen sehr gestreckten Eindruck (ähnlich wie die CRJ1000, aber wesentlich ästhetischer). Ich vermute es lohnt sich mehr bei einem solchen Projekt eine Familie anzustreben und rauf zu gehen bis hin zu 90 oder 100 Plätzen. Angesichts der steigenden Kerosinpreise und einer besseren Effizienz (bei nahezu Jetgeschwindigkeit wie eben bei der 2000) könnte die Maschine also eine ernsthafte Alternative zu den Regionaljets sein. Hinsichtlich der Kapazität von über 80 Passagieren wäre es dann auch eine Marktlücke, die die Mitbewerber nicht bieten würden. Meine Idee wäre also eine Art Regional-Prop-Familie deren kleinstes Mitglied in etwa ein Nachfolger für die 2000 (ca. 60 Pax) ist, während das größte 90-100 Pax Platz bietet.

    Zwingend wäre es wohl einen neuen Rumpf zu benutzen, da der Rumpfquerschnitt der 2000 wohl nicht mehr viel zu strecken wäre. Beim Flügel könnte man weitgehend auf dem der 2000 aufbauen.

    Soweit meine Spinnerei...

  9. #9
    Ta152


    Zitat Zitat von MX87 Beitrag anzeigen
    < snip >
    Die Defence-Sparte würde dann wahrscheinlich (meine Spekulation) auch das neue Muster als Überwachungsflieger wie die 340 und 2000 vermarkten, quasi als Premium-Alternative zu der Verwendung gebrauchter 340 und 2000.
    < snip >
    Beim RIAT stand eine SAAB 2000MPA als Swordfish 2 im Static.

  10. #10
    IberiaMD-87

    Avatar von IberiaMD-87
    Moin,
    mit Spinnerei hat es nichts zutun, wenn man über Ideen schreibt, dies machen ja Hersteller im Grundsatz ja auch. der Ist-Zustand muss nicht stellvertretend die optimale Situation im zivilen Flugzeugbau darstellen.

    2,16 m breit, knapp über 17 m lang ist die Kabine der Saab 2000, mehr ist wohl nicht drin. Es gab Befürchtungen, ob die Kabine zu lang wirken würde. das Ergebnis war aber positiv. Bei SAS erreichte die bei Swelink (dort einst 47-sitzige und zwischen 1997 und 2001 eingesetzte) Saab 2000 höchste Akzeptanzwerte, nur überboten durch die MD-80/-90.

    Bei der CRJ1000 hat man aber neue Zumutbarkeitsstandards eingeführt und Airlines vermarkten diese sogar gekonnt als Verbesserung gegenüber den zu ersetzenden Flugzeugen.

    Konzepte für einen gestreckten Turboprop bis 90 Sitze hatte ja mal ATR in den 1990ern mit der ATR 82. Die hätte zwischen 78 und 90 Passagiere fassen können und 1994 gab es da Meldungen, aber ab 1996 wurde im Zusammenhang mit der Etablierung von AI(R) ad acta gelegt.

    Obwohl die Turboprop eine neue Welle des Erfolgs erlebt (und dies nur aus wirtschaftlichen Gründen und nicht wegen hoher Beliebtheit bei Kunden oder wegen Propellern), so wird die Akzeptanz seitens der zahlenden Gäste problematisch bleiben. Da der Luftverkehr meiner Ansicht nach nicht logisch und nachhaltig handelt, wird nicht immer eine angepasste und logische Lösung bevorzugt, sondern es gewinnen eher die Konzepte Oberhand, die mittel- und langfristig nicht zielführend sind.

    Dabei könnte auf kürzeren Routen ein großer Turboprop tatsächlich die in der Gesamtheit „beste Lösung“ sein.

    Gerade in der Historie der Saab 2000 sieht man ja, wie konträr sich Logik und Markt entwickelten. Der fehlende Verkaufserfolg der Saab 2000 zeigte es ja. Der US-Markt blieb ihr letztlich völlig ersagt, ich glaube, dass alle zivilen Bestellungen stroniert wurden. Stark vereinfacht ausgedrückt setzten sich ja der Chef von Crossair und Leute von Saab in einem Hotel und diskutierten eine gestreckte Saab 340. Der Name „2000“ sollte auf Wunsch von Crossair auf die Moderne hinweisen. Unabhängig von Problemen in der Flugerprobung war die Richtung richtig: ein 50-Sitzer, der auf kürzeren Routen mit nahezu identischen oder nur minimal höherer Reisezeit zu erheblich günstigeren Kosten operieren konnte. Rückblickend stieß ja dieser Typ auch auf Interesse und erhielt wichtige Bestellungen. der sehr große Kundenstamm der Saab 340 war eine gute Basis. Der fulminante Erfolg von 50-sitzigen Jets stellte aber die (relativ teure) Saab 2000 in den Schatten, selbst Crossair handelten und stellten die ERJ-145 in Dienst. Überall da, wo ein Konkurrent mit einem Jet auftauchte, stiegen dort die Passagierzahlen und die eigene Route mit Turboprop litt.

    Selbst heute gibt es besonders in Asien und im arabischen Raum teilweise erhebliche Akzeptanzprobleme mit Turboprops: in der VR China stellte mindestens ein Q400-Betreiber ihre Flugzeuge nach kurzer Zeit außer Dienst, da die Passagiere offenbar glaubten, es wäre eine alte Xian Y-7.

    Gruss

    Modellfoto: ATR
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SAABs Rückkehr in den Markt der Regionalflugzeuge?

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