Das Goldene Zeitalter der zivilen Luftfahrt: Savoia Marchetti S.55 in 1:72

Diskutiere Das Goldene Zeitalter der zivilen Luftfahrt: Savoia Marchetti S.55 in 1:72 im Props bis 1/72 Forum im Bereich Bauberichte online; Dem kann ich nur zustimmen, Ulli! Aber es soll ja immer nur positiv zugehen in diesen Foren, will sagen, machen wir das Beste draus. Also hier...
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Dem kann ich nur zustimmen, Ulli!
Aber es soll ja immer nur positiv zugehen in diesen Foren, will sagen, machen wir das Beste draus. Also hier, was kann man tun, um solche Schwierigkeiten zu überwinden?

Im ersten Schritt fiel mir ja nichts Besseres ein, als die noch nicht völlig abgebundene Farbe mit der Verdünnung (die Plastik nicht angreift!!!) wieder ab zu waschen. Der Rest kann ja dann abgeschliffen werden. Nass, ich benutze dafür Schleifpads mit einer Körnung von etwa 1500 bis 2000, denn wir wollen ja nur den Mist runter kriegen und dabei den Untergrund glätten. Hier sieht man schön den Krater-artigen Zustand, in den der Füller sich bei Auftragen des Decklacks verwandelt hat.

Aber auf der so behandelten Oberfläche kann neu aufgebaut werden.

Hier zum Beispiel war die "Kraterbildung" nicht so stark. Mit einem 10.000 Schleifstab konnte schließlich die Oberfläche im zweiten Schritt begradigt werden.

Schön zu sehen die hauchfeine Wellenstruktur, die Dora Wings da hingezaubert hat: Da muss man sich entscheiden, ob die Struktur wichtiger ist als die Oberfläche. In diesem Fall habe ich mich für die Struktur entschieden. Es kommt ja noch eine Farb- und später eine Klarlackschicht drauf.
Wie heißt das so schön: "Und sie sagten es könnte schlimmer werden. Und es kam schlimmer!" Bei den Optimisten geht das aber auch andersrum, obwohl mir das FF System gerade verbietet, mehr als "6 Bilder" hochzuladen. Die 4 Bildchen kommen eben separat...
 
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Albatros D.Va

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Meines Wissens gilt die 6-Bilder Regel nur bei Bildern von Ausstellungen und anderen Veranstaltungen.
 
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Lackieren ist mein liebster Feind, da hab ich immer drei rechte Hände (bin Linkshänder)!

Beim Leitwerk sah es besser aus, glücklicherweise. Oder ich war eher zu Kompromissen bereit, weil eine Korrektur nur mit erheblichem Kollateralschaden möglich gewesen wäre. Also wieder die Interessenabwägung.

dafür sieht man hier sie kreisrunden Fehlerstellen. Man kann nicht alles haben...

Das Höhenruder war dafür nur mit Schleifen zu retten. Mehr wollte ich aber wegen der Wellenstruktur wieder nicht abschleifen.

An den abgeplatzten Stellen waren die Ruderhebel angeklebt, die kommen ja wieder dran vor der nächsten Lackierung.

Bei den Bootsrümpfen ging es auch recht glimpflich ab; hier wurde die weiße Glanzlackierung mit Gunze Aequous akzeptiert. Muss man nicht verstehen, ist einfach so.

Vor der Montage unter die Fläche werden die Stern-förmigen Versteifungen am oberen Rand noch mit Silber trocken gepinselt. Bin gespannt, was rauskommt, wenn die Bullaugen von ihrer Abdeckung befreit werden.

Der in Silber "grundierte" Motorträger hat das Rot gut vertragen. Erwartungsgemäß ist er aber deutlich dunkler als der Rest.

Ob das das letzte Wort ist, wird sich zeigen. Auch hier bin ich mit der trocken gebürsteten Struktur eher weniger einverstanden. Am unteren "Fuß" ist auch so eine Verstärkung am Spritzgußteil des kits, von der ersten weißen Grundierung völlig zugejaucht. Schaun wir mal. Vielleicht mach ich mir Ätzteile dafür. Oder was anderes.
 
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Es muss mal wieder was zusammengebaut werden, damit es weitergeht! Die beiden Boote und die Fläche sind dran. Großartig, wie Dora Wings die wirklich schwierigen Konturen hinbekommen hat, dazu noch mit passenden (sic!!) Passstiften. Da rutscht dann wenigstens nichts mehr, wenn die Boote mit dem üblichen Plastikkleber an die Fläche gepresst werden.


Und jetzt auch die andere Seite:



Im vordersten Bereich war tatsächlich noch ein Spalt zu füllen. Magic Sculp finde ich hier ideal: Du hast wenn nötig Stunden Zeit, es braucht nichts abgeklebt zu werden und die Oberfläche des nicht schwindenden Materials kann so glatt gestrichen werden, dass eine Nacharbeit entfällt. Meistens.


Vorn oben war auf einer Seite auch ein Spalt - Beweis schlampiger Montage der Fläche meinerseits. Naja, Magic hilft ja.



Hinten ist dafür alles im "grünen" Bereich. Bei all dem Rot.
 
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Man glaubt es ja nicht: da macht Dora Wings Leitwerke mit Rudern, die eben nicht dicke Bretter oder hauchdünne Folien sind, sondern richtig geformte kleine Kunstwerke, und dann genügt ein Primer auf Grund seiner wohl heftigen Schrumpfung beim Trockenen, das schöne Teil in eine wenn auch flache Schüssel zu verändern.

Ich hätte da noch Primer abzugeben, und zwar nicht nur den weißen, sondern auch den schwarzen, der es genauso macht. Hat wer Interesse?

Hier der Beweis für die üble Tat, die sich erst nach Tagen zeigte: rechts zum Vergleich eine andere der drei Ruder, das mit einem anderen Primer behandelt wurde.


Wir probieren das mal, was passiert, wenn der Lack samt primer wieder runter kommt. Ist ja Spritzguss, da müssen wir vorsichtig sein mit dem Lösemittel. Gunze Hobby Color Verdünnung hat mir schon oft geholfen, so auch hier:

Der Aufdruck auf der Flasche stammt von Schwarzkopf, die diese idealen Behälter für Haartönungen herstellt. Aber sie sind bestens geeignet, Tropfen oder mehr fast jeder Art von Verdünnung in den Becher der Airbrush zu praktizieren. Übersetzen lohnt also nicht.

Nach dem Abbeizen wird das jetzt farblose Ruder eingespannt:


Und nach zwei Tagen wieder rausgelassen, mit Gunze Primer 1000 aus der Spraydose vor- und mit Gunze Aequous hobby weiß glänzend nachbehandelt.


Da biste platt! Geht doch...
 
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Wie sorgfältig Dora Wings arbeitet, zeigt sich auch hier bei einem so profeanem Teil wie dem Tank für die Kraftstoffvorlage. Das Bauteil besteht aus 2 Hälften und es ist mir nicht gelungen, diese so zu verkleben, dass es ohne Nacharbeit der Naht ging. Besonders geärgertt hat mich, dass der "Boden" des Fasses deutlich die Trennstelle zeigt und hier das Material auch minimal eingefallen ist. Mit einer Lage von "aufgelöstem Putty" von Gunze war das zu Lösen, ohne den hauchdünnen Ring zu ruinieren.
Was ich meine, das ist das Spannband, mit dem der Tank auf seinem Gestell befestigt wird. Schaut mal über dem Pfeil:


Freunde, das ist 1:72!! Fehlt noch, dass das als Ätzteil angeboten wird mit Schrauben und Muttern!!
 
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Man kann es manchmal auch übertreiben. Dem guten Eugen von Dora Wings fühle ich mich sehr nahe in der Denke: "Da muss doch noch mehr gehen, das sollte doch noch machbar sein!"
Der nicht unwesentliche Unterschied zwischen Eugen und mir holt mich immer wieder ein: Er spielt in einer anderen Liga von Modellbau, die mir trotz Sorgfalt und Konzentration wohl immer versperrt bleiben wird.

Schaut Euch das mal an: in der Bauanleitung, die ja sonst zwar hübsch, aber nicht immer wirklich hilfreich ist, werden die Befestigungen für die Verspannung dargestellt. Links von der Ätzteil Platine die Darstellung - ganz einfach, oder? Eine Platte auf einen gestuften Zylinder kleben, das wär's.


Der Bleistift liegt mit seiner 0,3mm Mine nicht grundlos da: er zeigt auf die angeblich abgestuften Zylinder.
Hier das Ganze noch mal vergrößert: Könnt Ihr die abgestuften Zylinder erkennen?



Schauen wir mal ganz genau hin (gelingt mir nur mit einer Augenprothese mit Vergrößerung x3):


Na klar, da sind sie ja!

Kann mir bitte jemand sagen, wie man diese Kunstwerke mit der Deckplatte verklebt, ohne das alles nachher ein Klumpen ist? Und das bitte 12 mal???
Meine Nerven...
 
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Ralph

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...deswegen bleibe ich lieber bei 1/48 und größer :whistling: ... aber ich sehe schon:Du packst das :thumbup:
 
urig

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ich seh das so: die Herausforderungen sind, unabhängig vom Maßstab, immer dieselben!
 
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Kann mir bitte jemand sagen, wie man diese Kunstwerke mit der Deckplatte verklebt, ohne das alles nachher ein Klumpen ist? Und das bitte 12 mal???
Ist doch Nonsens, die Dingerchen zusammenzukleben, zum Beispiel mit dem Borer irgendwo eine passende Mulde zu boren, das Plättchen hinein, und das gelochte Teil mit einem passend dicken Giessast aufnehmen und dann auf das vorher mit einer Nadel und Sekunden-Gel bestrichene Plättchen fallen lassen.....:65:
 
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Danke schön fürs mitdenken! So ähnlich, wie Swordfish es vorschlägt, habe ich's dann riskiert.
Zunächst habe ich mal im Handbuch der Savoia S.55 (ja, kann man sich frei runterladen!) nachgeschaut, wie die Steuermimik denn funktioniert und konnte so die Umlenkrollen genau positionieren - Dora Wings ist ja sehr genau mit den Teilen, aber die Bauanleitung ist weder vollständig noch eindeutig, ein Riss fehlt ebenso. Bleibt also für den Modellbauer genügend Anlass, die eigenen "kleinen grauen Zellen" mal wieder in Aktion zu setzen, zu stöbern, zu lesen, zu denken... Sollte man eigentlich dankbar für sein, macht richtig Spaß.

Mit Tamiya-Band wird der Verlauf der Steuerleitungen verdeutlicht. Auf den Flächen laufen die mit dem Steuer verbundenen aktiven Seile, darunter die Seile, die desmodromisch wirken. Dann können die Umlenkpunkte gebohrt werden.


Ich habe einen 0,5mm Bohrer genommen, weil die untere Platte auch eine solche Bohrung hat und sich so eine genaue Positionierung einfach machen lässt. Das sind ja die unteren Platten mit der Umlenkrolle. Geht gerade so auf einen Zahnstocher.


Mit einer Stecknadel wir das Gel aufgenommen und um die Bohrung durch einfaches Hineinstecken sauber aufgebracht.



So lassen sich die unteren Plättchen locker anbringen. Die oberen Platten sind ja auch nicht größer, aber sichtbarer und müssen daher im Bereich der Verbindungsstege zur Platine nachgefeilt werden. Da ist eine sehr gute Spitzzange notwendig.



Das Sekundenkleber-Gel wird wieder in die Bohrung - diesmal der montierten unteren Platte appliziert, also eigentlich auf dem Rand der Umlenkrolle. Mit etwas Geduld und Spucke (ja, echt!) kann der Zahnstocher dann das Winzding gut positionieren.

Wie das dann mit dem Anbringen des (aus welchem Material???) Steuerseils wird, lassen wir noch mal offen. Kann man ja schön drüber nachdenken.
 
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Gilmore

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Verstehe ich das richtig? Die Steuerseile verlaufen außen, über dem Flügel, nicht im Inneren der Tragfläche?
 
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Verstehe ich das richtig? Die Steuerseile verlaufen außen, über dem Flügel, nicht im Inneren der Tragfläche?
Das ist eine gute Frage, Gilmore! Fotos gibt s ja eine ganze Menge, natürlich nur wenige von oben, und wenn mit guter Auflösung.
Ein Foto läßt vermuten, dass in der Tat die Steuerseile außen verlegt waren.


Hier sind die Umlenkrollen zu sehen und ein Steuerseil. Das gibt allerdings nur dann Sinn, wenn der desmodromische Ausgleich oben war, was nicht der Beschreibung in den "Istruzioni per il Montaggio e per la Regolazione". Diese Anweisung zur Montage und Einstellung liegt mir nur für den Typ 55X vor.
Die äußere Verlegung der Steuerseile war ja nichts ungewöhnliches, allerdings nicht quer zur Flugrichtung. Die auch bei anderen Fotos der 55A sichtbaren Umlenkrollen lassen mich glauben, dass in der Tat eine äußere Steuerung eingebaut war. Übafliaga hat wohl ähnlich gedacht wie ich und lässt die Steuerseile an der Nahtstelle der Außenflügel zum Mittelstück in letzterem verschwinden - macht ja Sinn, denn irgendwie müssen sie ja unter den Boden des Cockpits kommen, wo sie mit der Steuersäue verbunden sind.

Wer besseres dazu weiß, bitte melden!
 
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Das Foto lässt für mich eher die Vermutung zu, dass nur ein Teil der Steuerseile aussen war...!?
Bei der Curtiss Jenny war das Steuerseil übrigens auch quer über die ganze Tragfläche aussen angebracht, unten verlief es vom Steuerhorn des Querruders zur Umlenkrolle und von dort dann links und rechts in den Rumpf, Rot gezeichnet!
Ich könnte mir vorstellen, dass bei deiner komplizierten Maschine ein Teil in den Flügel geführt wurde....?!
Übrigens zeigt DoraWings auf Zeichnungen wie bei schön gebauten Modellen was auf der Tragfläche noch an Kabel zu sehen ist, ein Bruchteil dessen was auf Post 31
gezeichnet ist...! :wink2:

 
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Für Inspektionszwecke ist es natürlich von Vorteil, wenn die Seile außen liegen. Wartungsöffnungen im Flügel würden diesen ja auch strukturell schwächen. Ob weitere Seile unter dem Flügel verlaufen?
 
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Links ist zu sehen wieviel von den Seilen auf- und unter der Tragfläche sind, ich selber würde sie mit gezogenen Giessästchen machen.
Was nicht genau zu sehen ist: Vermutlich laufen die Seile auch noch durch ein paar Ösen.....?
 
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. Ob weitere Seile unter dem Flügel verlaufen?

Links ist zu sehen wieviel von den Seilen auf- und unter der Tragfläche sind, ich selber würde sie mit gezogenen Giessästchen machen.
Was nicht genau zu sehen ist: Vermutlich laufen die Seile auch noch durch ein paar Ösen.....?
... sind ab Seite 63 Schemata der Verkabelung der Ruder.

Und hier sind auf einigen Detailfotos die Umlenkrollen zu sehen.
Dankesehr die Herren!
Gilmore: Deine Fragezeichen sind genau auch meine - gewesen, bis ich die Fotos im link von JohnSilver gesehen habe.
Die Zeichnungen bei Dora Wings genieße ich lieber mit Vorsicht, Swordfish: Dort werden widersprüchliche Darstellungen (eine Ansicht zeigt das Teil links, die andere rechts usw.) und teilweise auch falsche dargestellt: hierfür ist das völlige Fehlen der Querrudersteuerseile in der Ansicht von unten typisch. Und auch die Ansicht von oben muss keineswegs der Jahu entsprechen, denn sie zeigt den Rumpf der Santa Maria, und die war in vielen Details anders. Und ja, diese Darstellung deckt sich mit meinem Fotozitat aus Post 33.

In der Typenbeschreibung steht genau das Gleiche wie in meinem Manuale, JohnSilver, aber das sollte uns nicht beruhigen: Die schematischen Darstellungen der diversen Steuerseile zeigen nur den grundsätzlichen Verlauf, sind aber weder maßstäblich noch Aussage-fähig in punkto Verlegungsort innen oder außen.
Aber die Bilder (Danke, JohnSilver, hatte bisher nur eine Auswahl davon gefunden) der wieder aufgebauten Jahu geben Klarheit: Die von Übafliaga in seinem Modell dargestellten Steuerseile sind wohl auch von diesen Bildern abgeleitet:

1. Die Steuerseile verlaufen auf und unter den Flächen zu den Querrudern.
Hier unter der BB-Fläche:

2. Sie treten im Bereich der Flanschfläche Mittelstück / Flächen aus den Flächen aus:
oben

und unten



3. Eine Führung der Seile auf der Fläche geschieht wohl nur durch die Umlenkrollen, unter der Fläche gibt es aber Führungen.



ABER:
Es handelt sich hier um einen "historischen" Neubau! Wie oft haben wir bei Museumsrestaurationen massive Fehler gesehen!

Wir hier im Kölner Dunstkreis haben eine Methode, damit zurecht zu kommen:
Et kölsche Jrundjesetz. Passende Artikel sind
§4: Wat fott es, es fott!
§7: Wat wellste maache!

Getz maach ens wigger!!

Mein Ziel ist angepasst: es soll die Museumsmaschine werden, dargestellt in einem Diorama wie im Museum.
Trotzdem kommen Kraftstofftank und diverse Leitungen auf den Motorbock (auf itlaienisch viel netter "Pferdchen" genannt) dran, die beim Museumsexponat zumindest auf den mir zugänglichen Fotos (noch?) fehlen. Die Motoren, die daneben stehen, hat mir Eugen von dora Wings zugeschickt: das sind noch richtige Modellbau-Fans, die man nicht extra begeistern muss, sie sind es schon!!
 
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Der Anbau der Leitwerksträger ist von Dora Wings mutig gemacht, ohne Kompromisse zur Originalität. Fast, wie wir noch sehen werden.
Es gibt lediglich 2 Punkte je Seite an Boot bzw. Flügelmittelstück, und eben auch je 2 Punkte zum Höhenleitwerk. Da die Leitwerksträger leicht verzogen sind (zumindest einer) und sich das bei Spritzguss ja so gut wie nicht am Bauteil korrigieren lässt, und die Ausrichtung so leichter zu korrigieren wäre, hielt ich es für clever, mit der Verbindung zum Höhenleitwerk anzufangen. War aber nicht konsequent genug gedacht: der einfache Weg ist eben fast immer der unterm Strich schwierigere, weil meist doppelte Arbeit. Die am Leitwerksträger angesetzten Halter hielten der Kraft zum Ausgleich der Verwindung nicht stand und brachen über Nacht.
Also umgekehrt, Anbau am "Rumpf":
Mit Polystyrolkleber ließ sich wegen des guten formschlüssigen Anschlusses trotz der dürren Teile eine stabile Verbindung herstellen.


Aufwändiger war es nun am Höhenleitwerk: die vorderen Halter mit 1 mm Durchmesser ermöglichten eine Verstärkung mit 0,5mm Messingdraht, der auch als Montagehilfe dienen konnte.
Dazu wurde der Leitwerksträger aufgebohrt

und das Leitwerk ebenso.

Rechts war der Träger noch brauchbar, links dagegen nicht. Eine Hülse aus Messingrohr half, um Auflage und Abstand zu gewährleisten.
Mit etwas Gefummel (3 Hände wäre gut, da ja alles so filigran ist und ein Einspannen des Modells eher schwierig) konnte das Leitwerk dann aufgesetzt und mit Sekundenkleber befestigt werden.

Dann die Stunde der Wahrheit: stimmen die Winkel??

Aufatmen!
Aber auch "nicht mehr atmen", denn das sit alles schon sehr fragil. Und es müssen ja noch die Ruder dran, und die Steuerseile.
Und genau da zeigt sich der Grund für das "fast":
Es gibt insgesamt 3 Steuersystem zum Leitwerk:

- Der Trimmwinkel ist einstellbar, wozu die vorderen Anlenkpunkte eine Höhenverstellung boten, linkes Bild.

- Steuerung des Höhenruders, hier nicht gezeigt. Dazu kommen wir später noch mal.

- Steuerung der Seitenruder: Das sind ja drei, und das rechte Bild zeigt, wie das geht. Genau diese Mimik unter dem Höhenleitwerk ist zwar sichtbar, wenn man unter das Leitwerk schaut, im Kit jedoch nicht berücksichtigt. Ist aber auch wirklich was für Nietenzähler!


Und dann kommt noch die Verspannung des Leitwerks zum "Rumpf" dazu. Da die im Winkel zu den Steuerseilen führ, kommt die zuletzt dran. Wird spannend...
 
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Der Motorbock trägt alle Aggregate für den Betrieb der Motoren, so auch den Kühler. Das anthrazit lackierte Netz vorn ist ein Ätzteil, das mit dem nassen Messing-Lack der Kühlerzarge aufgeklebt wird. Der Rahmen kommt noch obendrauf: hier kann nur mit dünnflüssigem Sekundenkleber punktuell und in kleinsten Mengen mit einer Klinge aufgebracht verklebt werden.



Der Motorblock war ja schon zusammengebaut und lackiert. Auch die Motoren waren komplettiert - jetzt zeigt sich, dass die Vergaser zu eng am Motorgehäuse liegen: also wieder runter und neu anbauen. So kann der Motor auf der Lagerung tief genug sitzen.


Die Kühlleitungen von beiden Motoren zum gemeinsamen Kühler sind Spritzgussteile, hier kann also mit Polystyrolkleber geklebt werden.
Die silberne Farbe der Netz-artigen Verstärkungen an den Beinen des Bocks waren wegen der geringen Profilierung per Trockenlackierung zu schwammig. Ich hab es mal mit dem Pinsel probiert: naja.



Aber in der "normalen" Ansicht, also unvergrößert, da sieht es gar nicht so übel aus. Eigenes Ätzteil wäre besser, auch ein Aufkleber. Nächstes mal wird alles besser.
Noch fehlt der Schriftzug des Motorhersteller auf den Ventilhauben, er liegt als Decal bei und muss noch warten.



Dafür gibt's Arbeit am Propeller: ganz großartig dünn und profiliert sind leider am Rand kleine Gußfehler, siehe die Markierungen. Mit Gunze Flüssigspachtel in mehreren Schichten aufgebaut und abgeschliffen ließ sich das am Blatt mit den gröberen Fehlern reparieren.

Sollte am anderen Blatt auch klappen und dann geht es wieder in den Lack!
 
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