17. Juli 2021- Absturz einer Piper bei Steinenbronn/ Kreis Böblingen

Diskutiere 17. Juli 2021- Absturz einer Piper bei Steinenbronn/ Kreis Böblingen im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Offenbar nur kurz nach dem Start vom Flughafen Stuttgart ist am Samstag, 17. Juli 2021 gegen 09:45Uhr eine einmotorige Maschine des Herstellers...

HHS

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Offenbar nur kurz nach dem Start vom Flughafen Stuttgart ist am Samstag, 17. Juli 2021 gegen 09:45Uhr eine einmotorige Maschine des Herstellers "Piper" in eine dichtbewaldete Stelle nördlich von Steinenbronn/ Böblingen gestürzt. Laut Polizei soll es mehrere Tote geben.


 

felix1

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Steinenbronn liegt etwa 7 km in Verlängerung der Piste 25. Das Wetter zum Unfallzeitpunkt lautete:

METAR EDDS 170750Z 33004KT 290V010 9000 FEW005 BKN007 17/15 Q1023 NOSIG=

Also dichte Bewölkung in 700 Fuß über Grund. Ein versehentliches Einfliegen in IMC unter Sichtflugregeln scheint hier fast ausgeschlossen.
 
Intrepid

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Ich habe gelesen, der Pilot habe sich kurz nach dem Start noch bei Langen gemeldet. Das klingt nach IFR. Ich habe auch gelesen, der Flugschreiber sei geborgen. Das hört sich nach Quatsch an.
 
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nach rastlosen Jahren zurueck in der Niederlausitz
Ich habe gelesen, der Pilot habe sich kurz nach dem Start noch bei Langen gemeldet. Das klingt nach IFR. Ich habe auch gelesen, der Flugschreiber sei geborgen. Das hört sich nach Quatsch an.
Ein FLARM ist praktisch ein Flugschreiber und ist inzwischen auch in vielen Motorflugzeugen verbaut.
 
macfly

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Warum nicht? Weil die Bewölkung so dicht war?
Ich denke, die Betonung in der Aussage von Felix lag auf "versehentlich". Wer am Flughafen Stuttgart bei diesem Wetter startet, wird IFR unterwegs sein - und somit geplant in IMC einfliegen. Ein Versehen ist in diesem Fall sehr unwahrscheinlich. Das METAR, das zum Startzeitpunkt noch gültig war, war sogar noch etwas schlechter:

EDDS 170720Z 32006KT 290V360 7000 SCT005 OVC007 17/15 Q1023 NOSIG

Flugzeug war laut ASN eine Piper PA-28 Turbo Arrow IV:
 

felix1

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Danke macfly, genau das wollte ich damit sagen. Außerdem kommt man an einem kontrollierten Flughafen wie Stuttgart bei dem Wetter nicht nach Sichtflugregeln raus.
 
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Intrumentenflug-berechtigt heißt nicht Instrumentenflug-geübt. In der allgemeinen Luftfahrt kann so ein Wetter auch bei IFR eine Rolle spielen. Und schon der simple Motorausfall kann bei einem einmotorigen Flugzeug bei quasi aufliegender Bewölkung das Todesurteil sein, weil man sein Notlandefeld nicht aussuchen kann. Deswegen gilt (bis auf seltene Ausnahmen) für den gewerblichen Personentransport nachts, über der offenen See und in IMC das mehrmotorig-Gebot. Privat darf man das Risiko eingehen.
 

HelicoPeter

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Danke macfly, genau das wollte ich damit sagen. Außerdem kommt man an einem kontrollierten Flughafen wie Stuttgart bei dem Wetter nicht nach Sichtflugregeln raus.
Keiner der METAR's schließt SVFR aus, da keine Ceiling ≤ 600ft.
Der METAR ist für das Wetter auf der Strecke ausserhalb der CTR ohnehin nicht aussagekräftig.
 

felix1

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Einer ersten Meldung der Deutschen Flugsicherung (DFS) zufolge war die einmotorige Maschine auf dem Weg nach Magdeburg. Kurz nach dem Start habe sich der Pilot noch einmal beim Kontrollzentrum in Langen gemeldet, danach sei die Maschine vom Radar verschwunden. "Es wurde seitens des Piloten kein Notruf abgesetzt", sagte eine Sprecherin der DFS am Samstag.

(Nachträglich unterstrichen)

 
Intrepid

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So kann man das nicht sagen,
Hier sind zwei Beispiele der FLARM-Beschreibung ...
Einen klassischen Flugschreiber hat so ein Flugzeug nicht. Es sind aber heutzutage oft Geräte an Bord, die Bilder und Daten aufzeichnen und für die Unfalluntersuchung Verwendung finden (Smartphones, Triebwerküberwachungsinstrumente, Speichermedien von Glascockpits oder Teilen davon, Geräte für die elektronische Sichtbarkeit wie Flarm mit gespeicherten Bewegungsdaten, etc.). Ob das gemeint war oder es sich um eine Falschmeldung handelt, werden wir nie erfahren. Wenn später im Untersuchungsbericht solche zufällig vorgefundenen Daten erwähnt werden, besteht zumindest die Möglichkeit, dass der BFU-Beauftragte vor Ort dazu etwas gesagt hat.
 
macfly

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Das mit dem Flugschreiber stammt aus der Pressemeldung der Polizei, die gestern schon kurz nach dem Unfall veröffentlicht wurde. Kann gut sein, dass der Beauftragte der BFU zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal vor Ort war. Möglicherweise haben die Beamten vor Ort auch etwas anderes gefunden (z.B. das ELT: auch eine leuchtend orange, eckige Box, die im Aussehen etwas an einen Flugschreiber eines Airliners erinnert...) und wussten nicht so genau, was das tatsächlich war.

Da der Pilot aber IFR unterwegs war, wird er vermutlich schon irgendein Gerät gehabt haben, dass zumindest den Flugweg aufzeichnet (Garmin, Flarm, iPad). Ob sich das noch auswerten lässt, werden wir sehen.

Heute sind zwei weitere Experten der BFU am Unfallort eingetroffen. Eine Zeitung hatte gestern auch gemeldet, dass noch BFU Experten aus Braunschweig anreisen würden.

 
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"... Bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, könnte es nach Angaben des BFU-Sprechers aber noch eine Weile dauern: «Wir sind immer bestrebt, innerhalb von zwölf Monaten eine solche Untersuchung abzuschließen.» Ein Zwischenbericht werde für Ende September erwartet. ... "
Tödlicher Absturz eines Kleinflugzeugs: Ursache noch unklar (msn.com)

Man wird wohl also noch etwas in Geduld üben müssen.
 

HHS

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Erster Startversuch um 09:25Uhr abgebrochen, dann Start um 09:40Uhr. Absturz 5 min später. Auf den Bildern ist zu sehen, dass die Blätter des Probs verbogen sind. Die Suche nach den Trümmern war wohl nicht einfach ...
 
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