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Euro-GPS "Galileo"

Diskutiere Euro-GPS "Galileo" im Forum Raumfahrt auf Flugzeugforum.de


  1. #31
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Nachdem das zukünftige Galileo-Betreiberkonsortium auch eine militärische Nutzung nicht ausschließen wollte, was die Konfrontation mit Großbritannien und den USA noch verstärkt, und in verschiedenen Detail- und Prozessfragen nicht vorangekommen ist, droht nun Indien mit dem Verzicht auf einen Beitritt. http://www.gpsdaily.com/reports/Indi...oject_999.html

    So richtig überraschend kommt diese Nachricht nicht, Indien ist derzeit ein wenig im Höhenrausch und glaubt mit der eigenen Weltraumindustrie alles machen zu können. Einen tiefen Einblick in die Technik hat man sich so jedenfalls schon mal beschaffen können.

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  3. #32
    BigLinus

    Avatar von BigLinus
    In einigen vorstehenden Beiträgen war auch vom russischen Navigationssystems GLONASS die Rede.

    Gestern hat nun der russische Generalstab zum 01. Januar 2007 sämtliche Beschränkungen, die gegenwärtig für die Genauigkeit der Ortung von Objekten gelten, aufgehoben. Dies bedeutet, daß GLONASS ab dann für die zivile Nutzung zugänglich wird.

    [ Quelle ]

  4. #33
    BigLinus

    Avatar von BigLinus
    Kontrollzentrum für GPS-Konkurrenz "Galileo" entsteht

    Deutschland wird nach Auffassung von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zum Zentrum der europäischen Satellitennavigation. Von hier aus werde das gesamte Satelliten-Navigationssystem Galileo künftig gesteuert und kontrolliert.

    Das sagte Tiefensee am Dienstag bei der Grundsteinlegung für das Galileo-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München. Das mindestens 3,5 Milliarden Euro teure Projekt soll in Konkurrenz zum US-amerikanischen GPS-System und zum russischen System GLONASS aufgebaut werden. Von 2008 an liefern Satelliten Positionsdaten für Navigationssysteme etwa in Fahrzeugen.

    (...)
    [ Quelle ]

  5. #34
    Meteor


    Die FAZ meldet heute folgendes:
    http://www.faz.net/s/Rub99C3EECA60D8...~Scontent.html


    Navigationssystem „Galileo“

    Verschollen im Weltraum


    ...

    Ganz tapfer haben die Europäer vor Jahren damit begonnen, eine Alternative zum amerikanischen Satellitennavigationssystem GPS zu entwickeln. Es sollte ein Wirtschaftsfaktor
    erster Güte werden. Jetzt stehen die Beteiligten mit ihrem stolz Galileo getauften Projekt vor
    einem Scherbenhaufen: das private Betreiberkonsortium wird aufgelöst (Siehe auch:
    Kommentar: Prestigeprojekt Galileo).

    „Es deutet sich an, dass es Probleme gibt“

    Für den morgigen Montag hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, der zugleich
    amtierender Ratspräsident ist, kurzfristig zu einer Pressekonferenz nach Brüssel geladen, wo er
    aller Wahrscheinlichkeit nach diesen harten Schritt bekanntgibt. Am Wochenende hieß es im
    Ministerium noch verschwurbelt: „Es deutet sich an, dass es Probleme gibt.“ Doch die Botschaft
    ist klar: Das für fortschrittlich gehaltene Finanzierungskonzept des Satellitensystems ist
    gescheitert.

    Ursprünglich war vorgesehen, dass Privatunternehmen weitgehend auf eigene Kosten den
    Galileoaufbau besorgen und dann als Konzessionäre zwei Jahrzehnte lang die Einnahmen
    kassieren. Public Private Partnership, PPP, nennt sich das neudeutsch. Daraus wird nun nichts.
    Jetzt schreibt Brüssel den Auftrag neu aus. Und die Finanzierung muss der Steuerzahler
    übernehmen.

    ...

  6. #35
    Hunter75

    Avatar von Hunter75
    Zitat Zitat von Meteor Beitrag anzeigen
    Na ich bin ja mal gespannt wie kopflos morgen die Verantwortlichen in unserem Hause rumlaufen :D

  7. #36
    beistrich


    Die beteiligten Firmen konnten sich bis zur von der EC gelegten Deadline nicht einigen und jetzt schlägt die Kommission vor das Projekt aus privat in die öffentliche Hand zu geben. Zu Entscheiden haben das die EU-Transport/Infrastrukturminister bei ihrem Treffen im juni.

    http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/6660629.stm

  8. #37
    pok

    Avatar von pok
    Ich denke die öffentliche Hand sollte dieses Projekt noch einmal sehr kritisch prüfen. Wenn die Privatwirtschaft das finanzielle Risiko scheut, so ist der wirtschaftliche Nutzen wohl doch nicht ganz so groß wie optimistisch vor Jahren geschätzt.
    Für die meisten Anwendungen ist auch ein im Krisenfall lokal unzuverlässigeres GPS eine kostenlose und ausreichende Alternative.
    Steuermittel für ein Projekt einsetzen, das sich nicht rentiert und deren Bedarf nicht ausreicht einen langfristigen Return of Investment zu garantieren halte ich für falsch, zumal es sich nicht um Grundlagenforschung handelt sondern um eine Neuerfindung des GPS.

  9. #38
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Zitat Zitat von pok Beitrag anzeigen
    Ich denke die öffentliche Hand sollte dieses Projekt noch einmal sehr kritisch prüfen. Wenn die Privatwirtschaft das finanzielle Risiko scheut, so ist der wirtschaftliche Nutzen wohl doch nicht ganz so groß wie optimistisch vor Jahren geschätzt.
    Für die meisten Anwendungen ist auch ein im Krisenfall lokal unzuverlässigeres GPS eine kostenlose und ausreichende Alternative.
    Steuermittel für ein Projekt einsetzen, das sich nicht rentiert und deren Bedarf nicht ausreicht einen langfristigen Return of Investment zu garantieren halte ich für falsch, zumal es sich nicht um Grundlagenforschung handelt sondern um eine Neuerfindung des GPS.
    Da muss ich dir mal widersprechen. Die Idee eines weltraumgestützten Navigationssystems mag ja nicht neu sein, aber das Galileo-System ist dem GPS-System deutlich überlegen und wird dazu noch frei von militärischer Beeinflussing sein. Und nur weil eine Idee nicht mehr neu ist, bedeutet es nciht, dass es nichts mehr zu lernen gibt. In Europa setzt man im Rahmen der zükünftigen Weltraumpolitik ganz klar darauf den Technologie-Vorsprung der Amerikaner zu verkleinern. Nur Bücher und Artikel lesen hilft dabei nicht genug, man muss also viele Projekte selber verwirklicht haben, um die entsprechenden Erfahrungen und Kenntnissstände erwerben zu können. Dies Entspricht auch den neuen trans-atlantischen Befindlichkeiten, bei denen man die USA ja auch nicht mehr als Leittier akzeptiert.

    Was die wirtschaftliche Seite des Systems anbelangt, so hat sich an deren Basis nichts geändert, das von der ESA/EU gewählte Model eines paneuropäischen Konsortiums in dem jedes Teilnehmerland beteiligt war, konnte einfach nicht funktionieren. Es kab schon genug Ärger darum, wer denn welche Führungsposition übernehmen darf, der Ärger darum, wer jetzt welche Risiken tragen muss und dafür später welche Gewinnanteile bekommt, war dann einfach nicht mehr zu lösen. In den letzten Jahren ist in den meisten Firmen ein Management an die Macht gekommen, welches firmenübergreifende Kooperationen irgendwie nicht mehr verstehen und bewerkstelligen kann oder will. Ist ja auch bei Airbus so. Auch wenn die Firmen nach außen etwas anderes behaupten, um ihr eigenes internes Versagen zu verdecken, es ist ein Problem der Zusammensetzung dieses Konsortium. Den Vorwurf den man der EU und ESA machen kann, ist so ein politisch-motiviertes Modell trotz der erwarteten Probleme gewählt zu haben und dann nicht beständig genug die Fortschritte bei der Problemlösung überwacht zu haben. Die Kosten für das Entwicklungsrisiko sind überschaubar und für ein solches Projekt eigentlich kein wirkliches Hinderniss. Die Firmen konnten die Probleme nicht intern regeln, nun nimmt man ihnen die Führung wieder ab und regelt es selber. Das Projekt wird dann eben so verwirklicht, genug Geld steht über PPP-Fonds zur Verfügung. Das Gerangel wird dann später erneut beginnen, wenn das Projekt betrieben werden muss und wieder Geld zu verteilen ist.

  10. Hallo

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  11. #39
    pok

    Avatar von pok
    Zitat Zitat von mcnoch Beitrag anzeigen
    aber das Galileo-System ist dem GPS-System deutlich überlegen und wird dazu noch frei von militärischer Beeinflussing sein.
    Ich drücke den Europäern die Daumen, fürchte aber das Geldverteilen wird nie ein Problem werden.
    Wo konkret ist das Galileo-System " dem GPS-System deutlich überlegen " ?.
    Die militärische Beeinflussung ist klar und wie ich finde ganz beruhigend, ich weiß dass man das anders sehen kann.
    Mir ist nicht ganz klar wie die EU dafür sorgen kann das Galileo nicht z.B. von Eritrea benutzt wird um Äthiopien wirksam anzugreifen (nur ein Beispiel aber was dann ?)

  12. #40
    mcnoch

    Avatar von mcnoch
    Zitat Zitat von pok Beitrag anzeigen
    Ich drücke den Europäern die Daumen, fürchte aber das Geldverteilen wird nie ein Problem werden.
    Wo konkret ist das Galileo-System " dem GPS-System deutlich überlegen " ?.
    Die militärische Beeinflussung ist klar und wie ich finde ganz beruhigend, ich weiß dass man das anders sehen kann.
    Mir ist nicht ganz klar wie die EU dafür sorgen kann das Galileo nicht z.B. von Eritrea benutzt wird um Äthiopien wirksam anzugreifen (nur ein Beispiel aber was dann ?)
    Wie beim GPS-System ist zwar die Nutzung für den Endverbraucher gebührenfrei, die Lizens für die Herstellung der Galileo-kompatiblen Geräte wird - wie beim GPS-System - die Einnahmequelle für den Betrieb sein.

    Galileo ist deutlich genauer als GPS in seiner bestehenden Form, ein Grund, warum das US Militär ja GPS-II vorantreiben möchte. Es geht dann nicht mehr um Abweichungen im Bereich von 30-50 Zentimetern (in der militärischen Version), sondern um 2-6 Zentimeter (für alle), so dass auch die Vermessungstrupps das System in Zukunft deutlich mehr nutzen können. Der von Galileo genutzte Frequenzbereich soll auch weniger für Störungen und Abschirmungen (z.B. durch Bäume) anfällig sein.

    Die Nutzung durch das Militär fremder Länder kann bzw. soll nicht verhindert werden, man will ja ein global verlässliches System haben. Wenn Russland Europa angreifen sollte, würde man darüber wohl noch mal nachdenken, aber Randkonflikte mit Sicherheit nicht, die führen ihre Kriege auch jetzt ohne GPS. Die Drohung des US Militärs, dass sie im Konfliktfalle das Galileo-Signal stören würden, um eine Nutzung durch den Gegner zu verhindern, wurde von der EU ausdrücklich beantwortet, indem man dem US Militär klarmachte, dass man jede Störung als einen direkten militärischen Angriff gegen die europäische Infrastruktur werten würde und dann entsprechende Vorschriften in Kraft treten würden, z.B. dürften Mitgliedsstaatenoder Banken aus Mitgliedsstaaten keine US Schuldverschreibungen mehr besitzen, dass würde den US Geldmarkt binnen Wochen zerstören. Und wie Abhängig die USA, besonders in Kriegszeiten, von ausländischem Geld ist, braucht wohl nicht weiter ausgeführt werden. Als im Höhepunkt des Irakkrieges die europäischen und arabischen Länder die zweiwöchige Bondausschreibung auch nur einmal ignorierten, und die USA auf Schuldscheinen für 29 Milliarden US$ (der Bedarf für etwa 14 Tage) sitzen blieben, riefen am nächsten Tag bei allen Staatschef hochrangige Vertreter der US Regierung persönlich an und baten darum, von solchen Aktionen zukünftig abzusehen, dabei war es noch nicht mal eine koordinierte Aktion. Also, den Macho-Zahn hat man dem US Militär auch schon gezogen.

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