Alte Fotos aus der Doppeldecker-Ära

Diskutiere Alte Fotos aus der Doppeldecker-Ära im Props Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Magnesiumfackeln und mit Spannlack behandelter Leinenbespannung…. :crying: ?
Kenneth

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Magnesiumfackeln und mit Spannlack behandelter Leinenbespannung…. :crying: ?
 
Junkers-Peter

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Die Rohrbach und die M 20 waren Ganzmetall-Flugzeuge.
 
HoHun

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Magnesiumfackeln auf Deutsch. Hatten die meisten damaligen Verkehrsflugzeuge. Siehe auch hier an der M 20.
Moin!

Sehr cool! Bei diesem einmotorigen Muster wurden die Fackeln über den Flügeln angebracht, während sie beim Mehrmot unter den Flügeln sein durften, aber so weit achtern, daß die Fackeln aus Sicht des Piloten wohl von den Motorgondeln abgedeckt wurden. Macht Sinn, denn eine direkte Sichtlinie zu einer gleißenden Magnesiumfackel muß ganz schlecht für die Nachtsicht des Piloten gewesen ... aber da wäre ich ohne die schönen Fotos auch nicht drauf gekommen!

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
Junkers-Peter

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Die Tragfläche der M 20 war m.W. hinter dem Hauptholm stoffbespannt.
Stimmt. Hackmack ist mit einer M 20 abgestürzt, weil sich die Bespannung an der hinteren Tragflächenkante gelöst hatte. Hackmack hielt das für einen größeren Schaden und versuchte aus nur 80 m mit dem Fallschirm abzuspringen. Dies misslang leider.

An der G 38 sieht man die Kabel zur elektrischen Zündung. Hier waren sogar drei Fackeln vorgesehen.

 
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Junkers-Peter

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Damit das Thema nicht auf der zweiten Seite verschwindet, wieder einmal ein paar Bilder.

Junkers exportierte von der K 47 (A 48), einem Jagdzweisitzer, 10 Stück nach China. Die Maschinen wurden in Dessau gebaut, in Limhamn/Schweden militärisch ausgerüstet und von dort nach Nanking/China verschifft, wo sie Mitte 1931 eintrafen.
Zur Einweisung der chinesischen Besatzungen war Junkers-Flugkapitän Neuenhofen mit nach China gereist, unterstützt von den DVS-Fluglehrern Frommherz und Brammen. Siehe auch den Artikel von Marton Szigeti über die A 48/K 47 im Klassiker der Luftfahrt 2018.

Hier zwei Fotos von der Ausbildung in China, wohl in Nanking. Was aus den Maschinen geworden ist, ist meines Wissens nicht bekannt. Die Kennzeichen der Maschinen waren P-1, P-2 usw., also lateinische Buchstaben. Das Symbol, wohl eine Sonne, erklärt sich mir auch nicht ohne weiteres. Weiß hier jemand mehr über die Kennzeichnung und Symbolik?



 
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JohnSilver

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Schöne Fotos, Peter!

Zu der Kennzeichnung weiß Lennart vielleicht etwas mehr, er hat ja ein Buch über die Chinesische Luftfahrt geschrieben.

Bin gerade in Urlaub, sonst könnte ich auch in dem Buch nachsehen.
 
Samoljot

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Die weiße Sonne auf blauem Grund war das Hoheitszeichen der nationalchinesischen Regierung. Der rote Kreis kam 1938 unter der Nanking-Regierung dazu. Vorher gab's den aber schon für die Provinzen Kwangsi und Kwangtung. Etwas verwirrend, auch wegen der örtlichen Warlords, die jeder für sich eine eigene Luftwaffe haben wollten.
 

L1049G

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Die Ju 52 D-ABAN(4044) wurde im Aug./Sep. 1934 nach Kanton geflogen und war dann (gerüchterweise?) als Geschenk für Chiang Kai-shek vorgesehen. Jedenfalls trug sie in China ebenfalls die 'Sonne' unter der Tragfläche, siehe Foto u.a. in Morgenstern/Plath "Eurasia" S. 48. Allerdings kehrte die D-ABAN nach manchen Berichten schon 1935 nach Deutschland zurück, nach anderen (z.B. bei Bernd Pirkl: "580 Betriebsstunden in China bis 31.12.1936") erst später. (Da besteht noch Klärungsbedarf!)

Gerhard
 
Bleiente

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.... Der rote Kreis kam 1938 unter der Nanking-Regierung dazu. Vorher gab's den aber schon für die Provinzen Kwangsi und Kwangtung. ...
Das passt aber dann zeitlich nicht ganz. Ich denke das der rote Kreis um das Roundel der "Zentralregierung" ab etwa den 30iger Jahren weggelassen wurde um sich von den abgefallenen Provinzen und Warlord abzugrenzen und teilweise erst wieder mit der Bildung der "Einheitsfront" und der Integration deren Flugzeuge wiederkehrte, aber bekanntlich nicht oder nicht vollständig durchsetzen konnte.
 
Samoljot

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Das passt aber dann zeitlich nicht ganz. Ich denke das der rote Kreis um das Roundel der "Zentralregierung" ab etwa den 30iger Jahren weggelassen wurde...
Ja, kann gut sein. Wie man aber sieht, ist der rote Kreis auf den K 47 noch vorhanden. Vielleicht kommen da noch ein paar präzisere Infos...
 
L Andersson

L Andersson

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Damit das Thema nicht auf der zweiten Seite verschwindet, wieder einmal ein paar Bilder.
Thumbs up!
Die Kennzeichen der Maschinen waren P-1, P-2 usw., also lateinische Buchstaben. Das Symbol, wohl eine Sonne, erklärt sich mir auch nicht ohne weiteres. Weiß hier jemand mehr über die Kennzeichnung und Symbolik?
China’s (aviation) history is quite complicated and difficult to explain briefly.
- China was not one nation but a number of more or less independent provinces that had their own air forces. The ‘Central Government’ at Najking (the Nationalists under Chiang Kai-shek) had the ambition to unite China (by force). Then there was the Red Army and China was also threatened and attacked by Japan. In other words, China was in a constant state of civil war.

- The Junkers K 47. One was sent to Nanjing as a demonstrator and then purchased along with six more in 1931 and three were at the same time sold to the Guangzhou (Canton) government in Guangdong (Sell arms to both sides in a conflict and double the profit!). When the Canton aircraft arrived in China they were seized and incorporated into the Nanjing air force with the others. In 1933 Junkers managed to sell a final 11th example to Nanjing.

- The white sun symbol on blue with a red outer ring was derived from the Nationalist flag (red with blue upper left corner + white sun). It was used by the Canton air force from the early 1920s and then by the Nanjing air force and finally today by the Republic of China (Taiwan) air force. In the early 1930s the red outer ring was discarded. What can also be seen in the photos is that an additional form of identity marking was in use for a short time in 1931-1932: the whole rear part of the fuselage and the tail surfaces were painted in a uniform dark colour, probably read, but this is an area that needs further research, The serials with letter prefixes were also in use during a short period only, but the K 47s seem to have kept them longer.
 
Junkers-Peter

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Besten Dank für die Erläuterungen und die Erhellung in Sachen China. Sehr interessant. :squint:

Die Ju 52 D-ABAN(4044) wurde im Aug./Sep. 1934 nach Kanton geflogen und war dann (gerüchterweise?) als Geschenk für Chiang Kai-shek vorgesehen. Jedenfalls trug sie in China ebenfalls die 'Sonne' unter der Tragfläche, siehe Foto u.a. in Morgenstern/Plath "Eurasia" S. 48. Allerdings kehrte die D-ABAN nach manchen Berichten schon 1935 nach Deutschland zurück, nach anderen (z.B. bei Bernd Pirkl: "580 Betriebsstunden in China bis 31.12.1936") erst später. (Da besteht noch Klärungsbedarf!)
Die D-ABAN taucht sogar hier in diesem thread auf. Und ich denke, die Ju 52 gehörte nicht nur gerüchteweise dem General, sondern tatsächlich. Es gibt ein paar Nachweise in den damaligen Junkers-Nachrichten. Was aus der Maschine geworden ist, weiß ich nicht. Aber eine Rückkehr nach Deutschland halte ich für unwahrscheinlich. Sie wird wohl in China verblieben sein. Lennart schreibt in seinem Buch, dass die D-ABAN noch 1937 in China (Ichang) war und ihr Schicksal nicht bekannt ist.

Junkers-Nachrichten 1936 und 1937:





 
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Vor ca. 12 Jahren hatte ich in einer englischen Luftfahrtzeitschrift (Air-Britain Archive) in einem umfangreichen Bericht über "The Development of Commercial Aviation in China" (in dem übrigens auch mehrfach aus Lennarts "A History of Chinese Aviation" zitiert wird), auch eine Notiz zur D-ABAN gefunden. Diese Notiz bezieht sich auf das Flugbuch von Fritz Harder und nennt einen [vermutlich Test-]Flug mit der D-ABAN in Dessau am 2.7.1935, zu dem er Werknummer und Kennzeichen im Flugbuch eingetragen hatte. Ergänzend dazu steht bei dieser Notiz: "After this test flight it was delivered back to DLH and was active in 1937".

Da ich keine Flugbuch-Kopie von Fritz Harder habe: könnte bitte jemand den oben genannten Flugbuch-Eintrag verifizieren?

Gerhard
 
Junkers-Peter

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Ich habe Kopien der Flugbücher Harders hier. Den erwähnten Flug gibts nicht im Flugbuch. Harder war zu dem Zeitpunkt (Juni/Juli 1935) in Ostpreussen zur Schädlingsbekämpfung mit der W 33 D-ODAN.
Eingetragen ist bei Harder zur 4044:
12.04.34 Dessau Einflug
12.04.34 Dessau Stückprüfung und 1 Nachflug

[Danach wahrscheinlich Einsatz bei der DLH]

Dann gibts noch bei Zimmermann einen Eintrag:
03.08.34 Dessau Einflug
[Vorher die Entscheidung zum Verkauf der 4044 nach China und Herrichtung zum Export]

28.08.34, von Gablenz, Untucht, Haensge und Kirchhoff fliegen mit der Ju 52/3m D-ABAN von Berlin nach Shanghai, 10000 km in 4 Tagen
9.34: Flug der D-ABAN mit Marschall Chiangkaichek von Kweiha über Hankow nach Nantschang
In der Junkers-Betriebsstundenstatistik von 1936 als in China vorhanden eingetragen: Eigentümer: Marschall Chiankaischek
 

L1049G

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Dann ist ja alles geklärt, besten Dank. Und wieder eine Unklarheit beseitigt.

Gerhard
 
Pennywize

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Hallo zusammen,

nachfolgend ein Foto mit einer Maschine von August Lauw. Leider weiss ich überhaupt nicht, wo und wann das Foto entstanden ist? Laut Register flog die Dietrich von 02/1928-04/1932. Ich tippe einmal auf eine Flugverantstaltung. Kann jemand helfen?



Freundliche Grüße
Jan-Bernd
 
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L Andersson

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9.34: Flug der D-ABAN mit Marschall Chiangkaichek von Kweiha über Hankow nach Nantschang
In der Junkers-Betriebsstundenstatistik von 1936 als in China vorhanden eingetragen: Eigentümer: Marschall Chiankaischek
Ju 52/3m D-ABAN was first flown with the German registration still in place and Chinese national insignia added. This photo taken after the outbreak of war with Japan in 1937, shows the aircraft in camougflage and with blue and white stripes on the rudder.

 
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