Atomwaffen auf DDR-Gebiet

Diskutiere Atomwaffen auf DDR-Gebiet im Russische / Sowjetische LSK Forum im Bereich Einsatz bei; Lieber @Jeroen, ich wollte zwar kein Zwiegespräch hier im Forum führen, aber ich möchte Dir hier so viel verraten: Es gibt seit 2012 ein...
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@spider darf ich auf eine moglich weitere "Unscharfe" hinweisen?
Die Zerstoerung des Waffensystem OKA wurde noch vom letzten SED Ministerpresident am 14 Dezember 1989 verordent und das geschah dann auch bis Juni 1990. Die GK, Startrampen usw wurden in der DDR zerstoert, die Raketen selbst gingen (wegen Umwelt?) zuruck an die USSR wo sie dort vernichtet wurden.
Lieber @Jeroen, ich wollte zwar kein Zwiegespräch hier im Forum führen, aber ich möchte Dir hier so viel verraten: Es gibt seit 2012 ein 404-Seiten-Buch "Raketentruppen der NVA-Landstreitkräfte - Geheimhaltungsgrad aufgehoben". Es wurde von 12 Autoren geschrieben, einer davon war ich. Insofern kann ich schon ganz gut - zumindest für die NVA - einschätzen, was wahr ist und was nur Wunschdenken. Insofern sollten meine "Unschärfen" eher der Möglichkeitsform entsprechen anstelle den Tatsachen..

Kehren wir beide also ins Jahr 1990 zurück. Die III./5.RBr. verfügte Anfang Januar noch über 4 Startrampen für OKA plus 4 entsprechende Transportladefahrzeuge (TLF). Im Januar begann die Zerlegung von 3 Rampen + 3 TLF. Die "Schweriner Volkszeitung" berichtete am 1.2.1990. Am 15.3.1990 fand eine weitere Pressevorführung mit zerlegten Bauteilen statt, aber auch die Vorführung der 4. verbliebenen Startrampe plus des 4. TLF. Beide Fahrzeuge wurde im Juni 1990 in das "Armeemuseum Dresden" überführt. Von dort verschwanden beide Teile am 11.6.1991 bis zum Jahre 1998. Sie waren zwischenzeitlich zur "Leihgabe" für die U.S. Armee in Aberdeen, Maryland geworden.

Nun zu den 24 Raketen 9M714 und den GK: 1. Versuch - NVA sprengt sie. Anfang April 1990 auf dem Truppenübungsplatz Klietz erprobt und abgebrochen.

2. Versuch: der Neue Abrüstungsminister Eppelmann spricht Ende April 1990 in Moskau vor, damit die Sowjets die OKA-Raketen zurücknehmen: Marschall Dmitri. Jasow sagte "JA" und kurz darauf "NJET !"

3. Versuch: Das Vorauskommando der Bundeswehr erhält am 14. September 1990 schriftlich Order aus Bonn, dass es darauf hinwirken solle, dass keine weiteren Entsorgungsversuche mit den OKA-Raketen durchgeführt werden.

4. Tatsache: Die Bundesrepublik übernahm am 3.10.1990 24 Stck. 9M714 + 24 Zwischenzellen + 24 GK. Sie lagen zu diesem Zeitpunkt in Brück. Bei zwei OKA-Raketen erfolgten bis Januar 1991 Versuche im Altbundesgebiet zur Erarbeitung einer Zerlege-Technologie.

5. Tatsache: Der Bundestag wurde im April 1992 von der Bundesregierung "unterrichtet" (Drucksache 12/2442) "Die Demilitarisierung der Raketen (gemeint sind die SS-23 - spider) wurde bereits abgeschlossen; unter Beachtung der strengen Umweltschutzauflagen wird auch der Raketentreibstoff bis voraussichtlich 1993 umweltverträglich entsorgt werden".

6. Tatsache: Ein Zeitungsreporter fotografierte Ende Oktober 1993 die OKAs, die doch angeblich "umweltverträglich entsorgt" wurden.

7. Der Kommandant der Einrichtung, wo die OKAs lagen, wusste gegenüber einem Zeitzeugen zu berichten, dass sich ihre Entsorgung bis Ende 1994 hinzog. Erst 1994 endet also die Geschichte der NVA-OKA-Raketen. Im Militärhistorischen Museum Dresden steht wieder die OKA-Startrampe 9P71, das TLF 9T230 ist zurzeit eine Leihgabe des Museums an den Militärhistorischen Verein Demen.

8. Tatsache: Dir @Jeroen und allen anderen ist sicher klar, dass ich das oben Geschriebene auch mit diversen Dokumenten belegen könnte. Viele davon finden sich aber schon im oben genannten Buch.
Zu meinen Dokumenten gehört auch die Kopie eines OKA-Raketenpasses. Darin ist auf Seite 13 klar und deutlich der 28.8.1985 eingetragen als Tag der Eingangskontrolle für das Erzeugnis mit der Werksnummer 85 13 19.

Gruß
spider
 
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Sportflieger
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Ach ja, bleibt die Frage, was die damalige "Gegenseite" wusste und was nicht. Ich füge mal einen Zeitungsauschnitt an aus dem Jahre 1987. Leider weiß ich nicht mehr genau, welche Zeitung es war. Auf jeden Fall war es eine BRD-Zeitung.

BG spider
EDIT: Habe nachrecherchiert - es war eine "SPIEGEL"-Ausgabe von 1990.
 
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Jeroen

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Danke @spider ich nehme gleich an ihr habt zusammen ein sehr interessanter lesenswerter und erforschtem Buch geschrieben, ich werde all zu gerne es mal zur Hand nehmen.
Vom Thema hier begeistert hatte als Quelle Christoph Bluth, The Two Germanies and Military Security in Europe, 2002 gefunden. Der hatte damals auch enige Orginalquellen benutzt, und reingesehen, wahrscheinlich kennst Du dich laengst mit dieser Studie aus.
Bluth schreibt die Anwesenheit NVA SS-23 wurde vom USA erst "detected in early 1990".
und
"On 3 April 1990 the procedure for the destruction of a conventional warhead was tested succesfully."
 
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Danke @spider ich nehme gleich an ihr habt zusammen ein sehr interessanter lesenswerter und erforschtem Buch geschrieben, ich werde all zu gerne es mal zur Hand nehmen.
Vom Thema hier begeistert hatte als Quelle Christoph Bluth, The Two Germanies and Military Security in Europe, 2002 gefunden. Der hatte damals auch enige Orginalquellen benutzt, und reingesehen, wahrscheinlich kennst Du dich laengst mit dieser Studie aus.
Bluth schreibt die Anwesenheit NVA SS-23 wurde vom USA erst "detected in early 1990".
und
"On 3 April 1990 the procedure for the destruction of a conventional warhead was tested succesfully."
Anbei der fotografische "Nachweis" - an den GK werden kleine Sprengladungen befestigt.
Wie bereits geschrieben: Es blieb bei Versuchen, später fanden keine weiteren Sprengungen von OKA bzw. OKA-Teilen auf dem TÜP Klietz statt.
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Danke @spider ich nehme gleich an ihr habt zusammen ein sehr interessanter lesenswerter und erforschtem Buch geschrieben, ich werde all zu gerne es mal zur Hand nehmen.
...
Entschuldige @Jeroen, hatte ich glatt überlesen mit Deiner Buchanfrage "Raketentruppen der NVA-Landstreitkräfte - Geheimhaltungsgrad aufgehoben".
Ich werde hier im Forum suchen, ob es eine Rubrik "Bücher etc" gibt und dann stelle ich das Buch noch einmal kurz vor.
Allerdings: Leider bin ich 6 Jahre zu spät in dieses Forum gekommen oder Du hast 6 Jahre zu spät nach diesem Buch gefragt. Es ist nicht mehr auf dem Markt. Es wird auch nicht neu aufgelegt und - Du findest es im Moment auch nirgendwo in einem Antiquariat (es war wohl zu gut geschrieben und kein Leser will sich von seinem Buch trennen)
sorry für diese Auskunft
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Jeroen

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Da gehe ich dann wohl mit leere Haende aus.....
Nun wie Herr Gorbatschow schon sagte, wer zu spaet kommt, den bestraft das Leben.
Oder hatte er nicht?
...
Die WELT - gewöhnlich gut informiert - ist in diesem Punkt genauso oberflächlich wie alle unsere Mainstream-Medien.
Natürlich hat Gorbatschow diesen Satz gesagt! Allerdings nicht beim Straßeninterview in Berlin sondern am nächsten Tag beim Treff mit Honecker und den anderen Politbüromitgliedern. Allerdings bezog er in diesem Gespräch (das Gesprächsprotokoll liegt in Moskau) den Satz mit dem Zuspätkommen auf sein eigenes Land und die ausbleibenden Erfolge bei der Perestroika.
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martin2

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@spider ich habe eine Fachfrage. Frage steht unten. (Du bist dazu der ausgewiesene Fachmann.)

@all Wir sollten mal zum Thema zurück kommen. Und das lautet nun mal Atomwaffen.

Wir müssen uns auf einheitliche Vokabeln verständigen, sonst reden wir über Äpfel und Birnen und Gurken und Schraubenschüssel. Die Vokabeln sind eingeführt - aber offensichtlich nicht allen geläufig:

- Rampe: Das große Auto, von dem was geschossen wird

- Träger: Die Rakete, die ist auf dem großen Auto und fliegt dann los

- Sonderwaffe: Das kleine Dings ganz oben auf dem Träger. Macht im Ziel fürchterlich aua. Hatten wir (NVA) nicht, hatte Kolja unter Verschluss. Konnte Atom oder Bio oder Chem oder sonstwas sein - ist hier aber egal.

Es gab mehr Träger als Rampen. Man kann ja nach dem ersten Abschuss nochmal eine Rakete auf das große Auto bauen ..

@spider:
Mit Deiner Expertise würde ich gern eine grobe Abschätzung vornehmen wollen, also nur für die NVA.

Für SS-23 also 25 Träger. Wie sahen die Zahlen für Träger für die anderen Waffensysteme aus?

- SS-21
- SS-1c
- Frog7 (Luna-M)

Hast Du da auf die Schnelle die Zahlen für die theoretisch in der NVA verfügbare Trägerzahl?
 
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Sportflieger
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@spider ich habe eine Fachfrage. Frage steht unten. (Du bist dazu der ausgewiesene Fachmann.)
...
Wir müssen uns auf einheitliche Vokabeln verständigen, sonst reden wir über Äpfel und Birnen und Gurken und Schraubenschüssel. Die Vokabeln sind eingeführt - aber offensichtlich nicht allen geläufig:
...
@spider:
Mit Deiner Expertise würde ich gern eine grobe Abschätzung vornehmen wollen, also nur für die NVA.
...
Hast Du da auf die Schnelle die Zahlen für die theoretisch in der NVA verfügbare Trägerzahl?
Zunächst @martin2 zu den Begrifflichkeiten:

a) mit "Startrampe" bzw. "Rampe" gehe ich mit.
b) oben drauf lag generell die Rakete (weil i.d.R. schon montiert)
c) Rakete besteht aus "Träger" plus Gefechtskopf (dem. was der Träger eben ins Ziel trägt). Der Begriff Sonderwaffe wurde in der NVA nicht gebraucht. Dann hießen die Köpfe. "Spez.-GK" in den Vorschriften. Wir können uns ruhig auf Kern-GK einigen. Chemische bzw. biologische GK kamen nicht einmal in die Nähe der NVA-Raketentruppen.

Die Bestands-Zahlen kann ich mitteilen, stehen ja so im 2012er Buch von Roland Großer "Raktentruppen der NVA-Landstreitkräfte - Geheimhaltungsgrad aufgehoben" auf Seite 330.
Ich bitte aber zu beachten, dass dies die realen Gesamt-Bestände vom Frühjahr bzw.. Sommer 1990 sind. Raketen, die in den Jahren 1963 -1989 verschossen wurden, werden nicht mit aufgeführt. Ebenso nicht mitgezählt habe ich die Lehr-Träger.

---> Gefechtsträger/ -triebwerke

- 111 Träger 8K14 (= Scud B), bis April 1990, dann Rückführung an sowj. Streitkäfte
- 24 Rakten 9M714 OKA (= SS-23 Spider) - übergeben an die Bu-Wehr am 3.10.1990 (beachte: die 25. gab es seit dem 31.8.1987, 19:30 Uhr nicht mehr)
- 51 Raketen 9M79 (=SS-21 Scarab) bis 5.9.1990, dann Rückführung an sowj. Streitkäfte
- 256 Triebwerke 9M21 LUNA-M (= FROG-7) - übergeben an Bundeswehr am 3.10.1990

Noch ein wichtiger Hinweis: In der Literatur geistern neben oben genannten IST-Zahlen auch diverse SOLL- Zahlen. Zum Beispiel Soll 8K14 120 Träger. Das ist eine rein mathematische Zahl aus den 70ern und frühen 80ern: Pro Scud-Rampe = 6 Träger. Macht bei 20 Gefechtsrampen 6 x 20 Träger. Norm wurde Mitte der 80er herabgesetzt auf 5 Träger pro Rampe, also 5 x 20 Rampen = 100 Träger 8K14. "Feinschmecker der Mathematik" werden jetzt sagen, dass die NVA doch 22 Scud-Rampen hatte - 20 in der Truppe und 2 in den Lehreinrichtungen. Deshalb: Wer mit oben genannten IST-Zahlen rechnet, ist näher an der Wahrheit dran.
spider

Im Bild: Einige Container mit OKA-Triebwerken:
 
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martin2

Fluglehrer
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Danke @spider - das ist mal eine Diskussionsbasis. (Übrigens habe ich das genannte Buch, kam aber nicht auf die Idee, dort nachzusehen.)

Dann wollen wir mal rechnen:
111 + 24 + 51 = 186

Maximal 186 Gefechtsköpfe, maximal 186 Sonderwaffen (ich bleibe mal bei der Vokabel) hätte man verschießen können, mehr Träger gab es ja nicht. Eher waren es sogar weniger, da aus vielen Gründen nicht beliebig oft von den Rampen geschossen werden konnte bzw. auch sollte. Beispielsweise war die Zahl der Rampen begrenzt. Und im ersten massiven Schlag sollten 60%, im zweiten 35% verschossen werden. Auch das könnte man noch rechnen.

256 Träger für FROG-7 (LUNA-M), aber da scheint mir die Sache deutlich komplizierter: Die war auch nuklearfähig. Aber war das auch ihre Einsatzrolle in Bestand der NVA-Truppen? Die russische Seite ist ja etwas schweigsam. Und wir können es selbst nicht wissen.

Wie ist Deine fachliche Einschätzung zu FROG-7?
 
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Danke @spider - das ist mal eine Diskussionsbasis. (Übrigens habe ich das genannte Buch, kam aber nicht auf die Idee, dort nachzusehen.)

Dann wollen wir mal rechnen:
111 + 24 + 51 = 186

Maximal 186 Gefechtsköpfe, maximal 186 Sonderwaffen (ich bleibe mal bei der Vokabel) hätte man verschießen können, mehr Träger gab es ja nicht. Eher waren es sogar weniger, da aus vielen Gründen nicht beliebig oft von den Rampen geschossen werden konnte bzw. auch sollte. Beispielsweise war die Zahl der Rampen begrenzt. Und im ersten massiven Schlag sollten 60%, im zweiten 35% verschossen werden. Auch das könnte man noch rechnen.

256 Träger für FROG-7 (LUNA-M), aber da scheint mir die Sache deutlich komplizierter: Die war auch nuklearfähig. Aber war das auch ihre Einsatzrolle in Bestand der NVA-Truppen? Die russische Seite ist ja etwas schweigsam. Und wir können es selbst nicht wissen.

Wie ist Deine fachliche Einschätzung zu FROG-7?
1) Bei obiger Rechnung fällt mir auf: Zeitschiene NICHT beachtet. Spätestens ab Ende 1987 fallen 24 Systeme (-> OKA) aus Deiner Rechnung für immer heraus. Stichwort: Der sowj. Koalitionspartner KONNTE nicht mehr liefern, weil bei ihm auch die sowjetischen Nuklear-GK der OKA mit unter den INF-Vertrag fielen und zerstört wurden.

2) Schaust Du in das Buch Raketentruppen ..." , welches Du ja nach eigener Aussage im Bestand hast. Findest Du (fast) alle Antworten in einer einzigen Grafik auf Seite 77. Die reale "Streuung" der LUNA-M ermöglichte wohl den Einsatz konventioneller GK (z.B. Kassetten-GK), machte ihn aber deutlich ineffektiver als bei der TOTSCHKA.
spider

Das Bild auf Seite 77 des o.g. Buches: Ablage der Auftreffpunkte bei Starts mit NVA-LUNA-M und NVA-TOTSCHKA in den 80er Jahren (Angaben in Metern).
 
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eggersdorf

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Spätestens ab Ende 1987 fallen 24 Systeme (-> OKA) aus Deiner Rechnung für immer heraus. Stichwort: Der sowj. Koalitionspartner KONNTE nicht mehr liefern, weil bei ihm auch die sowjetischen Nuklear-GK der OKA mit unter den INF-Vertrag fielen und zerstört wurden.
Wenn die Sowjetunion die Nuklear GK der OKA die in der DDR lagerten und die für die NVA bestimmt waren im INF-Vertrag nicht angegeben hätten dann wäre das doch nicht aufgefallen. Ganz im Gegenteil. Also ich weiß ja nicht ob der INF-Vertrag genaue Zahlenwerte hinsichtlich von nuklearen GK enthält. Haben die da überhaupt zwischen Trägern und GK unterschieden? Aber spätestens zu diesem Zeitpunkt wäre die Information in den Westen gelangt das es neben sowjetischen OKA in der DDR auch noch weitere OKA dort gab. Die OKA der NVA! Die Sowjets hätten damit die OKA der NVA quasi selbst aufgedeckt! Also besser still halten und die nuklearen GK für die OKA der NVA bis 1990 in Lychen liegen lassen. Es hätte niemand bemerkt.
 
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Also ich weiß ja nicht ob der INF-Vertrag genaue Zahlenwerte hinsichtlich von nuklearen GK enthält. Haben die da überhaupt zwischen Trägern und GK unterschieden?
Das INF Vertrag spricht an sich nicht uber die GK. Es mussten nur alle kurz und mittelstrecke Raketen, Abschusseinrichtungen, unterstutzende Technik und Einrichtungen zerstoert werden. Zu zerstoeren war entweder der Rakete wenn er aus ein Teil bestand, wenn er in mehrere Hauptteilen zu bewaren war z.B. in Kontener, dann musste nur das grosste Teil/Stufe zerstoert werden. Der grosste Stufe galt als "voellige Rakete"!
 
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Ein Buch zu dem Thema(allerdings schon fast 10 Jahre alt),gibt es übrigens auch:

http://www.aggi-info.de/fileadmin/Artikel/info 05/Rez.pdf
http://www.amazon.de/Die-DDR-die-Kernwaffen-Nationalen/dp/3789055107

Ich selber kenne es nicht,aber Veith sollte es sich zulegen!:FFTeufel:
DER WAR GUT!
Wer den "Nielsen" ("Die DDR und die Kernwaffen, Nomos 1998) hat, sollte sich glücklich schätzen. Absolut vergriffen. Wer ihn lesen will - Es gibt ja die Ausleihe in der Staatsbibliothek.
Zum Inhaltlichen: Ausgiebiges Quellenstudium und durchdachte Analyse des Gelesenen durch den Autor (---> Harald Nielsen, geboren 1940 in Kiel, in der Bundeswehr von 1960 - 1987, zunächst Offizier bei den Fla-Raketen NIKE, nach dem Studium an der Führungsakademie der BW tätig im Bundesverteidigungsministerium (mil. Nachrichtenwesen, Schwerpunkt „Streitkräfte des Warschauer Paktes“). Ein paar kleinere Fehler sind mir in Nielsens Arbeit aufgefallen, aber die sind aus meiner Sicht eher marginal.

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IL-76

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Ich möchte hier einmal einen Umstand anmerken, der womöglich mit der im Forum besprochenen
Problematilk zu tun hat.
Im März 1991 flogen mehrfach IL-76 nach Altenburg.
Dabei handelte es sich um CCCP-76493 Werknummer : 0043456700/43-05
Auch am 01.04.1991 dem Ostermontag flog diese Maschine nach Altenburg.
Ich war zu dieser Zeit in Merseburg und hoffte dort auf auf Ereignisse.
Aber auf 124,000 MHz gab 76493 immer Altenburg als Ziel an.
Das habe ich mehrfach erlebt. Immer Altenburg.
Und 76493 hat nichts mit einer IL-76 von einem Fliegerregiment (VTAP) zu tun.
Das ist eine Werksmaschine vom MAP Voronezh APO .
Am 08.04.1991 habe ich diese Maschine in Moskau-Sheremetevo-2 auf der Abstellrampe für IL-76
AFL/Internatiional wieder gesehen.
Und uns (einer Reisegruppe unter Führung von Andrew Marsh ) wurde erklärt, dass die Maschine aus der DDR
kommt.
An der Abstellposition war die Tür offen, und ein Soldat machte sozusagen den Einlasser.
Er hatte eine Uniform im Unteroffiziers Rang. Kein Offizier sozusagen was wie Feldwebel.
Mit schwarzen Kragenspiegeln mit den gekreutzen Symbol der Artillerie und schwarzen Schulterklappen.
Etwas so wie ich es im Internet gefunden habe. Nur golden.
Frage : Was sucht ein Soldat in einer eigentlich zivilen Maschine am Bord ?
Sollte das die perfekte Tarnung für Atom Flüge sein ?
Und als Halter wird MAP Voronezh APO angegeben.
Ich habe keine Ahnung, ob man in Voronezh Atombomben baut.
Hier noch ein Foto der IL-76 vom 08.04.1991.
Da können mal die Experten oder die sich dafür halten Gedanken machen.

















 
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Jeroen

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Ich möchte hier einmal einen Umstand anmerken, der womöglich mit der im Forum besprochenen
Problematilk zu tun hat.
Im März 1991 flogen mehrfach IL-76 nach Altenburg.
Dabei handelte es sich um CCCP-76493 Werknummer : 0043456700/43-05
Auch am 01.04.1991 dem Ostermontag flog diese Maschine nach Altenburg.
Ich war zu dieser Zeit in Merseburg und hoffte dort auf auf Ereignisse.
Aber auf 124,000 MHz gab 76493 immer Altenburg als Ziel an.
Das habe ich mehrfach erlebt. Immer Altenburg.
Und 76493 hat nichts mit einer IL-76 von einem Fliegerregiment (VTAP) zu tun.
Das ist eine Werksmaschine vom MAP Voronezh APO .
Am 08.04.1991 ....

An der Abstellposition war die Tür offen, und ein Soldat machte sozusagen den Einlasser.
Er hatte eine Uniform im Unteroffiziers Rang. Kein Offizier sozusagen was wie Feldwebel.
Mit schwarzen Kragenspiegeln mit den gekreutzen Symbol der Artillerie und schwarzen Schulterklappen.
Etwas so wie ich es im Internet gefunden habe. Nur golden.
Frage : Was sucht ein Soldat in einer eigentlich zivilen Maschine am Bord ?
Sollte das die perfekte Tarnung für Atom Flüge sein ?
Und als Halter wird MAP Voronezh APO angegeben.
Ich habe keine Ahnung, ob man in Voronezh Atombomben baut.
Hier noch ein Foto der IL-76 vom 08.04.1991.
Da können mal die Experten oder die sich dafür halten Gedanken machen.
Bin zwar kein Experten aber nahe Borisoglebsk gibt es das Woronesh-45 Atomwaffenlager.
 
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Was hatte GM Schubert mit Kernwaffen in der DDR zu tun?

Ich komme nach einer gewissen Zeit wieder zurück auf diesen Thread - und zwar auf den Beitrag #69. Gerätselt wird dort unter anderem über einen GM Schubert.
Ich selbst weiß schon seit langem, dass Wolfgang Schubert mit Spezialbauten beschäftigt war. Angefangen hatte er in diesem Metier als junger Oberleutnant z.S. in marineblauer Uniform. Erst als General musste er das Blaue gegen das Graue tauschen. Beim MfS war Schubert - wie hier vermutet - nicht beschäftigt. Sicher wurde er aber als GKdoS-Berechtigter sehr aufmerksam vom MfS "beobachtet".

Ich komme deshalb auf den Herrn Schubert, weil 2020 sein einstiger Vorgesetzter, Generalleutnant Kaiser / Chef Militärbauwesen/ Unterbringung in seinen Erinnerungen (Wolfgang Kaiser, 34 Jahre Soldat der NVA im Kalten Krieg, Projekt + Verlag Dr. Erwin Meißler, ISBN 978-3-932566-99-8) über seine enge Zusammenarbeit mit Wolfgang Schubert geschrieben hat. Auf den Seiten 94 ff. schrieb Kaiser über "Diffiziler Auftrag: Depots für Kernsprengköpfe." Er war 1966 Oberstleutnant, sein Mitarbeiter Schubert Kapitänleutnant. Es ging um den Bau der topgeheimen Kernwaffenlager für die Sowjetarmee in Lychen und Stolzenhain. Vom Projekt wussten damals nur ganze 14 DDR-Leute Genaueres....
 
Thema:

Atomwaffen auf DDR-Gebiet

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