[06/09/26] Boeing 767-300 (Cargo) überrollt Landebahn in Miami

Diskutiere [06/09/26] Boeing 767-300 (Cargo) überrollt Landebahn in Miami im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Die weiter vorne im Thread verlinkten Artikel sagen zwar, es sei nicht bekannt, ob die Opfer Crew oder unbeteiligte Personen am Boden gewesen...
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... Die Opfer kann es doch nur während der Evakuierung durch den Rauch gegeben haben, oder? ...
Die weiter vorne im Thread verlinkten Artikel sagen zwar, es sei nicht bekannt, ob die Opfer Crew oder unbeteiligte Personen am Boden gewesen seien. Sie berichten aber auch von vielen Menschen, die in ihren Autos eingeklemmt gewesen seien und hätten befreit werden müssen. Ich denke, die Opfer gehören nicht zur Crew.
 
Simon Maier

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Hallo,

Hier im Video gibt es Bilder vom Parkplatz selbst und weitere Kameraperspektiven des Unglücks

Edit 2: Dieses Video vom Vorfall scheint im Gegensatz zum letzten "echt" zu sein




 
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mcgyvr81

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Es gab inzwischen das erste Briefing des NTSB von J. Homendy dazu (die bislang bekannten Fakten zum Unfall ab Minute 4:12):


Daraus kurz zusammengefasst: das Flugzeug war mit einer 2-köpfigen Crew besetzt und auf dem 3. Flug des Tages, von San Juan (Puerto Rico) kommend.

Es wurden nach dem Überschießen der Landebahn (außer den ohnehin dort befindlichen, ortsfesten Nav Aids wie z.B. Leuchten und Localizer-Antenne) 2 Fahrzeuge getroffen: innerhalb der Flughafeneinzäunung ein Ford-Van eines Flugzeug-Reinigungsdiensts (der zu diesem Zeitpunkt mit 7 Personen besetzt war) und nach dem Durchbrechen des Zaunes noch ein Toyota-SUV (Anzahl der Insassen wurde nicht bekannt gegeben), der auf der dortigen 67th Ave unterwegs war. Das Flugzeug kam ca. 1300 ft (knapp 400 m) nach Ende der befestigten Landebahn zum Stehen.

Das NTSB ist mit einem 32-köpfigen Team vor Ort, wartet aktuell allerdings noch auf uneingeschränkten Zugang zum Flugzeug und der Unfallstelle (es muss u.a. zuerst noch der Treibstoff abgepumpt werden). CVR und FDR wurden aber bereits geborgen und erste Daten davon sollten morgen vorliegen.

Es wurde angekündigt, dass auch Interviews mit der Flight Crew und Zeugen auf der Agenda der nächsten Tage stehen. Das impliziert, dass die Crew den Unfall wohl soweit überlebt hat und zu erwarten ist, dass man sie in den nächsten Tagen zum Hergang befragen kann.
 
Alpha

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Zur Anflugvorbeteitung gehört immer auch das Berechnen der zu erwartenden Landedistanz und sich daraus ergebenden operationellen Konsequenzen. Dabei rechnet man konservativ, in diesem Fall also auch mit der zu erwartenden Rückenwindkomponente, nasser Bahn von Gewittern/Schauern in der Nähe, Geschwindigkeitsaufschlag wegen Wind/Böen etc.

Da der Wetterbericht schlechtes Wetter erwarten ließ ist der Fokus darauf normalerweise erhöht, man macht sich umso mehr Gedanken zu Konsequenzen, Landung etc als eh schon. Das war ja nicht überraschend.

Nun sind die hier etwa 2500m verfügbare Landestrecke für eine 767 nicht sehr viel, aber bei passendem Wetter auch nicht problematisch. Mit Rückenwind, auf nasser Bahn und durch Wind/Böen hohe Aufschläge auf die Anfluggeschwindigkeit musste jedoch an diesem Tag lange vor der Landung klar sein, dass die Margen weitaus enger sind als gewöhnlich.

Bei den meisten Airlines gibt es die Vorgabe, auf jeden Fall Durchzustarten, wenn man nicht in der Touchdown Zone (TDZ) aufsetzt - die Frage kam hier im Thread ja auf. Je nach Rahmenbedingungen ist es aber mitunter sogar so, dass die TDZ gar nicht ganz genutzt werden kann, weil schon an/vor deren Ende nicht genügend Distanz übrig bleibt, sicher zum Stehen zu kommen. Auch deshalb berechnet man diese Daten vor jeder Landung.

In Summe muss hier schon vor der Landung klar gewesen sein, dass die Margen eng sind. Mit der hohen Geschwindigkeit über Grund der ADSB-Daten (die Airspeed muss schon dicht am Placard Limit der Landeklappenstellung 25, und erst recht 30, gewesen sein) beim "erzwungenen" Touchdown in völlig unnormaler Fluglage am Ende oder hinter der TDZ und dann nicht sofort einsetzender Bremsung wegen fehlendem Bodenkontakt (Air/Ground Logic) ist es mir ein Rätsel, dass keiner von beiden den völlig problemlos Go-Around eingeleitet hat. Die Geschwindigkeit war hoch, die benötigte Distanz für den "Go" kurz und weitaus kürzer als jeder Stop(versuch) und eine 767 eher stark motorisiert. Ein stärker auf "Go-Around" hinweisendes Szenario lässt sich nicht einfach ausmalen.

"Target Fixation" kann man hier einwerfen, die volle Konzentration auf "es hinbekommen" anstatt die eigentlich einfache Alternative des "Durchstarten und entweder neu probieren oder zum Ausweichflughafen zu fliegen" zu ziehen.

Während die verbleibende Landebahn nach dem Bodenkontakt noch locker zum Durchstarten ausgereicht hätte, gibt es eine Regel, welche die Option "Durchstarten" nimmt: wenn die Schubumkehr aktiviert ist, dann wird nicht mehr durchgestartet. Auf den mir bekannten Videos sind die Reverser an diesem Zeitpunkt aber nicht offen.

Natürlich kenne ich auch nicht die FDR Daten, das ganze Szenario etc. Die Fehler erscheinen aber recht eindeutig.

Und leider lässt sich bei Amazon Prime, bzw deren Subunternehmen, eine Häufung von Unfällen mit starken Fehlern der Crew feststellen. Es wäre wohl an der Zeit, da mit Fokus auf Auswahl, Training, Standards etc genau hinzuschauen.
 
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Und leider lässt sich bei Amazon Prime, bzw deren Subunternehmen, eine Häufung von Unfällen mit starken Fehlern der Crew feststellen. Es wäre wohl an der Zeit, da mit Fokus auf Auswahl, Training, Standards etc genau hinzuschauen.
Wenn man immer so in den Medien was über Amazon und den Umgang mit den Mitarbeitern liesst (Überwachung, gedrillte Arbeitsabläufe, usw.), würde es mich nicht wundern, wenn die Airmans auch solchen Erfolgs- und Leistungsdruck haben und eventuelle Konsequenzen befürchten müssen, wann mal nicht den Erwartungen des Unternehmens entsprochen wird (z.B. sowas wie Prämie weg, wenn durchgestartet wird). Und wenn es nur unterschwellig von der Crew wahrgenommen wird. Jeder Mensch tickt ja psychisch anders. Da würde ich mich sehr freuen, wenn die NTSB eine erweiterte Untersuchung durchführen würde, um genau solche Dinge in der Unternehmenskultur aufzuspüren.
Wieso will eine Crew ein Flugzeug das noch fliegen will, entgegen der Physik, auf den Boden zwingen?
 
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Wobei Flugzeug und Besatzung 21air gehören und nur Primeair am Rumpf steht.
Amazon ist eigentlich gar nicht erwähnt
 
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Es war der dritte Flug von dem Flugzeug an diesem Tag; zwischen dem tatsächlichen Abflug des ersten Fluges und der geplanten Ankunft des letzten Fluges sind es mehr als 12 Stunden, dabei war der Abflug des ersten Fluges um knapp 2 St verspätet (alles laut FR24). Das ist ein langer Arbeitstag, wenn es die gleiche Besatzung war…
 
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Ist veilleicht ein weiter gedanklicher Weg, aber wenn man sich anguckt, wie Amazon-Lieferfahrer (bzw. Sub-, Sub-Sub oder Sub-Sub-Sub-Unternehmer) sich in Relation zu allen Autofahrern verhalten, wundert mich das nicht. Und das liegt nicht an den Menschen selber, sondern am System. Da stimm ich lutz_manne voll zu.

Warum fliegen viele hier denn nicht mir Ryanair?

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Wobei Flugzeug und Besatzung 21air gehören und nur Primeair am Rumpf steht.
Amazon ist eigentlich gar nicht erwähnt
Aber eben das meine ich ja: Amazon Air (=Prime Air, Amazon) steht drauf, aber dahinter stecken verschiedene Subunternehmen, es ist eine "virtuelle Airline"). Der Auftraggeber steht also klar fest und der sollte Verantwortung für das übernehmen, was seine Subunternehmen tun. Drei Unfälle in recht kurzer Zeit, bei mindestens zweien davon mit erheblichen Defiziten im Bereich Crew.
 
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Ist veilleicht ein weiter gedanklicher Weg, aber wenn man sich anguckt, wie Amazon-Lieferfahrer (bzw. Sub-, Sub-Sub oder Sub-Sub-Sub-Unternehmer) sich in Relation zu allen Autofahrern verhalten, wundert mich das nicht. Und das liegt nicht an den Menschen selber, sondern am System. Da stimm ich lutz_manne voll zu.
mfg
Dieser gedankliche Weg ist wahrscheinlich nicht mal in astronomischen Einheiten messbar und das Gedankenziel nie erreichbar.
Warum fliegen viele hier denn nicht mir Ryanair?
Wegen dem mitreisenden Publikum, dass nen Flughafen mit nem Busbahnhof mit Absturz- Bierschenke verwechselt. Wegen dem Sitzabstand und den absurden Gepäckregelungen.....
 
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Ich fliege mit denen. Auch, weil eine ganze Reihe ehemaliger Schüler dort unter gekommen sind.
 
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Ryanair ist wie McDonald’s. Angeblich geht keiner hin, aber die Bude ist immer bumsvoll. Für einen schnellen Trip nach Dublin setze ich mich da auch schon mal rein, ansonsten fliegen die nichts an was mich interessiert. Sicherheitstechnisch habe ich bei denen auch keinerlei bedenken, da gibts ganz andere Kandidaten. Ist jetzt aber doch ein gutes Stück weg vom Thema… von Amazon Air/Prime Air hatte ich bisher tatsächlich noch nie was gehört. Sind die auch außerhalb der USA vertreten?
 

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… von Amazon Air/Prime Air hatte ich bisher tatsächlich noch nie was gehört. Sind die auch außerhalb der USA vertreten?
Ja logisch. Das Haupt-Hub in Europa liegt sogar in DE, genauer gesagt in Leipzig/Halle. Von dort aus geht’s nach Bonn, Hannover, Mailand, Paris, etc.
Asien wird über Indien(HYD) versorgt.
Gibt dann meine ich sogar noch paar ausgewählte Verbindungen nach Lateinamerika.
 
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Zweites NTSB-Briefing:


Neue Informationen daraus (sie wurden im Briefing zeitlich auf den Abbruch der FDR-Aufzeichnungen normiert):

30 Sekunden vor Ende der FDR-Aufzeichnung wurde das Aufsetzen des Bugfahrwerks (NLG) und rechten Hauptfahrwerks (MLG) registriert - bei 158 kt Ground Speed (GS).

23 Sekunden vor Ende der FDR-Aufzeichnung wurden erstmalig die Bremsen betätigt - bei 146 kt GS.

19 Sekunden vor Ende der FDR-Aufzeichnung wurde das Aufsetzen des linken MLG registriert - bei 134 kt GS.

15 Sekunden vor Ende der FDR-Aufzeichnung wurde an den Schubhebeln TOGA-Leistung gesetzt und die Bremsen wieder gelöst - bei 120 kt GS.

11 Sekunden vor Ende der FDR-Aufzeichnung wurden die Schubhebel wieder auf Leerlauf zurückgezogen und die Bremsen bis zum Ende der Aufzeichnung wieder betätigt - bei 117 kt GS.

7 Sekunden vor Ende der FDR-Aufzeichnung gab es starke Ausschläge der aufgezeichneten Längs-/Quer-/Vertikalbeschleunigung (was wohl mit Kollision mit der Localizer-Antenne oder allgemein dem Verlassen des befestigten Teils der Landebahn einhergeht) - bei 96 kt GS.

Der letzte Datenframe bei 0 Sekunden vor Aufzeichnungsende des FDR hat dann 65 kt GS registriert. Bis dahin wurde zu keinem Zeitpunkt während der Landung ein Ausfahren der Speedbrakes/Ground Spoilers oder der Schubumkehr aufgezeichnet.
 
Thema:

[06/09/26] Boeing 767-300 (Cargo) überrollt Landebahn in Miami

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