Wenn man das so anschaut, dann fragt man sich warum nicht so wie 1969, als man nur eine Rakete gebraucht hat? Warum so kompliziert?
Die NASA hatte zunächst nur zwei Raketen je Mondmission vorgesehen: Ares V, einen riesigen Lastenträger, stärker als Saturn V. Und eine kleinere für den Transport von Menschen geeignete Rakete, Ares I. Beide wären nicht wiederverwendbar gewesen. Das Programm war aber extrem teuer - und hätte, genau wie Saturn, allein den Mond erreichen können.
Dann kam die Idee mit der günstigeren und kleineren SLS. Auch SLS ist nicht wiederverwendbar. Aber der Transport der Last wurde komplett an kommerzielle Betreiber outgesourced, die günstige, wiederverwendbare Raketen entwickeln sollen. Außerdem sollte das neue Konzept skalierbar sein: Last und Treibstoff sollen in kleineren Schritten ins All gebracht werden. Mit diesem Konzept wären auch andere Missionen möglich - insbesondere zum Mars. Es steigt dann halt die Anzahl nötiger Starts für Material+Treibstoff. Das Konzept skaliert aber grundsätzlich. Ares V hätte dagegen nicht skaliert: man kann Raketen nicht einfach immer größer bauen.
Wenn man es positiv sieht, hat die NASA also eine günstigere Lösung gewählt, die auf Konzepte setzt, die später auch andere Missionen, wie Flüge zum Mars, ermöglichen sollen.
Wenn man es negativ sieht, hat die NASA eine vermeintlich günstigere Lösung gewählt, die Flüge zum Mond fast genauso komplex macht, wie es ein Flug zum Mars werden würde...