Bedeutung von NDB-Funkfeuern in der Militärluftfahrt

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Agena

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Welche Bedeutung haben oder hatten NDB-Funkfeuer in der Militärluftfahrt seit den 1970er Jahren? Während der Flugplatz Ramstein anscheinend seit den 1980er Jahren keine NDB-Funkfeuer mehr besitzt, wurde in Spangdahlem im Jahr 2021 wahrscheinlich eine derartige Anlage errichtet, welche vermutlich den ehemaligen AFN-Mittelwellensender (er war nur von 2013 bis 2015 auf der Frequenz 1143 kHz in Betrieb!) als Sendegerät nutzt. Zumindest läßt dies das Bild auf Google Earth vermuten, denn man erkennt eindeutig einen geschlossenen Erdaushub vom Gebäude des einstigen AFN-Mittelwellensender zu einem umzäunten Platz, in dem ein Kabel verlegt worden sein dürfte. Auf diesen umzäunten Platz steht ein Teleskopmast. Dieser trägt wie man auf Street View · Google Maps sehen kann, eine Schirmantenne, was für eine Verwendung als Sendeantenne für längere Wellen - höchstwahrscheinlich für ein NDB-Funkfeuer - spricht. Hierfür spricht auch der Umstand, dass der Platz auf dem der Teleskopmast steht, trotz seiner Lage auf den Sicherheitsbereich des Militärflugplatzes zusätzlich umzäunt ist, denn die Konstruktion führt während des Sendebetriebs gefährliche Spannungen gegen Erde.

Warum wurde in Spangdahlem anscheinend ein neues NDB-Funkfeuer errichtet? Welche andere der Flugnavigation dienende Anlage, die auf längeren Wellen betrieben wird, könnte hier entstanden sein?
 
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In Spangdahlem gibt es laut Jeppesen und FAA kein NDB und es wäre auch ungewöhnlich, 2021 ein komplett neues zu bauen.

Es bleibt also bei einer Vermutung aus irgendwelchen Google Earth Aufnahmen heraus, aber so etwas würde ich nie als Grundlage für solche Vermutungen heranziehen.

Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, dass das mit der Flugnavigation zu tun hat. Die Bedeutung von NDBs sinkt immer weiter. Als Langstreckenfunkfeuer haben sie quasi ausgedient und werden wenn noch als Locator Beacon genutzt, also an Flughäfen und in deren unmittelbarer Umgebung, beispielsweise wenn für ein ILS kein oder noch kein DME für eine Anflugrichtung zur Verfügung steht (z.B. ILS 13L in Köln, das nutzt nach Anflugunterlagen entweder das NDB LJ auf 365 kHz oder das DME des VOR/DME KBO).

Das hat auch mit der Genauigkeit oder besser der fehlenden Genauigkeit zu tun, denn diese Anlagen sind dadurch, dass sie ungerichtet sind, viel zu ungenau. Und selbst die Anzahl der VORs, die als DVOR (Doppler-VOR) nochmal etwas genauer sind, nimmt in Deutschland stetig ab.
 

Agena

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Hat jemand eine Idee, was das sonst für eine Anlage sein könnte? Vielleicht ein DGPS-Sender?
 
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So sehen Bodenstationen für EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) in Frankfurt aus. Ganz anderer Frequenzbereich, ganz andere Antennen (logischerweise).
 

Agena

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Die Antennenanlage in Spangdahlem sieht aber anders aus und der rot-weiße Mast dort war definitiv ein Sendemast für Mittelwellenrundfunk.
 
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Das Wort „Danke“ scheinst Du nicht zu kennen, fachliche Infos scheinen Dich nicht zu interessieren – damit bin ich raus hier.
 

rainulf_thon

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totgesagte leben länger und sehr „zivillastig“

Dies ist jetzt nichts offizielles a'la Netzagentur/ Flugsicherung, aber zumindest für die 4 NDBs, die ich vom Petersberg aus "sehen" kann (2x EDDL, 2x EDDK), ist sie plausibel.

NDB-Liste-Deutschland

Ein Bekannter aus Süddeutschland erzählte mir vor ~1/ 2 Jahr von einer mobilen NDB Anlage, aufgebaut aus 2 LKWs.

Der eine mit der mobilen Antennen- Anlage, der andere (wahrscheinlich) mit einem Generator und der Elektronik. Vorstellen könnte ich mir, daß es dabei um das einmessen einer anderen Anlage (VORTAC/ TACAN/ ..) oder einen Ausbildungs- Baustein ging.

Mal schauen, ob er irgendwo ein Photo hat.

Ansonsten das „schönste“, was ich live und in Farbe gesehen habe, sind die in der Ostsee stehenden Fundamente des abgebauten russischen Instrumenten- Landesystems vor Peenemünde.

https://www.google.com/imgres?q=&imgurl=https%3A%2F%2Fwww.urlaubs-insel-usedom.de%2Finsel_usedom_ostsee_fotos%2Finsel-usedom-peenemuende-rollbahn.jpg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fwww.urlaubs-insel-usedom.de%2Finsel-usedom-peenemuende-west-fotos.htm&docid=jKZUnK0-YwcXAM&tbnid=2bm7S97_ab_UsM&vet=12ahUKEwj5pe_R04OVAxW_SfEDHSJjDFEQnPAOegUI4AEQAA..i&w=480&h=360&hcb=2&ved=2ahUKEwj5pe_R04OVAxW_SfEDHSJjDFEQnPAOegUI4AEQAA

https://www.google.com/imgres?q=&imgurl=https%3A%2F%2Fc8.alamy.com%2Fcompde%2F2c644h8%2Ffreest-deutschland-juli-2020-kormorane-und-andere-wasservogel-sitzen-auf-einem-von-zwei-steinturmen-in-der-peenmundung-im-greifswalder-bodden-mit-funk-und-lichtsignalen-dienten-die-turme-als-anflughilfen-fur-flugzeuge-die-auf-dem-flugplatz-peenemunde-landen-wollten-quelle-jens-buttnerdpa-zentralbildzbdpaalamy-live-news-2c644h8.jpg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fwww.alamy.de%2Ffotos-bilder%2Fflugplatz-peenem%25C3%25BCnde.html&docid=p80uguVQ0WK8fM&tbnid=Mq0lTeTw3cwv3M&vet=12ahUKEwj5pe_R04OVAxW_SfEDHSJjDFEQnPAOegUIjQEQAA..i&w=1300&h=958&hcb=2&ved=2ahUKEwj5pe_R04OVAxW_SfEDHSJjDFEQnPAOegUIjQEQAA
 
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Dies ist jetzt nichts offizielles a'la Netzagentur/ Flugsicherung, aber zumindest für die 4 NDBs, die ich vom Petersberg aus "sehen" kann (2x EDDL, 2x EDDK), ist sie plausibel.
Die Kölner NDBs sind mittlerweile abgeschaltet, auch, weil das ILS 13L ein eigenes DME hat seit ein paar Monaten; direkt in Düsseldorf steht auch nur noch das DY (284,5 kHz), BOT (406,5 kHz) nicht mitgezählt.
 

rainulf_thon

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Die Kölner NDBs sind mittlerweile abgeschaltet , ..
Schaue ich am Montag mal. Zulrtzt war ich zu Silvester auf dem Petersberg und da gab es den LV noch. Zumindest soweit ich mich daran erinnern kann, aber da oben gibt es spannenderes zu hören, :rolleyes1:
 
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Meine Informationen stammen aus den offiziellen Unterlagen (AIP) der Deutschen Flugsicherung. Ob die jeweilige Infrastruktur auch schon abgebaut ist, entzieht sich somit meiner Kenntnis. Im gleichen Atemzug wurde übrigens mit Wipper (WYP) auch ein VOR im Raum Köln/Düsseldorf abgebaut.
 
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Diese Karten sind veraltet, die sind von 2021, sieht man mit einem Blick in die rechte untere Ecke… Man könnte das ja auch einfach glauben, was andere hier schreiben, wenn sie schon aktuelle Quellen angeben und den Hintergrund erklären.

Die Bahnen heißen auch seit letztem Jahr 31L/R und 13L/R statt 32L/R und 14L/R. Und einen NDB-Approach gibt es logischerweise auch nicht mehr, sondern ILS, LOC und RNP.
 
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rainulf_thon

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Hier möchte ich mich nicht streiten, schon gar nicht mit einem @The Duke. :wink2:

Unbestritten auch, daß laut die Karte diese zuletzt am 25.05.2021 gezeichnet wurde (amendment date). Unbestritten auch, daß in den "Approach Charts" zwischenzeitlich der "alte" NDB/ DME Anflug weggefallen ist.

Diese wurden aber gefüht seit 2005.. 2010 eh alle sukzessive durch RNAV ersetzt.

Unbestritten aber auch, daß dieser Link aktuell so auf den aip.dfs.de Seiten veröffentlicht wird, auch wenn es keine Verfahren mehr gibt, die auf LJ, LM oder LW abstellen.

Und in der letzten Zeile ist ein

© DFS Deutsche Flugsicherung GmbH - Seite erstellt am: 28.05.2026 03:00

vermerkt.
 
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Diese wurden aber gefüht seit 2005.. 2010 eh alle sukzessive durch RNAV ersetzt.
Nö, wurden sie nicht. Sie haben die NDB-Approaches bis zu deren Beseitigung ergänzt. Und wenn du hier über IFR-Betrieb redest, dann macht es keinen Sinn, VFR-Karten zu verlinken.

By the way ist das Copyright (!) keine Angabe der Aktualität der AIP, sondern der Internetseite, auf der die AIP eingebunden ist.
 

rainulf_thon

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@The Duke

Hier im Forum gibst Du dein Profil nicht generell frei, so daß ich deinen Hintergrund nicht einschätzen kann.

Hier bin ich in EDKB „aufgewachsen“, schon mein erster SoloFlug ging durch die Kontrollzone von EDDK. Die meisten Flugschüler hatten als erstes Projekt etwas wie Siebengebirge / Petersberg aufgeplant.

Auch ein mehr als Jahr später meldete ich mich im Funk (trotz vorhandener Lizenzen) immer als „student solo“ – was mir in der Regel viel Nachsicht und Unterstützung/ Rücksicht der „großen“ Jungs einbrachte.

Mit anderen Worten – hier war ich fast ausschließlich mit einem (vorab mit „EDDK Tower“ telephonisch abgestimmten) Y- Flugplan unterwegs, mit einem „cancel IFR“ bei 5.000- 2.000ft.

Damit konnte man sogar Nachtlandungen mit einer C172 (MTOW kleiner 2.000) bezahlen, ohne am nächsten Morgen einen Kredit aufnehmen zu müssen.

Und damit wird die VFR Karte im Approach plötzlich irgendwie wieder relevant.

Und meine komplette Zustimmung – auch ich kenne heute kein IFR Verfahren, das in EDDK auf NDB/ DME abstellt. Und wie schon oben geschrieben, begann der Umbau in Richtung RNAV defühlt so um 2005.. 2010.
 

Agena

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Mal einige Fragen zum Thema Funkfeuer: ab welcher Größe hat ein Flugplatz ein Recht auf ein Funkfeuer, egal ob NDB oder VOR? Wie läuft das entsprechende Genehmigungsverfahren, wie Festlegung der Sendefrequenz und bei NDBs Festlegung des Rufzeichens ab. Kann der Flugplatzbetreiber bei der Festlegung des Rufzeichens mitbestimmen?
 
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Mönchengladbach hat ein eigenes NDB gehabt, die haben Sonntag Flugplatzfest. Und es gibt Mitarbeiter bei der Flugplatzgesellschaft, die sind schon so lange dabei, die erinnern sich möglicher Weise. Fahr‘ mal hin, frag‘ Dich durch. Vielleicht hast Du Glück und kannst uns hier anschließend berichten.

Es gibt/gab sogar Intersections benannt nach „berühmten“ Fluglehrern bzw. Flugschulbesitzern. Name, Frequenz und Kennung werden international abgestimmt. Aufwendig, aber sicher nicht unmöglich, Einfluß zu nehmen.

BOT NDB stand mal in Dinslaken/Schwarze Heide am Platz, bevor es an der Westseite einer Turnhalle in Gladbeck errichtet wurde. Und ich kenne Flugplätze, die haben „illegal“ ein NDB betrieben. Auf anderen Kontinenten nutzt(e) man mit dem ADF normale Radiosender für die Navigation.
 
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rainulf_thon

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Auf anderen Kontinenten nutzt(e) man mit dem ADF normale Radiosender für die Navigation.
Wer, wie ich, in EDKB "aufgewachsen" ist und das entsprechende Equipment an Bord hatte, kennt noch die 774 kHz - den Mittelwellen- Sender des WDR auf dem Bonn'er Venusberg (wurde am 06.07.2015 ersatzlos abgeschaltet).

Und ja, auch ich habe gelernt, mit FMS und GPS Systemen umzugehen, ist aber einfach nicht das gleiche, wie der gute, alte ADF. :rolleyes1:
 
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Mal einige Fragen zum Thema Funkfeuer: ab welcher Größe hat ein Flugplatz ein Recht auf ein Funkfeuer, egal ob NDB oder VOR? Wie läuft das entsprechende Genehmigungsverfahren, wie Festlegung der Sendefrequenz und bei NDBs Festlegung des Rufzeichens ab. Kann der Flugplatzbetreiber bei der Festlegung des Rufzeichens mitbestimmen?
Ich würde sagen, da geht es nicht um ein „Recht“, sondern eher um Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit, so wie auch beim Instrumentenlandesystem (ILS) und dessen Kategorien. Wer wenig planmäßigen Verkehr am Platz hat, für den reicht ein ILS Cat I aus, Frankfurt, München etc. brauchen aber Cat III b, um auch bei bestem Nebel im Erdinger Moos anfliegbar zu sein. Wenn das ILS mal „streikt“, bleibt mit einem NDB zumindest noch ein Nichtpräzisionsanflug möglich, wenn vorhanden, es schaffte also in Zeiten vor GPS-Anflügen eine Redundanz.

Zusätzlich hat beispielsweise in Köln bis vor kurzem das NDB mit der Kennung „LV“ im Anflug auf die Bahn 13L das bis Anfang 2026 nicht vorhandene DME des dortigen ILS ersetzt. Während des ILS-Anfluges wird in der Regel einmal die korrekte Höhe kontrolliert und damit, dass man sich korrekt auf dem Gleitpfad befindet. Heute geschieht das in der Regel über eine Distanzangabe des mit dem ILS „verbundenen“ DME, sodass ich weiß, wie hoch ich beispielsweise bei 5 Seemeilen Entfernung noch sein soll; das kann man aber natürlich auch über das NDB machen, indem man es genau in Verlängerung der Start- und Landebahn stellt und dann in die Anflugkarte reinschreibt, wie hoch man über dem Funkfeuer sein soll, sodass ich diese Höhe dann prüfe, wenn die Nadel des NDB auf meinem Anzeigegerät umschwingt.

Und um auf das eigentliche Thema dieses Fadens zurückzukommen, ist es mittlerweile so, dass für diese Zwecke eigentlich keine neuen NDBs mehr aufgestellt werden, sondern stattdessen ein DME und dass das sowohl auf den Zivilflugplätzen als auch auf den militärischen Flugplätzen der Fall ist, weil ein NDB zwar wahrscheinlich keine allzu hohen Kosten verursacht, aber eben im Vergleich zu GPS oder VOR auch keine wirklich hohe Genauigkeit aufweist.
 
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