08.07.21 Örebrö/SE DHC-2 abgestürzt

Diskutiere 08.07.21 Örebrö/SE DHC-2 abgestürzt im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Beim Start vom Flugplatz Örebrö ist eine DHC-2 Turbo Beaver abgestürzt wobei acht Fallschirmspringer und der Pilot ums Leben kamen. Laut...
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Beim Start vom Flugplatz Örebrö ist eine DHC-2 Turbo Beaver abgestürzt wobei acht Fallschirmspringer und der Pilot ums Leben kamen. Laut Berichten in den Medien hob das Flugzeug kurz ab und ist dann aufgeschlagen wobei Feuer ausbrach.
Es ist wohl die DHC-2T SE-KKD
 
AT-6

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:sad:

(Übersetzt mit DeepL):

"Neun Tote bei Absturz am Flughafen Örebro

Neun Menschen sind nach dem Flugzeugabsturz auf dem Flughafen Örebro am Donnerstagabend gestorben. Sie waren an Bord des Fallschirmspringers, der kurz nach dem Abheben vom Boden abstürzte.

- Wir haben beschlossen, eine Unfalluntersuchung einzuleiten, sagt Peter Swaffer von der schwedischen Unfalluntersuchungsstelle gegenüber SVT Nyheter.

Neun Personen, acht Fallschirmspringer und ein Pilot, waren in dem Flugzeug, als es abstürzte. Der Alarm kam um 19.20 Uhr und wurde dann auch an die See- und Luftrettungszentrale weitergeleitet.

- Der Absturz soll sich irgendwann während des Abhebens vom Boden ereignet haben, sagt Carl-Johan Linde, Pressesprecher der schwedischen Schifffahrtsbehörde.

Im Zusammenhang mit dem Absturz brach ein Feuer aus, das von den Rettungskräften vor Ort gelöscht wurde.

Am Freitagabend gab die Polizei bekannt, dass alle Personen an Bord bei dem Unfall ums Leben gekommen sind.
Die Unfallkommission wird Zeugen hören

Ein Team der staatlichen Unfalluntersuchungsstelle ist auf dem Weg zum Unfallort und wird seit Donnerstagabend vor Ort sein. Peter Swaffer leitet die Ermittlungen:

- Ich bin auf dem Weg dorthin und habe zwei Ermittler auf dem Weg dorthin. Sie werden Zeugen befragen und mit dem Personal im Flugsicherungsturm sprechen, sagt Swaffer gegenüber SVT.

- Wir haben beschlossen, eine Unfalluntersuchung zu starten. Ich arbeite mit der Polizei zusammen, um die morgigen Arbeiten zu planen, einschließlich einer Informationsveranstaltung für Angehörige und wahrscheinlich einer Pressekonferenz", sagt Swaffer.
Krisenhilfe eingerichtet

Angehörige der Unfallbeteiligten, die es zum Flughafen geschafft haben, werden von der Polizei unterstützt, sagt Lars Hedelin, Pressesprecher der Polizeiregion Bergslagen. Auch der Fallschirmclub, der Krisenstab der Gemeinde und die Kirche sind zur Unterstützung vor Ort.

- Wir kümmern uns um den Vorfall, sagt Eva Barrera Glader, Bereitschaftsleiterin der Gemeinde Örebro, gegenüber SVT.

Das Universitätskrankenhaus Örebro wurde aufgrund des Unfalls um 19.20 Uhr in den Notfallmodus versetzt, konnte aber später am Abend wieder in den Normalbetrieb übergehen. Das Krankenhaus aktivierte auch einen Krisenstab am Flughafen.

Die Polizei schreibt auf ihrer Website, dass sie zu diesem Zeitpunkt keinen weiteren Kommentar abgeben möchte."
 
WaS

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Oh, oh, das erinnert fatal daran.
 
redbolt

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Heute wurde ein Zwischenbericht veröffentlicht


In Kurzform, der Flug währte 46 sekunden, in dieser Zeit stieg das Flugzeug bis auf ca 500 fuss, änderte danach die Flugrichtung um 180 Grad und schlug mit ca 45 Grad Winkel neben der Laufbahn auf.

2 Hinweise gibt es, dass die Höhenruder Trimmung falsch stand, erstens von einem Überwachungsfoto des Turms und von der Schalterstellung nach dem Unfall. Dieser stand laut anderen Piloten in einer Stellung die normalerweise gewählt wird fûr einen Piloten ohne Last und Landung.

Bei anderen Flügen mit Springern soll das normale mit eingebauten Sitz neben dem Piloten gewesen sein, dass dort 2 Springer sitzen und die anderen dahinter. Beim aktuellen Flug waren alle Springer hinter dem Piloten in der Kabine.

Weitere Ermittlungen laufen
 
macfly

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Das Abfluggewicht lag wohl im Bereich des maximal erlaubten, und der Schwerpunkt am oder hinter dem zulässigen Bereich. Die Trimmung hätte nach Aussage anderer Piloten bei einem Start mit Passagieren in Neutralstellung (auf "0") stehen sollen, stand aber auf etwa 2/3 schwanzlastig (nose up). Diese Stellung ist normal für eine Landung ohne Passagiere (= wenn die Springer die Maschine verlassen haben). Der Bericht weist darauf hin, dass es im Sprungbetrieb (natürlich) zu starken Änderung des Schwerpunkts kommt, und deutliche Verstellung der Trimmung notwendig macht (= jeweils nach dem Absetzen bzw. nach der Landung/vor dem Start).

Interessant ist die Untersuchung der Anzeigen im Cockpit (siehe Fotos im Bericht). Man hat sämtliche Glühlampen untersucht, ob diese zum Unfallzeitpunkt leuchteten (leuchtende Glühwendel haben sich beim Aufschlag verzogen, nicht-leuchtende Wendel haben ihre normale Länge behalten oder sind gebrochen). Diese Art der Auswertung habe ich länger nicht mehr in Unfallberichten gesehen. Es hat wohl nur die Stall-Warning Lampe geleuchtet. Warnlampen zum Motor/Kraftstoffdruck/Propellerverstellung waren alle aus.
 
lutz_manne

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Schätze mal der Punkt geht an die Checklisten-Befürworter. Ich denke mal die richtige Stellung der Trimmung vor dem Start sollte dort aufgeführt sein, oder?
 
macfly

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Schätze mal der Punkt geht an die Checklisten-Befürworter. Ich denke mal die richtige Stellung der Trimmung vor dem Start sollte dort aufgeführt sein, oder?
Selbstverständlich ist die Trimmung ein Punkt der Start-Checkliste. Auch bei der Nutzung von Checkliste können aber natürlich Fehler passieren - z.B. wenn man unterbrochen wird (und am falschen Punkt fortsetzt). Ob der Pilot normalerweise eine Checkliste nutzte, oder nicht, darauf geht der vorläufige Bericht noch nicht ein.

Eine irrtümlich extrem schwanzlastige Trimmung würde dazu führen, dass die Maschine schon zu früh abheben will - und man schon beim Startlauf das Steuer drücken muss, damit sie nicht vor Erreichen der Startgeschwindigkeit versucht Nase und Räder von der Piste zu nehmen. Und man müsste im weiteren Steigflug das Steuer drücken, damit sie nicht zu steil steigt. Bei kleineren Flugzeugen ist das normalerweise problemlos möglich. Fühlt sich halt komisch an, man merkt dann aber eigentlich sofort, dass die Trimmung nicht passt, weil der Steuerdruck ungewohnt ist. Zudem lässt sich eine Trimmung dann sehr schnell verstellen.
Wie sich so etwas allerdngs in einer etwas größeren DHC2, zumal zusätzlich mit schwanzlastigem Schwerpunkt (knapp hinter dem zulässigen Bereich) anfühlt - ob so etwas dort noch mit einfachem Drücken des Steuers korrigierbar ist, und wie schnell sich eine falsche Trimmung dann dort verstellen lässt, ist eine andere Frage. Müsste mal jemand kommentieren, der so eine Maschine geflogen ist.
 
schwarzmaier777

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Eine irrtümlich extrem schwanzlastige Trimmung würde dazu führen, dass die Maschine schon zu früh abheben will - und man schon beim Startlauf das Steuer drücken muss, damit sie nicht vor Erreichen der Startgeschwindigkeit versucht Nase und Räder von der Piste zu nehmen. Und man müsste im weiteren Steigflug das Steuer drücken, damit sie nicht zu steil steigt. Bei kleineren Flugzeugen ist das normalerweise problemlos möglich. Fühlt sich halt komisch an, man merkt dann aber eigentlich sofort, dass die Trimmung nicht passt, weil der Steuerdruck ungewohnt ist. Zudem lässt sich eine Trimmung dann sehr schnell verstellen.
.........
ähm .... bereits bei der Do 27 ist es nicht möglich bei voll schwanzlastig getrimmt - voll besetzt - z.B. im Landeanflug bei etwas Gas das Flugzeug mit voll gedrückt weiter im Sinkflug zu halten - keine Chance - mit Schleppgas muss ich die Trimmung zurück nehmen . (Auch wenn es hier nur "2/3 Trimmung waren- vllt war es "voll" hecklastig und er hatte es schon bis 2/3 geschafft)

Und sicher hat der Pilot bemerkt das er zu früh abhebt - die 46 s und 500 ft zeigen aber deutlich wie rasend schnell das abgegangen ist.

Bei manueller Trimmung hat die Zeit einfach nicht gereicht zwischen Erkennen und verstellen der Trimmung soweit, das der Steigflug wirksam beendet wird...

Tragisch das dieses Versäumnis hier tödlich endete !!!

Ingo
 
macfly

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Auch wenn es hier nur "2/3 Trimmung waren- vllt war es "voll" hecklastig und er hatte es schon bis 2/3 geschafft
Ja, den Gedanken hatte ich auch - der Bericht sagt aber, dass die Trimmung dort stand, wo sie laut anderer Piloten normalerweise steht, wenn man ohne Ladung landet (was ja kurz vor dem Unfall der Fall war). Vermutlich hatte er in der kürze der Zeit nach dem Start also kaum die Chance, die Trimmung noch wesentlich zu verändern.
 
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