Das Artemis Programm

Diskutiere Das Artemis Programm im Raumfahrt Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Problem bei Methan ist, das es leicht einfriert und dann Ventile blockiert oder schlimmer noch das es zu Explosionen kommt wegen Verstopfung. Der...
Stratified

Stratified

Flieger-Ass
Dabei seit
30.09.2008
Beiträge
333
Zustimmungen
174
Ort
Palmdale
Hallo,

Auch hat flüssiges Methan und flüssiger Sauerstoff eine Temperaturüberschneidung, was das längere Lagern in den Tanks auf dem Mars möglich machen würde. Diese Überschneidung gibt es bei LH2/Lox nicht, allerdings ist das für die Art wie SLS genutzt werden soll ohne Bedeutung.
Problem bei Methan ist, das es leicht einfriert und dann Ventile blockiert oder schlimmer noch das es zu Explosionen kommt wegen Verstopfung.
Der Überschneidungspunkt liegt ausgerechnet da wo Methan fest wird und LOX anfängt zu sieden. Was den Trick mit überkühlten Sauerstoff ausschließt. Außerdem, um Methan auf dem Mars zu produzieren, muss man erst einmal Wasserstoff herstellen und SpaceX Exploder erst einmal etwas höher als VLEO erreichen.
Hylox hat einen deutlich höheren Brennwert bei als LCH4/LOX und im Vakuum den deutlich besseren spezifischen Impuls (Isp).

Treibstoff SL Vac Vac(S2)
RP-1/LOX: 282s 311s ~245s
LCH4/LOX:321s 363s 380s
LH2/LOX: 366s 453,3 470s (Vinci)
 
#
Schau mal hier: Das Artemis Programm. Dort wird jeder fündig!

Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren

Onkel Ju

Flieger-Ass
Dabei seit
30.10.2016
Beiträge
327
Zustimmungen
1.162
Blue Origin nutzt allerdings für ihre wiederverwendbare New Shepard auch H2
Ja, das Space Shuttle damals auch: zumindest die Triebwerke des Shuttles wurden ja auch mehrmals verwendet. Allerdings war dort der für jeden Flug nötige Wartungsaufwand auch sehr hoch.

Für die Tanks heißt es, dass sie bei Wasserstoff einerseits größer sein müssen, wegen der geringeren Dichte des H2. Andererseits müssen die Tanks im Vergleich zu Methan wohl stärker ausgelegt sein, weil das Material im Laufe der Zeit durch das H2 spröder wird, so dass man mehr Reserve vorsehen muss. Beides frißt einen Teil des Gewichtvorteils von H2 wieder auf. Aber auch nicht komplett, sonst würden es nicht trotzdem genutzt.

Man sieht an solchen Diskussionen aber schon, wie viele Variablen es gibt, die alle wieder unzählige Vor- und Nachteile haben. Gar nicht so einfach, für jeden Anwendungsfall die beste Lösung zu bestimmen. Nicht umsonst bezeichnet man es als "Raketenwissenschaft"... :rolleyes1:
 

alois

Astronaut
Dabei seit
15.04.2017
Beiträge
3.084
Zustimmungen
2.330
Potzblitz, daran habe ich gar nicht gedacht, dass es Raketenwissenschaft ist. :biggrin:

Aber wie auch immer. Ich will sehen wie sie die Raketenstufen im All auftanken. Da habe ich so meine Zweifel, dass es so schnell reibungslos klappen wird.
 
Simon Maier

Simon Maier

Space Cadet
Dabei seit
26.07.2014
Beiträge
1.998
Zustimmungen
2.028
Ort
Down Under
Hallo,

Wasserstoffmoleküle sind dagegen so klein, dass sie in praktisch jedes Material (selbst Stahl, Titan) diffundieren und das Material verändern und schwächen können. Für "Wegwerfraketen" wie SLS kein großes Thema. Wenn Triebwerke, Rohrleitungen, Schweißnähte, Ventile, ... aber für unzählige Starts wiederverwendet werden sollen, und dabei möglichst wenig Wartungsaufwand entstehen soll, ist Methan besser.
Das Thema Wasserstoffversprödung betrifft bestimmte Materialien, vor allem Stähle. Natürlich gibt es eine Diffusion, aber eine Schädigung tritt bei bestimmten Edelstählen oder Aluminium nicht ein. Normaler Stahl ist hier empfindlich und ungeeignet.

Aluminium hat aber zudem den Vorteil dass es nicht spröde wird (Cold Brittleness) bei tiefen Temperaturen, was bei Stahl ebenfalls vorkommt. Der Tank ist durch flüssiges Gas extrem tiefen Temperaturen ausgesetzt.
 
dhc-4

dhc-4

Testpilot
Dabei seit
20.09.2008
Beiträge
579
Zustimmungen
647
Ort
GORIG
Wasserstoffversprödung nur, wenn atomarer Wasserstoff eingelagert wird. Normalen Stahl betrifft es eher nicht sondern die hoch bis höchstfesten Legierungen. Einer der Gründe warum man Stahlteile aus der Luftfahrt nicht zum Haus und Hofgalvaniseur um die Ecke gibt. Und bei hochfesten (Luftfahrt)Stahlteilen das Kadmieren trotz verschiedener Substitute immer noch der Goldstandard ist.
 
Chopper80

Chopper80

Alien
Dabei seit
12.07.2009
Beiträge
11.389
Zustimmungen
12.768
Ort
Germany
Zuletzt bearbeitet:
MiGhty29

MiGhty29

Astronaut
Dabei seit
25.09.2008
Beiträge
3.009
Zustimmungen
3.088
Ort
Berlin F`hain
Danke ... liesst sich ja wie ein Horror-SiFi !
Schönen Sonntag von
Uwe
 
Zuletzt bearbeitet:
Monitor

Monitor

Alien
Dabei seit
09.09.2004
Beiträge
13.127
Zustimmungen
10.045
Ort
Potsdam
Der Start von der Erde mag ja noch gehen.
Aber mit welcher Riesenrakete fliegt man zurück ?
 
Chopper80

Chopper80

Alien
Dabei seit
12.07.2009
Beiträge
11.389
Zustimmungen
12.768
Ort
Germany
Der Start von der Erde mag ja noch gehen.
Aber mit welcher Riesenrakete fliegt man zurück ?
Rein rechnerisch kann ein Starship dank der geringeren Gravitation direkt von der Marsoberfläche zur Erde zurückkehren. Dafür ist natürlich eine Treibstoffproduktion (CH4 und O2) nötig

C80
 
Junkers-Peter

Junkers-Peter

Astronaut
Dabei seit
23.06.2006
Beiträge
3.239
Zustimmungen
6.559
Aha, direkte Rückkehr zur Erde mit dem Starship? Und wie geht das Teil mit den rund 40.000-50.000 km/h Eintrittsgeschwindigkeit in die Erdatmosphäre um?

Wenn ich das richtig gelesen habe, ist die Energie ungefähr 16x höher als beim Eintritt aus niedriger Erdatmosphäre. Da braucht es aber ein ordentliches Hitzeschild.
 
Simon Maier

Simon Maier

Space Cadet
Dabei seit
26.07.2014
Beiträge
1.998
Zustimmungen
2.028
Ort
Down Under
Hallo,

letztendlich gibt es Raumstationen wie die ISS auch, um Dinge wie über lange Zeit arbeitende Lebenserhaltungssysteme ausführlich zu testen. Hier wird bereits Wasser recycelt, und Atemluft wieder aufbereitet.

Für den Mond gilt ein Teil der genannten Dinge ebenfalls, im Gegensatz zur ISS kann man hier nicht innerhalb von 2 Stunden per Dragon zurück kehren und man muss ebenfalls alles mitbringen, weil es vor Ort noch keine Infrastruktur gibt.

Bei der Rückkehr vom Mond hat zumindest Apollo ebenfalls 40.000 km/h beim Wiedereintritt erreicht. Das muss auch Orion aushalten.

Bzgl des Starts auf dem Mars, dadurch dass der Mars nur ca. 1/3 der Anziehungskraft der Erde hat ist Single Stage to Orbit möglich (auf der Erde ist es von der Nutzlast her unpraktikabel). Natürlich müsste man den Treibstoff vor Ort produzieren, deshalb braucht man Wasser (H2O), den Kohlenstoff kann man dem CO2 der Atmosphäre entnehmen und kann dann CH4 (Methan) und LOX (O2) produzieren. Starship wurde bewusst auf diese Treibstoffkombination ausgelegt. Als Energiequelle wird man wahrscheinlich Photovoltaik nutzen.

Bei Artemis nutzt man LH2/LOX, weil das Shuttle eben diese Treibstoffkombination nutzte. Das hatte damals auch den Grund, dass man die Triebwerke im geschlossenen Zyklus ausgelegt hat (und nicht als Gas Generator). Hier stand man vor dem Problem, dass man bei Treibstoffen auf Kohlenstoffbasis Probleme mit Ruß im Triebwerk bekommt wenn man die Verbrennung in der Turbopumpe Treibstoffreich macht, umgeht man das indem man die Verbrennung mit Sauerstoffüberschuss fährt bekommt man ein Hitzeproblem in der Turbopumpe. Damals hatten die Shuttle Konstrukteure keine Legierung die die Temperaturen ausgehalten hätte.

Das hat man dann umgangen, indem man H2 genutzt hat und damit die Verbrennung mit Treibstoffüberschuss gefahren hat. Dadurch hatte man die Temperatur im Griff, und H2 verursacht natürlich keinen Ruß. So konnte man damals Closed Cycle realisieren.

Diese Triebwerke nutzt jetzt SLS weiter.
 

Onkel Ju

Flieger-Ass
Dabei seit
30.10.2016
Beiträge
327
Zustimmungen
1.162
Da stehen übrigens gleich jeweils zwei Raketen nebeneinander an den Lauch-Pads von SpaceX und ULA. 5 Raketen auf 3 Pads. Top...

Das schlimme ist, solcher KI Schund geht auf FB auch noch viral. Man verliert da den Glauben an die Menschheit...
 
Thema:

Das Artemis Programm

Das Artemis Programm - Ähnliche Themen

  • Was ist das für einer 109F?

    Was ist das für einer 109F?: Moin zusammen! Also hier liegt ein Friedrich, aber was für einer ist schwer zu erkennen wegen schlechten Beleuchtungsfoto/Qualität etc. Wer sieht...
  • SpaceX will offenbar autonome Drohnen für das Pentagon entwickeln

    SpaceX will offenbar autonome Drohnen für das Pentagon entwickeln: das berichtet das Handelsblatt:
  • WB2026BB -Dassault Mirage III V-02, 1:72

    WB2026BB -Dassault Mirage III V-02, 1:72: Moin, nach jahrelanger Abstinenz möchte ich mich dieses Jahr auch mal wieder am Wettbewerb beteiligen. Die Wahl fiel bei mir auf dem schnellsten...
  • 23.12.2025 - Absturz Dassault Falcon 50 in Ankara/Türkei

    23.12.2025 - Absturz Dassault Falcon 50 in Ankara/Türkei: https://www.cnnturk.com/turkiye/son-dakika-haberi-ankarada-ozel-bir-jetle-baglanti-koptu-2376179 Laut Eilmeldungen ist ein Privatjet mit einer...
  • Kann das Ding bitte jemand identifizieren..

    Kann das Ding bitte jemand identifizieren..: Hat jemand eine Idee zu dem Flugzeugtyp? https://www.facebook.com/photo?fbid=122180387456590659&set=a.122142785582590659 EDIT: Sorry das man...
  • Ähnliche Themen

    Oben