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Astronaut
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http://www.allgemeine-zeitung.de/region/objekt.php3?artikel_id=2009220 (ein bild ist auch dabei)
Peter Michel aus Sporkenheim hat Riesen-Airbus A380 nachgebaut/Echtes Verkehrsflugzeug fliegt für "Etihad"
Fünf Meter ist der Airbus lang, 70 Kilo schwer - und geht damit als Modellflugzeug nicht mehr durch, es ist ein echtes Verkehrsflugzeug. Michel ist damit, wie er sagt, der einzige Modellbauer in Deutschland, der zulassungspflichtige Düsenflugzeuge dieser Größe baut. "Ich brauche dafür eine richtige Zulassung vom Luftfahrtbundesamt", erklärt er. Und die hofft er nächste Woche zu bekommen. Dann muss der Sporkenheimer in Dortmund anrücken und den offiziellen Prüfern beweisen, dass er den Riesenvogel sicher fliegen kann - vom Boden aus mit Fernsteuerung. Aber auch dafür braucht er eine Art Pilotenschein, musste eine theoretische Prüfung machen und zwei Starts und zwei Landungen vorführen.
Auf Sicherheit legt das Luftfahrtbundesamt bei dem Modell großen Wert. Es gibt Auflagen ähnlich wie bei einem echten Flugzeug. Schon während der Bauzeit kam ein Kontrolleur in seiner privaten A380-Wartungshalle in Sporkenheim vorbei und machte die Rohbauabnahme. "Da werden die Dinge gecheckt, die man später nicht mehr sehen kann", erklärt Michel.
Ein Billigflieger ist sein Airbus nicht. Nur beste Materialien verwendet er, alles für die Sicherheit. "Ich fliege schließlich vor Publikum, wenn das Ding runter käme - da ist gar nicht dran zu denken." Michel reist mit seinen Fliegern im Gepäck quer durch die Welt. Shows in ganz Europa und in den USA, in Kathar und Dubai fragen ihn an. Im Frühjahr geht´s nach Abu Dhabi - zur Präsentation seines neuen Riesenvogels.
Dort nämlich hat ein Scheich ein ganz besonderes Interesse an der Maschine, schließlich geht der Airbus für Etihad an den Start, eine der beiden Fluglinien der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Gesellschaft hat ihn beim Bau - sogar mit den Originalplänen - unterstützt, aber auch genau beäugt. Ein Foto wollte sie von dem Modell haben, bevor es unter ihrem Namen in die Lüfte steigt. "Die Mitarbeiter wollten einfach sehen, dass alles in Ordnung ist", sagt Michel. Originallogos bekam er aus Abu Dhabi, den glänzenden Lack stellte ihm die Fluggesellschaft ebenfalls zur Verfügung. Und das sogar kostenlos.
Und so entspricht bis ins kleinste Detail alles dem echten Etihad-A380: Lack, Aufschrift, Wappen, Flügelform, Beschriftung der Notausgänge. Die Maschine hat vier Strahltriebwerke und das Originaleinziehfahrwerk mit insgesamt 22 Rädern. Einziger Stilbruch: Das Registrierkennzeichen kommt aus Deutschland.
Leute heute
2500 Stunden hat Michel in den vergangenen zwei Jahren an seinem Flieger in seinem Privat-Hangar im Keller gewerkelt. Zu den Kosten will er nicht viel sagen: "Der echte A380 kostet 280 Millionen Euro, aufs Kilo umgerechnet ist der Preis mit meinem Modell identisch", erklärt Michel. Finanzieren konnte er das Projekt nur, weil er eine Boeing, seine erste zulassungspflichtige Maschine verkaufte. Sie sollte eigentlich schon die Krönung seiner Modell-Laufbahn sein. "Der Verkauf war zwar schmerzhaft, aber sonst hätte ich mir den Traum vom A380 nicht erfüllen können", sagt er.
Wenn sein Airbus am Dienstag in Dortmund an den Start geht, ist er mit zehn Litern Kerosin betankt und fliegt gerade mal acht bis zehn Minuten. Viel länger würde der Tank nicht reichen - die Konzentration des Piloten am Boden auch nicht. Eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern erreicht sein Jet, und fliegt 200 Meter hoch. "Das Auge ist die Grenze." Die Flug-Daten werden im eingebauten GPS-System gespeichert, früher wurde mit Radarpistole gemessen. Viel tüfteln kann er an seiner Maschine bis zum Jungfernflug nicht mehr. Testfliegen darf er sie ohne Abnahme ohnehin nicht, nur Proberollen auf dem Flugplatz in Wackernheim ist erlaubt. Wenn er es schafft, setzt er auch noch seine Pilotenpuppe ins Cockpit. "Aber darauf kommt es den Prüfern vom Bundesluftfahrtamt sowieso nicht an", sagt Michel.
Peter Michel aus Sporkenheim hat Riesen-Airbus A380 nachgebaut/Echtes Verkehrsflugzeug fliegt für "Etihad"
Fünf Meter ist der Airbus lang, 70 Kilo schwer - und geht damit als Modellflugzeug nicht mehr durch, es ist ein echtes Verkehrsflugzeug. Michel ist damit, wie er sagt, der einzige Modellbauer in Deutschland, der zulassungspflichtige Düsenflugzeuge dieser Größe baut. "Ich brauche dafür eine richtige Zulassung vom Luftfahrtbundesamt", erklärt er. Und die hofft er nächste Woche zu bekommen. Dann muss der Sporkenheimer in Dortmund anrücken und den offiziellen Prüfern beweisen, dass er den Riesenvogel sicher fliegen kann - vom Boden aus mit Fernsteuerung. Aber auch dafür braucht er eine Art Pilotenschein, musste eine theoretische Prüfung machen und zwei Starts und zwei Landungen vorführen.
Auf Sicherheit legt das Luftfahrtbundesamt bei dem Modell großen Wert. Es gibt Auflagen ähnlich wie bei einem echten Flugzeug. Schon während der Bauzeit kam ein Kontrolleur in seiner privaten A380-Wartungshalle in Sporkenheim vorbei und machte die Rohbauabnahme. "Da werden die Dinge gecheckt, die man später nicht mehr sehen kann", erklärt Michel.
Ein Billigflieger ist sein Airbus nicht. Nur beste Materialien verwendet er, alles für die Sicherheit. "Ich fliege schließlich vor Publikum, wenn das Ding runter käme - da ist gar nicht dran zu denken." Michel reist mit seinen Fliegern im Gepäck quer durch die Welt. Shows in ganz Europa und in den USA, in Kathar und Dubai fragen ihn an. Im Frühjahr geht´s nach Abu Dhabi - zur Präsentation seines neuen Riesenvogels.
Dort nämlich hat ein Scheich ein ganz besonderes Interesse an der Maschine, schließlich geht der Airbus für Etihad an den Start, eine der beiden Fluglinien der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Gesellschaft hat ihn beim Bau - sogar mit den Originalplänen - unterstützt, aber auch genau beäugt. Ein Foto wollte sie von dem Modell haben, bevor es unter ihrem Namen in die Lüfte steigt. "Die Mitarbeiter wollten einfach sehen, dass alles in Ordnung ist", sagt Michel. Originallogos bekam er aus Abu Dhabi, den glänzenden Lack stellte ihm die Fluggesellschaft ebenfalls zur Verfügung. Und das sogar kostenlos.
Und so entspricht bis ins kleinste Detail alles dem echten Etihad-A380: Lack, Aufschrift, Wappen, Flügelform, Beschriftung der Notausgänge. Die Maschine hat vier Strahltriebwerke und das Originaleinziehfahrwerk mit insgesamt 22 Rädern. Einziger Stilbruch: Das Registrierkennzeichen kommt aus Deutschland.
Leute heute
2500 Stunden hat Michel in den vergangenen zwei Jahren an seinem Flieger in seinem Privat-Hangar im Keller gewerkelt. Zu den Kosten will er nicht viel sagen: "Der echte A380 kostet 280 Millionen Euro, aufs Kilo umgerechnet ist der Preis mit meinem Modell identisch", erklärt Michel. Finanzieren konnte er das Projekt nur, weil er eine Boeing, seine erste zulassungspflichtige Maschine verkaufte. Sie sollte eigentlich schon die Krönung seiner Modell-Laufbahn sein. "Der Verkauf war zwar schmerzhaft, aber sonst hätte ich mir den Traum vom A380 nicht erfüllen können", sagt er.
Wenn sein Airbus am Dienstag in Dortmund an den Start geht, ist er mit zehn Litern Kerosin betankt und fliegt gerade mal acht bis zehn Minuten. Viel länger würde der Tank nicht reichen - die Konzentration des Piloten am Boden auch nicht. Eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern erreicht sein Jet, und fliegt 200 Meter hoch. "Das Auge ist die Grenze." Die Flug-Daten werden im eingebauten GPS-System gespeichert, früher wurde mit Radarpistole gemessen. Viel tüfteln kann er an seiner Maschine bis zum Jungfernflug nicht mehr. Testfliegen darf er sie ohne Abnahme ohnehin nicht, nur Proberollen auf dem Flugplatz in Wackernheim ist erlaubt. Wenn er es schafft, setzt er auch noch seine Pilotenpuppe ins Cockpit. "Aber darauf kommt es den Prüfern vom Bundesluftfahrtamt sowieso nicht an", sagt Michel.