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Frage zum Mercury-Programm der NASA

Diskutiere Frage zum Mercury-Programm der NASA im Forum Raumfahrt auf Flugzeugforum.de


  1. #11
    koehlerbv


    Mercury-Raumschiff? Festplatte? Gab es damals neben Mainframes noch irgendwelche Geheimentwicklungen für spezielle Raumfahrtanwendungen, die völlig an der interessierten Menschheit vorbei gegangen ist?

    Bernhard

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  3. #12
    Chopper80

    Avatar von Chopper80
    Zitat Zitat von jackrabbit Beitrag anzeigen
    Hallo,


    Outdoor-Festplatten sind Kunststoff- oder Silikon-ummantelt sowie wasser- und staubdicht,
    gekapselt sind die Datenträger einer FP sowieso.


    Grüsse
    Outdoor ist aber auch etwas anderes wie 5000m Wassertiefe...

    C80

  4. #13
    jackrabbit


    Hallo,

    Zitat Zitat von Rhönlerche Beitrag anzeigen
    Also ein Kinderspiel für Dich, die Dinger auszulesen?
    was soll der Kiki-Kram?
    Sie hatten keine Festplatten an Bord, die waren damals noch Prototypen und mehr experimentell, sowie zu groß und
    vom Grundsatz her ungeeignet für eine Mission im All:
    https://www.heise.de/newsticker/meld...or-161830.html

    Das ein Messer aus rostträgem Stahl innerhalb von 30 Jahre korrodiert ist klar.
    Wo ist da der Sinn des Vergleiches mit einer Festplatte (die es damals handelsüblich noch nicht gab)?



    EDIT:
    Zitat Zitat von Chopper80 Beitrag anzeigen
    Outdoor ist aber auch etwas anderes wie 5000m Wassertiefe... C80
    ja, aber es ging m.E. um die Korrosion.


    Grüsse

  5. #14
    Rhönlerche


    Was war es dann? Eisenoxidbeschichtetes Magnetband? Ist das frischer nach Jahrzehnten im Salzwasser auf 5000 Metern Tiefe?
    Kommerzielle Festplatten gibt es seit 1956. Der Raumfahrt und dem Militär dürften sie früher zur Verfügung gestanden haben.
    Der Punkt war, dass die Computersprache oder das Betriebssystem wohl die kleinsten Probleme sind, sonder eher der physische Zustand. Worauf auch immer damals gespeichert wurde.

  6. #15
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Es gab damals zwei Arten von Datenträgern, zum einen Magnetbänder, die aber nicht immer in der Form von Tonbändern vorkamen, sondern auch in viel kleineren Ausführungen und zum anderen in Registerschreibern, eher mechanischen Speichern, die jeweils nur einen einzigen Wert speichern konnten, der in einem speziellen Verfahren geschrieben werden musste, aber auch nach einem Stromausfall diesen Wert sofort zur Verfügung stellen konnten, also eine Art sehr früher EPROM. Davon gab es damals nur vier Stück an Bord, die für die Fluglagekontrolle benötigt wurden. Da die Kapsel planmäßig gewassert hatte, wären die dort zuletzt gespeicherten Werte aus der Phase der Fallschirm-Öffnung gewesen und völlig wertlos.

    Die verkapselten Magnetbänder enthielten auch nur eine sehr begrenzte Auswahl an Daten zu den Vital- und Flugdaten der Kapsel, sowie ein paar Umgebungsdaten aus dem Weltall. Damals alles von Interesse, heute nicht mehr.

  7. #16
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Ich musste zwar etwas suchen, aber habe hier einen ganz interessanten Beitrag zur allgemeinen Computer-Hardware rund um das Mercury-Projekt gefunden, da hier ja die Frage aufgeworfen wurde, was damals schon alles eingesetzt wurde und möglich war.

    https://www.computer.org/csdl/procee...0/50590033.pdf

  8. #17
    koehlerbv


    mcnoch, vielen Dank für die Suche nach diesen hochinteressanten Artikeln zur damaligen Computerunterstützung im Mercury-Programm. Bei meinen Recherchen, insbesondere zur 7090 (als wahrscheinlichstem Einsatzsystem) habe ich bisher übrigens noch keinen Hinweis finden können, ob da bei der Montage der Rechneranlagen auch ein Gabelstapler zum Einsatz kam, um ein Festplatten-Subsystem zu montieren (damals zunächst über eine Tonne schwer mit der gigantischen Speicherkapazität von ca. 2,5 bis ca. 10 MB). Belege habe ich bisher nur für Bandspeicherwerke gefunden (nicht viel leichter).

    In der Mercury-Kapsel selbst war die Ausstattung technologiegegeben natürlich sehr viel rudimentärer und eher auf Anzeigen (durchaus auch mit Daten der 7090 und der 707) als auf Speicher oder gar "Rechner" in unserem heutigen Verständnis ausgelegt.

    Bernhard

  9. #18
    Unwissend


    Ein klein wenig OT ( Geschichte) aus meiner Kinderzeit..
    Während des Wiedereintrittes öffneten die Fallschirme zu spät und sie rissen teilweise ein.
    Dadurch kam die Kapsel zu schnell runter, es war ein sehr harter splasch down.

    Die Klappe der Kapsel wurde gesprengt zum öffnen, noch bevor der Schwimmring vollständig aufgeblasen war und die Hubschraubermannschaft zum bergen der Astronten da war, wodurch sofort Wasser in die Kapsel lief.

    Virgil Grissom hatte gesagt, die Sprengung habe sich automatisch (Fehlkonstruktion) ausgelöst, wurde nicht von ihm aktiviert.
    Grissom hat den Verlust der Landekapsel nie überwunden. Auch wenn der Verdacht auf ein Fehlverhalten seinerseits nie zweifellos ausgeräumt werden konnte, blieb er doch weiter ein angesehenes Mitglied der Astronautengruppe.

    Er wurde für das nachfolgende Programm Gemini 3 wieder eingesetzt.

    Während das Mercury Programm nichts weiter war, als eine ballistische Kurve
    außerhalb der Atmosphäre für eine Kapsel war, war die Gemini (Sternbild Zwillinge, 2 Astronauten) ein weiter Schritt zum Mond , in den Orbit Kupplungsmanöver zu versuchen.
    Die Daten hatte man schon im Gemini Programm neu erhalten, so das die Daten nicht mehr benötigt wurden.

    Zum Mercury Programm wurde die NASA gegründet, um die einzelnen konkurierenden Projekte der Air Force , Navy und des Heer zu bündeln und nicht weiter Resourcen durch Konukrenz zu verschwenden.

    Grissom starb 1967 bei dem Apollo 1 Unfall.
    Eigentlich war er als einer der "erste Mann auf dem Mond" vorgesehen, noch bevor Niel Amstrog, damals noch zivilist, zur Nasa kam..
    Ein Flughafen Flughafen der Stadt Bedford, Indiana, wurde nach ihm benannt.

    Grüße Frank

  10. Hallo

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  11. #19
    Chopper80

    Avatar von Chopper80
    Zitat Zitat von Unwissend Beitrag anzeigen
    Während das Mercury Programm nichts weiter war, als eine ballistische Kurve
    außerhalb der Atmosphäre für eine Kapsel war, welches mit meiner aufgepeppten Hitler V2 Rakete (Redstone) durchgeführt wurde,
    war die Gemini (Sternbild Zwillinge, 2 Astronauten) ein weiter schritt zum Mond , in den Orbit um Kupplungsmanöver zu versuchen.
    Die Daten hatte man schon im Gemini Programm neu erhalten, so das die Daten nicht mehr benötigt wurden.

    Zum Gemiini Programm wurde die NASA gegründet, um die einzelnen konkurierenden Projekte der Air Force , Navy und des Heer zu bündeln und nicht weiter Resourcen durch Konukrenz zu verschwenden.

    Grissom starb 1967 bei dem Apollo 1 Unfall.
    Eigentlich war er als erster Mann auf dem Mond ein enger Kandidat, noch vor Neil Amstrog.
    Ein Flughafen Flughafen der Stadt Bedford, Indiana, wurde nach ihm benannt.

    Grüße Frank
    Das stimmt nicht. Auch Mercury wurde schon von der NASA durchgeführt und es wurden auch etliche Orbitflüge mit dieser Kapsel durchgeführt. Dazu wurde die Atlas- Rakete verwendet.

    C80

  12. #20
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    @Bernhard
    Ich habe gestern Abend mit einem Bekannten beim Marshall Space Flight Center gesprochen.

    Damals war die Telemetrie der wichtigste Datenübertragungsweg. Für Daten, die man nicht vollständig übertragen konnte oder die man später nochmal auslesen wollte hat man Filmkameras genutzt. Die Filmemulsionen waren relativ strahlungsstabil hinzubekommen. Wichtige Instrumente, die nicht im Blickfeld der Kamera waren, wurden ggf. durch feststehende Spiegel "eingeblendet".

    Es gab bei Mercury zwar einen 15 kg schwere Data Recorder für die Aufzeichnung von wissenschaftlichen Daten, aber das System war kein Erfolg, da zu wenig Daten geschrieben werden konnten und das Band zu anfällig für Strahlungsstörungen war. Die Daten konnten nur geschrieben werden, das Band nicht rückwärts gespult werden, maximale Aufnahmezeit 20 Minuten bei einer Schreibgeschwinidgkeit von 10 Bit in 4 Sekunden. Die US Army hatte es für die Datenaufzeichnung während der Erprobung entwickelt, da bei Fehlstarts immer das leicht brennbare Filmmaterial sofort Feuer fing. Von dem Magnetband erhoffte man sich ein besseres Ergebnis. Die NASA hat die Technik erst mit Skylab in einer deutlich weiterentwickelten Form wieder übernommen.

    @Frank

    Es konnte zwar nicht die Ursache gefunden werden, warum sich die Luke vorzeitig abgesprengt hat, aber Grissom ist von jeder Schuld freigesprochen worden, nachdem klar war, dass der einzige Weg, wie er den Mechanismus hätte auslösen können, dazu geführt hätte, dass sein Handschuh und auch seine Hand deutlich in Mitleidenschaft gezogen worden wären, was aber nicht der Fall war.

    Ja, er war als späterer Apollo-Astronaut natürlich in der engeren Wahl auch tatsächlich zum Mond zu fliegen, dies aber wohl als Pilot, da dort seine Hauptbegabung lag und er - auch wenn alle immer nur Gutes über ihren getöteten Kollegen sprechen - als wenig teamfähig galt und bei den später neu rekrutierten Astronauten trotz aller Bewunderung für den erfahrenen Kollegen eher unbeliebt war. Dieser Charakterzug hatte sich auch schon im Gemini-Programm gezeigt. Er war so darauf versessen als erster Mensch zweimal im All zu sein, dass er seine Kollegen mehr als Konkurrenten empfand, mit allen Auswirkungen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und seine Bewertung bei der NASA. Die allgemein konkurrenzbetonte Ausrichtung der Astronauten und vermutlich sein Bedürfnis den Verlust seines ersten Raumschiff durch stets perfekte Leistungen wieder wett zumachen hat ihn wohl in diesen technischen Perfektionismus getrieben.

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