Attacke auf die USS Liberty war keine "Verwechslung", sondern "vorsätzlich"

Diskutiere Attacke auf die USS Liberty war keine "Verwechslung", sondern "vorsätzlich" im Andere Konflikte Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; @Oliver1977: Die israelischen Piloten haben das Ziel erkannt und identifiziert. Es erfolgte mehrfach die Rückfrage und der eindeutige Befehl zum...
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@Oliver1977: Die israelischen Piloten haben das Ziel erkannt und identifiziert. Es erfolgte mehrfach die Rückfrage und der eindeutige Befehl zum Handeln. Es hat auch später niemand versucht den israelischen Piloten eine Alleinschuld in die Pilotenstiefel zu schieben.

@GFF: Es sollen sogar schon Jets gestartet sein, die ausdrücklich zurück befohlen wurden.

Was ich beachtlich finde, ist dass trotz des stundenlangen Angriffs durch Luft- und Seestreitkräfte das Ziel aus eigener Kraft einen Hafen erreichte. Respekt den amerikanischen Seeleuten die nicht von Bord gegangen sind.
 
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Meine Frage geht dahin, warum die Navy so lange gezögert hat um der USS Liberty beizustehen ???
Nun, eine Entscheidungen über Luftunterstützung in einer solchen Situation fällt nicht im luftleeren Raum oder auf der Kommandobrücke eines Trägers. Diese Entscheidung wurde im Pentagon oder gar im WH gefällt. Das dauert schon mal etwas, allein wegen des ganzen physikalischen hin und hers in der damaligen Kommunikationstechnik und besonders da soetwas alles auch noch verschlüsselt und entschlüsselt werden mußte und jede Abteilung da wieder eigene Schlüsselsysteme hatte und dann auch noch der Marinegeheimdienst beteiligt ist, in dessen Auftrag die USS Libety ja im Einsatz war.

Das eine solche Entscheidung ganz oben gefällt werden mußte ist klar, denn die USA wußten - im Gegensatz zu Israel - was da läuft und sie wußten auch, welche Gefahren es birgt, wenn Flugzeuge zweier Länder, die sich beide gleichermaßen angegriffen fühlen, so dicht beieinander operieren. Ein Heisspron handelt unbesonenn und schon schießen die USA udn Israel aufeinander. Und wenn das Geballer erstmal beginnt, können sich die Offiziere (Admiräle) auf dem Funk die Stimme heiser brüllen, das nächste Mal, dass ein Kampfpilot bei all dem Adrenalin wieder jemand auf Befehle hören kann, ist in der nächsten Kampfpause. Bis dahin ist dann meist schon ordentlich Schaden entstanden.
 

Gustav Anderman

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..., wenn Flugzeuge zweier Länder, die sich beide gleichermaßen angegriffen fühlen, so dicht beieinander operieren. Ein Heisspron handelt unbesonenn und schon schießen die USA udn Israel aufeinander.
Zu diesem Zeitpunkt schossen die Israelis bereits auf die Amerikaner und Amerikaner starben!
 
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Zu diesem Zeitpunkt schossen die Israelis bereits auf die Amerikaner und Amerikaner starben!
Aber ein Luftkampf hätte das ganze noch deutlich eskaliert. Außerdem müßte man ja den eigenen Piloten den Befehl zum Abschuß israelischer Piloten geben. Mittels "Ups, da ist ein Fehler passiert. Tut mir wirklich leid!" kann man soetwas dann wirklich nicht mehr bereinigen. Man hätte die Situation nur schlimmer machen, aber kaum helfen können. Ist bei Friendly Fire Zwischenfällen auch so.
 
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Die Argumentation die ihr gebracht habt ist einleuchtend, es bleibt ein "aber".
Bei der US Navy gibt es und gab es schon immer den Grundsatz wenn ich beschossen werde so werden wir uns zur Wehr setzen und danach erst die ganzen Instanzen durchlaufen. Ich weiß auch das jetzt durchzudiskutieren müßig ist.
Man weiß ja aus der Vergangenheit das es schon mehrere Zwischenfälle mit Aufklärungsschiffen gab, ferner ist bekannt das Israel sehr ungehalten, (auch gegenüber der USA), verhält was jedliche Aufklärung vor seiner Küste angeht.
Nicht umsonst trifft man immer wieder auf den Spruch: wir sind von feinden umgeben, an. Das scheint die USA in manchen fällen miteinzuschliesen.

Ich weiß nicht ob diese Aussage stimmt und möchte sie nur unter Vorbehalt äusern. Die Lehre aus der USS Liberty war das an sensieblen Küsten immer noch ein Stinger Trupp an Bord ist. Oder auch viel Aufklärungsarbeit wird von U-Booten übernommen.
 
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Bei der US Navy gibt es und gab es schon immer den Grundsatz wenn ich beschossen werde so werden wir uns zur Wehr setzen und danach erst die ganzen Instanzen durchlaufen.
Bist du dir da ganz sicher?
 
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Schiffe der US Navy haben das Recht auf Sebstverteidigung sollten sie angegriffen werden. Im Navysprachgebrauch: "Angemessene Reaktion"

Wobei Angemessene Reaktion kann man dehnen wie einen Kaugummi.
Entscheidung liegt beim Kapitän wie er sein Schiff schützt.
 
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Hallo,

es gibt eine amüsante Geschichte zwischen einen US Navy Hochseeschlepper und Piraten in der Philipinischen See ist schon ein bischen her.
Dies gehört allerdings nicht hierher. Vieleicht sollten die Moteratoren mal eine Seite Aufmachen: US Navy dies und das.

Gruß

GFF
 

Gustav Anderman

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Aber ein Luftkampf hätte das ganze noch deutlich eskaliert. Außerdem müßte man ja den eigenen Piloten den Befehl zum Abschuß israelischer Piloten geben. Mittels "Ups, da ist ein Fehler passiert. Tut mir wirklich leid!" kann man soetwas dann wirklich nicht mehr bereinigen. Man hätte die Situation nur schlimmer machen, aber kaum helfen können. Ist bei Friendly Fire Zwischenfällen auch so.
Wie heißt so doch so schön im amerikanischen : friendly fire isn´t .
Friendly fire ist wenn jemand aus versehen seine eigenen Truppen beschießt , nur ist Israel bekanntermapen nicht der 51. Staat der Vereinigten Staaten und es ist Aufgabe der US Navy Amerikaner zu schützen und nicht Israelis.
In 1980ziger Jahren hat USS Vincennes einen Airbus abgeschossen weil sie ihn für eine Gefahr hielten ohne das sie aus der Luft angegriffen wurden.
 
dennis1976

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Da sind man mal wider was fehlende Kommunikation zwischen zwei Streitkräftenteilen alles bewirken kann. Wenn man die Hauptverantwortlichen für diesen Vorfall sucht, müßte man beim Israelischen Oberkomando anfangen.
Man löscht die gemeldete Position eines US-Schiffes vor der Küste Sinais.
Für mich klingt das schon etwas merkwürdig. Dan greifen israelische Jagdbomber das Schiff an, ohne vorher festzustellen ob es für einen Bodenbeschuß fähig ist und ohne das Schiff zu identifizieren. Wie blind muß man sein die Schiffskennung und die Flagen nicht zu sehen? Wenn die israelischen Schnellboote sich in 6000m Entfernung zur Liberty befunden haben sollen, wie können die Besatzungen behaupten beschoßen worden zu sein? Ein 12,7mm MG hat nicht so eine Kampfentfernung.Auch hier wurde mangelnde Aufklärung betrieben.
Wenn ich mir ein Urteil daraus bilden darf, der Angriff war vorsetzlich aus welchen Gründen auch immer.
 
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Man kann es auch von einer anderen Seite sehen. Das einfach der Stress und Arbeitsbelastung zu dem Drama geführt hat. Im Israelischen Oberkomando ging es sehr hecktisch zu, die Meldungen von der Front kommen ständig rein.
Anders ausgedrückt es kam alles auf einmal.
Ich würde die ganze Geschiche so auslegen Vorsätzliches Versehen und Ausbildungsdefizite auf Seiten des Generalstbs und Piloten.

So wird es zumindest in verschidenen Puplikationen dargestellt.
Es gibt auch keinen Beleg warum die USS Liberty kein Maday abgesetzt hat.
Dies hätten die Mirages dann mitbekommen und den Angriff evtl. eingestellt.

Wer weiß ob jemale die ganzen Dokumente vom US Nationalarchiv freigegeben werden.
 
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Wer weiß ob jemale die ganzen Dokumente vom US Nationalarchiv freigegeben werden.
Spätestens nach 100 Jahren muss alles freigegeben werden, aber - und dies ist ein großes ABER - nur die bestehenden Akten. Wenn etwas nicht in den Akten steht, dann wir man es auch nie erfahren, das ist das gleiche wie bei JFK, in den ach so geheimen Akten steht nicht viel, die Sache ist nie sauber aufgeklärt worden. Für die Liberty dürfte es ähnlich aussehen.

Was das Thema erkenne von Flaggen und Schiffstypen durch Flieger anbelangt, solche Markierungen sind aus den üblichen Kampfentfernungen nicht wirklich gut zu erkennen. Die Pressebilder haben dann meist einen Abstand von vielleicht 100 Meter, aber aus ein paar Seemeilen ist es wirklich nicht sehr toll. Außerdem werden die meisten zugewiesenen Ziele in einer Kampfsituation trotz entsprechender ROE nicht visual identifiziert, man will dem Gegner ja keine Vorwarnung und Gelegenheit zum Ergreifen von Abwehrmaßnahmen geben. Das war auch mit den beiden abgeschossenen Blackhawk-Hubschraubern überm Irak so. Man ist nur etwas dichter rangeflogen und hat durch die Optik geguckt. Die meisten suchen dann nicht nach Anzeichen, dass es kein Gegner ist, sondern dass es der gesuchte Gegner ist und die finden sich oftmals recht leicht. Dies alles unter dem Adrenalinstoß eines bevorstehenden Angriffs mit scharfen Waffen. Da sind Fehler vorprogrammiert.
 
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Inzwischen gibt es genügend Quellen, die die Umstände des damaligen Angriffes sehr gut wiedergeben.

Im folgenden stelle ich einige davon vor:

(Auszug)
Gegen 06:00 Uhr morgens Ortszeit überflog das erste Mal eine israelische Aufklärungsmaschine die USS Liberty und identifizierte diese als "Schiff der US-Marine vom Typ Frachter" mit der Kennzeichnung "GTR-5". Diese Identifizierung wurde an das Hauptquartier der israelischen Marine weitergeleitet. In den folgenden Stunden überflogen israelische Aufklärungsflugzeuge die USS Liberty insgesamt acht Mal.

Um 14:00 Uhr registrierte das Radar des Schiffes dann drei sich mit hoher Geschwindigkeit nähernde Flugzeuge. Augenblicke später feuerten die israelischen Kampfflugzeuge mit Raketen und ihren Bordgeschützen auf die Liberty. Quartiermeister Theodore Arfsten erinnerte sich, daß er sah, wie ein jüdischer Offizier weinte, als er den blauen Davidsstern auf den Kampfflugzeugen sah. Nachdem diese Maschinen ihre Munition aufgebraucht hatten, wurden mehrere weitere Angriffswellen von israelischen Kampfflugzeugen gegen das Schiff geflogen, wobei Raketen, die Bordgeschütze der Flugzeuge und Napalm eingesetzt wurden. Die ersten Ziele waren dabei die Kommandobrücke, die Funkantennen und die vier Maschinengewehre. Während des Luftangriffs hatte die Besatzung des Schiffes Schwierigkeiten, Kontakt mit der Sechsten Flotte der US-Marine aufzunehmen, da starke Störsignale eingesetzt wurden.

Anschließend trafen drei israelische Torpedoboote ein, die fünf Torpedos auf das Schiff abfeuerten, von denen eines die Liberty traf. Daraufhin nahmen die Torpedoboote das Schiff mit Maschinengewehren unter Feuer. Dabei wurde insbesondere auf die Kommunikationseinrichtungen und jegliches Besatzungsmitglied, das sich an Bord zeigte, gezielt. Auch zu Wasser gelassene Rettungsboote wurden systematisch mit Maschinengewehrfeuer durchlöchert, so daß der Befehl zum verlassen des Schiffs schließlich aufgehoben werden mußte. Es gelang der Mannschaft aber, das Sinken des Schiffes trotz der schweren Schäden zu verhindern und auch einen kurzen Hilferuf an die Sechste Flotte abzusetzen. Daraufhin starteten Flugzeuge von den US-Flugzeugträgern USS Saratoga und USS America. Die gemeldeten angreifenden Flugzeuge wurden als "feindlich" eingestuft und die Piloten erhielten die Genehmigung, sie zu zerstören. Dieser Befehl wurde unverschlüsselt an die Piloten gesendet. Kurze Zeit später drehten die US-Maschinen allerdings wieder ab.

Kurz darauf brachen die Torpedoboote ihren Angriff ab und ein israelischer Offizier fragte mittels eines Megaphons an, ob die USS Liberty Hilfe benötige. Der verwundete Kommandeur der Liberty, Leutnant William McGonagle, wies den Quartiermeister daraufhin an, mit "**** dich" zu antworten. Zur gleichen Zeit trafen israelische Hubschrauber ein, von denen Überlebende des Angriffs berichteten, daß sie mit Männern in Kampfanzügen vollgestopft waren. Der Kapitän der Liberty befahl daraufhin, sich zur Abwehr von Entermannschaften klarzumachen. Hierzu kam es aber nicht, die Hubschrauber drehten ab.

Bei dem Angriff wurden an Bord der USS Liberty 34 Menschen getötet und 174 weitere teilweise schwer verletzt. Das Schiff selbst mit einem geschätzten Wert von 40 Millionen US-Dollar wurde bei dem Angriff so schwer beschädigt, daß es später als irreparabel eingestuft und als Schrott für 101.666,66 US-Dollar verkauft wurde. Israel zahlte später 6 Millionen US-Dollar Entschädigung für die Schäden an der Liberty und 6,7 Millionen US-Dollar an die Familien der Opfer und an die Verwundeten.

Seitens Israels war von Anfang an behauptet worden, es habe sich nur um einen Irrtum gehandelt - eine Erklärung, die ebenso von Anfang an zumindest offiziell durch die USA akzeptiert wurde. Tatsächlich sprach Israel der Besatzung des Schiffes eine nicht geringe Mitschuld - wenn nicht gar die Hauptschuld - an dem Vorfall zu. Demnach sei keine US-Flagge an der USS Liberty sichtbar gewesen, sie sei mit 30 Knoten gefahren - eine Geschwindigkeit, die damals zur Einstufung als Kriegsschiff führte - und die USA hätten Israel zuvor versichert, daß sich keine Schiffe der US-Marine in dem Seegebiet aufhielten. Dies habe zu der Verwechslung mit dem ägyptischen Frachter El-Quseir geführt, von dem man geglaubt habe, er habe israelische Positionen an Land beschossen - was wiederum auch ein "Irrtum" war, da es an jenem Tag keinen derartigen Angriff von See aus gab. Die El-Quseir lag zum Zeitpunkt des Angriffs auf die Liberty allerdings im Hafen von Alexandria, war vollständig unbewaffnet und nur etwa halb so groß wie die Liberty.

Auch den übrigen Behauptungen Israels widersprechen die überlebenden Besatzungsmitglieder der Liberty seit Jahren ebenso lautstark wie von den Medien unbeachtet.

Tatsächlich ist auch ein israelisches Militärgericht später zu dem Schluß gekommen, daß die Kommandantur der israelischen Marine spätestens drei Stunden vor Beginn des Angriffs wußte, daß es sich bei dem Schiff um ein "Sprachfunk-Überwachungsschiff der US-Marine" handelte. Diese Information sei allerdings verlorengegangen und habe die Besatzungen der Kampfflugzeuge und Torpedoboote und auch jene Offiziere, die den Angriff leiteten, nie erreicht.

Jetzt freigegebene Dokumente zeigen, daß die US-Führung in Wahrheit keineswegs der israelischen Darstellung, es habe sich nur um einen "tragischen Irrtum" gehandelt, folgte. So sagte Clark Clifford, damals Geheimdienstberater des US-Präsidenten Lyndon B. Johnson, bei einem Treffen mit NSA-Mitarbeitern, es sei "unvorstellbar", daß der Angriff infolge einer Verwechslung erfolgte. Der Angriff "kann nichts anderes als absichtlich gewesen sein", sagte der Direktor der NSA, Generalleutnant Marshall Carter, später vor dem US-Kongreß. "Ich glaube nicht, daß man in der NSA viele Leute findet, die glauben, daß es ein Unfall war", sagte Benson Buffham, ein früherer stellvertretender Direktor der NSA, in einem Interview.

Alle für den Artikel befragten Besatzungsmitglieder der Liberty sagten einmütig, daß die Liberty vor, während und nach dem Angriff die US-Fahne geflaggt hatte - mit Ausnahme einer kurzen Periode während des Angriffs, nachdem die erste Fahne zerstört worden war und bis eine andere größere - die vier Meter lange "Urlaubsfahne" - gehißt worden war. In einem der NSA-Dokumente heißt es denn auch: "Jede offizielle Befragung zahlreicher Besatzungsmitglieder der Liberty ergab übereinstimmende Beweise, daß die Liberty tatsächlich eine amerikanische Fahne gehißt hatte - und außerdem, daß die Wetterbedingungen ideal waren, um sicherzustellen, daß sie leicht zu sehen und zu identifizieren war."
. . .
So erfolgte der Rückruf der bereits in der Luft befindlichen US-Kampfflugzeuge, die der Liberty zu Hilfe eilen sollten, offenbar auf direkten Befehl der US-Regierung.

J.Q. "Tony" Hart diente damals auf einer Relaisstation der US-Marine in Marokko, die die Kommunikation zwischen Washington und der 6. Flotte vermittelte. Er erinnert sich, daß er hörte, wie der damalige US-Verteidigungsminister Robert McNamara dem Kommandeur des US-Flugzeugträgerverbands, Konteradmiral Lawrence Geis, befahl, die Flugzeuge umkehren zu lassen. Als Geis protestierte und sagte, die Liberty brauche Hilfe, da sie angegriffen werde, sagte McNamara: "Präsident Johnson wird nicht einen Krieg anfangen oder einen amerikanischen Alliierten in Verlegenheit bringen wegen ein paar Seeleuten."

An Bord der Liberty befanden sich 291 Seeleute und 3 Zivilisten. ...
http://www.freace.de/artikel/200710/101007a.html
 
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Ich habe mehrere Videos zu dem Vorfall gefunden, darunter eine siebenteilige Dokumentation von der BBC.

Dead in the water (1-7) The sinking of USS Liberty

Ein Zitat des damaligen Kommandanten der USS Liberty William McGonagle:
"Falls das ein Versehen war, dann war es das bestgeplante Versehen, das ich jemals gesehen habe."

1. Teil: http://youtube.com/watch?v=cAxk7Y_pTkw

2. Teil: http://youtube.com/watch?v=xwQyozoyNqg

3. Teil: http://youtube.com/watch?v=5jxmBDjzejA

4. Teil: http://youtube.com/watch?v=Pd0TpgHS7CI

5. Teil: http://youtube.com/watch?v=u4FRLjwAY0w

6. Teil: http://youtube.com/watch?v=8GV8ztvbhkE

7. Teil: http://youtube.com/watch?v=A5-Yp0l0IMw

Die Verleihung des höchsten Tapferkeitsordens "Purple Heart" an den Kommandanten erfolgte in Bremerhaven unter unüblicher Geheimhaltung. Dabei wurde er erneut - wie die gesamte Besatzung - unter Androhung von Kriegsgerichtsverfahren - zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet. Unter denselben Umständen verlief die Verleihung der Ehrenmedaille des US Kongresses an den Kommandanten.

Bie dem Angriff wurden 70 Prozent der Besatzungsmitglieder des Schiffes getötet oder verwundet, - die bis dahin höchste Verlustrate amerikanischer Soldaten seit dem Zweiten Weltkrieg. Die israelischen Angreifer setzten u. a. Napalm und weißen Phosphor ein.
 
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Ein weiteres Dokumentarvideo, das den Vorfall als "False Flag"-Unternehmen darstellt, das von (US Vizepräsident) Lyndon B. Johnson und den Israelis eingefädelt wurde, um Ägypten als Verantwortlichen darstellen und so einen Anlaß zu einem amerikanischen Angriff erzeugen zu können :

Israel attacks USS Liberty and gets away with it

(Israel greift die USS Liberty an und geht straflos aus)

http://youtube.com/watch?v=RzAxuLwu88s

USAF-Kampfflugzeuge (von zwei Flugzeugträgern der 6. US-Flotte) wurden zunächst zur Unterstützung des Schiffes entsandt, auf Befehl aus dem Weißen Haus aber zurückgerufen. Als der kommandierende Admiral der 6. US Flotte, Admiral Geiss, persönlich dort anrief, um sich den Rückrufbefehl bestätigen zu lassen bzw. ihn in Frage zu stellen, wurde er mit Verteidigungsminister McNamara und schließlich mit dem damaligen Vizepräsidenten Lndon B. Johnson verbunden. Johnson befahl dem Admiral angeblich wörtlich:

"I want that goddam ship going to the bottom. No help. Recall the wings!"

(Ich will, daß das gottverdammte Schiff auf den Grund geht. Keine Hilfe. Rufen Sie die Flugzeuge zurück.)

Erst die Tatsache, daß sich ein sowjetisches Spionageschiff der Szenerie näherte und Teile des stundenlangen Angriffs beobachten konnte, veranlaßte die Israelis schließlich, den Angriff nach über dreistündiger Dauer abzubrechen, so daß sich das schwergetroffene Schiff davonschleppen konnte.
 
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Zwei weitere Dokumentarvideos:

USS Liberty: Liberty Under Fire

http://youtube.com/watch?v=HYfLpaXWlVM

Israelische Kampfflugzeuge und Torpedoboote beschossen sogar Rettungsflöße und Schiffbrüchige der USS Liberty.


The Isreali attack on the USS Liberty

http://youtube.com/watch?v=5Ihhv7-pnWU

Hinweis: Nur der Anfang dieses Videos ist identisch mit der bereits weiter oben verlinkten BBC-Dokumentation.
 
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Die Verleihung des höchsten Tapferkeitsordens "Purple Heart" an den Kommandanten erfolgte in Bremerhaven unter unüblicher Geheimhaltung. ...
Der "Purple Heart" ist das US Verwundetenabzeichen. Es wird bei jeder Verwundung im Kampf verliehen, ggf. auch mehrfach. Ein ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat hat ihn für einen Streifschuss am A.sch, den er in Vietnam auf seinem Riverboat erhielt, bekommen. Dafür hat er im Jahr darauf diesen Orden aber auch öffentlich weggeworfen.
 
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