AZmodel 1/72 Morane-Saulnier H, Roland Garros - 1913

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Alien
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Im Jahre 1913 flog ein 25-Jähriger allein in 8 Stunden von Fréjus in Südfrankreich (Europa) nach Bizerte in Tunesien (Afrika). Damit hatte Roland Garros als Erster das Mittelmeer im Flugzeug überquert. Roland Garros Geschichte ist in [1] sehr detailliert aufgeschrieben. Daher will ich am Ende Passagen des Rekordflugs übersetzen, falls es zu einem Rollout kommt.

Auf der Basis des AZmodel Modells der Morane-Saulnier G/H will ich ein Modell des Flugzeugs bauen, mit dem diese Pioniertat durchgeführt wurde. So perfekt wie das von Tom Grigat [2] wird mein Modell sicher nicht werden, aber ich versuche schon, den Bausatz ans Vorbild anzupassen.

Nachdem das alles nun schon über 100 Jahre her ist, ist es schwer, verlässliche Unterlagen über das Original zu bekommen. Hilfreich ist ein russischer Plan, den es auf http://www.the-blueprints.com/ gibt. Er passt extrem gut zum Bausatz und enthält auch gleich zahlreiche Details in größerem Maßstab, so dass man Dinge erkennt. Ihn nehme ich als Referenz. Vom Pionierflugzeug selbst kenne ich nur ein eindeutiges Bild. Dies ist die zweite historische Referenz.

Sehr brauchbare Quellen, insbes. zum Verständnis der Details, sind Fotos der französischen Nachbauten Morane G und Morane H [3][4].

Quellen:
[1] Michel Bénichou: Roland Garros, l’homme qui voulait voler bien, Fana de l’Aviation 523-526, Juni-September 2013
[2] Tom Grigat: Morane Saulnier Typ H AZ Models 1:72 http://modellschmiede-haemelwerwald.jimdo.com/galerien/1-72-schmiede/morane-saulnier-typ-h/
[3] Walk-Around Morane Type G http://ckclub31.ipmsfrance.org/wa/morane_g/
[4] Walk-Around Morane Type H http://www.lecharpeblanche.fr/2012/01/06/walkaround-morane-type-h/
[5] Wikipedia: Roland Garros, http://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Garros

Baubericht
Natürlich habe ich mir erst mal überlegt, ob ich schon wieder einen Baubericht machen soll.:headscratch:

Für einen BB sprechen (1) Aufzeigen der Unterschiede zwischen Bausatz und Vorbild, (2) zusätzliche Informationen zu Details und Funktionsweise des Originals, (3) Informationen zur Geschichte des Vorbilds, (4) Unterhaltung der Leser (Zuschauen geht schneller; wer würde schon alle Bausätze bauen, die es gibt?), (5) Lösungsvarianten ausprobieren.

Wie immer, will ich dabei ein individuelles Modell bauen und dieses am Ende mit netten Fotos aus der Halle rollen lassen.:wink:

Die Sache beginnt mit der ersten Hürde, dem Dünnerfeilen der Tragflächenhinterkanten. Hier gerade vom Rumpf bis jenseits der Mitte durchgeführt. Das ist nicht ganz einfach, da die Rippen erhaben bleiben sollen. Also muss ich Segment für Segment mit einer dünnen Feile mein Bestes versuchen. Natürlich wird’s am Ende etwas wacklig. Handarbeit eben. Aus gutem Grund habe ich nur die Unterseite der Flächen bearbeitet.
 
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Alien
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Der Vergleich vorher (links) zu nachher (rechts) zeigt, dass sich die Sache lohnt. :TOP:
 
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Ein Rippensegment wird gemäß Bauplan und Zeichnung innen abgenommen, um aus der Morane G eine H zu machen.
 
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Das Instrumentenbrett gehört an die Stelle, wo die Rumpfstrebe angegossen ist. Damit es passt, habe ich an den mit Pfeilen markierten Stellen die im Bausatz vorhandenen Strebenstücke abgeschabt.

Am Heck wurde vorsorglich mit Spachtelmasse aufgefüllt, so dass man den Rumpf später um die erforderlichen 2 mm kürzen und wieder spitz auslaufen lassen kann, ohne gleich ein Loch in den Rumpf zu schleifen. (Auch das ist ein Unterschied zwischen G und H.)
 
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Für den Piloten habe ich den Spitfire-artigen Knüppel verwendet, diesen dann aber oben abgezwickt, damit ich ganz am Ende ein Morane-typisches waagrecht stehendes, kleines Rad aufkleben kann.
 
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Die Rumpfseiten erhielten Spannseile aus SiC-Faser. Hinter dem Motorspant habe ich auf Verdacht noch 2-3 mm PS eingeklebt für den Fall dass ich da eine Motorwelle einbauen muss. Hinter dem Pilotensitz habe ich einen großen kupferfarbenen Benzintank platziert damit Roland es bis nach Tunesien schafft. Links und rechts je eine Stahldrahtstrebe für die Motorlagerung habe ich dem Modell auch spendiert. An der rechten Wand sitzt der Gashebel aus Stahldraht und Alufolie (im Foto verdeckt).
 
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Wie erwartet, sieht man nach dem Zusammenfügen der Rumpfhälften einen dunklen Spalt in der Rumpfmitte am Boden. Das ist Murks, da hätte ein Sperrholzboden hin gehört. Ich hab den Boden mit einem Stück farbigem Papier nachträglich angebracht.
 
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JohnSilver

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Im Lotter Kreuz links oben
Das fängt ja vielversprechend an!
Mal keine Resin-Schleiforgien, das müsste doch etwas leichter von der Hand gehen. :wink:
 
popeye

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...game, set, match wünscht popeye :TD:
 
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Die Befestigung der Flügel am Rumpf hat AZmodel falsch recherchiert. :mad: Die falschen Löcher sind zugespachtelt (weiße Punkte) und daneben neu graviert. Als Gegenstücke habe ich Holmstücke aus 1 mm PS-Rundmaterial in die Flügelhälften geklebt. Warum der Aufwand? :headscratch:
:TD: Weil am Ende ein kleiner Spalt zwischen Flügeln und Rumpf bleiben soll, durch den man die Holme sieht.

Die Höhenruderhälften wurden mit einem 0,3 mm Stahldraht vorbildgerecht miteinander verbunden.
 
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Pre-Shading aller Unterseiten und der Rumpfseiten mit Buntstift und Bleistift, weil man bei Sonne die innere Struktur durch die Leinwand erkennt.
 
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MiG-Admirer

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:HOT:
... das wird dann ja wieder ein uriges Modell :TOP:
Ich bin schon jetzt begeistert und kann die Fertigstellung kaum erwarten .... :FFEEK:
 
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Leider genügt einmal Spritzen nicht, da Weiß das Grau der Bauteile nicht genügend deckt. :blush2: Dadurch geht das Pre-Shading verloren und muss nochmals kräftig aufgebracht werden, was auf dem matten, hellen Grund auch viel leichter gelingt.
 
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Da haben wir einen kleinen Formfehler von AZmodels: :FFTeufel: Die Übergangsverkleidung zwischen der runden Motorhaube und den geraden Rumpfseiten ist entweder viereckig oder dreieckig. Die viereckige sollte hinten bis zur Rumpfunterseite reichen und das tut diese hier aber nicht.

Leider sieht man auf den historischen Bildern nicht, wie das bei Roland Garros Maschine war. Ich mache sie daher dreieckig, so wie am Nachbau mit dem Kennzeichen F-AZMS. (Im Bild sieht man nur den Beginn der Anpassung anhand eines Schnitts mit der Laubsäge.)

Bei der Gelegenheit sieht man auch die Wirkung des Pre-Shadings. Oberhalb des Flügels habe ich es kräftiger gelassen, weil hier Licht ins offene Cockpit scheint und die Spannseile sich besonders gut auf der Leinwand abbilden. Die Holzstreben unterhalb der Flügelaufhängung könnte ich nochmals etwas betonen, denn diese sieht man von außen am Nachbau auch besonders gut.
 
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Für die feinen schwarzen Linien um die Leitwerke und an den Längskanten des Rumpfes gäbe es folgende Möglichkeiten:
  1. mit Pinsel malen
  2. mit Filzstift
  3. als Decal aufkleben
  4. direkt mit schwarzer Farbe aufdrucken?
Bei den Varianten 1 und 2 sehe ich die Gefahr, dass das Ergebnis sehr wacklig wird. Nicht so bei Variante 3. Da die Kanten aber gekrümmt sind, und man die Linien mit Überstand ausschneiden muss, stelle ich mir das Anbringen sehr schwierig vor.

Also habe ich mich zur Abwechslung an Variante 4 versucht, und zwar so: Zuerst schwarze Farbe auf ein altes Stück Decalfolie aufgetragen, dann die zu bedruckenden Kanten kurz draufgedrückt, fertig. Bis zum Foto war die Farbe auf der Folie schon trocken, daher sieht man jetzt einen alten nichtbenötigten Aufdruck, der mit diesem Modell hier natürlich nichts zu tun hat.

Das Ergebnis ist nicht ganz schlecht aber auch nicht ganz gut. Ich glaube, ich kann damit leben. Variante 1 wäre wohl die beste Alternative gewesen, zumal ich ein paar ganz miese Stellen wahrscheinlich noch mit dem Pinsel nachbessern werde.
 
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Wenn die Abgasleitungen an der anderen Seite der Zylinder sitzen würden, dann wäre das hier eine perfekte Vorderseite des Motors. :FFTeufel: Aber leider ist das hier samt Ventilstange die Rückseite. :mad: Zur Lagerung im Rumpf nehme ich eine Achse aus 0,5 mm Draht, die dann in eine 0,9 er Kanüle im Rumpf kommen soll.

Laut Bausatz hätte der (Rotations-)Motor lediglich mit dem kleinen Absatz an dem PS-Zapfen gelagert werden sollen. Dass das funktioniert, kann ich mir nicht vorstellen.
 
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Mit den Rädern habe ich vermutlich Glück! Schon vor langer Zeit habe ich mir H0-Eisenbahn-Fahrräder von Preiser besorgt, und siehe da, deren Speichenräder passen besser zur Zeichnung als die Räder aus dem Bausatz. Höchstens der Reifen könnte noch etwas mehr „Luft“ gebrauchen.
 
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Die erste Runde Fenstergrund ist drauf. Noch hege ich Hoffnung, die Dinger rund zu kriegen. Falls das total schief geht, kann ich alles rückgängig machen, wenn ich den Lack in Isopropanol wieder auflöse.
 
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Thema:

AZmodel 1/72 Morane-Saulnier H, Roland Garros - 1913

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