Bahntransport von Me 163 und des dazugehörigen Treibstoff (T-Stoff und C-Stoff)

Diskutiere Bahntransport von Me 163 und des dazugehörigen Treibstoff (T-Stoff und C-Stoff) im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hallo liebe Forenteilnehmer ! Als klassischer Eisenbahn-Epoche II und Luftwaffenfreak möchte ich heute eine güterwagenspezifische Recherche...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 weichenschmierer, 27.01.2011
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    Hallo liebe Forenteilnehmer !

    Als klassischer Eisenbahn-Epoche II und Luftwaffenfreak möchte ich heute eine güterwagenspezifische Recherche bzw. Diskussion in der Runde in Gang setzen.
    Da nachfolgende Fragen Themenübergreifend sind, werde ich die gleichen Fragen auch im (Eisenbahn) Epoche II Forum und im
    Güterwagen Forum stellen und hoffe auf ergiebige Rückmeldungen.
    Nach der spannenden Lektüre u.a. von Wolfgang Späte " Der streng geheime Vogel Me 163" über das Raketenflugzeug Me 163
    stellen sich folgende Eisenbahnspezifische Fragen. Mit welchen Kesselwagen wurde der hochsensible und auch nicht ungefährliche
    Treibstoff T-Stoff (Wasserstoffsuperoxyd) von der Raffinerie in Höllriegelskreuth ( Linde??)durch´s Reich an die Flugplätze gebracht
    und wer hat die Wagen gestellt?
    Desgleichen für den ebenfalls nötigen "C-Stoff"?
    Auch wäre schön zu wissen wie die Flugzeuge selbst vom Hersteller Messerschmitt Augsburg u. Regensburg,ebenso wie von Klemm in Böblingen
    mit der Reichsbahn befördert wurden .Auch Verladeanweisungen ect. sind immer willkommen.
    Schönen Abend noch....

    Wolfgang, der Weichenschmierer http://www.flugzeugforum.de/forum/images/smilies/headscratch.gif
     
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  3. #2 ArthurDent, 28.01.2011
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    Hallo weichenschmierer,

    in welchen Kesselwagen die Treibstoffe transportiert wurde, kann ich Dir leider nicht sagen. Gab es vielleicht Standard-Kesselwagen für Chemikalien...? Aber nach einem Foto (finde es gerade nicht) wurde die Me 163 zerlegt in einem gedeckten Güterwaggon transportiert.

    Gruß
    Norbert
     
  4. FREDO

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    Vom Typ her waren es zweiachsige Einheitskesselwagen der Deutschen Reichsbahn. Diese unterscheiden sich dann in ihren Innereien nach den zu transportierenden Medien.
    Hier wäre dann ein Chemiker gefragt...

    Besonderheiten sollte es nur in Hinblick auf den Transport aggressiver Medien gegeben haben. Sonst wurden diese Wage in Regelgüterzüge eingestellt, wie übrigens heute auch noch. Lediglich könnte der Bergablauf im Rangierbahnhof untersagt sein, was ein Rangierdispatcher klären könnte.

    Grüße
    Fred
     
  5. Xena

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    Wenn der Treibstoff so gefährlich war, wurde dieser dann tatsächlich in Kesselwagen transportiert und nicht in kleineren Einzelmengen in Spezialbehältern? Ich denke, da gab es damals interessante Chemiewagen mit mehreren kleineren Tanks. Ich würde mich mal an ein Eisenbahnforum wenden, wie z.B. DSO.
     
  6. #5 weichenschmierer, 29.01.2011
    Zuletzt bearbeitet: 29.01.2011
    weichenschmierer

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    Also zunächst vielen Dank für Eure Kommentare und Infos. Habe inzwischen noch zusätzlich gegoogelt und sehe einiges klarer,
    aber es gibt auch neue Fragen.
    @ Norbert .

    Das Foto würde mich sehr interessieren, andere eventuell auch, vielleicht findest Du es bei
    Gelegenheit wieder.
    Gedeckter Güterwagen macht Sinn(Geheimprojekt). Jetzt wäre noch die Wagenbauart zu klären.
    Vermutlich G-Wagen Gattungsbezirk Dresden mit Stirnwandtüren zum öffnen, gibt oder gab es in H0 mal von
    Roco.

    @Fred

    Im Epoche II- Forum erhielt ich den Hinweis auf eine Diskussion im Güterwagen-Forum bezüglich Wagen für
    Raketentreibstoffe für die A4 (V2). Auch für diese war u.a. Wasserstoffsuperoxid nötig.
    Es ist davon auszugehen das für alle T-Stoff Verwendungszwecke bei Heer, Luftwaffe und Marine die
    gleichen Wagentypen verwendet wurden.
    Dafür gab es 2-achsige Spezialkesselwagen mit Untergestell (also nicht selbsttragend) und
    Aluminiumkessel,der mit Zugbändern auf dem Untergestell befestigt war. Dieses war ziemlich regulär (ähnlich
    Austauschbau)mit klassischem Holzbremserhaus und Knorrbremse.
    Der Kessel war relativ klein in Länge und Durchmesser und lag in Sattelkästen, in die er mit Spannbändern
    festgesetzt wurde. Der Dom war druckdicht verschlossen.
    Für die Modellbahner unter Euch, das Ding sah so ähnlich aus wie die alten Schicht/Prefo/Sachsenmodell
    Kesselwagen für Säure. Also nicht wie die Einheits-Kriegskesselwagen von Westwaggon bzw. Uerdingen.
    Die waren wohl mehr mit dem normalen Sprit und Diesel unterwegs.
    Bergverbot macht auch Sinn. Ob in Sachen Zugbildung besondere Vorschriften zu beachten waren, ist zu
    vermuten, denn es war ja absolut Gefahrgut, aber Munitionszüge ja auch.......
    Wäre noch nützlich zu wissen, wer alles diese Wagen sein Eigen nennen konnte.
    Der Wagen auf dem Nachkriegsfoto,das mir vorliegt, gehörte der VTG in Hamburg.

    @Xena

    Das Zeug wurde in rauen Mengen gebraucht,und war ruck zuck futsch (allein 1500 Liter in 6 Minuten im Kraftei
    für diesen kurzen Flug). Um,wie ja geplant, richtig Einsatzbetrieb machen zu wollen, kommst Du mit
    der Kanistermethode nicht wirklich weit. Problematisch war die absolut saubere Lagerung ohne
    Verunreinigungen (so gab es massive Probleme mit sich auflösender Beschichtung von Erdtanks durch
    Verstopfungen in den Triebwerken) und das sorgsam richtige Handling.
    Sowohl C-Stoff und T-Stoff waren klare Flüssigkeiten und schon geringe Unachtsamkeiten hatten
    katastrophale Folgen, deshalb war das Zeugs so brandgefährlich.
    Alle Gefäße waren auffällig beschriftet und Wasser und Feuerlöscher waren immer parat und trotzdem hat es oft
    genug geknallt.Die Kesselwagen,die Du meinst gibt es auch, aber für andere in kleinen Mengen benötigte Stoffe.
    Übrigens gibt es einen schönen Umbausatz für einen Opel Blitz von Tamiya in einen T-Stoff Tankwagen von CMK
    in Prag. Beim Vorbild wurde auch wegen nicht fertiggestellter Anlagen direkt aus dem Eisenbahnkesselwagen
    betankt.
    Viele Grüße und Dank

    Wolfgang

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    ( Flog mein Onkel im Krieg beim SG 102)
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    (war ich als sechsjähriger Copilot bei meinem alten Herrn)
     
  7. Howy-1

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    Mir dünkt, dass vor einigen Jahren das Foto mal in einer Zeitschrift war (Flugzeug Classic, Jet+Prop o.ä.).
    Wenn ich Zeit hab, werd ich mal meine Sammlung durchforsten...

    LG Dirk
     
  8. #7 victoralert, 29.01.2011
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    Nur dieses eine Werk hat Wasserstoffsuperoxyd für das Kraftei produziert?!?
     
  9. #8 weichenschmierer, 30.01.2011
    Zuletzt bearbeitet: 30.01.2011
    weichenschmierer

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    Wolfgang Späte schreibt in seinem Buch ("Der streng geheime Vogel" auf Seite 279 u.a.), das man verpennt hätte mehrere Produktionsstandorte für C-Stoff aus der Taufe zu heben und nach der Flachlegung von Betrieb in Gersthofen sei nur noch der gelagerte Sprit vorhanden gewesen. Hervorgegangen ist dies aus einem Telefonat mit Galland anlässlich seines Dienstantritts als Kommodore beim JG.400 und der Frage warum die Produktion der Me163 eingestellt worden wäre. Antwort war das genügend Maschinen da wären und sowieso kein Sprit. Und auf die Nachfrage warum kein Sprit, kam die obige Antwort. Ich hatte aus der Erinnerung C-Stoff und T-Stoff verwechselt.
    Für T-Stoff gab es wohl mehrere Produktionsstätten.
    Viele Grüße Wolfgang

    @ Norbert

    Vielen Dank fürs Foto. Ist so wie ich mir dachte: Großraumgüterwagen Dresden mit Stirnwandtüren.
    Hat zufällig jemand v. Euch die Haffner CD über die Me 163?
    Auf der FW 190 CD ist nämlich eine genaue Verladebeschreibung.
    Vielleicht ist ja auf der Me 163 Beschreibung auch eine dabei ?
     
  10. #9 ArthurDent, 30.01.2011
    ArthurDent

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  12. PeWa

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  13. casi

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    Hier (ganz unten) sind unter anderem Bilder von Treibstoffwaggons zu sehen.

    Man kann sogar erkennen, was auf den Schildern am Waggon steht.
     
Moderatoren: mcnoch
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Bahntransport von Me 163 und des dazugehörigen Treibstoff (T-Stoff und C-Stoff)