Erstellt von Raybin  |  Antworten: 10  |  Aufrufe: 3080
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Thema: Hermann Graf

  1. #1
    Raybin

    Hi Historiker

    Als Jugendlicher habe ich ein Buch besessen in dem das Jagdfliegerleben des Oberst Herrmann Graf beschrieben wurde. Titel : " 200 Luftsiege in 13 Monaten " oder so ähnlich.
    Da ich inzwischen über Internet verfüge habe ich mal nach Listen mit den Meisten Luftsiegen im WK II gesucht. In einigen tauchte besagter Herr auf, in andern nicht.
    Ein Bekannter von mir, WK Veteran, sagte mir dass H. Graf nur eine Propagandafigur gewesen sei, von der Reichsregierung hochgeputscht, quasi der Held den das Volk gebraucht hat.
    Wer kann mir da weiterhelfen, evtl mit Links zu vertrauenswürdigen Seiten im I-Net oder Buchtiteln?

    Falls ich mit diesem Post gegen eine Forumsregel verstossen sollte, sagts mir bitte.Ich weiss dass das Thema WK II ein sehr heikles ist und möchte niemandem zunahe treten.

    MfG
    Ray

  2. Schau dir mal die beiden Links an:
    diesen Bestseller und die Flugzeug-Kategorie

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  3. #2
    Agent

    Avatar von Agent
    Hi Ray, das Buch habe ich auch zu Hause und hab es auch mal gelesen, aber ob er real oder fiktiv war kann ich dir leider nicht sagen!:?!

  4. #3
    Sören

    Avatar von Sören
    Hermann Graf soll eine fiktive Person gewesen sein??? Wer denkt sich denn sowas aus??? Fakt ist, daß er von der Propaganda zum Helden gemacht wurde und viel um ihn rumglorifiziert wurde. Dieses ganze Theater soll ihm selbst arg gegen den Strich gegangen sein. Aber das er ein Hirngespinnst gewesen sein soll, halte ich für ein Gerücht.

  5. #4
    Ritter

    Avatar von Ritter
    Graf war real, ein Onkel von mir hat ihn ein-zweimal getroffen.
    Herrmann Graf war nun einmal der ideale Held für die Propaganda:
    Er diente sich vom Feldwebel hoch zum Oberstleutnant, er war Schmiedelehrling und wurde Flieger, und noch dazu war er vor dem Krieg Torwart beim 1. FC Kaiserslautern. Er wäre fast Nationaltorwart geworden!
    An der Ostfront prägte Graf die 9./JG 52, die "Karayastaffel", vor allem mit seinem Schwarm (Graf/Grislawski/Süß/Füllgrabe).
    Nachdem er über Stalingrad seinen 200. Luftsieg errungen hatte, wurde er in Reich versetzt, zuerst als Fluglehrer, dann als Kommandeur einer Jagdgruppe, die Mosquitos jagen sollte (JGr 50). Graf schoß über 200 Gegner in Russland ab, die meisten davon (80 oder so) über Stalingrad im Herbst 42, aber auch schon über der Krim und über Kertsch war er sehr erfolgreich. Die 9. Staffel war sowieso für ihre hohen Abschußzahlen und ihren totalen Mangel an militärischer Disziplin bekannt (da wurde schonmal einem Heeresgeneral das Auto geklaut und bei einer Sauftour zu Schrott gefahren).
    Interessant ist, daß Graf ja Sepp Herberger und die ganzen anderen Fußballer noch vom FCK her kannte. Als diese eingezogen werden sollten, sorgte er dafür, daß sie bei ihm als "Bodenpersonal" eingesetzt wurden, allerdings taten Fritz Walther und co nichts als Fußballspielen. Graf stand ja selber jede Minute auf dem Platz, die er nicht flog. Galland soll mal gesagt haben: "Überall wo man den Graf hinschickt, nimmt er seinen Rattenschwanz von Fußballern mit!"
    Graf geriet zusammen mit Erich Hartmann und der III. Gruppe JG 52 in der Tschechoslovakei in russische Gefangenschaft. Im Gegensatz zu Hartmann und anderen arbeitete Graf mit den Russen zusammen, was ihm nach dem Krieg von vielen anderen Jagdfliegern sehr übel genommen wurde (es war kalter Krieg).

  6. #5
    Agent

    Avatar von Agent
    Siehste, wieder was gelernt!:D

  7. #6
    Ritter

    Avatar von Ritter
    Übrigens, es kommt bald ein Buch (auf englisch erstmal):
    "Graf&Grislawski, a pair of aces"
    von Christer Bergström (der auch "Black Cross - Red Star" schreibt).
    Alfred Grislawski, Grafs bester Freund und langjähriger Rottenflieger lebt noch und beschreibt dort das Leben beim JG 52 an der Ostfront.

  8. #7
    Raybin

    @ Ritter
    Ich wollte nicht sagen dass die Person H.Graf fiktiv ist sondern nur wissen ob er die Leistungen die ihm zugeschrieben wurden auch wirklich erbracht hat, oder ob diese eben nur Propaganda waren.
    Die in dem Buch und von dir erwähnten Namen sind mir alle geläufig, dazu auch der Rufname " Karaya-Staffel "
    Es scheint also wirklich etwas dran gewesen zu sein.
    Falls einer von euch das Buch noch besitzt und es loswerden möchte,mailt mir, ich werde jedes Angebot studieren,über den Preis werden wir uns schon einig.
    Vielen Dank erstmal
    MfG
    Ray

  9. #8
    AE

    Avatar von AE
    Original geschrieben von Ritter
    Im Gegensatz zu Hartmann und anderen arbeitete Graf mit den Russen zusammen, was ihm nach dem Krieg von vielen anderen Jagdfliegern sehr übel genommen wurde (es war kalter Krieg).
    Hast Du noch weitere Infos über seinen Verbleib nach dem Krieg. Danke.

  10. Hallo

    Schau dir doch mal die Luftfahrt-Kategorie an

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  11. #9
    Ritter

    Avatar von Ritter
    Was Graf angeht, da wird das Buch von Bergström deshalb interessant, weil er Grafs und Grislawskis Abschußlisten mit russischen Verlustmeldungen verglichen hat.
    Aber so große Diskrepanzen wie bei einigen anderen Herrschaften scheints da nicht zu geben, wenn da mal einer zuviel drin ist, dann aus "natürlichen" Irrtümern, nicht aus kreativer Buchführung.
    So was ich bisher über ihn gehört habe, macht Graf auf mich den Eindruck eines einfachen, netten Menschen. Und obwohl er Propagandaheld war, war doch Alfred Grislawski sein bester Freund. Grislawski (gelernter Bergarbeiter) war nicht nur aus einer KPD-Familie, sondern hatte auch die Angewohnheit, seine "Klappe nicht halten zu können", wenn ihm irgendwas nicht paßte.

  12. #10
    Bani

    Avatar von Bani
    Original geschrieben von Ritter
    ... Graf geriet zusammen mit Erich Hartmann und der III. Gruppe JG 52 in der Tschechoslovakei in russische Gefangenschaft. Im Gegensatz zu Hartmann und anderen arbeitete Graf mit den Russen zusammen, was ihm nach dem Krieg von vielen anderen Jagdfliegern sehr übel genommen wurde (es war kalter Krieg).

    @ Ritter:
    Bin mal wieder den einfachsten Weg gegangen und hab mich direkt an Herrn Alfred Grislawski gewandt!
    Seine Antwort lag heute im Kasten ( mit einem klasse Bild dazu ).

    Seine sogenannte Zusammenarbeit mit dem Russen oder auch Zugehörigkeit zum BDO läßt sich durch nichts belegen!
    In den inzwischen freigegebenen Archiven ist darüber kein Beleg zu finden!

    Kopien dieser Akten sollen inzwischen auch in Freiburg sein.
    Wären da also einzusehen.

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