Boeing Single Aisle / B737 Programm

Diskutiere Boeing Single Aisle / B737 Programm im Verkehrsflugzeuge Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Zunächst muss man mal wissen, dass es MCAS überhaupt gibt und was es tut. Das war ja den Piloten nicht bekannt. Mit Klappensetzen stellt man es...

Rhönlerche

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Zunächst muss man mal wissen, dass es MCAS überhaupt gibt und was es tut. Das war ja den Piloten nicht bekannt. Mit Klappensetzen stellt man es ab, was keiner wissen konnte.
MCAS war das Problem nicht die Piloten, von denen erwartet wurde, dass sie dafür eine ganz andere Checkliste für "Trim Runaway" aus dem Gedächtnis abarbeiten.
 
Intrepid

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... und fürs Marketing ist es wohl auch ganz gut.
Ich denke, dass ist der hauptsächliche Grund. Ich bin gespannt, ob man die Rückkehr der 737 MAX in den Regelbetrieb aktiv mit Öffentlichkeitsarbeit begleitet oder ob man das lieber klamm und heimlich machen möchte (wenn das überhaupt geht).
 
FastEagle107

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Ich denke, dass ist der hauptsächliche Grund. Ich bin gespannt, ob man die Rückkehr der 737 MAX in den Regelbetrieb aktiv mit Öffentlichkeitsarbeit begleitet oder ob man das lieber klamm und heimlich machen möchte (wenn das überhaupt geht).
Die Pläne, die ich gesehen habe waren mit aktiver Öffentlichkeitsarbeit verbunden. Grosse PR Aktion, wo dann der Chef persönlich mitfliegt und noch andere Sachen. Aber wer weiss, ob man dann doch dazu übergeht die Flieger wieder langsam und still einzuphasen, da ja jetzt jeder an Covid denkt und weniger an 737 MAX. Ich würde mir wünschen, dass wir es mit viel transparenter Öffentlichkeitsarbeit machen. Alles andere hinterlässt so einen Beigeschmack als wenn man was vertuschen wollte. Und ich gebe dir recht, es ist "heimlich" wahrscheinlich eh gar nicht möglich.

MCAS war das Problem nicht die Piloten, von denen erwartet wurde, dass sie dafür eine ganz andere Checkliste für "Trim Runaway" aus dem Gedächtnis abarbeiten.
Ich bin zu faul und zu müde das ganze Thema hier wieder nochmals aufzurollen. Und ich denke, alle haben ihre Meinung geschrieben und sind in dieser verhärtet. Aber nur der Vollständigkeit halber will ich (nochmals) behaupten, dass die Piloten, das Problem hätten lösen können, wenn sie das gemacht hätten, was man von einem Piloten erwarten sollte. Somit war MCAS "nur" das Problem in Verbindung mit den verunglückten Piloten und ihren Fähigkeiten.
So, Feuer frei! Wer will kann sich dann ja wieder auf meine Position einschiessen.
 
Del Sönkos

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Keine Stornierungen bei Airbus? Also mindestens zwei LH-A321 sind seitens LH storniert worden, die der Bund kurzfristig übernommen hat. Selbst Emirates soll ja über ihre restlichen A380 "verhandeln". Die Leasingfirmen möchte ich gar nicht wissen.
Das eine schließt das andere nicht aus!
Die zwei NEOs werden als MedEvacs direkt von der LHT umgerüstet, so wie die LHT es bereits 2018 mit einer CEO aus ex-LH-Beständen gemacht hat.
Ohne Vertragskenntnis wissen wir nicht, ob die LH die NEOs weiterhin von AIRBUS annimmt, umrüstet und dann als MedEvac übergibt oder ob die LH gegenüber AIRBUS die zwei NEOs wirklich "hart" abbestellt hat und dann "nur" umrüstet.
 

Rhönlerche

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Der Bund bezahlt diese Flugzeuge, sie gehören dem Bund. Damit ist es wohl erklärt. Es sind keine LH-Flugzeuge, es sind Flugzeuge der Luftwaffe.
Warum jetzt diese Spitzfindigkeiten? Natürlich gibt es jetzt auch Stornierungen bei Airbus. Es kann gar nicht anders sein. Die Airline-Kunden haben kein Geld mehr.
 
Intrepid

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Natürlich gibt es jetzt auch Stornierungen bei Airbus.
Wenn es sie jetzt noch nicht gibt (weil man bisher alles irgendwie verdecken konnte wie der Wechsel von LH zur Bundeswehr als späterer Nutzer), dann spätestens in ein paar Wochen oder Monaten.
 
macfly

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Stornierungen gab es auch bei Airbus (siehe unten) - aber sie scheinen tatsächlich besser durch die Krise zu kommen als Boeing. Und der A320neo scheint bisher tatsächlich nicht von Stornierungen betroffen zu sein. Bei Airbus trifft es eher die großen Passagier-Jets (und einzelne A220). Für Boeing keine guten Nachrichten.

Viele Stornierungen konnte Airbus aber offensichtlich nur abwenden, weil man Kunden zugesagt hat, Maschinen erst später auszuliefern (siehe unten). Auf dem Papier ist das keine Stornierung, wenn man die Flugzeuge erst in 2-3 Jahren baut - kurzfristig heißt das aber trotzdem, dass auch Airbus die Produktionsrate vorerst deutlich senken musste, weil viele Kunden ihre Flugzeuge jetzt nicht haben wollen (bzw. ihnen dieses Jahr das nötige Kleingeld fehlt). Das Herunterfahren der Produktion ist also kein reines Boeing Problem - und betrifft auch nicht nur die MAX.

Übersicht über Bestellungen und Stornierungen in Q1/2020:

Airbus is now revising their production rates downwards, to adapt to the new coronavirus market environment.
The new average production rates going forward have been set as follows:
...
This represents a reduction of the pre-coronavirus average rates of roughly one third.

“The impact of this pandemic is unprecedented...Our airline customers are heavily impacted by the COVID-19 crisis. We are actively adapting our production to their new situation and working on operational and financial mitigation measures to face reality.” - Airbus Chief Executive Officer Guillaume Faury

easyJet has agreed with Airbus to delay the delivery of 24 new aircraft [= A320neo]. The airline said they would defer the delivery of 10 planes this year, 12 next year and two in 2022.


Übersicht zu Airbus-Bestellungen im Mai:

Airbus Group SE said that it did not receive a single new order in May as the global aviation crisis fueled by the coronavirus pandemic throttled demand for new commercial jets.
No orders were canceled, Airbus said.
 
Del Sönkos

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Der Bund bezahlt diese Flugzeuge, sie gehören dem Bund. Damit ist es wohl erklärt. Es sind keine LH-Flugzeuge, es sind Flugzeuge der Luftwaffe.
Warum jetzt diese Spitzfindigkeiten? Natürlich gibt es jetzt auch Stornierungen bei Airbus. Es kann gar nicht anders sein. Die Airline-Kunden haben kein Geld mehr.
Ich habe darauf reagiert, weil du schriebst, dass es Stornierungen bei Airbus in Zusammenhang mit den zwei NEOs der Lufthansa gibt. Daher mein Hinweis darauf, dass dies nicht der Fall sein muss. Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern ein schlichter Hinweis auf geübte Praxis.
 

Rhönlerche

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Nenne es Überschreibungen oder was Du willst. LH wird zwei zuvor fest bestellte Flugzeuge nicht abnehmen. Der Bund kauft zwei vorher nicht geplante Neuflugzeuge bzw. übernimmt bestehende Lieferpositionen dafür.
 
GorBO

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Nenne es Überschreibungen oder was Du willst. LH wird zwei zuvor fest bestellte Flugzeuge nicht abnehmen. Der Bund kauft zwei vorher nicht geplante Neuflugzeuge bzw. übernimmt bestehende Lieferpositionen dafür.
Aber der Unterschied sollte schon gemacht werden und fällt insbesondere auf, wenn man es mit den A350 vergleicht, die die Luftwaffe kurzfristig gekauft hat. Da hatte nämlich der ursprüngliche Auftraggeber die Bestellung storniert. Dadurch wurde eine Lieferposition frei und die Luftwaffe konnte diese übernehmen, hat dabei aber einen eigenständigen Kaufvertrag mit Airbus unterschrieben.
Die 321 bleiben Lufthansa-Bestellungen nur gibt die Lufthansa die Flugzeuge direkt an die Luftwaffe weiter. Dafür werden an der laufenden Bestellung Änderungen vorgenommen (Kabine, Lackierung etc.) Das ist auch nichts ungewöhnliches. Nur geben die Besteller normalerweise die Flugzeuge an andere Airlines ab und nicht an den Staat.
Unterm Strich läuft es aber darauf hinaus, dass die Luftwaffe der Lufthansa die Stornogebühren erspart. ;)
 
Intrepid

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Unterm Strich läuft es aber darauf hinaus, dass die Luftwaffe der Lufthansa die Stornogebühren erspart.
Dafür hält dann die staatliche Hilfe für die Lufthansa etwas länger, und es muss Airbus eine geringere staatliche Hilfe gewährt werden (irgendwann demnächst).
 
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Ich denke die meisten Airlines halten erst mal die Füße still. Niemand will derzeit vorschnell Entscheidungen treffen die er später bereut. Boeing wird aber davon betroffen sein, dass der eine oder andere sein Sonderkündigungsrecht nutzt. Anders als Airbus kann man schlechterdings auf Halde produzieren, weil die ist ja bereits bis zum Bersten gefüllt.
Richtig "Musik" kommt in die Sache Richtung Winter. Dann werden die Prognosen für 2021 und 2022+ gemacht, und der Kassensturz für 2020. Da wird es sicherlich Bewegung geben.
 
macfly

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EASA und TransportCanada bestehen auf weiteren Änderungen bei der 737MAX. Die FAA selbst hält diese zwar selbst für nicht notwendig, aus Gründen der "Harmonisierung" hat sie diese Anforderungen aber übernommen. Boeing bekommt dafür aber etwas mehr Zeit: die neuen Anforderungen können nach der Wiederaufnahme des Flugbetriebs umgesetzt werden - allerdings noch vor der Zertfizierung der MAX10 (die eigentlich bis Ende des Jahres zertifiziert werden sollte). Existierende Flugzeuge müssen dann aber alle umgerüstet werden.

EASA besteht auf einer redundanten Lösung für die AOA Sensoren. Zur Lösung der MCAS Probleme hatte Boeing die Auswertung der Sensoren geändert, so dass nun beide übereinstimmen müssen, damit die Werte als gültig akzeptieren. Der Ausfall eines einzelnen AOA Sensors führt nun aber dazu, dass mehreren Systemen keine AOA Daten mehr vorliegen. Die neue Lösung müsse dafür nicht unbedingt 3 Sensoren einsetzen, wie bei Airbus. Die Redundanz könne auch durch Abgleich mit anderen Sensoren erfolgen.

EASA besteht zudem auf Änderungen, damit der Ausfall eines einzelnen Sensors nicht mehr zu einer Flut von widersprüchlichen Fehlermeldungen führt.

TansportCanada besteht zudem auf einer Möglichkeit, dass Piloten den Stickshaker deaktivieren können, wenn dieser eindeutig irrtümlich ausgelöst hat. Bei den MCAS Unfällen hatte ein einzelner defekter AOA Sensor dazu geführt, dass die Piloten den Flug mit einem stark virbrierenden Steuerhorn fortsetzen mussten.

Mal wieder ein lesenswerter Artikel von Dominic Gates dazu (der Artikel wird immer detaillierter, je länger man liest):
 
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Die Forderungen hören sich alle vernünftig an und es ist nie verkehrt ein Flugzeug zu verbessern. Airspeed Unreliable, AoA Unreliable und Airspeed Disagree sind tatsächlich unter Umständen sehr verwirrende Fehler, die man sauber erkennen und analysieren muss. Gutes Training ist hier Gold wert. Wenn man das verbessern könnte wäre es in der Tat sehr hilfreich.

Da hier der Airbus (oder besser, das System im Airbus) so stark gelobt wird würde mich mal interessieren, wie Fehler im Airbus zur Anzeige gebracht werden? Ich kenne mich mit ECAM nicht aus aber im Eurofighter (auch ein "Airbus" Produkt) wurde was ähnliches verbaut. Allerdings erinnere ich mich, dass man im Eurofighter öfters eine Fülle von Warnanzeigen bekommen hat, die man auch erstmal genau analysieren musste, um das eigentliche Problem zu finden.

Ist etwas off-topic aber wenn es ok ist waere ich um Antworten dankbar.
 
macfly

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Norwegian storniert seinen Großauftrag über insgesamt 97 Maschinen (92 737MAX, sowie fünf 787 Dreamliner) und verklagt Boeing auf Schadenersatz, wegen der 737MAX Flugausfälle und wegen technischer Probleme mit bereits ausgelieferten Dreamlinern. Man habe sich bzgl. der 737MAX Schadensersatzes bisher nicht mit Boeing einigen können.

(Dass man in der aktuellen Krise kaum neue Flugzeuge gebrauchen kann, erwähnt Norwegian nicht, dürfte aber auch eine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben. Ich denke, sie nutzen einfach die Gelegenheit.)

 

Rhönlerche

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Norwegian steckt finanziell in der Klemme. Die stornieren alles, auch ihre 787. Das ist nicht so sehr ein MAX-Problem. Vermutlich kommen die aber wegen der Verspätungen leichter aus den Verträgen.
 
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FAA completes re-certification test flights of Boeing’s 737 MAX

Wichtige Punkte, die noch erledigt werden müssen sind laut Artikel:
  • FAA muss die Daten auswerten;
  • FAA muss die Dokumentation überprüfen;
  • FAA, EASA, Kanada und Brasilien müssen sich auf ein Pilotentraining einigen.

Dann gibt es eine Air Directive (AD) der FAA und dann können Piloten geschult werden.
 

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Auf dem Markt für Neuflugzeuge wird in Coronazeiten teils mit harten Bandagen gekämpft.
American will 17 Boeing 737 MAX nur unter Bedingungen abnehmen und übt auf den Hersteller entsprechend Druck aus:

 
Thema:

Boeing Single Aisle / B737 Programm

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