Augsburg - Tempelhof und zurück

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Schon seit vergangenem Jahr, wollte ich unbedingt nach Tempelhof. Ob der Rot-rote Senat diesen Flughafen zu machen wird? Da er doch so viel Geschichte hat und mit der Luftbrücke eine so entscheidende Rolle für das Überleben berlins bedeutete. Soll das alles in kurzer Zeit vorrüber sein?

Jeder geschlossene Flughafen ist ein schlechter Flughafen.

Also auf nach Berlin. Seit mehreren Wochen schauten wir auf das Wetter aber Regen, Regen, Starkwind und nochmal Regen. Auf eine so lange Stecke von 280 nmls sollte das Wetter schon passen.

Am Montag, den 16.7.2007, war es dann soweit. Der Flieger (C172) war aus der Werkstatt zurück und hatte einen neuen Motor. Da konnte man doch gleich das Einfliegen üben. Und nicht vergessen! Einlauföl 100 mitnehmen. Das ist das Öl ohne die Buchstaben (D oder W) davor. Und das Wichitgste: Nicht leanen. Das war schon eine Überwindung für uns, als es dann rauf auf FL75 ging. Doch die Haltbarkeit des Motors geht vor.

Morgens früh, gleich um 8:00, ging es los. Das Bild zeigt den Blick nach links aus dem Fenster auf der Abflugstrecke Lima in Richtung IKEA.
 
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Der Flug führte uns im ersten Leg nach Hof. Und da das Wetter so gut war, gingen wir über den Luftraum Charly von Nürnberg hinweg. Und weil Flieger ja freundlich sind, packten wir unser Englisch aus und sagten der freundlichen Dame von München Radar, welcher Floh da über den Airlinern unterwegs war.

Der Tag würde sonnig und heiß werden. Nürnberg versteckte sich bereits unter den Anfängen einer Dunstglocke. Hier musste Photoshop bei der Aufbereitung des Bildes helfen.
 
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Gleich hinter dem Luftraum Charly von Nürnberg ging es auch schon in den Anflug auf Hof.

Wer von Süden nach Berlin will, muss auf gutes Wetter und hohe Bewölkung achten. Der Einflug über Sierra ist bei schlechtem Wetter sicherlich eine heiße Kiste. Man fliegt auf der Höhe des Schneebergs an. Ein paar Meilen seitlich ab und ein paar Hundert Fuß zu tief und schon ist es geschehen ...
 
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Obwohl sich der Platz von Hof ganz schüchtern in der hügeligen Landschaft versteckt, ist er doch sehr leicht zu finden. Immer an der Autobahn entlang und dann rechts ab ;-)

SIERRA findet sich ganz simpel neben ein paar Windmühlen. Man fühlt sich dabei aber nicht so wohl. Obwohl wir die maximal zulässige Anflughöhe wählten, 'fühlten' wir uns doch recht dicht am Boden. Wenn jetzt der neue Motor schlapp machen würde, müssten wir recht schnell ein geeignetes Gelände finden ... von denen es aber genügend gibt. Vermutlich hat man die Anflugstrecken so dicht über den Boden gelegt, damit Hof auch bei relativ schlechtem Wetter, das es hier öfter einmal gibt, auch erreichen kann.
 
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Dann ist die Bahn auf einmal da. Hof wollte man ja mit vielen Millionen zu einem großen Platz ausbauen. Auch mit riesigen Airbussen hat man schon einmal ein paar Anfluge geübt. Jetzt, wo dieses Thema wohl vom Tisch ist, bleibt Hof weiter das Dornröschen.
 
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... Nicht ganz. Die Lufthansa fliegt Hof regelmäßig an und so warteten wir, bis der 'verhältnismäßig' große Flieger vor uns verschwand.

Auch Ihr müsst jetzt etwas auf die weiteren Beiträge warten, da ich jetzt erst einmal wieder die Brötchen verdienen muss ...
 
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Hof war warm. Die Sonne brannte unerbittlich und uns wurde klar, dass heute ein besonders heißer Tag werden würde. Die knape halbe Stunde, die der Flieger in Hof am Vormittag stand, hatte ihn schon ganz heiß werden lassen. Warum Cessna manche 172er ohne zu öffnendes rechtes Fenster ausgeliefert hat ist mir unverständlich ...

Über die Abflugstrecke November ging es dann weiter nach Norden.

Doch die Sonne bringt uns nicht nur Nachteile. Kaum kommt man nach Thüringen, so findet man prachtvolle und gigantische Photovoltaik-Kraftwerke in der Landschaft.
 
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Hier im 'Norden' wollten wir mehr sehen und so blieben wir unter 3000ft Höhe. Wir näherten uns Leipzig und wollten uns außerhalb der CTR und unterhalb von Charly halten. Den Weg hatte ich extra so geplant, dass wir die alten Tagebaufelder des Braunkohle-Tagebaus südöstlich von Leipzig sehen konnten.
 
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Zwar läuft noch was im Tagebau. Aber lange nicht mehr so viel wie früher. Aus vielen der großen Löcher sind mittlerweile Seen geworden. Manchmal zum Leidwesen der Vegetation, die in so gefluteten Löchern ihr Leben lassen muss.
 
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Manche Löcher sehen dagegen richtig ungesund aus. Doch es werden nur Algen sein, die für die spektakuläre Farbe sorgen. Manche Löcher sind auch schon so alt, dass sich auf den Abbauterrassen eigene Vegetation angesiedelt hat.
 
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Und am Ende der 'Löcher-Strecke' steht dann noch das weithin sichtbare Kraftwerk, das die geförderte Braunkohle in Strom und Prozesswärme für die angesiedelte Petrochemie umwandelt.

Die sichtbaren Förderbänder für die Braunkohle sind gigantisch. Kilometer weit ziehen sie sich durch die Landschaft.
 
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Die Ex-DDR bietet dem Flieger auch heute noch eine Menge Vorteile. Überall finden sich alte, riesige Pisten, die von der roten Armee für ihre Jets benutzt wurden. Eisenach hat eine solche Piste. Mit unserer Cessna würden wir dort fast quer runter gehen können (übertrieben).

Doch die langen Pisten kosten auch eine Menge an Unterhalt. So werden sie allenthalben gekürzt.
 
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Die wunderschöne Elbe (Foto später vom Rückflug) war schnell erreicht und nach einer knappen Stunde Flug sahen wir Potsdam voraus.
 
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Potsdam steht für das Schloss Sanssouci das von Friedrich Wilhelm IV. zu dem ausgebaut wurde, was es heute ist. Man braucht schon ein paar Minuten, um mit dem Flieger die riesigen Parks zu überfliegen.
 
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Dann endlich liegt Tempelhof vor uns. Die CTR von EDDI ist mit den anderen beiden Kontrollzonen von Berlin zu einer großen verbunden. Über Whisky1 und Whisky2 geht es rechts am Teltower Kanal entlang in die Stadt.

Ein paar große Flughäfen habe ich schon angeflogen und auch die CTR von München habe ich schon durchflogen. Beitrag hier.

Aber Tempelhof war nun der erste Platz mit zwei Runways. Da kommt man sich schon groß vor, wenn als Copy dem Tower zurück gibt. "Landung frei Piste 27 links"

Der Anflug ist spektakulär. So dicht geht es über die Häuser weg. Bei der Landung auf die 27L sollte man mit einem kleinen Flieger nicht auf die Schwelle zielen, denn vor der versetzten Schwelle befindet sich ein abfallendes Stück. Wenn man sich auf dieses Stück konzentriert, ist ein Hoppeler durch den Knick in der Landebahn durchaus drin.

Der Tower vergibt für die kleinen Maschinen gerne die Nordbahn, da man dort auf der Bahn zurück rollen kann ohne den Traffic auf der längeren Südbahn zu stören. Der Nordost Taxiway kann in diesem Fall für die abfliegenden Maschinen frei bleiben.

Falls Ihr auf der Südbahn landet, müsst ihr unbedingt eine Freigabe zur Kreuzung der Nordbahn abwarten. Sonst setzt es was!

Bei der Ankunft war der Tower zu uns sehr salopp. Wir mussten gar nicht auf Ground wechseln und der Follow me nahm uns locker auf.
 
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Tempelhof!

Der Flughafen ist architektonisch halt aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Ein geschwungener Prachtbau, der 90 Grad eines Kreises umfasst. Links und rechts Hangars und in der Mitte eine große Abflughalle. Nach dem Ausfüllen einer Landemeldung - die Rechnung über 61 EUR kommt demnächst mit der Post - nimmt einen der Follow me die 100m mit zum GAT.

Wer zu Fuß gehen möchte kann das auch tun.

Das GAT ist nicht der Rede wert. Ein kleiner Raum und ein paar VIP-Lounges sind alles. Dazu Polizei und die üblichen Durchleuchter.

Ungewohnt war das Winken durch den Kellenmann (Einweiser). Ich hatte extra die Seite im AIP noch einmal durchgelesen. Schließlich ist die JAR-FCL-Prüfung, die das alles abfragte, schon ein paar (viele) Monate her.
 
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Wer den Film um die Belagerung von Berlin gesehen hat, kennt auch dieses Bild. Ach ja - hier konnte ich meine erste, neue S600 V12 Limo in ganz Deutschland sehen. Der Fahrer im schwarzen Anzug polierte in der prallen Sonne die Haube. Er hatte mein vollstes Mitleid ;-)
 
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Wer Tempelhof besucht, muss auch die große Abfertigungshalle sehen. Heute ist sie für mich eher klein, aber zu Zeiten als die alte Tante Ju hier den Liniendienst versah, war das ein riesiges Ding!
 
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In Frankfurt am Main steht die eine Hälfte des Luftbrücken-Denkmals. Vor Tempelhof steht das zweite. An Fuß den Monuments sind die Namen der amerikanischen Besatzungen verewigt, die bei der Versorgung der Berliner Bevölkerung ihr Leben gelassen haben.

Wer nach Tempelhof kommt, der sollte die 100m in den Park gehen und eine stille Minute für die Damen und Herren opfern. Schließlich macht dieses Unterfangen den Ruf von Tempelhof aus.

Doch lange hat man nicht Zeit wenn man am selben Tag noch nach Augsburg zurück mochte und noch Stopps auf dem Plan stehen.
 
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Augsburg - Tempelhof und zurück

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