Erstellt von Flugi  |  Antworten: 34  |  Aufrufe: 17992
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  1. #1
    Flugi

    Avatar von Flugi
    Ausgangspunkt zu diesem Thread war dieses Thema:
    http://www.flugzeugforum.de/forum/sh...?threadid=2954

    Aufforderung auch an andere ehemalige Angehörige der LSK hier mal was zum Besten zu geben, bevor die Geschichten und Storys im Gedächtnis verblassen. Aufbauend auf das obige Thema, mache ich hier mal den Anfang.

    Hier ein Erlebnis mit der 1. Bereitschaftskette.
    Sicherheit wurde, und wird in der Luftfahrt in allen Bereichen immer groß geschrieben, so war dies auch schon vor 30 Jahren bei der LSK. Ohne Kontrolle und ohne Unterschrift eines Vorgesetzten ging im Frieden kein Flieger in die Luft. Wenn man dann jahrelang nach diesem System gearbeitet und sich daran gewöhnt hat, war man dann schon verwundert, das es auch ohne Vorgesetze ging.
    Die Auslösung eines Gefechtsalarms im Geschwader war in der Regel, bewusst oder unbewusst, schon immer ein Tag vorher, Gerüchteweise bekannt. So war es möglich sich entsprechend zu präparieren und vorzubereiten. Dies war ja für uns Kasernenschläfer nicht mal so entscheidend, als für die Berufssoldaten und Offiziere die in der Stadt (Cottbus) wohnten. Wer Cottbus kennt, Cottbus ist eine Radfahrerstadt und damals fuhren ca. 90% der besagten Leute mit dem Rad zum Dienst, so auch bei Alarm.
    Nun trug es sich einmal in meiner Dienstzeit zu, das so ein Gefechtsalarm vom Divisionsstab ausgelöst wurde, und keiner, nicht einer, wusste Bescheid. Als 5Uhr Früh die Tröde ging, raus aus der Koje, Klamotten an, persönliche Schutzausrüstung, Stahlhelm untern Arm, zur Waffenkammer und Kaschi geholt, auf das Alarmfahrzeug und in den Deziraum gerast. Die zwei DHS-Maschinen steigen gerade mit Nachbrenner auf. Fahrzeit etwa 5-6 Minuten, absitzen und noch mal 400 Meter im Laufschritt zur Maschine. Für das erste Paar standen schon zwei AG-2 bereit, Planen und Deckel vom Flieger, kurz Luft hohlen, steht auf einmal ein Trabi-Kübel mit Lotschik an meiner Maschine! Oh, denk ich mir, jetzt wird es Ernst. Langsam kam die Morgendämmerung hoch, mein Pilot sitz schon im Cockpit, ich erinnere mich noch an meine Worte: „Es hat noch kein Kettentechniker (Offizier) im Bordbuch unterschrieben!“ In diesem Moment bekommt er per Funk den Befehl zum Anlassen! Ich immer noch Mutterseelen alleine in weiter Flur, nur Mensch und Technik und das Triebwerk läuft langsam hoch! Ich denke mir noch, der Spuck wird gleich vorbei sein, gibt mir der Pilot das Zeichen, Kabinendach ZU! Ja, nun schnell Stecker gezogen, Haube zu, Leiter weg, die Positionslichter brennen schon, Hosenträger und Blindkappen der R3S entfernen, Taschenlampe auf „Grün“ und ab ging die Fuhre. Zwei Maschinen rollen die Stichbahn durch den Deziraum zur SLB, immer noch keine Offiziere da, Nachdenken, hasste alles richtig gemacht? Dann ging alles Schlag auf Schlag, die ersten zwei Paare der 1. und 2.Staffel starteten in Richtung West, während unser Paar auf die Bahn rollte und mit Nachbrenner Richtung Ost aufstieg. Blick auf die Uhr, 5:27Uhr! Puls in den grünen Bereich bringen und warten was passiert! In diesem Moment kommen die ersten Profis und mein Kettentechniker Hauptmann K. gemütlich den Rollweg entlang geradelt. Meine erste Bemerkung: „Ja, der Krieg ist gelaufen, Ihr kommt zu spät!“ Ein Grinsen auf dessen Gesicht signalisiert mir, Spruch angekommen.
    Übrigens, meine Maschine kam nach 45 Minuten zurück, Raketen noch an den Startschienen, Gott sei Dank!
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  2. Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Bestseller und die Flugzeug-Kategorie

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  3. #2
    Gabi

    Avatar von Gabi
    Ich hab auch eine:
    Ab und an wurde das Bergen und Retten eines (angenommen) verunglückten Piloten nach der Landung geübt. Dazu wurde das sogenannte Bergebesteck alarmiert um den Kutscher aus dem Flieger zu befreien. "Opfer" war immer "die letzte Landung" der Flugschicht. So kam es wie es kommen musste, auch ich war mal dran. Nach dem Aufsetzen kam über Funk "Sie stellen auf der Stichbahn ab". Gesagt, getan - Bremsschirm weg, runter von der Piste, Triebwerk abgestellt und pünktlicher Feierabend ade.
    Irgendwann kamen dann auch die Feuerwehr und der Sankra und begannen am Flieger rumzufummeln. Irgendwie mussten die ja erstmal die Kabine von außen aufmachen, die Bodensicherungen stecken, mich vom Flugzeug trennen (Sauerstoffmaske, Gurtzeug) und raushieven. Das alles musste ich schmunzelnd über mich ergehen lassen, weil ich hätte doch schon gerne geholfen damit es schneller geht, durfte aber nicht. Es fanden dann interessante Gespräche unter den beteiligten Rettern statt, welche Bodensicherung wohin kommt und weshalb ständig eine übrig ist. War ja auch kein Wunder - allzu oft konnten die Jungs das ja nicht üben und Theorie hin und her, die Wahrheit liegt eben doch in der Praxis. Unter vielen Stöhnen und Ächzen wurde ich dann auch aus der Kabine gezogen und auf eine Trage gelegt. Dann übernahm der Gruppenführer das Kommando und befahl: "Hebt an" und ich wurde die ersten Schritte in Richtung Sankra getragen. Plötzlich bekam sein Gesicht einen nachdenklichen Einschlag, man sah ihm förmlich an, dass es mächtig in seinem Gehirn arbeiten musste. Plötzlich die Erlösung, ihm war sein Versäumnis eingefallen. Die weiteren Kommandos waren "Halt" und "Abstellen". Dann trat er an das Kopfende der Trage, machte sein Männchen (Ehrenbezeigung) und schmetterte mir entgegen:"Gen. Oberleutnant, sie wurden soeben aus ihrem Flugzeug geborgen". Da wars dann doch mit vorbei mit dem "Opfer", schallendes Gelächter meinerseits und nach einer kurzen "Was-denn-nun-Phase" bei den Beteiligten. Bei der anschließenden Auswertung mit dem Flugleiter dem Gruppenführer und mir konnte ich natürlich nur Gutes berichten.

    Das kommt so ähnlich wie die fehlende Unterschrift in Flugschreibers Bordbuch. Erst die Formalitäten, solange muss auch im Ernstfall Zeit sein. :D

  4. #3
    DM2DPM

    Avatar von DM2DPM
    Ich lese hier immer nur von Vorfaellen mit Schmunzeln.Man stelle sich aber nun mal folgendes vor:
    Herbst 59 ueber der Ostsee,noerdlich der Greifswalder Oi,Fluggeraet eine fast neu MIG 15 BIS.aus der CSSR.Nachmittags gegen 15 Uhr,Hoehe 7000.ploetzlich ein dumpfer Knall,so,als ob einer mit einen Hammer auf ein Blech schlaegt,die Muele faengt an zu schuetteln,damals noch ohne Ruderverstaerkung,alles nur mit Seilzug,ploetzlich ein starker Ruck,Bug geht mit fast 60 Grad nach unten,was nun machen,Beine auf die Fusschiene,Griff an die Kopfausloesung,und ab in den Himmel.Natuerlich voellig freiwillig,
    Es war eigentlich nichts weltbewegendes passiert,nur ein Schaufelabriss,aber mir fehlte das halbe Heck.
    Die Bergung ging auch sehr schnell.die Kameraden hatten mich bis zu Einbruch der Dunkelheit gegen 18 Uhr aus meinen Schlauchboot befreit.Mir war aber nicht unbedingt zum Laecheln zu mute. War uebrigens mein einziger Ausstieg,moechte es aber freiwillig nie wieder tun.
    Wo ist da die Stelle zum Laecheln ?????????????

  5. #4
    DM2DPM

    Avatar von DM2DPM
    Ja,zu diesen Zeitpunkt war ich in Peenemuende stationiert,und frisch von der Schule in Kamenz,hatte also zu diesen Zeitpunkt
    schon Wahnsinnige "Flugerfahrung", und dann das!
    damals waren wir noch das JG 2.ohne Namen,bei Herrn Schneider.
    Aber meine Blechtonne lag damals nur 32 Meter tief,und wurde wenid spaeter gehoben,ich habe sogar dier Reste bestaunen duerfen,lagen damals hinter dem alten Heizhaus.Das soll ja jetzt ein Teil der neuen Ausstellungsflaeche sein.Muss mir das dieses Jahr mal ansehen
    DM2DPM

  6. #5
    Gabi

    Avatar von Gabi
    ich denke mal, dass hier Platz für Beides ist. Nur kann ich mit Geschichten ohne Schmunzeln nicht so recht dienen, weil ich mir die nicht so gemerkt habe, die es aber sicher auch haufenweise gibt.
    Da fällt mir übrigens noch eine zum Thema Alarm ein:
    Bekanntlich gab´s ja bis 87/88 bei uns das dreistufige Bereitschaftssystem, auch unter dem Namen "Gefechtsraten" bekannt. Für unsere Freunde jenseits der Elbe: Jeden Tag musste von jeder Jagdfliegerstaffel eine bestimmte Anzahl Raten sichergestellt werden. Da gab es die 1.Rate mit einer B-Zeit von 30 Minuten von irgendwo bis zum Einsitzen in der Kabine, die 2.Rate mit 60 Minuten und die 3.Rate mit 180 Minuten. Wenn man sich vortellt, dass es einen überall erwischen konnte, waren 30 Minuten nicht allzu lang, noch dazu, wenn das Flugzeug irgendwo auf dem Flugplatz rumstand.
    Also begab es sich, dass ich 1.Rate hatte (wie fast immer). Es war ein schöner Morgen, nicht ganz so zeitig wie bei Flugschreiber.
    Meine Frau war wie immer um 7:00 Uhr mit dem Zug auf Arbeit gefahren und ich macht mich grade fertig, um vor dem Dienst unsere Tochter (damals ungefähr ein Jahr alt) in die Kinderkrippe zu bringen.
    Wie immer zu solchen unpassenden Momenten ging die Kuh los. Was tun - Krippe konnte ich getrost abhaken, keine Zeit. Bei Nachbarn keiner da, unter uns keiner da. Guter Rat war teuer und so klemmt ich mir die Kleine unter den einen Arm, irgendein greifbares Spielzeug unter den anderen, verfrachtete alles in meinen Trabbi und ab ging´s Richtung Flugplatz (bei Alarm durften wir mit dem Auto "anreisen"). Im Höhentrupp noch den Druckanzug angehost und den Helm geschnappt und volle Düse in Richtung DHS-Platte, wo mein Flugzeug Stand. Dort das Auto neben dem Flieger geparkt, so dass mich meine Tochter sehen konnte, und ab in die Kabine. Zeit gehalten, das war wichtig. In der Zwischenzeit ging so der allgemeine Betrieb los, der Wetterflug vom JBG machte in unmittelbarer Nähe seinen Pre-Flight-Check, es wuselte und lärmte. Natürlich gab´s auch neugierige Blicke auf und in das Auto, welches so gar nicht zwischen die Flugzeuge passte. Aber jeder der ein wenig Zeit hatte, hat sich dann mal kurz um meinen Nachwuchs gekümmert und die fand´s richtig gut.
    Nach einer halben Stunde kam ein Oberstleutnant (hatte 2.Rate) und löste mich ab, damit ich die unfreiwillige "Soldatin" erstmal zu ihren anderen "Weibern" bringen konnte.

  7. #6
    flugzeug-privat

    Avatar von flugzeug-privat
    Möchte ich mich doch auch einmal melden!

    1988 hatte ich im JG2 Spätschicht mit meiner Maschine (841). Mein Pilot, der nach dem zweiten Flug wiederkam, wollte unbedingt noch einmal ne Übung fliegen. Da ich ja doch eine Weile brauche (Startkontrolle u.s.w.) ist er rüber auf eine PFM. Nach dem Abheben in ca. 50 m Höhe gab´s bei der Maschine einen riesen Knall und wir konnten noch sehen, wie er sich rausschoss. Das die Höhe nicht bei dem Sitz der PFM reicht, ist klar. So war´s auch. Er hat´s leider nicht überlebt.
    Ursache: In der Startphase hat er eine Flugente angesaugt.
    Mir ging das damals sehr an die Nieren. Es war für mich dann selbstverständlich, die Wache bei ihm abzuhalten. Lange Zeit habe ich überlegt, Mensch mit dem Sitz der SPS hättest Du es geschafft.

  8. #7
    Tom

    Avatar von Tom
    kennt eigentlich einer die story, wo in peenemünde 'ne 23 im tiefflug die "schallmauer" durchbrochen hat ? pilot war glaube ich major hans buchaniec, kdr. 2. staffel. hat damals (1981?) ganz schön gescheppert, in der siedlung karlshagen und auch im kraftwerk peenemünde (aurora genannt). die sache wurde bei uns ziemlich totgeschwiegen, aber ich glaube, es gab ein paar seiner kollegen, die ziemlich sauer auf ihn waren (weil's in ihrer datsche auch gescheppert hat). er wurde kurz danach versetzt, was aber wohl nichts damit zu tun hatte. kennt noch einer weitere details ?

  9. #8
    Tom

    Avatar von Tom
    da fällt mir gleich noch eine ein:
    1981 gab es eine gemeinsame Übung mit den sowj. LSK. Zur Überführung der MiG-23 kam zu uns auf die GFL ein sow. Flugleiter, der seine MiGs selber runterholen wollte (Vertrauen ist gut ...). Etwa zur gleichen Zeit war ein Mi-8 mit den Technikern im Anflug. Der Mi-8 meldete sich (wie üblich) auf Kanal 1, die MiGs waren (wie am Heimatplatz üblich) auf kanal 7. Die Funkstation Kanal 1 war rechts vom Auswertertisch, sodaß das Kabel zur "Drupka" (Mikrofon) ziemlich kurz war. Jetzt passierte folgendes: Die ersten drei MiGs waren auf dem Landepfad schon zu sehen (Landeabstand ? sto eto ?), der Hubschrauber kam von der Traverse. Der Flugleiter (extrem temperamentvoll) springt auf, gibt dem Hubi Landeverbot, Hubi hört nicht, fliegt weiter an. die erste MiG (wollte gerade aufsetzen) startet voll durch, Hubi sieht jetzt erst die MiG und macht einen Satz auf den Rasen neben der SLB, direkt neben ihm landet die 2. MiG.
    Was war passiert ? Der Flugleiter hatte beim Aufspringen das Mikro aus der Funkstation Kanal 1 gezogen und der Hubi hatte ihn nicht gehört! Sein lakonischer Kommentar: Ne otschen choroscho. (Ich stelle mir vor, wieviel K1-Berichte wir hätten schreiben müssen...)

  10. Hallo

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  11. #9
    Veith

    Avatar von Veith
    DHS: Alarmstart. Alles klappt gut, die Maschinen kommen wieder zur Ladung ....

    ... Leider hatte aber das "Bataillon" geschlafen und sich an sein routinemäßiges Absuchen der SLB gemacht.

    Erste Maschine sichtet im letzten Moment die Leute auf der Bahn, startet durch und meldet es der zweiten Maschine.

    Derweil rennen unsere soldaten zur Seite .... die eine Hälfte "natürlich" auf die Rasenbahn, wo gerade versucht die Maschine Nr. 2 zu landen :D

    Passiert ist zum Glück nichts. :FFD

  12. #10
    mig21smt

    Avatar von mig21smt
    da ich hier schon schöne erlebnisberichte gelesen habe, hier mal eine storry von mir, die mir erzählt wurde:
    da gab es doch einen schlaumeier, der mal wissen wollte, wieviel widerstand die zündung des raketentriegwerks einer K - 13 hatte. also kurbelkasten dran und kräftig drehen , und dann gings los!!! zum glück lag die K - 13 lose auf dem transport wagen und flog davon, dann das übliche, alle mann in den wald und rakete suchen, aber nach meinen infos war die suche erfolglos. der förster fand dann monate später den suchkopf! :D :D

    nur wieviel ohm hatte denn die rakete denn nun?:D ;)

    würde mich freuen, noch mehr solche storry´s zu lesen!

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