5-Minuten Epoxydharz

Diskutiere 5-Minuten Epoxydharz im RC-Ecke Forum im Bereich Modellbau; Hallo allerseits! Bei einem Fliegerkollegen hab ich an seinem Modell einen 5-Minuten Epoxydharz gesehen, welcher komplett weiß und sehr, sehr...

Moderatoren: Skysurfer
  1. #1 Grandcaravan, 16.02.2007
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    Hallo allerseits!
    Bei einem Fliegerkollegen hab ich an seinem Modell einen 5-Minuten Epoxydharz gesehen, welcher komplett weiß und sehr, sehr hart ist. Leider wusste er nicht, was es für ein Harz es war (5-Minuten Epoxydharz ist klar, aber der Name) oder woher er es bezogen hatte.
    Ich bin sehr interessiert an diesem Harz, meins ist durchsichtig bis leicht gelblich.
    Kennt Ihr das Epoxydharz eventuell?

    Viele Grüße
    Heiko
     
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  3. #2 Aeronaut, 16.02.2007
    Zuletzt bearbeitet: 17.02.2007
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    Es ist wie immer sehr schwer, etwas zu erkennen, daß jemand anderes irgendwo gesehen hat. ;)

    Als Tipp : Da die meisten Harze eben eher klar sind, muß man sie mit Pigmenten einfärben.

    Die äußere weiße Farbe bei Segelflugzeugen, Booten aber auch bei vielen Spritzgußkunstoffen wird mit dem Pigment TiO² (Titandioxyd ) erzeugt, daß dem Kunststoff vor dem Härten beigemischt wird.

    Das Zeug gibt es bei Ebay für ganz kleines Geld. Damit kannst Du jedes Deiner Harze, nicht nur das schnellhärtende, einfärben.


    http://cgi.ebay.de/Titanweiss-Titan...yZ124715QQssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem

    Üblicherweise macht man bei Laminaten nur eine eingedickte äußere farbige Schicht aus Reinharz mit Pigment in die Form, bevor man dann die eigentliche Struktur laminiert.
    Im "tragenden" Bereich würden Pigment- Einlagerungen
    außerdem den Werkstoff schwächen.

    Diese äußere Schicht nennt man Gelcoat.


    Viele Grüße

    Hans
     
  4. #3 Grandcaravan, 16.02.2007
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    Ja, das ist ja schon mal nicht schlecht.
    Mein Kollege sagte aber er hat es ganz normal aus 2 Komponenten angemischt. Na mal sehen...
     
  5. #4 Aeronaut, 16.02.2007
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    Wenn Du Dir das Pigment zunächst nur unter das Harz oder je nach gewünschter Farbintensität auch noch unter den Härter mischt , hast Du doch hinterher wieder 2 Komponenten .:TD:

    Den Härter setzt Du erst zu wenn Du es dann aushärten willst.
    :!:
     
  6. #5 Skysurfer, 17.02.2007
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    Für tragende Verbindungen empfehle ich Micro-Ballons. Die kleinen Kügelchen (eher ein Mehl) sind ein Füllstoff und erhöhen die Festigkeit des Harzes und gleichzeitig wird das Harz milchig bis weiß.
    Nächste Möglichkeit mit ähnlichem Effekt ist Thixotropiermittel. Die Zugabe zum Harz verhindert ein Ablaufen an geneigten Flächen. Auch hier stellt sich ein weißer Farbton ein.
    Um noch höhere Endfestigkeit an tragenden Stellen zu erreichen, verwende ich immer 30min-Epoxy. Vorteil: längere Verarbeitungszeit und höhere Festigkeit. Auch hier kann mit vorher genannten Beimischungen gearbeitet werden.

    Gruss
    Skysurfer
     
  7. #6 Aeronaut, 17.02.2007
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    Hallo Skysurfer,

    microballons sind mikroskopisch kleine hohle Glaskugeln. Dadurch sind sie sehr leicht. Sie sehen wie Mehl aus.

    Man kann mit ihnen prima eindicken und vor allem überall wo nötig eben leicht Volumen auffüllen.

    Die Festigkeit wird durch sie meines Wissens nach aber vermindert und nicht erhöht.

    Daneben gibt es aber auch Zusätze wie feines Fasermehl aus z. B. Baumwollfasern oder auch feinen Glasfasern .

    Der Zusatz solcher Stoffe erhöht die Festigkeit, da die durch das Harz verklebten Fasern eben höhere Kräfte aufnehmen können als das Reinharz.

    Beispiel : Spritzgussteile werden auch oft durch Zusatz von Fasern in das Rohgranulat verstärkt. Auch diese Zusätze sind pulverförmig, da die Fasern eben sehr fein und kurz sind. Dadurch erzielt man auch dort einen erheblichen Festigkeitszuwachs.

    Allerdings bedeuten solche Zusätze auch einen erhöhten Verschleiß ( durch die Schleifwirkung ) vor allem an den Extruderschnecken und auch den SG - Formen.

    Beliebtestes Pigment zum Schwarzfärben fast aller Kunststoffe ist übrigens
    Kohlenstoff in Form von Ruß. Und auf der Basis von einfachem Fe²O³ gibt es die erstaunlichsten Farben. Pflastersteine aus Beton färbt man damit gerne rotbraun.

    Gruß

    Hans
     
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  8. #7 Alexander, 18.02.2007
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    Hallo Aeronaut,
    ich muß dir leider widersprechen, die weiße Farbe an Segelflugzeugen kommt nicht von eingefärbten Epoxydharzen, sondern vom vorher in der Negativform aufgetragenem Oberflächenharz auch Deckschichtharz oder Vorgelat genannt. Meistens auf Polyesterbasis basierend, dienen sie dazu, das nicht UV-beständige Epoxydharz ( vergilbt) zu schützen und um zu vermeiden, dass nach dem Entformen sich die Faserstruktur an der Oberfläche abzeichnet. Boote werden meines Wissens sowie hauptsächlich mit Polyesterharz laminiert.
    Gruß Alexander
     
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    Hallo

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  10. #8 Aeronaut, 18.02.2007
    Zuletzt bearbeitet: 18.02.2007
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    Hallo Alexander,

    Danke für Deinen Beitrag.

    Das, was Du Vorgelat nennst ist doch das gleiche was ich oben Gelcoat genannt habe. Und das mit dem Polyester ist mir schon bekannt. :TOP:

    Jedoch das Prinzip ist das gleiche, egal ob Surfbrett, Boot oder Flugzeug.

    Und die weiße Farbe kommt immer noch vom TiO2. :).

    Als lasttragende Harze sind im Flugzeugbau meines Wissens nur Epoxy Harze zugelassen ( also im Laminat. ) Da die farbige Schicht ja nicht trägt kann man dort natürlich Polyesterharze verwenden. Außerdem waren vor allem frühere Epoxy Haarze nicht ausreichend wasserfest! Da bietet das Polyester noch einen ganz guten Schutz !

    Ein weiterer Vorteil von Polyester ist außerdem der deutlich niedrigere Preis. Das sind die Hauptgründe warum man bei Booten, Surfbrettern usw. lieber Polyester nimmt.


    Das ganze Thema ist sehr komplex .

    Auch bei Booten ist ein möglichst unversehrter Gelcoat sehr wichtig. Das große Problem der Kunstoffkorrosion ist gerade unter Wassereinwirkung ein großes Thema.

    Kaum jemand weiß, daß die meisten Kunstoffe Wasser aufnehmen und sich damit sättigen! Dabei verändern sie ihre mechanischen Eigenschaften.

    Die Gefahr bei Faserverbundwerkstoffen besteht darin, daß das Wasser in die Grenzschicht zwischen Harz und Faser kriecht, was dort die Verbindung zerstört. Das hat zwar eigentlich mit wirklicher Osmose nichts zu tun, wird aber fälschlicherweise häufig als Osmoseschaden bezeichnet

    Genau deshalb soll die äußere Schicht aus möglichst reinem und geschlossenen Harz sein, damit freies Wasser gar nicht erst bis zu den Fasern kommt!

    Um es verarbeiten zu können wird es mit einem Verdickungsmittel ( das ist das bereits von Skysurfer erwähnte Thixotropiermittel ) geliert, damit es in der Form nicht wegläuft !


    Eine Reinharzprobe, die über Nacht im Wasser lag, fühlt sich schon mit bloßen Fingern ganz anders an.

    Gemeinerweise verändern Kunststoffe ihre Festigkeit auch, wenn sie zu trocken werden. Sie neigen zum Verspröden .:TD:

    Da wir hier ja in der RC Ecke sind, sicher ist es bekannt, die guten Nylon Propeller erst mal über Nacht ins Wasser zu legen, bevor man sie das erste Mal benutzt.

    Viele Grüße aus der Welt der Sorption und Desorption von Kunststoffen.
    ( so nennt man diesen Effekt )

    Hans
     
  11. #9 Grandcaravan, 21.02.2007
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    Junge, Junge, ganz schön komplex das Thema hier. Aber wie gesagt, das Harz hatte er fertig bei irgendeiner Firma gekauft...
     
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