Das Goldene Zeitalter der zivilen Luftfahrt – im Maßstab 1/72 - Handley Page HP 42 Hannibal

Diskutiere Das Goldene Zeitalter der zivilen Luftfahrt – im Maßstab 1/72 - Handley Page HP 42 Hannibal im Props bis 1/72 Forum im Bereich Bauberichte online; Weiss immer noch nicht, wie die Steuerung des Höhenruders funktioniert und somit nicht, wie ich sie bauen soll. Die Servos für die Seitenruder...
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Weiss immer noch nicht, wie die Steuerung des Höhenruders funktioniert und somit nicht, wie ich sie bauen soll.
Die Servos für die Seitenruder sind ja auch ziemlich ungewöhnlich, aber die Bilder sind wenigsten gut genug, um das hoffentlich richtig zu verstehen.
Die "Drähte" wollte ich ja noch mal ansprechen, Weil ja bekanntlich runde Gegenstände so ziemlich den größten Luftwiderstand haben, kam schon früh jemand auf den teueren Gedanken, stattdessen aerodynamisch abgeflachte Stäbe zu verwenden, so auch hier.
Modellbauer Bernhard Schrock war pfiffig genug, Ätzteile dafür zu zeichnen, Thomas Gatermann hat die dan gefertigt, alles sicher deutlich über ein Jahrzehnt her.
Aber unersetzlich, wenn man Verspanntes und Ziviles baut. So auch bei der H.P.42!



Die Servos haben Lagerungen, die mit Kraft und Zange abgeflachte 0,5mm Messingstäbchen sind.
Die Lagerung, in der sich das Servo dreht, ist unten im Höehleitwerk, oben über einen Dreieckslenker mit der Seitenleitwerk verbunden.
Die Steuerungs"stangen" der Seitenruder sind zum beweglichen Ende des Servos verlängert. Die Dinger müssen wohl so eingestellt gewesen sein, dass die Servowirkung mehr ziehend als schiebend wirkt.



Die Verbindung der Ruder besteht ebenfalls aus solchen Stangen, was die Rückstellung überrhaupt erst ermöglicht. Jetzt fehlen noch die Stützen, die von der hellen Verstäkungsplatte zum oberen Höhenleitwerk führt. Gab's bei der Hannibal in zumindest 3 verschiedenen Bauarten, soweit ich das gesehen habe. Also noch mal in die Dokumentation einsteigen, damit die Varianten der verschiedenen Anbauteile zeitlich zueinander passen!

Es gibt eben immer was zu tun...
 
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Mit Sicherheit kommt jetzt einer daher und sagt "FALSCH!", aber ich habe mich eben für eine mittelfrühe Hannibal eintschieden, ohne das ursprüngliche Servo vor dem oberen Höhenleitwerk, und eben mit kurzen V-Streben.



Die über dem Höhenleitwerk liegende Steuerung des Ruders ist ja einigemassen sichtbar auf den Fotos ders Originals, das interessante Teil ist die Umlenkung / der Kipphebel (ja nach Funktion, die mir immer noch nicht klar ist). Das Ding wird aus einem dicken Ätzteilrest (ja, wieder die airmodell Treppen!) herausgebohrt / -gefräst und ein Steg eingelötet. Damit es um die Mitte etwas dicker wird, ist ein 0,16mm Sheet-Streifen beidseitig aufgeklebt, der dann angespachtelt und verschliffen wird.



Montiert, mit der Schubstange versehen, die eine Verdickung am Gelenk hat (Einstellgewindehülse?).



Jetzt wird es Zeit, für den Heckkonus zu sorgen, ebenso für das Spornrad. Das schwarze Etwas ist der Vorschlag von Contrail. der weder dem Original entspricht noch wegen des 1mm-Versatzes brauchbar ist.
Also im Materialarchiv nach eine Rad mit sehr dickem Reifen suchen, Nabe aufbohren und mit einem konisch aufgebohrten Rohr ein Felge einsetzen. Die wird mit einer Rohrhülse als Radschüssel ergänzt, in diese die Achse montiert - fertig!



Wie man am Vorbildfoto oben sieht, ist jetzt noch etliches zu tun für die Aufhängung. Aber da gab es auch Varianten: mal sehen was zur "mittleren Lebensperiode" der Hannibal passt.
 
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Es muss einfach weitergehen, auch wenn meine beste Quelle im Urlaub auf Hawaii ist und keinen Zugang zu seinen Daten hat.
Einfach mal alle Foros anschauen, die in etwa die hintere Rumpfpartie von oben / oben seitlich zeigen. Da wird klar, dass das Höhenleitwerk nicht vorn am Höcker andockt, dafür aber hinten das Höhenruder Freigang zum Rumppfheck hat - und schon macht das alles einen Sinn!
Wenn im Rumpf das Höhenleitwerk kraftschlüssig auf den unteren Hebel am Leitwerk führt, kann von dem über Stoßstangen unter der Leitwerk das untere und über die auf Bildern sichtbare Hebelei das obere Höhenruder betätigt werden. Das machen wir jetzt so!



Dadurch kann das Leitwerk auch etwas über der Auflage befestigt sein, damit auch der Winkel stimmt.


Jetzt aber zum Spornradträger. Das Ding ist ja wirklich alles andere als simpel. Da ich keine zeitlich eindeutige Zuordnung zur Hannibal mit ausreichender Auflösung finde, nehme ich das vom Prototyp.
Die Einzelteile sind auch wegen des Gewichts und der exponierten Position des Spornrads aus Messingprofilen hergestellt. Eine Kastenschwinge mit eingelötetem Federbein ist drehbar auf dem Tragrohr mit seinen Stützen verbunden. Das Tragrohr bekommt noch die Abstützung zum Rumpfheck mit 2 "Flacheisen".



Das Spornrad selbst wird erst nach der Lackierung eingebaut. Die Achse hat Überstand, weil sie ja auch als Aufnahme für eine Schleppgabel für das Rangieren am Boden dienen muss.

Am nachgearbeiteten Heckstück wird das Ganze dann gelagert.





Eine Kleinigkeit fehlt jehlt jetzt noch am Heck: das Hecklicht, das hier am zentralen Seitenruder angeklemmt ist.



Damit kann man sich sicher wieder ein Wochenende lang spielen. Herrlich!
 
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Norboo

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Es scheint Dir ja wirklich Spaß zu machen! Ich hätte schon längst aufgegeben und einen weiteren angefangenen Bausatz auf den großen Stapel der Lustlosigkeit gelegt.

Weiterhin eine ruhige Lötspitze!
 
urig

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Da macht das Zusehen große Freude. Weiterhin gutes Gelingen!
 
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Genau, sowas macht mir Spass! Immer die Fragen, wie funktioniert das, womit kann ich das machen und wie baue ich das, das fordert doch. Und nach dem X-sten Versuch das - möglicherweise später kaum sichtbare - Teil zu meiner Zufriedenheit - doch noch hin zu kriegen, das gibt mir was.
Früher hab ich alte Fahrzeuge restauriert - gleiche Logik.Immer ein Krimi mit offenem Ende.

Schön, wenn es dem Einen oder Anderen dann noch gefällt, was ich da verbrochen habe.

Aber jetzt geht es erst mal für eine Woche zum Familiendienst, dahin, wo z.B. Airspeed zu Hause war.

Hat noch wer eine Ambassador von Contrail?
 
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Da ist sie schon, die Heckleuchte! Besteht aus einer Grundplatte, dem Träger (aus weichem Eisendraht), dem Halter mit Tragrohr, dem Lampengehäuse und dem eigentlichen Leuchteinsatz.



Das Ganze wird mit dem Träger in das mittlere Ruder "eingeklinkt" - deshalb der weiche Eisendraht, der sich schließlich zusammenbiegen lässt, wenn die richtige Position erreicht ist.




Der Leuchteinsatz wird erst nach dem Lackieren montiert - wenn ich ihn dann noch finde. Wenn ich den vorher dranhätte, wäre das für die Montage eher vorteilhaft. Maskieren mit Micro Mask wäre auch einfach - wenn ich nicht beim Entfernen der Maske Verbiegen der doch recht feinen Teile befürchten müsste. Lieber das Glasding nachher ankleben!
Auch die noch fehlenden Kabelanschlüsse will ich lieber erst nach derr kompletten Montage des Heckteils am Rumpf anbringen, denn die überleben sonst sicher nicht.

Genau, das wird die nächste Aufgabe: Montage des Heckteils, versäubern des Rumpfes in lackier-fertigen Zustand. Kann ja nicht alles nur Spass machen...
 
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Av8tor

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Endlich geht es mit dieser wunderbaren Geschichte weiter.
Habe die Posts schon vermisst.
Dank deines Bauberichts bin ich drauf und dran auch einen Vacu auszugraben und zu bauen.
Nur wird's bei mir ewig dauern das Ding zu bauen.
Du hast mich auf jeden Fall angesteckt.
 
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Endlich geht es mit dieser wunderbaren Geschichte weiter.
Habe die Posts schon vermisst.
Dank deines Bauberichts bin ich drauf und dran auch einen Vacu auszugraben und zu bauen.
Nur wird's bei mir ewig dauern das Ding zu bauen.
Du hast mich auf jeden Fall angesteckt.
Das freut mich aber sehr! Danke für die Blumen und viel Spass beim Graben: auch eine der wirklich unersetzlichen Beschäftigungen des Modellbauers.
Graben - Lesen - Träumen...
 
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Magic Sculp hat wirklich was Magisches: Weil lange verarbeitbar, gut haftend und schrumpffrei trocknend, aber auch weil im weichen Zustand leicht mechanisch bearbeitbar. Mit nassen Fingern oder anderem geeigneten Werkzeug lassen sich sogar Oberflächen schaffen, die keine Nacharbeit mehr benötigen!
Also spachteln OHNE zu schleifen - Wenn das nichts Magisches ist!

Der Rumpf braucht unten ein wenig Spachtel: Abkleben mit Tamiya Band und den schmalen Schlitz mit einer dünnen Magic Sclap Wurst den schmalen Spalt füllen.




Wenn das erledigt ist, kann mit einem Spachtel und ein wenig Wasser der Überstand über das Tamiya-Band Niveau abgetragen werden. Im hinteren Bereich ist das schon erfolgt, in der Mitte drücke ich die Masse richtig rein und ziehe das Ganze dann sanft ab.



Am Hinterrumpf ist der Spalt zwar vernachlässigbar klein, aber dafür die Oberfläche mies. Da nehme ich Putty. Dieses hier ist auch wasserlöslich, was bei geringsten Spalten die Nacharbeit stark reduziert. Schließlich kann man das Material, solange es noch nicht ganz abgetrocknet ist, so leicht von den Oberflächen entfernen, die nicht gespachtelt werden sollen. Ideal übrigens bei Arbeiten, wo die Gravur erhalten bleiben soll. Gravuren gibt es bei diesem Flieger glücklicherweise nur sehr wenige.



Das Tamiya-Band wird abgezogen, solange Magic Sculp noch etwas weich ist, also in der ersten halben Stunde nach dem Auftrag, oft auch länger. Mit einem nassen Q-Tip kann jetzt die Kante ausgeglichen und die Masse geglättet werden. Später nach dem Spritzen mit Füller werden wir sehen, ob noch mal geschliffen werden muss - meist klappt das so ohne.



Jetzt soll die Masse abhärten, am Besten über Nacht.Morgen sehen wir weiter!
 
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Also dann weiter im Text!
Zumindest untem am Rumpf war die Korrektur recht erfolgreich: Diese Platte stellt die Verstärkung des Bodens des hinteren Kofferraumes dar, der wohl meist für die Post genutzt wurde. Also - wenn man jetzt pingelig ist, kommen Zweifel auf: Die "W" Varianten hatten hinter der Kabine auf der Steuerordseite eine Tür dort hinein. Die Hannibal nicht! Es gibt auch keinen Hinweis in meiner Dokumentensammlung, dass es einen anderen Zugang gab. Vielleicht gab es weder den hinteren Gepäckraum noch die entsprechende Bodenverstärkung bei der Hannibal!
Da ich es nicht definitiv besser weiß, wird die miese Oberflächenqualität hier, getoppt von der in den Rumpfhäjften unterschiedlich langen Verstärkung korrigiert. Die Länge einfach mit einem Stückchen Sheet (Vacu sei Dank), die Oberfläche hatten wir ja schon gespachtelt. Jetzt ist das zumindest mal glatt.



Endlich muss es aber langsam aufhören mit dem ewigen klein-klein gedöns, sonst wird der Vogel ja nie fertig!

Die Flächen werden angebaut, also die unteren. Siehe da, die etwas kritische Überlappung des Wellblechs Fläche mit Rumpf hat anstandslos funktioniert! Erfreulicherweise so gut, dass zumindest oben kein Spachten nötig wird. Nur an der Flügelnase wird Magic Sculp gefragt.



Hier sieht man es gut: wirklich auch unten keine Nachbesserung nötig! Da bin ich richtig glücklich - und auch ein wenig Stolz.
Da sollte Musik sein (wenn mir dieser Schlager eigentlich eher weniger gefällt)!



Bei der Gelegenheit können wir ja auch gleich die Verkleidung der Fahrwerksachsen anbringen, die ja in der Vorbereitung schon durch mangelnde Passung aufgefallen waren.
Rechts die obere Hälfte, die mit reichlich dickflüssigem Sekundenkleber an den Draht und den Rumpf gepappt wurde.



Die untere Hälfte wird zum Passen gezwungen: 3 starke Klammern sind nötig, um das Desaster zu vermeiden.



Der Übergang zum Gelenk im Rumpf war eine Art stumpfer Kegel: also wieder ein Job für Magic Sculp.
Nächstes mal.
 
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Es geht ans Hauptfahrwerk!
Beim Prototyp, der noch nicht den Namen Hannibal auf dem Rumpf hatte, waren die Elemente des Fahrwerks noch nicht verkleidet. Später dann schon, und genau so soll es werden.

Zunächst zeigt der Vergleich der Vorbildfotos mit den Kit -Teilen, dass alles ziemlich richtig ist. Eben fast. Schaut mal selber:



Wenn man genau hinschaut, lässt sich eine Art Kragen an der Motoraufhängung erkennen, in der das "Federbein" aufgehängt ist.
Soweit, so gut. Der Kit Hersteller war offensichtlich ein ausgebuffter Praktiker. Wichtiger als der Kragen war ihm, die Bauteile so lang zu machen, dass sowohl eine entlastete wie eine auf dem Boden entsprechend belastete Aufhängung möglich ist. Für das am Boden stehende Modell sind sie also zu lang. Messen und absägen, am Besten für jede Seite separat, denn bei diesen Dimensionen gibt es immer Abweichungen. Also bei mir, Ihr seid da sicher besser.
Damit das Anpassen richtig klappt, werden die Federbeine mit in einer Bohrung versehen, in der das Tragrohr eingebaut wird. Aber noch nicht einkleben!
Mit selbstklebender Alufolie aus dem Sanitärbereich wird der Kragen angebracht.



Oben am Motorträger angeklebt wird das Federbein richtig ausgerichtet, das Tragrohr mit der Pinzette ausgezogen und dann angeklebt.
Spiel- und Spannungs-frei, das hält. Hoffentlich.



Noch ein Bauteil kommt an den Radträger: die Schubstebe, damit das Federbein nicht die Längskräfte aufnehmen muss.
Das ist das rote Stäbchen; dieses Material war im Bausatz drin.
Die graue Stütze ist mal ein Versuch, aber so geht es leider nicht. Bildchen zeigen, dass diese unter der Fläche andere waren als die zwischen den Flächen, nämlich breiter und bespannt, wie an den Radführungen.




Hier jetzt die Überraschung: Auf keinen Fall hatte ich damit gerechnet, dass die Räder aus dem Kit passen, denn sie sind deutlich größer als in der Zeichnung dargestellt. Mistrauisch gegenüber Rissen habe ich verschieden Originalansichten mal nachgemessen - die Räder sind nur um 0,4mm zu klein im Durchmesser, 0,2 in der Dicke. Also dran damit!



So ein paar Kleinigkeiten sind noch zu erledigen: Die Lagerung der Schubstrebe an der Tragfläche: da war ein Kästchen. Der Umriss ist eim Flügel eingeprägt, das Teil fehlt. Weiter die Bremstrommel, die Öffnung zum Ventil in der Radabdeckung. Vor allem die Kotflügel samt Trägern - die Teile des Kits sind reinste Fantasie dafür!
Erst mal Recherche!
 
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So, jetzt gibt es Klarheit: da war eine Lagerung für die Schubstrebe und da war noch ein Kabel, ich nehme an zur Bremse.
Aber zuerst mal zum Rad und den nötigen Anbauteilen. Das offensichtlichste ist der Kotflügel, und der im Kit geht gar nicht: stimmt weder in Form noch Dimension. Wie gut, wenn man dann früher mal Blechjalousetten kürzen musste und - erraten! - die abgeschnittenen Teile nicht weggeworfen hat! Kotflügel sind doch auch aus Blech: also werden die Reste genutzt. Die Zwickel links werden ausgeschnitten, geht bei dem Material mit der Nagelschere! Dann werden die jetzt separierten Teile in eine Rundung gebracht - geht mit dem Fingernagel -, die Seiten auf das richtige Mass beschnitten und abgeklappt. Mit ein wenig Gefühl und der Hilfe der Götter sowie etwas Klebeband können jetzt diese Seitenteile am Mittelstück angegeklebt werden. Mit ist das mit Gel-Sekundenkleber gelungen.



Der Bügel aus 0,7mm Messingdraht wird so geformt, dass die Schenkel um die Achse in 45° stehen und Auflagen für die Kotflügel enstehen. Dazu wurden diese Stellen mit einer geeigneten Zange abgeflacht.

Hier sieht man alle Teile, die zum Rad gehören: Das besagte Schutzblech mit Halter und Achsenabdeckung und die Trommelbremse mit Betätigungshebel, an dem der vorher erwähnte Draht befestigt wird.




Der Hebel ist so positioniert, dass das Kabel nahezu parallel zur Reaktionsstrebe zum Flügel führt.So sieht das auch auf Fotos aus.



Hier ist die Halterung schon mal provisorisch an der Achse befestigt. Scheint zu stimmen.



Jetzt können die übrigen Halter nach dieser Vorlage gebogen und mit dem Kotflügel vormontiert werden. Die Endmontage auf der Achse erfolgt erst nach der Lackierung aller Baugruppen.
 
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Sagt meine Frau auch manchmal.
Ich hoffe, Ihr irrt da beide: Modellbau verleiht eben Flügel...
 
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Sehr interessant, Dir beim Scratchen von solchen Teilen zuzusehen!
vg von juergi
 
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Freut mich, wenn Dir das gefällt Jürgi!

Am Schönsten ist, wenn dann auch was draus wird. Besser als das Teil im Bausatz ist das hier zumindest mal schon.


Klar, wenn es lackiert und fertig montiert ist, muss die Achse abgeschnitten und die kleine Scheibe noch mit einem Schraubenring detailliert werden.
 
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Jetzt ist ja schon eine ganze Menge an Baugruppen entstanden. Auch wenn hier nocht vieles nur zur Kontrolle zusammengesteckt ist, wirkt die HP42 mit Unterflügel schon ganz schön imposant!



Wenn dann der monumentale Oberflügel - hier die Rohteile - noch dazu kommt, ist das schon ein richtig großes Biest! Mag gar nicht darüber nachdenken, wohin später damit.



Trotz des dominanten Flügelwerks wird aber der Rumpf und das kapitale Leitwerk nicht zu kurz kommen in seiner Wirkung.



Wie gesagt, das Rohteil. Es gilt wieder mal das Schleifpapier zu bemühen. Nachdem es gerade etwas kälter geworden ist, also in den Zwanzigern, kann die Arbeit beginnen. Bammel hab ich schon, es gilt hier ja etwas möglichst eben zu schleifen, das ich in dieser Größe und Komplexität (die Knicke) noch nie gemacht habe.
Alte Vacu-Füchse können jetzt schon mal ein eis essen gehen.

Und Contrail hat sich ja was ganz Tolles einfallen lassen nach dem Motto, Warum einfach, wenn es denn auch kompliziert geht. Gemeint ist die Nase, die im rechten Winkel zur Auflage des Unterflügels zu schleifen ist.
Daher mal ein paar Fotos: Zunächst der Aufbau mit Glasscheibe, die über die Tischkante hinaus ragt und als Anschlag für diese Nase gilt. Jetzt wird in 3 Schritten, eben jede Ebene für sich, die Auflage geschliffen. Das dauert, aber Eile mit Weile heißt die Parole.



Das halbfertige Teil wird mal weggelegt, die Unterseite des Oberflügels kommt dran. Die hat ja nun eine konkave Form! Daher habe ich zunächst einen Schleifpapierstreifen in der Breite des Mittelstücks geschnitten. So kann eben nur dieses zuerst geschliffen werden, wobei die Außenflächen auf dem Glas bleiben. Ist alles "schön" wabbelig, da geht das schon.
Die Außenflächen sind ja sehr flach, vor allem die Hinterkante muss viel Material lassen. Um das Ganze möglichst eben und gleichmäßig hin zu kriegen, habe ich ein Lineal passender Breite im vorderen Bereich aufgesetzt und mit Klebeband verbunden. So habe ich eine Handhabe für das flache Ding und eine Krafteinleitung dort, wo das meiste Material weggeschliffen werden soll.



Klappt sogar. So, jetzt kommt die zweite (nicht die letzte!) Gemeinheit aus dem Contrail Form-Prinzip: Damit die Hinterkanten übereinstimmen, muss die vertikale Stufe im Oberteil passend geschliffen werden: wieder bewährt sich die Glasplatte als Anschlag und Führung.



Das wird jetzt in kleinen Schritten mit vielen Kontrollen so lange gemacht, bis nicht nur der Wahnsinn um die Ecke schielt, sondern auch die Hinterkanten sauber abschließen. Jetzt ein Radler - Prost!
 
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Norboo

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Wenn dann der monumentale Oberflügel - hier die Rohteile - noch dazu kommt, ist das schon ein richtig großes Biest! Mag gar nicht darüber nachdenken, wohin später damit.



... Es gilt wieder mal das Schleifpapier zu bemühen. Nachdem es gerade etwas kälter geworden ist, also in den Zwanzigern, kann die Arbeit beginnen. Bammel hab ich schon, es gilt hier ja etwas möglichst eben zu schleifen, das ich in dieser Größe und Komplexität (die Knicke) noch nie gemacht habe.
Alte Vacu-Füchse können jetzt schon mal ein eis essen gehen.

Und Contrail hat sich ja was ganz Tolles einfallen lassen nach dem Motto, Warum einfach, wenn es denn auch kompliziert geht. Gemeint ist die Nase, die im rechten Winkel zur Auflage des Unterflügels zu schleifen ist.
Daher mal ein paar Fotos: Zunächst der Aufbau mit Glasscheibe, die über die Tischkante hinaus ragt und als Anschlag für diese Nase gilt. Jetzt wird in 3 Schritten, eben jede Ebene für sich, die Auflage geschliffen. Das dauert, aber Eile mit Weile heißt die Parole.

Prost!

Ja, Christian...Prost!

Auch ich sehe Deinen zukünftigen Platzbedarf auf Ausstellungen mit etwas Sorge...aber ich werde Dich wohl auch nicht zum Umstieg auf den praktischeren Maßstab 1:144 überreden können, da bin ich sicher!

Schön, dass Du hier auch im Bild die Schleiftechnik zeigst. Es kommt eben auf Präzision ein, sonst wird es schnell schief. Ich spreche aus Erfahrung...

Und man braucht eben auch Platz, den man "vollsauen" kann (pardon my French...)

Ein sehr interessanter Bericht!
 
Thema:

Das Goldene Zeitalter der zivilen Luftfahrt – im Maßstab 1/72 - Handley Page HP 42 Hannibal

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