13. April 1945 - Absturz P-38 im Raum Torgau - Ausgrabung begonnen

Diskutiere 13. April 1945 - Absturz P-38 im Raum Torgau - Ausgrabung begonnen im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Elsnig (TZ/nw). Wenige Tage nach Beginn der Grabung nach einem abgestürzten Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg bei Elsnig, ist der Ausgang der...

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  1. #1 Bleiente, 23.08.2005
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    Elsnig (TZ/nw). Wenige Tage nach Beginn der Grabung nach einem abgestürzten Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg bei Elsnig, ist der Ausgang der Aktion derzeit noch völlig offen. Ziel ist es ja, neben den Wrackteilen der Maschine vom Typ Lockheed P 38 Lightning die sterblichen Überreste des Piloten zu finden und zu identifizieren. Und das wird offenbar schwerer als erwartet.
    Es ist deswegen kompliziert, weil es an der Absturzstelle heftig gebrannt hatte, meint Archäologe Dr. Gregory Fox von der US-Navy, der das neunköpfige US- Suchteam unterstützt. Selbst wenn grö-ßere Knochenteile entdeckt werden, könnte bei einer DNA-Untersuchung unter Umständen der Vergleich mit der DNA der Tochter nicht ausreichend sein. Dann müsste man schauen, ob beispielsweise Geschwister des Piloten noch leben, so Dr. Gregory Fox. Sehr hilfreich wäre es, wenn man Teile des Kiefers oder Zähne finden würde. Die nachfolgenden Untersuchungen erfolgen in einem Labor in Hawai und dauern erfahrungsgemäß zwischen einem Monat und drei Jahren. Bislang steht das US-Gräberteam bei seinen Arbeiten noch am Anfang. Der betreffende Acker an der Butterstraße bei Elsnig wurde Ende letzter Woche mit Metalldetektoren abgesucht, prägnante Stellen mit gelben und roten Fähnchen markiert. Inzwischen konzentriert sich das Grabungsteam, das von Mitgliedern der AG Luftkriegsgeschichte Rheinland/Mosel unterstützt wird, auf eine rund zehn bis 15 Quadratmeter große Fläche, bei der man allerdings nicht sagen kann, ob es die genaue Absturzstelle ist.
    Der ganze Acker ist mit Kleinteilen übersät. Mehrere Eimer mit verschiedenen Metallstücken, das größte davon gerade mal 30 Zentimeter lang, hat der Suchtrupp mittlerweile geborgen. Nachdem die Grasnarbe mit Spaten entfernt wurde, beginnt nun das aufwändige Abtragen der Bodenschichten und das anschließende Sieben. Unter Umständen müsse man bis zu drei Meter in die Tiefe gehen, schätzt US-Stabsunteroffizier Richard Thomas ein. Er rechnete gestern damit, dass die Arbeiten in Elsnig noch zehn Tage bis zwei Wochen dauern.
    Intensive Recherchen der AG Luftkriegsgeschichte Rheinland, Augenzeugenberichte und Untersuchungen vor Ort hatten bereits vor zwei Jahren ergeben, dass am 13. April 1945 mit hoher Wahrscheinlichkeit der amerikanische Pilot Shannon E. Estill hier durch eine 8/8 Flak abgeschossen wurde. Dessen Tochter, Sharon R. Taylor (61), setzt große Hoffnungen in die Grabungsaktion. Sie ist eigens aus Arizona angereist, um bei den Arbeiten tatkräftig mitzuwirken.
    http://www.hier-leben.de/NewsDetails.asp?ID=20480
     
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  3. #2 christoph2, 23.08.2005
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    1st Lt. Shannon Estill flog bei der 428th Fighter Squadron der 474th Fighter Group der Ninth Air Force. Er wurde am 13. April durch Flak über Elsnig tödlich abeschossen. Die 474th FG war zu dieser Zeit die einzige noch verbleibende Lightning Group im ETO.

    Sofern es wirklich die Maschine von Estill ist, so soll es sich um die P-38J-15-LO mit der Seriennummer 42-104233 handeln. Die P-38J-Bauhreihe war die schnellste Lightning - von der J-15 wurden 1400 Exemplare gebaut.

    Shannon Estill (links)

    Quelle: http://www.web-birds.com/
     
  4. #3 Hunter75, 23.08.2005
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  5. #4 Bleiente, 06.09.2005
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    Gewissheit nach 60 Jahren - Ein Bericht vom Bergungsort

    Torgau. Sharon R. Taylor fällt eine Zentnerlast von den Schultern. Endlich hat die Amerikanerin Gewissheit über das Schicksal ihres Vaters. Der US-Kampfpilot war vor 60 Jahren in den letzten Kriegstagen mit seiner Maschine abgeschossen worden und galt seither als vermisst.
    Nachdem aber bereits vor zwei Jahren Wrackteile des Flugzeugs auf einem Acker bei Elsnig (Kreis Torgau-Oschatz) entdeckt wurden, konnte jetzt ein Archäologenteam die sterblichen Überreste des Piloten bergen.
    Rückblende: Es ist Freitag der 13. April des Jahres 1945. Der Zweite Weltkrieg neigt sich dem Ende entgegen. Aber noch toben erbitterte Kämpfe. Shannon Eugene Estill, amerikanischer Jagdflieger, ist mit seiner Lockheed P-38 Lightning gerade von einem Kampfeinsatz auf seinen Stützpunkt im rheinischen Strassfeld zurückgekehrt. Von dort aus will er seine Rückreise in die Heimat antreten. Doch dann erkrankt ein Kamerad des 22-jährigen Soldaten. Der junge Oberleutnant springt für den Freund ein, setzt sich noch einmal in seine Maschine. Und kehrt von einem Angriff auf die Bahnlinie Leipzig-Torgau nicht mehr zurück. "Er wurde auf dem Rückweg in Richtung Weidenhain von einer 8/8 Flak getroffen, verlor Kraftstoff, geriet ins Trudeln und stürzte ab", heißt es in einem Militärprotokoll.
    Das ist alles, was Sharon R. Taylor, damals noch ein Baby, lange Jahre über das Schicksal ihres Vaters weiß. Immer wieder bemüht sich die heute sechzigjährige Philosophiedozentin aus Scottsdale/Arizona um Gewissheit - ohne Erfolg. Doch dann trifft sie auf Hans-Günther Ploes von der Arbeitsgemeinschaft Luftkriegsgeschichte Rheinland. Die beiden beschaffen sich Kartenmaterial, recherchieren, sammeln Aussagen von Zeitzeugen. Nach und nach verdichten sich die Hinweise. Die Spuren führen auf einen Acker bei Elsnig. Mit Metalldetektoren macht sich Ploes dort im März 2003 an die Arbeit. Schnell wird er fündig und fördert Flugzeug-Wrackteile zu Tage. Eine Baugruppen-Nummer schafft Gewissheit: Es sind die Reste von Estills Maschine. Doch ist der Pilot beim Absturz darin umgekommen? Eine Identifizierung kann nur das Vermissten-Nachweiskommando der US-Armee erbringen. Das Expertenteam kann sich erst Mitte August 2005 um den Fall kümmern. Schicht für Schicht durchsieben die Archäologen um Professor Gregory L. Fox das Erdreich im Umkreis der Absturzstelle, finden rostige Nieten, zerfetztes Aluminium, verschmorten Gummi. Und stoßen schließlich auf menschliche Überreste. Kein Zweifel: Es sind die Gebeine von Sharons vermisstem Vater. Nach 60 Jahren Ungewissheit hat Tochter Sharon jetzt nur noch einen Wunsch - den Vater zurück in die Heimat zu holen. Dort sollen seine sterblichen Überreste auf einem Soldatenfriedhof in Oklahoma ihre letzte Ruhe finden.
    von Nico Wendt und Sebastian Thomas
    Dienstag, 6. September 2005
    http://www.lvz-online.de/lvz-heute/7259.html
     
  6. #5 Fly_Flap, 08.09.2005
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    Bitter ...

    ist am Ende doch was dran ... am Freitag, den 13.?

    Schöne Grüße an das Forum!
     
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