Das Goldene Zeitalter der zivilen Luftfahrt – im Maßstab 1/72 - Handley Page HP 42 Hannibal

Diskutiere Das Goldene Zeitalter der zivilen Luftfahrt – im Maßstab 1/72 - Handley Page HP 42 Hannibal im Props bis 1/72 Forum im Bereich Bauberichte online; Oh oh, wo läßt Du denn eigentlich den Schleifstaub? Und: Typisch Modellbauer, Hauptsache, erst mal bauen, wohin damit, überlege ich später. Woher...
Gilmore

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Oh oh, wo läßt Du denn eigentlich den Schleifstaub?

Und: Typisch Modellbauer, Hauptsache, erst mal bauen, wohin damit, überlege ich später. Woher kenne ich das bloß?
 
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"Wohin damit" gilt in der Tat in erster Linie für Ausstellungen. Da ich ja in der Regel nichts ohne Diorama ausstelle, ist die Logistik hier wohl zu überlegen. Schliesslich muss ich ja noch meine Altlast von ein paar hundert ungebauten nicht zivilen 72er Schachteln verkaufen, die wollen ja auch transportiert sein zu den Ausstellungen.

Aber im Grunde ist das alles sekundär: schliesslich bleibt die Tischlänge bei Ausstellungen immer in etwa gleich, dann wird es einfach weniger Exponate von mir geben. Eine Lösung gibt es immer, ein schönes Modell kann doch kein Problem sein!
 
urig

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Die Nass-Schleiferei stelle ich mir als große "Schweinerei" vor. Aber Wasser kühlt :thumbsup:

Wie hältst Du es später mit der Aussteifung der Flügel (Holme)? Metall, Holz oder etwas anderes? Auch wenn die Vaku-Teile dünn und leicht sind, so könnte das Polystyrol mit der Zeit kriechen, was bei der großen Spannweite dann zunehmend trauriger wirkt (Hängeflügel). :sleeping1:
 
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Die Nass-Schleiferei stelle ich mir als große "Schweinerei" vor. Aber Wasser kühlt :thumbsup:

Wie hältst Du es später mit der Aussteifung der Flügel (Holme)? Metall, Holz oder etwas anderes? Auch wenn die Vaku-Teile dünn und leicht sind, so könnte das Polystyrol mit der Zeit kriechen, was bei der großen Spannweite dann zunehmend trauriger wirkt (Hängeflügel). :sleeping1:
Danke für den Kommentar, Urig! Das mit der Sauerei ist nicht wirklich schlimm. Erstens ist alles nass und fliegt nicht in der Gegend rum wie beim Lackieren. Zweitens reicht die Menge Wasser, die nur das Schleifpapier "abdeckt". Da gibt es keine Überschwemmung. Was nicht ohnehin am Bauteil oder dem Schleifpapier hängen bleibt, läßt sich mit einem Schwammtuch locker aufnehmen. Das Schwammtuch, das Schleifpapier und die Bauteile werden ohnehin alle paar Minuten in laufendem Wasser klargespült: so gelangt dann das ganze Plastik ins Meer!! Theoretisch, aber man kann ja auch ein Fliess in den Abguss legen und den mit dem Abrieb entsorgen. Was dann aber auf der Deponie geschieht....

Und Du hast sehr recht mit Deiner Sorge zur Flächenstabilität: Wenn die Teile mal freigestellt sind, dann schlabbert es bedenklich. Wird zwar beim Zusammenkleben besser, aber das allein reicht definitiv nicht.
Hier ist er Knick im Flügel recht klein: von der ebenen zentralen Basis bis zur Flügelspitze sind das gerade mal 9,4mm Höhenunterschied. Der Holm sollte also richtig steif sein, damit dieser Wert dann auch wirklich so bleibt. Die meisten nehmen Hölz, der Purist natürlich ein Plastikprofil, wie ich es z.B. beim Unterflügel ja auch gemacht habe.
Aber hier ist der Holm gerade mal 6 mm dick, über 51,6 cm Länge. Da habe ich zur Brutalo-Lösung gegriffen: einem 6 mm Aluminiumprofil! Das wird so in den Schraubstock eingespannt, dass die ebene Mitte in ihrer ganzen Länge eingespannt ist. Dann mit einem Engländer (ja, das ist ein Werkzeug, mit dem Engländer Schrauben und Muttern festziehen, sehr praktisch bei nicht genormten Schraubenköpfen oder Zollmassen) genau an der Knickstelle biegen, bis das Mass 9,4 mm erreicht ist. Eine Lehre aus Pappe, Holz oder meinetwegen Bachsteinen muss zur Prüfung der Verformung aber sein!

Hier der ganze Salat: oben der Holm, darunter das Flügeloberteil, in dem bereits in die Nase passende Gussteilreste (ich wiederhole mich: NICHTS wegwerfen!) eingeleimt sind, die dem Unterteil als Auflage dienen. Und eben darunter besagtes Unterteil.

Der Holm wird zentriert und in der Stelle der höchsten Profilerhebung eingeklebt. Unbedingt über die ganze Länge, bitte! Sonst gibt's irgendwann mal Falten, am Modell und in der besorgten Miene des Betrachters.
Damit es keine ungewollten Kollisionen mit anderen Funktionen gibt, wurde der Vorflügel und ein Querruder schon mal ausgeschnitten.



Vorflügel: Das war ja eine für Handley Page gelistetes Patent, das sicher viel zum Erfolg des Unternehmens beigetragen hat. Beim Modell ist deswegen auch etwas vorgesehen, das so ähnlich aussieht.
Zunächst wird aus dem Oberteil der Gravur entsprechend ein Stück herausgeschnitten: das brauchen wir noch, es wird seiner Nase beraubt und später hinten mit dem Oberteil verklebt (daher die Klebelasche) und vorn mit der Vorderkante des Unterteils.
Das darunter befindliche Teil ist die Oberseite des späteren Vorflügels.



Der war natürlich nicht einfach ein Stück Blech, sondern ein aerodynamischer Körper, eben ein Flügel.
Damit er dazu wird, ist wieder mal Arbeit nötig. Irgendwas Rundes, das in die Nase des Vorflügels passt einkleben, ich habe einen Evergreen Rundstab genommen. Dann ein Stück Sheet, hier 0,13 mm, wieder vom herrlichen Evergreen (steht der eigentlich schon auf der Strafzoll-Liste?), unten so auf den Rundstab geklebt, dass er an die Nase des Oberteils anstösst.

Jetzt mit einem geeigneten Rundmaterial (hier ein 10mm Bolzen der Radaufhängung meiner ex-BMW - nicht wegeworfen!) das Sheet hinter dem Rundmaterial runterdrücken und in dieser Position mit der Hinterkante des Vorflügels verkleben - langsam trocknender Sekundenkleber (also eigentlich ein Minutenkleber) ist da eine verlässliche Hilfe.



Wenn's fertig ist, sollte es dann so aussehen:



Keine Sorge, es bleibt noch genug zun tun am Flügel.
 
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Ah so, da hat das Fliegerass Dennis noch einen Verdacht:
Quote: Du zeigst immer nur 1 Haltebügel außen für die Kotflügel. Für mich sieht das auf deinem Originalbild so aus, als wäre da innen auch noch einer Unquote

" Immer nur" klingt so irgendwie enttäuscht. Kein Grund zur Sorge, Dennis! Dass immer die äußere im Bild ist, hat nur was mit der Beleuchtung zu tun, die beim auf den Rädern stehenden Modell in der Mitte ziemlich mies ist.
Trotzdem habe ich mich nicht getraut, die inneren Streben wegzulassen, obwohl die Versuchung gross war: So eine Pingelsarbeit, und nachher sieht man nichts davon... Dennis aber eben schon!
Darum - wirklich nur darum! - gibt es innen doch eine Strebe: Hier der Beweis!



Und obwohl das im Bild so aussieht, nein, der Kotflügel liegt nicht auf dem Reifen auf. Alles gut. Hoffe ich. Ist ja auch nur zusammengesteckt, die Feinarbeit kommt beim Ankleben - nach dem Lackieren.
 
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Norboo

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Christian, wer ist denn "Fliegerass Dennis"? Unser Dennis? Der hat doch hier gar nichts geschrieben….

Woher kommt denn das Zitat? Oder habe ich einige Beiträge verpasst? Eben mal Bier holen und schon ist ein Neuer da....wie beim Krimi! :confused1:

PS: Die Methode zur Herstellung des Vorflügels ist genial. Das könnte ich gebrauchen, ich möchte mich mal an eine 747 mit ausgefahrenen Landeklappen wagen.
 
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Dachte ich auch, könnte "unser Dennis" sein, weiß ich aber nicht. Und sollte heißen Flieger-Ass.
Das Zitat kommt aus einer Unterhaltung, die ich hier rübergezogen habe, weil ich ich nur hier ein Bild (den Beweis!) einfügen kann.
Also vielleicht kriminell, aber ich habe auch lange gesucht, bis ich auf die Unterhaltungs-Formate gestossen bin, mit Titel "HP 42 Kotflügel". Ich kann eben mit der diffizilen Orga im Forum noch nicht so richtig, wird schon werden!

Das mit den Flügeln ist wirklich ein Selbstläufer! Wichtig ist nur, eine genau passende Auflage zu schaffen und ein "williges" Sheet zu nehmen. Das alles macht aber nur Sinn bei Vorflügeln mit runder Nase: bei den meisten läuft die Unterhaut konkav in die Oberhaut, sodass sich eine scharfe Kante ergibt. Um die zu erreichen, solltest Du anders vorgehen:
Ein Stück Sheet "Falten", aber nicht scharfkantig, sondern mit einem kleinen Radius: Dann die so enstandenen "Schmetterlingsflügel" genau in der Mitte der Rundung trennen. Eine solche Hälfte kann dann konkav eingeklebt werden in das Oberteil, oder auch so kann ein Oberteil entstehen....
Habe ich abgeguckt, bei meinem Vacu-Guru, Gabriel Stern und seiner und auch meiner Muse, Styrene, der Göttin der Scratchbauer.
 
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Die Querruder sind auch bei der Hannibal vorn verrundet. Wenn sie also aus der Fläche herausgetrennt sind, muss nicht nur der Spalt im Flügel geschlossen, sondern auch die Querruder mit eben dieser Rundung versehen werden. Die dazu nötigen Teile sind hier aufgelegt: Ein U-Profil 3,2 mm von Evergreen (das hattet Ihr schon erwartet) für den Schlitz, darunter ein 5,5 mm Rohr (ja, auch von Evergreen) das mittig auseinander gesägt und auf die Spaltbreite dann passend geschliffen wurde. Zur Kontrolle die Schieblehre, da muss also noch was runter.




Das Querruder-Unterteil ist flach, eignet ich also am Besten für die Grundmontage des Rohrabschnitts: Die Querruder haben ja schon aus der Form eine kleine Fase, also wird der Rohrabschnitt mit der Aussenfläche bündig stumpf auf die Trennfläche geklebt.



Das Oberteil kann jetzt aufgeklebt werden. Am leichtesten ging das bei mir mit einer als Auflage dienenden Messingstange, mit der die exakte Ausrichtung der Oberflächen gelang.



Das U-Profil wird in die Oberseite eingesetzt, bündig mit der Schnittkante, Öffnung des U nach hinten. So kann das Querruder später quasi in dieser U-Nut montiert werden.


In dieser Ansicht wird das vielleicht besser verständlich. Die Schlitze schließen sich beim Verkleben des Flügels. Die Bereiche in den Rundungen müssen mit Magic Sculp "verputzt" werden.


Dann wären wir mit den Grundteilen für die Querruder fertig . Die Betätigungen und Lagerung gilt es noch herzustellen.



Dazu sollten Ober- und Unterteile erst mal verklebt sein. Und das hat sicher seinen Anspruch, bei der Länge!
 
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FireBomber1961

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Hallo Zivilist - Respekt für diese wirklich sorgfältige und handwerklich hochwertige Leistung:applause1:. Ich bewundere diesen Hang zur Originalität und frage mich: Was treibt den Kollegen denn an, ausgerechnet DIESE Vorlage umzusetzen? Meine Frau hättet gesagt: "Bau doch 'mal 'nen Schüttelkasten!" und Luther hätte geantwortet: "Hier bastel ich, ich kann nicht anders!". Wünsche dir einen erfolgreichen Abschluss der H.P.42!:thumbup:
 
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Wow, jetzt wird's aber ernst: Dankesehr für die Anerkennung!

Zu den Fragen und Vermutungen:
Warum habe ich? Weil mich die Hannibal schon immer fasziniert hat. Dieser Dinosaurier mit grosser Uralt-Technik Basis, diese Aura des erfolgreichen Typs mit Antworten für eine ganz besonders anspruchsvolle Klientel, das lässt mich nicht los. Auch die Filmchen mit dem majestätisch einschwebenden Riesen-Vogel, der dann auf der Fläche von 2 Bettlaken landet.... ok, XXXL Bettlaken aber gefühlt ist das so, das spricht mich eben sehr an.
Und eben die Herausforderung eines zwar alten, aber bewährten Kits, ein Vacu in dieser Grösse, da kann ich nicht vorbei.
Was hatte meine Frau früher mal gesagt: Die solltest Du mal bauen. Und meinte eine B-2. Ein Bausatz in Spritzguss, aber nach Bauanleitung womöglich überhaupt nicht baubar. Und sie sagte dass, weil sie nach all dem Getöse bei einer Airshow von dem nahezu lautlosen Vorbeiflug dieser grossen Maschine richtig beeindruckt war.
Und ich habe sie gebaut! Seitdem bekomme ich allerdings keine Wünsche für den Bau eines bestimmten Modells mehr. Hab ich da was falsch gemacht?

Aber "Bastel mal was Anderes" war und bleibt wohl immer meine Richtung, bis auf den Massstab: zivil in 1 zu 72 muss es sein. Gerührt oder geschüttelt ist nicht so wichtig.

Und jetzt feire ich erst mal meinen Geburtstag, wenn auch wegen Wasserrohrbruchs verspätet.Da gäbe es auch was zu bauen...
 
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Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten ja ganz gern voraus, heisst es. Die Schatten dieses Flügels sind auch ziemlich beeindruckend. Gehen wir das am Besten stückchenweise an: Einen Vorflügel haben wir ja schon. Es gibt ja noch die Methode für scharfkantige Nasen, hatte ich kürzlich für Norboo schon beschrieben. Da ich nicht sicher bin, welche Variante schliesslich besser aussieht, probiere ich jetzt auch die Scharfkantige: Hier die Einzelteile, also das Oberteil aus dem Kit, 0,25 mm Sheet, der Stahldraht zum Falten und dazwischen die ausgeschnittene Hälfte.



Ließ sich einfach verkleben: Das Oberteil wird so auf dem gefalteten Stück positioniert, dass es richtig aussieht, dann werden die Nahtstellen mit superflüssigen Plastikkleber eingepinselt. Nach dem Abbinden den Überstand abtrennen, fertig.



Hier die beiden Profilarten im Vergleich.
Damit man sieht, ob der Unterschied dann am Flügel wirklich erkennbar ist, muss der erst mal zusammengeklebt werden. Das habe ich dann eben auch stückweise gemacht:
Im zentralen Bereich, also bis zum Ausschnitt der Querruder, wird der Holm mit langsamen "Sekunden"kleber-Gel bestrichen. Dann die Passungen der Vorder- und Hinterkante mit normalem Plastikleber eingestrichen und alles zusammen gefügt. Das habe ich vorher ein paar mal mal trocken probiert, und genau so einfach ging das mit den Klebern, wenn man an der Nase beginnt und dort für die richtige Passung sorgt, dann erst die Hinterkante versorgt.
Wegen der grossen Öffnungen für Vorflügel und Querruder können die Lösungsmittel gut entweichen. Der mit Klebeband fixierte Flügel hat die Nacht jedenfalls gut überstanden, ohne Sinkstellen!
Jetzt können die Flächenenden verklebt werden: Wenn die Randstellen mit Klebeband und Klammern in der richtigen Stellung gehalten werden, bleibt zumindest die Öffnung für den Vorflügel noch offen und durch die kann der Holm mit dem Unterteil diesmal mit schnellerem flüssigen Sekundenkleber stabilisiert werden.



Hier sind die Vorflügel auch schon mit dem ausgeschnittenen Teil, dessen Nase passend gekürzt wurde, in der Fläche geschlossen.

Damit alle weiteren Schritte im Ganzen kontrolliert werden können, sollte eine Helling Anwendung finden. Diese hier ist für Doppeldecker einfach unabdingbar: sie positioniert die Teile im Winkel zueinander, im Abstand und in der horizontalen Position. Dazu muss sie wirklich genau eingestellt werden. Die Masse aus der Zeichnung werden mit der Schublehre auf die Helling übertragen. Dafür kann man sich schon mal Zeit lassen, es lohnt sich!



Jetzt halte ich es nicht mehr aus, ich will es einfach sehen, wie das so zusammen wirkt:



Ja, ich gebe zu, sogar mit noch nicht komplettiertem Flügel wollte ich das sehen. Was für ein Brummer! Die arme 3-motorige Spartan II wirkt wie ein Beiboot, hat aber auch 8-10 Sitze. Welcher Luxus in der HP42, schwer vorstellbar!

Die nächsten Tätigkeiten sind dann wohl wieder Fiselskram, schön klein-klein. Erst mal Bilder sichten...
 
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JohnSilver

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Im Lotter Kreuz links oben
... Was für ein Brummer! Die arme 3-motorige Spartan II wirkt wie ein Beiboot, hat aber auch 8-10 Sitze...
Nicht umsonst war der Ausdruck "Handley Page" in jener Zeit Synonym für ein sehr großes Flugzeug (ursprünglich hervorgerufen durch die Handley Page O-Typen) und hat sogar im Oxford Dictionary Einzug gehalten. :wink2:

Schon krass, was Du hier anstellst! :applause1:
 
Swordfish

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Schade, dass so ein interessantes Flugzeug noch nicht von Spezial Hobby oder einem anderen Hersteller auf den Markt gebracht wurde.....! Vacu für mich....?:025: Bisher tolle Leistung die du hier vollbracht hast...:-60:
 
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Da werde ich ja richtig rot, danke Euch!
Aber wie heißt es denn so schön: Hochmut kommt vor dem Fall!

Ja, und so kommt es, wie es kommen muss: Flächen zusammen bauen, was - außer dem Handwerklichen - sollte da schon schief gehen??
Wie leider so oft, ist auch bei diesem herrlichen Bausatz nicht alles Gold, was glänzt. So auch bei der oberen Fäche. Ich wollte ja nur noch mal schauen, wo genau die Aufhängung der Vorflügel und der Querruder angeordnet ist und wie sie funktioniert. Und dann sowas!!!
Dieses Bild spricht Bände:



Die roten Pfeile zeigen, was man bei einigermaßen logischem Denken auch ohne Bild hätte wissen müssen: Es gab keinen Massenausgleich für die großen Querruder, also musste es einen aerodynamischen geben. Und damit das funktioniert, braucht es einen schrägen Schlitz zwischen Fläche und Ruder, in dem das Ruder "im Unterbiss" gelagert ist. Der Hebel zwischen den roten Linien wird bei Auslenkung des Ruders nach oben beaufschlagt und gleicht die Gewichtskräfte des Ruders aus.

Gut, dass wir das jetzt wissen! Die nach der Gravur ausgeschnittenen Ruderteile sind gleich lang, ebenso die Flächen: hier ist sogar die untere Fläche gerigfügig länger als die obere, also genau falsch herum. Und der Plan hilft auch nicht weiter, genau so falsch! Alte Scratch-Bauer Regel: traue keinem Riss, den Du nicht selbst gefälscht hast!

Jedenfalls muss das Unterteil des Tragflügels im Bereich der Querruder gekürzt werden. Und glücklicherweise hatte ich ja das U-Profil da eingeklebt, dessen unterer Schenkel jetzt dem Messer zum Opfer fällt. Hier sieht man, wie viel Mateial abgeschnitten werden muss.



Danach ist von der Rinne, in dem das Querruder gelagert sein sollte, nicht mehr viel übrig. Es wird eher eine schiefe Ebene daraus, und das wäre dann ja auch gut so.



Die Querruder sind ebenfalls entsprechend nach zu arbeiten. Hier muss der Obergurt dran glauben. Damit das möglich wird, schneide ich die mühsam angeklebten Rohrhälften wieder ab. Das ist das tolle am Vacu: das geht einfach so. Und lässt sich nachher ganz einfach korrigieren, wie man hier sieht.



Der Unterschied ist deutlich sichtbar: Ober vorher, unten nachher. Die Schräge kommt richtig gut!



So sollte der aerodynamische Ausgleich auch im Modell sichtbar werden. Ist eben nicht alles fake, was bei Ausstellungen so auf den Tischen steht! Alles gut...
Auch für die Optik muss noch gesorgt werden. Der Anschluss der unteren Flächenteils an die Nase des oberen ist zwar recht gut gelungen, bedarf aber trotzdem eines "Mini-ausgleichs": die Gravur des unteren Teils wird abgeklebt, dann kommt Spachtel drauf: der graue wasserlösliche on Gunze wird das richten, denke ich.



Dann sollte es aber an die diversen Lagerungen und Hebel gehen, die im ersten Bild sichtbar sind. Die Positionen sind schon klar, die Schlitze für die Vorflügel schon gesägt...
 
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Vacu für mich....?:025:

Swordfish, lass Dich nicht einschüchtern! Wie oft haben wir gehört, wie schwierig zu bauen doch dies Vacus sind. ich hoffe in diesem Bericht zu zeigen, dass das total falsch ist. Wenn man Modellbau mag! So viel Freiheiten, Möglichkeiten, alles easy. Einfach mal probieren: es muss ja nicht die HP42 für den Anfang sein. Das ist aber nur wegen der Größe ein Thema!

Wenn Du mal den Flieger Deiner Träume nicht im Regal findest und ein paar anständige Bilder und Risse zu finden sind, geht das sogar ohne Bausatz. Ich hab's mal mit einem Schneidplotter probiert (Silhouette), an einer Udet Kondor, immerhin die erste 4-mot der Lufthansa. Das Ergebnis ist sicher verbesserungsfähig, aber immerhin.... Schau mal hier:

Scratchbuilt 1/72 Udet U-11 Kondor by Christian Breuning | Facebook
 
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Ich habe noch eine Falcon 50 auf Lager, ob ich die einmal bauen werde ist fraglich. Eine Potez 25 schmiss ich vor Jahren in die Tonne, nachdem ich sah, dass alle Oberflächen mit winzigen Löchern übersät war........da sind mir im Moment die Drahtverhaue lieber...:redface1:
 
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Derweil kann doch Verspannung richtig weh tun?

Egal, jeder muss machen, was ihm Spass macht. Kann ich von mir jetzt gerade nur bedingt sagen. statt Modellbau darf ich ich mir ein paar Teile einbauen lassen, heißt erst mal Pause. Wenn der Medizinmann auch ein guter Modellbauer ist, einer von den Nietenzählern, dann kann's in 4 Wochen wieder weitergehen. Aber ins Forum gucken werde ich ja hoffentlich noch dürfen und können,
 
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...und gute Besserung... ! :TOP:
ich warte hier... ;o>

Uwe
 
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Wenn die Teile passen ist das kein Problem......von mir auch gute Genesung....:-60:
 
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Das Goldene Zeitalter der zivilen Luftfahrt – im Maßstab 1/72 - Handley Page HP 42 Hannibal

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