Decals selbst erstellen - ein Workshop

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Der Wunsch Decals selbst zu erstellen, ist ein Dauerbrenner hier bei den Tipps und Tricks. Dabei tauchen immer wieder die gleichen Fragen auf. In einem kleinen Workshop will ich deshalb einmal exemplarisch zeigen, wie man selbst Vorlagen zum Druck von Decals erstellen kann.

Ich arbeite mit einer 10 Jahre alten Version von CorelDraw. Mit akutellen Versionen geht es aber selbstvertändlich auch, ebeso mit anderen Programmen, die Vektorgrafiken erzeugen. Das ist ganz wichtig: Rasterbilder jeglicher Art sind für Decals mit einer hohen Qualität nicht geeignet. Die Druckqualität lässt zu wünschen übrig, und wenn man die Bilder noch skalieren muss, wird es noch schlechter.

Damit es nicht so theoretisch wird, machen wir uns gleich ans Werk. Benötigt werden Aufkleber der REGA mit ihrem Schriftzug und dem Logo, mit denen Taschen und Notfallrucksäcke beklebt werden können. So soll das Endprodukt nachher aussehen:
 
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Damit es einfacher wird, habe ich mir zunächst aus dem Internet eine Grafikdatei mit dem Logo gesucht. Ein Scan aus einer Zeitschrift oder von einem Original-Aufkleber tut es natürlich ebenso.

Das Bild habe ich per Cut-and-Paste in Corel übernommen. Es ist die Vorlage, die es nun als Vektorgrafik abzuzeichnen gilt.

Die Größe spielt zunächst noch keine Rolle. Im Zweifel lieber etwas größer, da kann man besser zeichnen. Vektorgrafiken lassen sich ja ohne Qualitätsverlust beliebig skalieren. Kleiner machen kann man es also hinterher.
 
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Man sieht schon, dass die Pixelgrafik an den Rändern nicht gerade sauber ist. Nix für ein super Decal.

Zunächst zeichnen wir das rote Kreuz. Es wird aus zwei simplen Rechtecken zusammengesetzt. Damit man besser sieht, was wir tun, habe ich sie hier mal in blau gezeichnet. Das finde ich beim Abzeichnen sowieso hilfreich: eine Farbe nehmen, die sich vom Original unterscheidet. Dann fält auch auf, wo man schon gearbeitet hat und wo nicht. ;)
 
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Der Vollständigkeit halber wird nun eines der beiden Rechtecke markiert und über die Funktion "verschmelzen" mit dem anderen zu einem einzigen Objekt verbunden.

Das ist bei diesem einfach Objekt nicht unbedingt erforderlich, kann aber bei komplexeren Formen unumgänglich werden, wenn sie später bearbeitet werden sollen. Also gewöhnen wir uns gleich daran.
 
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Man klickt nun auf "verschmelzen mit" im Fenster oben rechts, wählt dann das zweite Rechteck aus und erhält ein richtiges (noch blaues) Kreuz.

Im nächsten Schritt kümmern wir uns um die Schwingen, zunächst auf der rechten Seite des Kreuzes. Das ist nun nicht mehr ganz so einfach.

Ich habe mal für den oberen und unteren Rand sowie an der linken Seite der Schwingen Hilfslinien eingezogen. Diese Funktion von Corel ist sehr hilfreich, weil diese Linien die Orientierung erleichtern und man sogar Objekte daran ausrichten kann. Immer dann nützlich wenn es passen soll.

Dann habe ich für jede Schwinge ein Rechteck erzeugt. Links und in der Höhe schon passend ausgerichtet - das geht hier frei Schnauze.
 
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Eine Farbfüllung habe ich erstmal weggelassen, denn die würde uns den Blick nach unten auf die Vorlage nun versperren.

Sicher ist euch aufgefallen, dass die Rechtecke nach rechts hin viel zu lang sind. Das ist Absicht. Denn wir müssen ja versuchen, dort eine Rundung reinzubekommen, die alle drei Balken überspannt. Dazu zeichnen wir zunächst einmal einen Kreis, der entlang der späteren Rundung verläuft. Und weil es so viel Spaß macht, kommt noch ein Rechteck dazu. :D
 
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Natürlich hat auch das Rechteck seinen Sinn. Denn das Ziel ist folgendes: Eine "Stanze" zu konstruieren, mit der man die überlangen Balken abschneiden kann.

So funktioniert es: Den Kreis markieren, die Funktion "zuschneiden" aktivieren und als Ziel das Rechteck auswählen. Aus dem kantigen Kasten wird dann eine neue Form:
 
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Unsere Stanze ist damit fertig und umschlingt alles, was abgeschnitten werden soll. Auch dafür brauchen wir wieder die Funktion "zuschneiden". Dieses mal allerdings müssen wir bei "Zielobjekt" und "andere Objekte beibehalten" ein Häkchen setzen (s. blauer Pfeil).
 
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Dann den Knopf "zuschneiden" betätigen und als Zielobjekt eines der zu kürzenden Rechtecke auswählen. Es wird damit in zwei Teile getrennt: Einen innerhalb der Stanze und einen außerhalb. Weil wir die "anderen Objekte" auch beibehalten, wird auch unsere Stanze nicht gelöscht. Gut so, denn die brauchen wir nun noch, um auf die gleiche Weise auch die beiden anderen Rechtecke zuzuschneiden.

Wenn alles erledigt ist, können die Stanze und die abgeschnittenen Teile gelöscht werden. Übrig bleiben die fertigen Schwingen. Ich habe sie jetzt auch mal blau gefärbt, damit es einheitlich aussieht.
 
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Da die Schwingen auf der linken Seite genau so aussehen, könne wir uns das Leben nun erleichtern. Wir markieren die fertigen Teile rechts und halten sie zunächst mit der Funktion "gruppieren" zusammen. Das verhindert, dass man versehentlich Einzelteile davon verschiebt. Es geht jetzt nur noch am Stück.

Über "duplizieren" erstellen wir eine Kopie unserer Schwingen.
 
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Wie man sieht, habe ich bereits die Funktion "drehen" aufgerufen. Damit kann nun die 180-Grad-Wendung gemacht werden, die wir brauchen, um alles wieder richtig auszurichten. Dann nur noch in Position schieben.
 
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Damit ist ein großer Teil der Arbeit schon gemacht.

Sinnvollerweise werden wieder alle Bestandteile unseres Logos gruppiert. Dann kann man mit zwei Klicks die Füllfarbe in rot ändern und den schwarzen Rand entfernen, indem die Randfarbe auf transparent eingestellt wird.

Noch das Pixelbild auf die Seite schieben, dann sieht man den ersten Erfolg.
 
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Mit dieser Technik lassen sich praktisch beliebige Dinge konstruieren. Je nach Komplexität steigt allerdings der Auffwand. Das unten gezeigte Bohag-Logo hat mehrere Stunden in Anspruch genommen. Auch der Schriftzug musste dort, weil eine solche Schrift im Computer nicht zu finden war, mühevoll zusammengebastelt werden.
 
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Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch eine besondere Funktion: Das Zeichnen im Bezier-Modus. Damit lassen sich praktisch beliebige Kurvenformen realisieren. Über kleine "Hebelchen" kann man die Ausrichtung der Kurve und der Radius verändern.
 
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Doch zurück zu unserem REGA-Aufkleber. Da werden wir es mit dem Schriftzug wesentlich einfacher haben. Denn diese Schrift lässt sich problemlos über die Tastatur erzeugen. Die Schriftart "Arial Black" trifft das gewünschte fast genau. Nur ein Problem haben wir: es gibt sie nicht kursiv. Doch das ist nicht so schlimm. An dem Anfasser, den ich mit einem blauen Pfeil markiert habe, kann man die Neigung auch von Hand verstellen.
 
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Nun noch auf die richtige Größe ziehen, und unser Aufkleber ist schon so gut wie druckbereit. Nur noch zu groß.
 
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Um das Produkt richtig zu skalieren, habe ich zunächst noch einen Kasten darum gezeichnet, der die spätere Form des Aufklebers andeutet. Alles markieren und auf die geforderte Breite von ca. 4,5 mm verkleinern. Da wir genug Platz haben, machen wir gleich mehrere Exemplare auf das Blatt. Dann darf auch mal was versaubeutelt werden - man hat ja Reserve.
 
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Auf weiße Decalfolie könnte man nun schon ausdrucken. Aber das ist natürlich nur die zweitbeste Lösung. Häufig hat man ja Formen, die keine einfache Begrenzung haben und die durchsichtige Stellen aufweisen müssen.

Wie Drucken?

Optimal ist daher der Druck auf transparente Decalfolie mit weißer und bunter Farbe.

Zu Hause werden allerdings die wenigsten in der Lage sein, so etwas zu fertigen. Man braucht einen speziellen Drucker dafür. Ich lasse deshalb meine Decals immer bei einem Anbieter im Internet ausdrucken. Es gibt mehrere Anbieter, die so etwas machen. Es lassen sich so sogar goldene und silberne Elemente drucken. Damit das richtig funktioniert, muss man allerdings einige Dinge beachten.

Das Druckverfahren geht in mehreren Schritten vonstatten. Zuerst werden nacheinander die Sonderfarben gedruckt. Für jede davon muss eine eigene Druckvorlage vorliegen. In unserem Beispiel wird nur die Sonderfarbe weiß verwendet. Anschließend werden dann die Farben gedruckt. Dazu reicht eine Farbvorlage aus, wie sie auch beim heimischen Druck verwendet werden könnte.

Also an die Arbeit: Unsere Farbvorlage existiert ja schon. Wir legen nun für alles, was weiß werden soll, eine zweite Seite an (auf das Plus-Zeichen klicken).
 
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Auf diese Seite wird nun alles übertragen, was später weiß gedruckt werden soll, und zwar ohne jegliche grau- oder Farbstufen, in voller schwarzer Schönheit. Das ist ganz wichtig, nur so ist sichergestellt, dass später tatsächlich ununterbrochene weiße Flächen gedruckt werden können.

Noch etwas ist wichtig: Die Zeichnungen auf Seite zwei müssen von der Position her ganz genau mit den Zeichnungen auf der Farbvorlage (Seite 1) übereinstimmen, sonst wird der Ausdruck nicht perfekt gelingen. Wie schafft man das?

Hier kommt einem eine Eigenschaft von CorelDraw zu Gute, die sonst eher nervt: Wenn man ein Objekt oder mehrere Objekte kopiert und wieder einfügt, werden sie nämlich nicht irgendwo eingefügt, sonder 100 Prozent genau an der Stelle, von der sie kopiert wurden. Sie liegen praktisch direkt übereinander. Der Trick ist nun: Auf der Farbseite kopieren, dann auf Seite 2 wechseln und dort einfügen. So haben wir unser Objekt passgenau übertragen.

In unserem Beispiel wäre es am einfachsten, die weiße Fläche, mit der der Aufkleber hinterlegt wird, zunächst auf die Farbseite zu zeichnen, dann dort auszuschneiden und auf der Weiß-Seite wieder einzufügen. Schon fertig.
 
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Noch ein Paar nützliche Tipps:

An einer freien Stelle auf den jeweiligen Vorlagen noch mal "Farbvorlage" und "Weiß-Vorlage" draufschreiben, damit der Drucker nichts verwechseln kann. Vor allem, wenn neben weiß auch noch weitere Sonderfarben gedruckt werden sollen, muss klar sein, wie die allesamt schwarzen Bilder nachher aussehen sollen.

Besonders hellere Farben kommen auf dunkelen Untergründen besser zur Geltung, wenn man sie noch mit weiß hinterlegt. Dadurch kann die Farbe des Modells weniger durchschimmern. So wurde z.B. das oben gezeigte Bohag-Logo auch an den blauen Flächen komplett weiß hinterlegt.
 
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