2011 - Das Jahr mit den prozentual wenigsten Toten in der Verkehrsfliegerei

Diskutiere 2011 - Das Jahr mit den prozentual wenigsten Toten in der Verkehrsfliegerei im News aus der Luftfahrt Forum im Bereich Aktuell; So nicht noch etwas schlimmes passiert, dürfte das Jahr 2011 mit einem neuen Rekord enden. Mit nur einem Toten auf 7,1 Millionen beförderte...
mcnoch

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So nicht noch etwas schlimmes passiert, dürfte das Jahr 2011 mit einem neuen Rekord enden. Mit nur einem Toten auf 7,1 Millionen beförderte Passagiere ist es das sicherste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die letzte Bestmarke war das Jahr 2004, mit einem Toten auf 6,4 Millionen Passagieren.
Zwar liegt die absolute Zahl der zu Tode gekommenen Passagiere nicht auf dem Tiefsstand, dies waren ebenfalls 2004 344 getötete Passagiere/Besatzungsmitglieder, aber mit (bislang) 401 Toten liegt 2011 angesichts der um über 30% gestiegenen Fluggastzahlen ist dies ebenfalls ein neuer Rekord.

Weitere Details für Zahlensammler/Liebhaber:
http://online.wsj.com/article/SB10001424052970204296804577124583734872946.html?mod=fox_australian
 

koehlerbv

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So rein statistisch hat also jeder von München abfliegende Passagier sein Ziel nicht lebend erreicht ... Hm.

Interessant wäre, wie die herausgerechneten Zahlen für die "1. Welt" aussehen würden. Auf jeden Fall sterben mehr Menschen auf der Fahrt zum oder vom Flughafen als in der Zeit zwischen An- und Abfahrt.

Um die Statistik auf die Spitze zu treiben: Wenn man im Flugzeug leben würde und annimmt, dass das Flugzeug auf der Strecke München - Frankfurt 8 Umläufe (16 Flüge pro Tag) schaffen würde, dann wäre man nach 1.215 Jahren "fällig". Und das ist beeindruckend.

Bernhard
 
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Um die Statistik auf die Spitze zu treiben: Wenn man im Flugzeug leben würde und annimmt, dass das Flugzeug auf der Strecke München - Frankfurt 8 Umläufe (16 Flüge pro Tag) schaffen würde, dann wäre man nach 1.215 Jahren "fällig". Und das ist beeindruckend.
Die Absturzwahrscheinlichkeit erreicht nie 100%. Bei einer Unfallwahrscheinlichkeit pro Flug von 1:10^9 hat man eine "Ankunftswahrscheinlichkeit" von 99,9999999% oder 0,999999999 als Dezimalbruch. Diese Nichtabsturz-Wahrscheinlichkeit müsste man mit Unendlich potenzieren, um eine Wahrscheinlichkeit von Null zu erhalten. Interessanter finde ich Rechnungen, bei denen die Absturzwahrscheinlichkeit 50% erreicht. In der BBC-Doku zum Thema Flugzeuge und Luftfahrt wurde gesagt, dass man jeden Tag fliegen müsste und dann immernoch 26 Jahre bräuchte, um auf 50% zu kommen, aber das waren auch globale Zahlen, wenn man mit "westlichen" Airlines fliegt, dann braucht man wahrscheinlich mehr als ein Menschenleben.
 
mcnoch

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Ein paar Zahlen für die westlichen Fluggesellschaften gibt es ja. 1 schweres Unglück auf 3 Millionen Flugbewegungen.
Bei den Flugzeug-Typen gibt es insgesamt 1 schweres Unglück pro 500 000 Flugbewegungen. Schaut man nur auf Boeing, Airbus, Embraer und Bombardier ist es nur 1 schweres Unglück pro 3,5 Millionen Flugbewegungen.
Ein Viertel dieser Unglücksfälle mit westlichen Maschinen geht auf Unfälle noch am Boden im Flughafenbereich zurück.

Der Fokus der weitergehenden Verbesserungsmaßnahmen liegt nun auf der Vermeidung von Unfällen am Boden und der besseren Beherrschung der immer komplexer werdenden Bord-Computer.

@koehlerbv
So klein ist München trotz noch fehlender dritter Startbahn doch wirklich nicht.... 2011 waren es weltweit 401 Tote insgesamt. Das wären statistisch ca. 1,72 Passagiere (4,3 durch 2,5 Mehrfachzählung bei Start, Umsteigen, Landung) vom 36,8 Mio Passagieren, die über München geflogen sind, die zu Tode kamen. Für einen der Top 30 Flughäfen ein akzeptables Ergebnis.
 

koehlerbv

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Shit, wie konnte das passieren? Ich habe zum Zeitpunkt meines vorigen Postings wirklich noch nicht "vorgeglüht" für die Silversternacht ... Da fehlte doch glatt die Zahl! Es hätte eigentlich heissen sollen:
"So rein statistisch hat also jeder fünfte von München abfliegende Passagier sein Ziel nicht lebend erreicht." Und das war natürlich auch nur ein Spiel mit der Statistik - bitte nehmt meine diesbezüglichen Anmerkungen nicht zu ernst (nur den Schlusssatz des ersten Postings). Und ja: Wir könnten hier endlos weiter Spiele mit statistischen Aussagen treffen, Fehlerberechnungen aufstellen etc. pp. Was bleiben würde und wird: Seid alle vorsichtig auf der Fahrt zum Flughafen!

In diesem Sinne wünsche ich allen Flugzeugforum-Teilnehmern ein glückliches und vor allem gesundes neues Jahr 2012!

Bernhard
 
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Die Absturzwahrscheinlichkeit erreicht nie 100%. Bei einer Unfallwahrscheinlichkeit pro Flug von 1:10^9 hat man eine "Ankunftswahrscheinlichkeit" von 99,9999999% oder 0,999999999 als Dezimalbruch. Diese Nichtabsturz-Wahrscheinlichkeit müsste man mit Unendlich potenzieren, um eine Wahrscheinlichkeit von Null zu erhalten.
Man kann aber auch einen Erwartungswert ausrechnen, nach wie viel Flügen und Flugzeit ein Flugpassagier durchschnittlich sterben würde. Ich gehe mal davon aus, dass die Zahl 1215 Jahre sich darauf bezieht. Und das ist wirklich beeindruckend: Wenn wir unser Leben in der Luft verbringen würden, so würden es 14 von 15 Personen trotzdem nicht "schaffen", bei einem Flugzeugabsturz zu sterben. Heruntergerechnet auf Bordpersonal (sagen wir mal, 8 Stunden pro Tag an 200 Arbeitstagen über 30 Jahre, also ca. 6 % Fluganteil am ganzen Leben) stirbt also ca 1 von 250 Piloten/Kabinenpersonal bei einem Flugunfall. Ergibt einen Anteil an allen Todesursachen von 0.4 % - die Wahscheinlichkeit, bei irgend einem Unfall zu sterben (gut 4% für Männer) ist also selbst für einen Piloten zehnmal höher als bei einem Flugunfall zu sterben.
 
Taliesin

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Man kann aber auch einen Erwartungswert ausrechnen, nach wie viel Flügen und Flugzeit ein Flugpassagier durchschnittlich sterben würde.
Ich gebe zu ich habe von Statistik nicht so wahnsinnig viel Ahnung, aber müssten das nicht auch diese 50% sein? Müsste man nicht auch eine Art Glockenkurve sehen, deren Spitze bei 50% Absturzwahrscheinlichkeit liegt?
 
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Ich gebe zu ich habe von Statistik nicht so wahnsinnig viel Ahnung, aber müssten das nicht auch diese 50% sein? Müsste man nicht auch eine Art Glockenkurve sehen, deren Spitze bei 50% Absturzwahrscheinlichkeit liegt?
Nicht eine Glockenkurve, sondern eine geometrische Verteilung: Wenn du einmal fliegst, ist die Wahscheinlichkeit, dass du dabei nicht stirbst, x. Wenn du zweimal fliegst, so ist die Wahscheinlichkeit x^2. Wenn du n mal fliegst, so ist es x^n. Die Überlebenswahscheinlichkeit nimmt also exponentiell ab. Wie lange man durchschnittlich überlebt, ergibt sich aus der Anzahl Flüge (n) mal die Wahscheinlichkeit, dass man dann noch lebt (x^n), summiert über alle n von 0 bis unendlich. Dies entspricht genau 1/x.
 
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