03.11.2019 Atlanta E175 N117HQ Trim runaway

Diskutiere 03.11.2019 Atlanta E175 N117HQ Trim runaway im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Am 6.11. hatte eine E175 von Republic Airways einen Trim Runaway. Das führte zu einem Steigflug auf rund 14.000 ft, einer Situation nahe dem...
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Am 6.11. hatte eine E175 von Republic Airways einen Trim Runaway. Das führte zu einem Steigflug auf rund 14.000 ft, einer Situation nahe dem Strömungsabriss und dem Verlust der Fähigkeit in den Sinkflug zu gehen. Am Ende wurde das Problem gelößt indem Systeme abgeschaltet wurden und die Kontrolle auf die Seite des FO umgeschaltet wurde.
Hier noch 2 Videos dazu

Der Funkverkehr (ATC ist meiner Meinung keine so große Hilfe und versteht das Problem scheinbar nicht mal so richtig.


Und die Zusammenfassung von

Juan Browne
 
lutz_manne

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Wie soll ATC auch helfen? Die sollen den Luftverkehr koordinieren und doch keine technische Hilfestellung geben?! Gibts eigentlich eine Art "Hotline" zu den großen Herstellern der Flugzeuge? Hier kann doch nur ein echter Fachmann weiter helfen. Am besten ein Testpilot des entsprechenden Herstellers.
 

n/a

Guest
Wenn die ein grundsätzliches Verständnis von der Situation haben, hilft das mehr, als wenn sie das nicht haben. Natürlich sollen die dir nicht das Handbuch vorlesen, aber ein etwas mehr dabei rum kommt als Vektoren, ist das mit Sicherheit hilfreich.

Aber davon mal abgesehen teile ich die Meinung hier nicht, dass der Lotse das nicht verstanden hätte. Denn wenn man sich die Untertitel anschaut, dann sagt er an mehreren Stellen etwa gegenüber dem Chef der Feuerwehr, dass die Besatzung offensichtlich Probleme mit der Kontrolle hatte („pitch control issue“). Viel mehr als zu hoffen, dass die Besatzung die Kontrolle behält, kann er da aus meiner Sicht nicht machen. Und er sagt den Piloten auch ganz klar, dass er den Luftraum für sie frei schaufeln wird, wenn es nötig ist. Was soll man da noch mehr erwarten?

Interessant, auch wenn es hier jetzt nicht wirklich geholfen hat, dass sich ein Pilot von Delta auf der Frequenz meldet, der die Embraer auch mal geflogen ist und sich anbietet, der Besatzung Hilfe zu geben. 👍
 
macfly

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Ja, finde auch, ATC hat das nicht schlecht gemacht. Der Delta-Pilot wurde ja von ATC zur Unterstützung von der Ground auf die Tower Frequenz geschickt, weil er Erfahrung mit dem Jet hatte. ATC hat also durchaus verstanden, dass die Piloten ein Control-Problem hatten, dass sie nicht direkt in den Griff bekommen haben. Ansonsten haben sie den Luftraum freigeräumt und eine sofortige Landung ermöglicht. Alles gut.

Klar, zunächst gibt ATC trotz der Meldung "Trimm Runaway" eine Höhenvorgabe. Das ist aber nicht ungewöhnlich: normalerweise sollte ein Trim Runaway nur wenige Sekunden dauern (wir erinnern uns: Boeing ging bei der MAX davon aus, dass Piloten ein Trim Runaway innerhalb von 3-4 Sekunden reagieren und das Problem beheben). Wie in dem zweiten Video auch erklärt, sind es "Memory Items" mit denen die Piloten die automatische Trimmung stilllegen, also Punkte, die die Piloten sofort aus dem Gedächtnis abarbeiten, ohne eine schriftliche Checkliste dafür zu suchen und durchzulesen.

Die Piloten haben das Trim Problem hier offensichtlich sofort erkannt, aber dann trotzdem sehr lange damit gekämpft. Die spannende Frage wird sein, ob hier die von Embraer vorgegebenen Memory Items nicht gewirkt haben - dann hätten wir den nächsten Hersteller mit einem Sicherheitsproblem bei der automatischen Trimmung - oder ob die Piloten die Memory Items nicht (korrekt) ausgeführt haben, und das Trimm-Problem deswegen anhielt.
 
macfly

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Die Maschine ist übrigens seit dem 18.11.2019 wieder im Linieneinsatz. Zuvor war sie (leer) nach Indianapolis überführt worden und dort hat sie innerhalb von 8 Tagen mindestens 5 lokale Werkstattflüge mit Flugzeiten zwischen 15 und 45 Minuten absolviert. Die Wartungscrew hat die Maschine also ausgiebig getestet...

Wobei man bei dieser Anzahl an Werkstattflügen und der Länge der Reparatur schon fast wieder darüber spekulieren könnte, dass wohl kein gewöhnlicher/einfacher Fehler vorlag, oder man das Problem nicht sofort lösen konnte - wenn es so lange/so viele Flüge gebraucht hat.
 
lutz_manne

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Die Maschine ist übrigens seit dem 18.11.2019 wieder im Linieneinsatz. Zuvor war sie (leer) nach Indianapolis überführt worden und dort hat sie innerhalb von 8 Tagen mindestens 5 lokale Werkstattflüge mit Flugzeiten zwischen 15 und 45 Minuten absolviert. Die Wartungscrew hat die Maschine also ausgiebig getestet...

Wobei man bei dieser Anzahl an Werkstattflügen und der Länge der Reparatur schon fast wieder darüber spekulieren könnte, dass wohl kein gewöhnlicher/einfacher Fehler vorlag, oder man das Problem nicht sofort lösen konnte - wenn es so lange/so viele Flüge gebraucht hat.
Ich hoffe mal eher, dass sie den Fehler auch gefunden haben und nicht nur die Maschine getestet haben und das Problem nur nicht wieder aufgetreten ist. Bei solchen komplexen Systemen ist es ja manchmal schwer einen Fehler nachzustellen. Die Methode, wir tauschen mal Teil xy und schauen ob es nun klappt muss nicht immer zum Ziel führen. Da wäre mir mulmig.
Wird so ein Beinahe-Absturz eigentlich auch von einer Behörde untersucht oder ist es bei den "noch mal gut gegangen"-Fällen so das man das nur die üblichen Wartungsfirmen machen lässt?

@macfly Da hat der ATC ja schon einen guten Job gemacht. Ich denke den psychologischen Aspekt, den ATC als Schnittstelle zum "rettenden Boden" darstellt, darf man auch nicht ausser acht lassen.
 
macfly

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Ein Problem mit der Trimmung/Steuerung ist selbstverständlich ein meldepflichtiger Vorfall. Da es nur ein "Vorfall" war, und kein "Unfall mit Todesfolge", ist allerdings die FAA in diesem Fall zuständig - nicht die NTSB.

Über die Antwort auf die Frage, ob sich die FAA diesen Fall genauer anschauen und auswerten wird, wird man kaum spekulieren müssen: bei der Meldung eines Vorfalls mit "Trimm-Problemen nach dem Start", "Weglaufender Trimmung" und "Problemen der Crew die Trimmung zu übersteuern" dürften in der aktuellen Situation wirklich absolut alle Alarmglocken in den Büros der FAA läuten. Diesen Fall wird man ganz sicher genau betrachten...
 
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