Erstellt von Lothringer  |  Antworten: 4  |  Aufrufe: 2052
  1. #1
    Lothringer

    Österreichs Luftraumüberwachung ist schon jetzt nicht mehr lücken- und pausenlos gegeben. Der Grund: Das Bundesheer verfügt nur mehr über 17 Jetpiloten, die den Draken fliegen können. Einsatzfähig sind noch 23 Draken, das allerdings wegen fehlender Ersatzteile auch nur mehr bis 2005. Um eine lückenlose Luftraumüberwachung täglich 24 Stunden lang sicherzustellen, wären dafür 36 ausgebildete Jet-Piloten nötig. Dies bestätigte am Donnerstag der Kommandant der österreichischen Luftstreitkräfte, Erich Wolf, der "Presse" auf Anfrage.


    Aus diesem Grund könne Österreichs Luftraum derzeit auch nur von 8 bis 20 Uhr gesichert werden, sagte Wolf. Mehr würden die Dienstpläne nicht zulassen. Bei Sonderereignissen, wie dem Nato-Gipfel in Prag, könne der österreichische Luftraum zwar kurzfristig rund um die Uhr überwacht werden. Dann seien die Piloten aber pausenlos und an der Grenze ihrer Belastbarkeit im Einsatz. Neue Piloten kann das Bundesheer für den Draken keine mehr ausbilden, da es weltweit keine zweisitzigen Draken mehr gibt. Denn Österreich ist die einzige Luftwaffe, die den Draken - die ersten Modelle flogen in den 50er Jahren - noch betreibt.


    Für neue Kampfflugzeuge würden allerdings wieder genug Piloten zur Verfügung stehen, die ihre Grundausbildung bereits erhalten haben, erklärte Wolf. Sie würden sofort auf das neue Flugzeug eingeschult werden. Im übrigen seien für eine 24stündige Luftraumüberwachung jedenfalls 36 Piloten nötig, egal ob Österreich 24 oder nur 18 neue Kampfjets kauft.

    Quelle: Diepresse.com

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  3. #2
    beat


    "Österreichs Luftraumüberwachung ist schon jetzt nicht mehr lücken- und pausenlos gegeben. Der Grund: Das Bundesheer verfügt nur mehr über 17 Jetpiloten, die den Draken fliegen können."

    Ist dies nicht schon seit ein paar Jahren so? Die Pilotenzahl war meines Wissens schon vor ein paar Jahren, vorallem als es den Airlines noch gut ging, so tief. Tönt auch etwas nach Werbung und Druck für den Entscheid für den Kauf eines neuen Jägers.b


    "Für neue Kampfflugzeuge würden allerdings wieder genug Piloten zur Verfügung stehen, die ihre Grundausbildung bereits erhalten haben, erklärte Wolf. Sie würden sofort auf das neue Flugzeug eingeschult werden.
    "

    Ein Uebergang von Piloten mit Grundausbildung auf der Saab 105 zur vollen Einsatzfähigkeit auf ein so komplexes System wie die EF dauert mindestens 2-3 Jahre, bis man es im Griff hat. Ich glaube daher kaum, dass das Problem so schnell behoben sein wird.

    Kein Kritik an den Oesterreichern, die machen ja das absolut Beste aus ihrer super Budgetsituation, aber zaubern können sie leider auch nicht.

  4. #3
    Kenneth

    Avatar von Kenneth
    Daß es weltweit keine einsatzfähige 2-sitzige Drakens mehr gibt ist nicht richtig. National Test Pilots School in Mojave hat mindestens zwei flugfähige TF-35 die von der dänischen Luftwaffe erworben wurden. Außerdem gibt es in Dänemark (unter der Obhut der Scandinavian Historic Flight) eine zivil zugelassene TF-35 (OY-SKA) die immer noch flugfähig sein dürfte.
    Wenn dies so ein großes Problem ist, warum wurden damals keine 2-Sitzer beschaffen? Die Drakens wurden am Ende ihres Dienstalters angeschafft, und man hätte doch vorhersehen müssen, daß Schweden und Finnland vorher ihre Drakens ausmustern würden? Mir scheint es, als möchte man eine schlechte Personalplanung in einem Argument für einen Neuen Abfangjäger umwandeln (wobei es mir auch rätselhaft ist wie man direkt von einer Saab 105 in einem EuFi umsteigt).

  5. #4
    Lothringer

    Im Rahmen eines Pressegespräches wies der Kommandant der Luftstreitkräfte, Generalmajor Erich Wolf, darauf hin, wie wichtig der Neukauf von Abfangjägern ist.

    "Wir brauchen heuer noch eine Entscheidung der Politik" bezüglich der Abfangjäger, stellte kürzlich Generalmajor Erich Wolf, der Kommandant der Luftstreitkräfte, klar....

    http://www.bmlv.gv.at/cms/artikel.php?ID=342

    Quelle: Republik Österreich/Bundesministerium für Landesverteidigung

  6. #5
    Lothringer

    Die Sirene, die da im Flugzeughangar im Fliegerhorst Vogler in Linz Hörsching lautstark dröhnt, bringt kurzfristig Hektik in die auf den ersten Blick beschauliche Atmosphäre: Zwei Piloten eilen zu den drei einsatzbereit vor dem Hangar stehenden Draken. Nur Minuten später sind zwei der Jets unter dem ohrenbetäubenden Lärm ihrer Triebwerke in der Luft.


    Keine Viertelstunde danach erstattet ein diensthabender Offizier dem anwesenden Kommandanten der österreichischen Luftstreitkräfte, Erich Wolf, Bericht: Eine Herkules-Transportmaschine sei als Zivilflugzeug gemeldet, tatsächlich aber im Auftrag der US-Streitkräfte unterwegs gewesen. Die Draken hätten sie gestellt und photographiert. Nun folge diplomatischer Protest, erläutert Wolf - ein Einsatz, wie bestellt für den Lokalaugenschein der "Presse" bei Österreichs Luftraumüberwachern.


    Glücklicherweise versuchte die US-Maschine Österreichs Luftraum tagsüber zu queren. Denn in der Nacht wären keine Draken einsatzbereit gewesen. Der Grund - die "Presse" berichtete: Das Bundesheer verfügt nur mehr über 17 Piloten für ihre 23 Draken. Nachwuchskräfte wären zwar genügend vorhanden, sagt Wolf, sie könnten aber nicht mehr auf dem Draken ausgebildet werden, weil weltweit kein einziger zweisitziger Draken mehr existiere. Daher seien Österreichs Abfangjäger im Normalfall nur zwischen acht und 20 Uhr einsatzbereit.


    Und dieser Einsatz bedarf gewaltigen technischen und finanziellen Aufwands, ist doch Österreich der einzige Staat der Welt, der die Draken, die in den 50er Jahren konzipiert wurden, noch einsetzt.


    Man habe weltweit alle Ersatzteile, die irgendwie zu erhalten waren, aufgekauft, erklärt der technische Offizier und Draken-Prüfingenieur, Wolfgang Grillitsch. Ein Flugzeug habe eine System-Lebensdauer von 30 Jahren. Die heimischen Draken seien alle Baujahr 1962 bis 1968. Bis 2004 könne man den Flugbetrieb technisch noch voll aufrecht erhalten, bis 2005 nur mehr als Notprogramm. So habe das Triebwerk des Draken eine Lebensdauer von 230 Stunden auf. Österreichs 23 Draken seien im Jahr zumindest 1700 Stunden in der Luft - macht 73 Stunden je Flugzeug. Die Triebwerke seien daher schon längst an den Grenzen angelangt. Bei Ersatzteilen müsse man sich schon mit teuren Einzel-Nachfertigungen herumplagen. Nach 57,5 Flugstunden muß ein Draken überholt werden. "Das sollte drei Woche dauern, wir brauchen mangels Bauteilen aber derzeit schon neun bis 12 Wochen," sagte Grillitsch. Und 70 Prozent der Werftaufenthalte erfolgten außerplanmäßig, wegen sich abzeichnender Pannen.


    Die Technik die so per Dauerimprovisation funktionsfähig gehalten wird, ist altertümlich. Grillitsch: "Ein EADS-Eurofighter verfügt über 83 frei programmierbare Computer und fünf Baugruppen. Im Draken haben wir mechanische Relais."


    Entsprechend der Unterschied im Cockpit, wie Günther Taschler, Staffelkommandant der zweiten Staffel schildert. Im Draken müsse sich der Pilot auf das Fliegen konzentrieren, in modernen Kampfflugzeugen erledige das der Computer. Taschler: "Wenn ich im Draken eine Kurve fliegen will, bin ich auf mein Gefühl und meine Erfahrung angewiesen. In einem modernen Flugzeug lege ich einfach das Steuer um und das Flugzeug fliegt computergesteuert den von Geschwindigkeit und Beladungszustand abhängigen, engsten möglichen Radius. Ich kann mich auf meine eigentliche Einsatz-Aufgabe konzentrieren."


    So hoffen die Piloten, daß sie doch noch neue Flugzeuge bekommen - und nicht nur sie. "Wenn nicht, geht auch das inzwischen erworbene Know-how unwiderbringlich verloren", hadert auch ihr Chef Wolf, Ex-Weltmeister im militärischen Kunstflug, mit dem Schicksal der Unsicherheit, ob er noch lange viel zu kommandieren hat.


    Quelle: Diepresse.com

Die "Drachen" der FD sind "Feuerlos"...

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