deHavilland Vampire T.55

Diskutiere deHavilland Vampire T.55 im Jets bis 1/72 Forum im Bereich ROLLOUTS - Die Bilder Eurer Flieger !; Endlich, endlich - eine Trainerversion der Vampire ist auf dem Markt, Airfix hat sich meiner erbarmt. Vor vielen Jahren hielt ich einmal eine...

steff1

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Endlich, endlich - eine Trainerversion der Vampire ist auf dem Markt, Airfix hat sich meiner erbarmt. Vor vielen Jahren hielt ich einmal eine Schachtel in der Hand, wo ebenfalls ein so ein Vogel drinnen war, von welchem Hersteller weiß ich nicht, freilich interessierte das hässliche englische Entlein damals nicht. Erst viel später wollte ich dann alle Jets der österreichischen Luftstreitkräfte (so viele sind da ja nicht zusammen gekommen) in 1/72 haben, und da war eine passende Vampire nicht aufzutreiben. Auch für CMR kam ich (fast) zu spät, und was da am Ende rauskam, war nicht nur verzogen und verbogen (Flügel, Heckausleger), sondern sah dem Vorbild nicht mehr als eben nur ähnlich.
 
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steff1

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Die Montage der Zusatztanks bitte ich, mir nachzusehen, ich kann mich bis dato nicht entscheiden, mit oder ohne, habe die Löcher in den Flügeln zwar aufgebohrt, die Tanks aber nur angesteckt, hier wäre, wenn sie denn bleiben sollen, Nacharbeit erforderlich.
 
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steff1

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Die beiden Herren im Cockpit waren tatsächlich von Airfix in der Schachtel platziert worden und entschieden sich, mitzufliegen. Dass das Canopy dann draufpasste, war nur mit zweierlei Aktion zu erreichen: Erstens ein wenig Druck auf den Helm, damit die Herren sich kleiner machen, zweitens ein wenig des Feilens an den drei Klarsichtteilen, damit sie besser zusammenpassen.
 
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steff1

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Drei Trainer-Vampire waren - ich habe die Gemeinde schon an anderer Stelle damit belästigt - die ersten österreichischen Düsenflugzeuge, sie wurden 1957 in Dienst gestellt, eine Handvoll weiterer Maschinen folgte dann in den Sechzigern. Für die Düsen-Grundschulung war das Flugzeug zwar nicht geeignet, jedenfalls nach Meinung der österreichischen Verantwortlichen, was zur Einführung der Fouga Magister 1959 führte. Die Vampire diente dann aber als Fortgeschrittenen-Düsentrainer v.a. für jene Piloten, die für die Saab J-29F vorgesehen waren.
 
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steff1

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Die Vampires waren nicht wirklich naturmetall belassen, sondern in einer Silberfarbe lackiert, die Oberfläche war ja zum Teil aus Holz. Ich konnte mir so zwar ersparen, die einzelnen Panele in unterschiedlichen Alutönen zu spritzen, um die leicht unterschiedlichen Schattierungen nachzuahmen, aber Silber- und Alufarben sind auch so nicht meine Sache. Ich griff wegen der leichteren Verarbeitung zu Revell-Aquacolor-Aluminium, weil meine bisherigen Alclad-Versuche immer zu Frustration führten. Auch das Daygloorange ist von Revell, kommt hier aber nicht so zur Geltung - Beleuchtung war nicht nur die Sonne.
 
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steff1

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Über die Einsätze österreichischer Vampires 1958 und 1968 wäre noch Skurilles zu erzählen, das führt aber zu weit. Die 5C-YC war übrigens eine der ersten drei Maschinen aus dem Jahr 1957 und steht heute in Graz im österreichischen Luftfahrtmuseum. Zumindest die ersten drei Vampires hatten ursprünglich kein Daygloorange an den Flügelspitzen usw., das kam bei den österreichischen Luftstreitkräften erst in den Sechzigern in Mode. Sie hatten aber, in britischem Muster, einen "Flash" an den Heckflossen, die rot-weiß-roten Balken waren aber senkrecht angeordnet, was nicht der österreichischen Fahne entspricht. Der "Flash" wurde dann auch entfernt. Ob ihn die 5C-VF, jene Vampire, die man im Museum in Zeltweg bewundern kann, zu ihrer Dienstzeit jemals trug, bezweifle ich, auch wenn sie jetzt so "dekoriert" ist, sie wurde ja erst in den Sechzigern gekauft. Wer sich eine österreichische Vampire - wäre ja durchaus ein Exot - in die Vitrine stellen will, dem sei noch ein Decalbogen von Brent-Air-Decals empfohlen, obwohl ich auf ihn verzichtet habe.
 
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alfisti

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Hi.
Sehr schöne Vampire stellst du uns hier vor:TOP:.
Hast den Airfix-Kit, der ja auch so seine kleinen Macken hat, gut hinbekommen.
Die selbe Maschine habe ich auch gerade im Bau, mit den Decals von Brent-Air-Decals, und ich bin mir über Dayglow od. "Flash" am Leitwerk auch noch nicht sicher, Fotos der Maschinen sind ja leider Mangelware.
Einziger kleiner Punkt, der mir auffällt sind die Hoheitszeichen auf den Tragflächen, die mir ein wenig zu groß erscheinen, kann mich aber auch täuschen:headscratch:

Gruß
Daniel
 
juergen.klueser

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Klasse Modell! Besonders gefällt mir, dass Du auch was zum Hintergrund schreibst :TOP:
 
Übafliaga

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Du hast bei mir ohnehin einen Stein im Brett wegen der vielen BH-Jets, die du schon gezeigt hast und jetzt kommt noch eine Vampire dazu!!! :TOP::TOP::TOP:

Mir sind lediglich die Gravuren etwas zu heftig, was aber vermutlich am Airfix-Kit liegt. Und wegen der Tanks mach dir keine Sorgen, du baust doch mit Sicherheit noch eine zweite Vampire. Oder kannst du etwa damit leben, dass du nur eine Vampir in der Vitrine hast? :wink:

...
Wer sich eine österreichische Vampire - wäre ja durchaus ein Exot - in die Vitrine stellen will, dem sei noch ein Decalbogen von Brent-Air-Decals empfohlen, obwohl ich auf ihn verzichtet habe.
Welche Decal hast du verwendet?



Hier noch ein paar Vampire Bilder. Da kann man auch gut die Hoheitszeichen auf den Tragflächen vergleichen. :loyal:
 
popeye

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Schön geworden !

und nur zu mit skurrilen Geschichten - alle Leute lieben skurrile Geschichten, ich wette :)

Rolf
 

steff1

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Skurille Geschichte Nr. 1, Libanon-Krise 1958:

Österreich - in etwa der deutschsprachige Teil der 1918 untergegangenen Habsburger-Monarchie - wurde 1938 widerstandslos von NS-Deutschland annektiert, 1945 erklärte man sich wieder für unabhängig, es folgten aber zehn Jahre der Viermächte-Besetzung. Erst 1955 wurde Österreich wieder in die Unabhängigkeit entlassen. Und 1955 kam es zu einem - recht inoffiziellen und halbgeheimen - Arrangement zwischen der US- und der österreichischen Regierung. Während der Besatzungszeit hatten die USA ja den österreichischen Luftraum nutzen können (mit Ausnahme der Sowjetzone), nun aber lag zwischen den Nato-Staaten BRD und Italien (und den US-Basen in beiden Ländern) plötzlich ein souveräner und neutraler Staat. Die österreichische Regierung stimmte nun zu, normalerweise US-Militärflugzeugen den Überflug zu genehmigen, gesetzt, die Amerikaner würden mit einer gewissen Vorlauffrist darum ansuchen. Damit diese Praxis nicht allzu publik würde, wurden die Amerikaner auch ersucht, am besten bedeckte Tage für ihre Flüge zu wählen, dann würde man vom Boden aus ihre Maschinen nicht identifizieren können. Nebstbei hatte Österreich außer Ohren und Augen ohnehin keine Möglichkeit festzustellen, dass sich über Österreich etwas bewegte, es gab ja keinerlei Luftraumüberwachungssystem.

Während der Libanon-Krise 1958 ersuchten die USA Österreich um eine Überflugsgenehmigung für 50 Transportflugzeuge. Diese wurde - wie es Praxis gewesen war - gewährt. An bewusstem Tag flogen aber über 100 amerikanische Flugzeuge über Westösterreich, darunter auch Kampfflugzeuge, somit wurde der österreichische Luftraum eindeutig verletzt. Und: Das Wetter muss recht klar gewesen sein, denn am Boden blieben diese Flüge nicht unbemerkt und das Faktum der amerikanischen Flugzeuge über Tirol begann, die Runde zu machen. Die österreichische Regierung hätte die Luftraumverletzungen gern ignoriert, bloß wurde in den Zeitungen schon darüber debattiert und auch die Sowjetunion begann zu protestieren. Es musste also etwas geschehen. Einerseits wurde der Luftraum westlich von Salzburg für gesperrt erklärt. Andererseits wollte man aber den Willen zeigen, die Lufthoheit zu wahren - eine militärische Reaktion war demnach auch fällig. Bloß, wie reagieren? Es gab kein Luftraumüberwachungssystem und die Jetflotte bestand aus drei Vampires. Jegliche Reaktion musste demnach symbolisch bleiben, obwohl in der politischen Spitze des Verteidigungsministeriums (der Minister kam von der ÖVP, ein Staatssekretär von der SPÖ) sogar über einen Schießbefehl diskutiert wurde, den der Staatssekretär forderte. Man erwog in diesem Zusammenhang sogar, 4cm FlAK am Patscherkofel bei Innsbruck in Stellung zu bringen. Zum Schießbefehl kam es nicht, aber die drei Vampires (und zwei YAK-11) verlegten auf den Innsbrucker Flughafen. Der Befehl lautete nun, fremde Maschinen zu identifizieren und zur Landung zu zwingen, wozu auch die "notwendigen Maßnahmen" ergriffen werden durften. Die Truppe galt als eingesetzt laut §2, Abs. 1, lit. a des Wehrgesetzes, d.h. zur militärischen Landesverteidigung. Ob nun mit Befehl zum Feuern oder zum Landezwang: Ohne Luftraumüberwachung, ohne Radar, das frühzeitig herannahende Ziel erkennen hätte können, war eine Berührung zwischen den Luftstreitkräften und fremden Maschinen ohnehin sehr unwahrscheinlich, allenfalls zufällig bei Patrouillenflügen möglich. Diese Patrouillenflüge gab es dann einige Tage lang ohne irgendwelche Vorkommnisse, dann kehrten die Maschinen auf ihre Heimathorste zurück.

Die Ereignisse des Spätsommers 1968 hebe ich mir noch auf, ein paar modellbauerische Worte: Ich persönlich finde, der Bausatz hat wenige Mängel, die Piloten passen nicht allzu gut ins Cockpit, wenn man "den Deckel" schließen will, aber ein bisschen feilen und Druck auf die Köpfe hilft. Die Gravuren sind recht deutlich, fraglos. Bei den Decals habe ich mir aus dem Fundus und dem Bausatz selbst geholfen, Wartungsaufschriften sind in diesem Maßstab eh nur unlesbare schwarze Zacken. Dass die Hoheitszeichen auf den Tragflächen zu groß sein könnten, das stimmt.
 
Augsburg Eagle

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Ein hübsches Modell zum Anschauen und eine nette Kurzgeschichte zum Lesen.
Was will man mehr? :TOP::TOP:
 
Roman Schilhart

Roman Schilhart

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Jössas, ein Österreicher!
Das ist aber schön.
Und das Modell auch durchaus gelungen!
Ist das DayGlo Orange wirklich so flashig, oder wirkt das nur am Foto so?
 

steff1

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Unter natürlichem Lichte leuchtet es stärker, auf den Bildern hier ist es - na ja - seltsam.
 
zivilpfeil

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Unter natürlichem Lichte leuchtet es stärker, auf den Bildern hier ist es - na ja - seltsam.
Das kann man damit erklären, dass der Farbeindruck bei den Leuchtfarben durch Fluoreszenz bestimmt wird. Blaues Licht wird geschluckt, in oranges Licht gewandelt und wieder abgestrahlt. Entsprechend ist der Effekt bei Beleuchtung mit Licht das einen hohen Blauanteil hat (z.B. Tageslicht) deutlich stärker als bei Licht mit geringem Blauanteil (z.B. Glühlampen- oder Kerzenlicht). Deine Fotos sehen so aus als hättest Du sie mit Glühlampenlicht gemacht. Fluoreszenz ist ein Effekt an dem sich auch der beste Weißabgleich die Zähne ausbeisst :headscratch:
Wenn man das richtig wiedergeben will hilft nur draußen zu fotografieren...

Gruß, Martin
 
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