Holtzauge
Kunstflieger

Dies ist zwar keine Neuerscheinung, aber da ich in Zusammenhang mit meinem kürzlich veröffentlichten Buch über die Spitfire Mk I und die Bf 109 E ein neues Interesse daran festgestellt habe, dachte ich, ich sage hier ein paar Worte dazu:
In diesem Buch vergleiche ich die Flugleistungen einiger der bekanntesten Einsitzer des Ersten Weltkriegs. Neben Geschwindigkeit und Steigleistung gehe ich auch auf weitere Parameter wie Kurvenflug, Beschleunigung, Sturzflug, Sturz- und Steigverhalten sowie Energieerhalt ein.
Kurz gesagt: Flugzeuge des Ersten Weltkriegs sind ganz andere „Biester“ als ihre Gegenstücke aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie können nur Dauerwendekreise fliegen – versucht man einen momentanen, abrupten Kurvenflug, fühlt es sich an, als würde man gegen eine Ziegelwand fliegen. Zudem ist ihr Steigvermögen nach einem Sturzflug miserabel, und längere Sturzflüge bauen hauptsächlich Energie ab. Daher sind Sturzflug-/Zoom-Angriffe nur sinnvoll, wenn sie einige hundert Meter umfassen – nicht mehr.
Das Buch erklärt außerdem, warum die Ära der Dreidecker so kurz war: Der dritte Flügel ist im Grunde ein „fünftes Rad am Wagen“. Dies ist auch der Grund, warum der Fokker Dr.I – entgegen seinem Ruf – tatsächlich schlechtere Kurbeleigenschaften hatte, als man anhand seiner Flächen- und Leistungsbelastung erwarten würde, und warum die Sopwith Camel tatsächlich besser war, insbesondere wenn man beide unter fairen Bedingungen vergleicht, also mit einer Kraftstoffmenge für die gleiche Flugdauer.
Das Buch behandelt auch die damals aufkommenden Erkenntnisse über Tragflügelprofile sowie die Auswirkungen des Seitenverhältnisses (Aspect Ratio) auf den induzierten Widerstand. Dabei zeigt sich, dass die dicken Flügelprofile der Fokker-Entwürfe zwar gut waren – aber das britische RAF-15-Profil, das viele britische Jäger nutzten, war ebenfalls sehr leistungsfähig.
Ein weiteres Thema ist, warum der Fokker D.VII so legendär wurde: Zwar war der Grundentwurf zweifellos sehr gelungen, aber seine außergewöhnlichen Leistungen im Einsatz beruhten zu einem großen Teil schlicht auf dem überkomprimierten BMW-Hochleistungsmotor.
Das Buch zeigt zudem einige unerwartete Ergebnisse – etwa dass die SPAD S.XIII nicht nur schneller stieg und schneller war als der Fokker Dr.I, sondern diesen in größeren Höhen sogar im Kurvenflug übertreffen konnte!
Das Buch ist im US-Trade-Format 6x9 Zoll gehalten, umfasst 330 Seiten, und weitere Details sowie eine Sammlung von Innenansichten (Thumbnails) finden sich hier auf meiner Webseite:
WW1 aircr subpage books – Military Aircraft Performance
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