Der Korea Krieg 1950/53

Diskutiere Der Korea Krieg 1950/53 im Andere Konflikte Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; http://www.aircrewremembered.com/KoreanWarDatabase/?s=400&q=B-29a Hier einmal eine lobenswerte Vorgehensweise, wie man Angaben zu Verlusten für...

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Hier einmal eine lobenswerte Vorgehensweise, wie man Angaben zu Verlusten für jeden Interessierten überprüfbar darstellen kann und gegebenenfalls korrigieren kann. Der Text ist da etwas verwirrend. Sei es durch die Übersetzung oder die mehrfach Erfassung.
Der erste Abschuss einer B-29 durch die MiG-15 am 10.11.1950 :
MacGheeDavid F.MAJUSAFRMCB-29A Superfortress45-218141950-11-10371st Bmb Sq307th Bmb WgDieses Flugzeug wurde von MiGs etwa sieben Meilen südwestlich von Kusong, Nordkorea, während einer Bombenmission in der Nähe des Yalu-Flusses am 10. November 1950 abgeschossen. Diese B-29 der 307. BW, 371. BS war Teil einer Formation von sieben und hatte eine Eskorte von F4U Corsairs. 45-21814 wurde von einer MiG-15 der 139. GIAP abgeschossen, die von Maj. GI Kharkovskii geflogen wurde. Sein Flügelmann St / Lt Akimov beanspruchte ebenfalls eine zweite B-29, war jedoch dasselbe Flugzeug, das von Kharkovskii angegriffen wurde. Wrack gesichtet. 45-21814 war die zweite B-29, die im November 1950 von MiGs zerstört wurde. Angegriffen von 6 MiG-15, niedergeschlagen von MiG - 7 Meilen südwestlich von Kusong, NK, Wrack gesichtet

Das war die erste B-29, die den Yak-9 zugeschrieben werden konnte.

LiggettDavid L.CPLUSAFRSCB-29A Superfortress44-698661950-07-1228. Bmb Sq19. Bmb WgDie Besatzung wurde von drei Yak-9 in der Nähe von Seoul durch einen Motorbrand beschädigt und stieg bei 1520L aus. Es war die erste B-29-Niederlage gegen feindliche Kämpfer im Koreakrieg. Das Flugzeug wurde als zu beschädigt abgeschrieben, um repariert zu werden.Gerettet
 
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"Das Black Tuesday Project ist eine Untersuchung der Fakten und Umstände der
katastrophalen Bombardierungsmission bei Tageslicht, die der 307. Bombardement Wing am 23. Oktober 1951
gegen den Namsi Airfield im Herzen der MiG Alley durchgeführt hat."
Die Übersetzung ins Deutsche ist brauchbar. Eine Sichtweise der Teilnehmer an dieser Mission. Auch wenn die Bilder scheinbar nur als Symbol angezeigt werden, immer anklicken. Sie sind zwar oft klein, doch die dort enthaltene Texte enthalten weitere Details. Zoomen nicht vergessen. Es lohnt sich sich auch den internen Links zu folgen.

PS Die Bordschützen der B-29 hatten immer die Aufnahmen der Waffenkameras, die bei der Auswertung belegten, was sie tatsächlich beschossen. Das war bei den B-17 und ersten B-24 noch anders.
Die Russen hatten einige B-29 und wussten ja, warum sie sie als Tu-4 möglichst 1:1 kopierten. Die Tu-4/B-29 kam ab 1948 in den Dienst und war somit keine "Unbekannte" für einige der sowjetischen Piloten in China, als sie am Yalu auf die B-29 trafen.
 
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Es mangelte den USA ja nicht an B-29 und da kann es nicht überraschen, wenn oft auf eine Reparatur verzichtet wurde. Was die möglichen Verluste von deren Besatzungen anging, da war man weitaus sensibler.

Im Juni 1950 gab es nur die 19. BG mit 3 Staffeln B-29 auf der Basis Kadena und sie blieb dort bis 1953.
Im Juli 1950 kam die 92. BG mit 3 Staffeln B-29 auf die Basis Yokata und kehrte wegen Mangels an Zielen schon im Oktober in die USA zurück.
Im Juli 1950 kam die 22. BG mit 4 Staffeln B-29 auf die Basis Kadena und kehrte wegen Mangels an Zielen schon im Oktober in die USA zurück.
Im August 1950 kam die 98. BG mit 3 Staffeln auf die Basis Yokata und blieb dort bis 1953.
Im August 1950 kam die 307. BG mit 3 Staffeln auf die Basis Kadena und blieb dort bis 1953.
Im Juni 1950 gab es eine BG für den Einsatz über Korea.
Im Juli 1950 kamen zwei weitere.
Im August 1950 noch einmal zwei weitere, so das es bis zum Oktober 1950 mit fünf BGs ein Maximum gab.
Da man im Oktober 1950 an das baldige Ende des Krieges glaubte, schrumpfte deren Zahl auf drei und dabei blieb es bis 1953.
Doch noch vor dem Waffenstillstand im Juli 1953 wurden schon einige B-29 der drei BGs, deren Besatzungen das Ende ihres Terms erreicht hatten, in die USA geflogen. Bis zum Tag des Waffenstillstandes 1953, gelang es mit den B-29, die Nutzung der Flugfelder in Nordkorea für die MiGs zu verhindern. Nach dem 23.10.1951 fast nur noch mit SHORAN.

1949 ging die B-36 an das SAC und 1951 die B-47
 
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Vielleicht sollte man auch erwähnen, dass für die B-29 auch bald keine lohnenden Ziele mehr existierten.
Ich habe jetzt vergessen, wie oft Seoul und Pyongyang die Seiten gewechselt haben; außer einem großen, rauchenden Haufen Trümmer war dort aber nichts mehr übrig - also auch keine Ziele für strategische Bombardements.

Der Luftkrieg in Korea war relativ schnell fast ausschließlich taktischer Natur. So gesehen auch eine klare Grenze für die bis dahin geltende, amerikanische Luftmachtdoktrin. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die strategischen Quellen außerhalb des konkreten Kriegsschauplatzes lagen.

Pläne die VR China nuklear anzugreifen existierten und wurden konkret verfolgt. Umgesetzt wurden die Pläne jedoch nicht. Nicht zuletzt auf Wirken Trumans.
 
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Vielleicht sollte man auch erwähnen, dass für die B-29 auch bald keine lohnenden Ziele mehr existierten.
Die Aufgabe der B-29 war wohl primär die indirekte Bedrohung Chinas. Die Großstädte der chinesischen Ostküste lagen in Reichweite, drei BGs sind jetzt nicht die Welt, aber immerhin knapp 100-120 Flugzeuge kriegt man wohl in die Luft. China hatte de facto keine Luftabwehr, die Städte waren aufgrund der Bauweise eher verwundbar.
Und am Ende konnte man die B-29 auch nicht mehr für die strategische Mission nutzen, das war ja längst der Job der B-50 aka B-29D. Die Flugzeuge waren also im wahrsten Sinne des Wortes "über".
 
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In China selbst war nach Bürgerkrieg und japanischer Besatzung auch nicht mehr allzu viel zum Plattbomben übrig.
Man kann davon ausgehen, dass die Sowjetunion den Chinesen zu Hilfe geeilt wäre.

Man wollte Stalin in Moskau nicht auf die Füße treten und das Engagement der Chinesen (vgl. Pufferzone nördlich des Yalu) sollte auch begrenzt werden. Die politisch motivierte Beschränkung auf Ziele innerhalb Koreas kann man debattieren.

Kleiner Rückblick:
Kurz vorher hatten die USA aufgrund falschen Machtpokers China "verloren" (Mao war kein so strammer Marxist, wie gerne erzählt). Die Berlinblockade war auch gerade frisch vorbei. Dort hatte man beinahe den Sowjets widerstandslos die Stadt überlassen. So viel Schneid hatten damals nicht viele, vier Jahre nach dem Ende des Letzten, einen neuen Weltkrieg vom Zaun brechen zu wollen - für ein "Land", das man nur in den edlen Kaffeehäusern kannte.
 
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In China selbst war nach Bürgerkrieg und japanischer Besatzung auch nicht mehr allzu viel zum Plattbomben übrig.
Man kann davon ausgehen, dass die Sowjetunion den Chinesen zu Hilfe geeilt wäre.

Man wollte Stalin in Moskau nicht auf die Füße treten und das Engagement der Chinesen (vgl. Pufferzone nördlich des Yalu) sollte auch begrenzt werden. Die politisch motivierte Beschränkung auf Ziele innerhalb Koreas kann man debattieren.

Kleiner Rückblick:
Kurz vorher hatten die USA aufgrund falschen Machtpokers China "verloren" (Mao war kein so strammer Marxist, wie gerne erzählt). Die Berlinblockade war auch gerade frisch vorbei. Dort hatte man beinahe den Sowjets widerstandslos die Stadt überlassen. So viel Schneid hatten damals nicht viele, vier Jahre nach dem Ende des Letzten, einen neuen Weltkrieg vom Zaun brechen zu wollen - für ein "Land", das man nur in den edlen Kaffeehäusern kannte.
Aber die anderen Machtblöcke pfiffen ja genauso aus dem letzten Loch.
Die Sowjetunion hat nach dem 2. Weltkrieg die Kriesgwirtschaft im Prinzip nicht verlassen, dazu der krasse Bevölkerungsverlust.
China war personell sicherlich weniger angefasst, aber materiell komplett von der SU abhängig.

Ein Grund für den Nichteinsatz der Kernwaffe in Korea war offenbar, dass man ihre weitgehende taktische Nutzlosigkeit nicht offenlegen wollte.
 
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Aus kriegswirtschaftlicher Sicht wäre es in der Tat sehr interessant zu sehen, wie sich die USA in einem - begrenzt auf konventionelle Optionen - Krieg gegen die SU geschlagen hätte. Man darf nicht vergessen, dass die SU Material aus dem Leih- und Pachtvertrag in äußerst großem Volumen zugeführt bekommen hatte, was jetzt natürlich wegfallen würde.

Der Konflikt würde vermutlich eher in den operativ tauglicheren mitteleuropäischen Tiefebenen ausgetragen werden (=> große Angst der Westmächte!), als im zerklüfteten Korea, wo sich Landgewinne schnell kaputtlaufen und die Nachschubversorgung schwierig ist.

Würde der Konflikt sich nach Europa verlagern, hätten die USA vermutlich sehr schnell zur nuklearen Option gegriffen.

Ein interessantes Buch dazu ist Jörg Friedrich's "Yalu" - wenn auch mehr der Perspektive, als dem wahnsinnigen Tiefgang dienlich. Dafür gibt es dann Periphärliteratur, in denen sich einzelte Themen erschlagen lassen. Ein ziemlicher Klopper, aber trotzdem ganz gut "wegzulesen" 👍

Inzwischen ist man bei den Amerikanern übrigens auch vom 10:1 Abschussverhältnis der Sabres abgekommen und betrachtet die ganze Sache deutlich objektiver.
 

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"Der Pentagon-Bericht zitierte auch ein Telegramm des Oberbefehlshabers der sowjetischen Streitkräfte in Korea aus dem Jahr 1954, wonach 262 amerikanische Flieger verhört worden waren. Sie gehörten zu den Fliegern, deren Verhörberichte der AP zur Verfügung gestellt wurden."
"Im Oktober 1951 gelang es den Sowjets, einen abgeschossenen Sabre zu bergen, und bei ihrer Untersuchung des Typs kamen sie zu dem Schluss, dass der Vorteil des Sabre im Kampf auf das Visier APG-30 zurückzuführen war, das ein genaues Feuer auf größere Entfernungen ermöglichte. [23]"
"Obwohl der zweite Leutnant der US-Luftwaffe, Bill N. Garrett, es zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, wurde die MiG-15, die ihn am 6. Oktober 1951 aus dem Kampf herausholte, nicht von einem chinesischen oder nordkoreanischen Piloten geflogen, sondern von einem Russischen. Der MiG-Pilot hatte Garretts F-86A hinter dem Cockpit getroffen und seinen J-47-Motor und den Schleudersitz beschädigt. Als Garrett nach Westen in Richtung Gelbes Meer kämpfte, wo er eine Bauchlandung machen und mit etwas Glück gerettet werden wollte, entdeckte ein anderer MiG-Pilot sein betroffenes Flugzeug. Auch dieser Pilot war Russe.

Während des Koreakrieges tauschten US-Piloten Gerüchte über die Feinde aus, denen sie in der Luft gegenüberstanden. Sie wurden nie darüber informiert, dass sie gegen sowjetische Piloten fliegen, aber sie vermuteten dies auch. Was US-Piloten nicht wussten, war, dass jede MiG, die zwischen November 1950 und Dezember 1951 in Nordkorea geflogen wurde, einen sowjetischen Piloten an den Kontrollen hatte. Sie wussten nicht, dass eine erfahrene sowjetische Einheit, die 324. Fighter Air Division, im April 1951 in China eingetroffen war. Sie wussten nicht, dass die Reihen der 324. mit einigen der sowjetischsten Piloten mit der höchsten Punktzahl aus dem Zweiten Weltkrieg besetzt waren.."

Ich habe diese Links gewählt, weil ein ehemaliger chinesischer Pilot darüber berichtete. Er gab an, dass man damals wenig über die Leistungsfähigkeit der Einsatzmuster der Gegenseite wusste und deshalb eine entsprechende Vorsicht walten lies. Man ging nur über "eigenem" Gebiet ins Gefecht und das blieb so bis Kriegsende.
Mit der Gefangennahme eines F-86 Piloten gab es jetzt gesicherte Erkenntnisse, über die eigenen Vorteile und Nachteile, die man gezielt nutzen oder meiden konnte.
Die regelmäßigen Wechsel der sowjetischen Piloten, führte jedoch dazu, dass die jeweiligen Erfahrungen nicht immer an deren Nachfolger weitergegeben wurden und deshalb oft neu gemacht werden mussten.
 

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Die 324. IAD mit den 176. GIAP und 196. IAP flogen zwischen dem 1.4.51-20.1.52 von Basen im Raum Antung/Dadong und hatte die primäre Aufgabe die Yalu-Brücken und eine 75 km tiefe Zone am südlichen Ufer zu schützen. Ab Juni wurde sie von der 303. IAD mit den 17. IAP, 523. IAP und 18. GIAP deutlich verstärkt.
Das sind die 10 Monate in China, wo deren Veteranen ihre Erfolge erzielt haben konnten.
Nur etwa einen Monat, vom November bis Mitte Dezember 1951 gab es ein nordkoreanisches Regiment mit MiG-15 in Nordkorea. Es lag in Uiju, etwa 2 km südlich des Jalu. Uiju war die einzige Basis in Nordkorea, von der überhaupt einmal Einsätze mit MiG-15 geflogen wurden. Auch die chinesische Flak am Nordufer des Yalu konnte sie nicht schützen. Die UN-Flieger mussten ja parallel zum Yalu anfliegen, um sie zu zerstören. Weder die Flak noch die MiG-15 nur wenige Kilometer jenseits des Yalu konnten es verhindern.
P-3 ”Dumbo” - Radar Basics darüber gab es 1950/51 die Vorwarnung zu den Einflügen der UN-Flugzeuge und ab 1952 stand das P-20 zur Jägerleitung zur Verfügung.
Das z.B. sind Details, die auch in der Rückschau wichtig sind. Welche Informationen hatten die Piloten damals, als sie in den Einsatz gingen?!
Beide Seiten hatten ja Taktiken, um zur gewünschten Erfüllung einer Aufgabe zu kommen. Ihre Anwendung ergab ja immer eine Reaktion der Gegenseite. Die F-86 hatten ja die Aufgabe der Luftraumüberwachung, wenn es Einsätze in der Nähe des Yalu geben sollte.
Die MiG-15 hatten die Aufgabe diese Luftraumüberwachung zu durchbrechen, um die Kampfflugzeuge, die diese Bodenangriffe flogen, daran zu hindern. Manchmal begnügten sich die MiG-15 mit Scheinangriffen auf Kampfbomber, bevor diese ihr Zielgebiet erreicht hatten. Wenn der Angriff genügend aggressiv gewesen war, mussten die Kampfbomber ihre Außentanks und -ladungen abwerfen, um an Beweglichkeit für die Verteidigung zu gewinnen. Dann verließen die MiG das Gebiet, da die Kampfbomber ihren Auftrag nicht mehr ausführen konnten.
Die MiG versuchten immer einen ablenkenden Nahkampf zu vermeiden, denn die Angreifer flogen als Reaktion oft in "Wellen" an.
 

alois

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Vielleicht sollte man auch erwähnen, dass für die B-29 auch bald keine lohnenden Ziele mehr existierten.
Man sollte aber auch nicht vergessen, dass der Norden Koreas quasi das Ruhrgebiet Koreas war, der am besten entwickelte Teil Koreas, während der Süden eher landwirtschaftlich geprägt war. Er bildete zusammen mit der Mandschurei eine industrielle Zone, die paar Jahre zuvor von Japan ausgenutzt wurde. Dieser Teil Koreas wurde von den Amis quasi in die Steinzeit gebombt. Man hat nahezu alles zerstört was auch nur annähernd von Nutzen hätte sein können. Auch ohne Atombomben hat man das Land in die Steinzeit zurück katapultiert. Da wundert es einem heute nicht, dass Nordkorea nicht gut zu sprechen ist, wenn es um das Thema USA geht.


Pläne die VR China nuklear anzugreifen existierten und wurden konkret verfolgt. Umgesetzt wurden die Pläne jedoch nicht. Nicht zuletzt auf Wirken Trumans.
Naja, Pläne gibt es immer für alle Eventualitäten. Man könnte die Aussage auch umdrehen und sagen, dass Truman die Umsetzung nicht autorisiert hat. Das macht es sinnvoller, weil der Einsatz von Atomwaffen schon immer vom Präsidenten autorisiert werden musste. Das andere Problem war aber, dass es in China nicht viel zu zerstören gab. Man konnte nur Zeichen setzen, indem man die Hauptstadt zerstörte und vielleicht die eine oder andere Stadt. Militärisch völlig sinnlos. Damit hätte man zweifellos den dritten Weltkrieg ausgelöst, weil die Russen damals zu den Chinesen standen. Dann hätten die Chinesen alles zusammen gerauft um Korea zu überrennen und danach auch die Nachbarn, die unter US Einfluss standen. Völlig sinnlose Aktion.
 

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Die Industrialisierung Koreas begann erst unter den Japanern. Die Rohstoffe, Wasserkraft und Infrastruktur blieben dem Norden erhalten. Im weniger entwickelten Süden waren die Schäden deutlich intensiver, da der Krieg dort alle Landesteile erfasste. Auch bei uns wurde das Ruhrgebiet nicht in die Steinzeit gebombt.
Im Oktober 1950 wurden zwei von 5 Gruppen mit B-29 abgezogen, weil die unmittelbare Kapitulation Nordkoreas erwartet wurde. Auch als die Ausblieb, blieb es bei 3 Gruppen B-29 bis Kriegsende. Deren Hauptaufgabe war es dann, bis zum Waffenstillstand dafür zu sorgen, dass in Nordkorea keine Luftstreitkräfte stationiert werden konnten und die Logistik so erschwerten, das Massierungen unterblieben.
Der Koreakrieg dauerte über 1100 Tage und bis auf 26 Tage flogen dort die B-29. Es wurden 21000 Einsätze geflogen und 167000 Tonnen Bomben abgeworfen.
Hier mal die Zielliste der drei Gruppen für 1951: (In Klammern die Zahlen für 1952)
Truppen- und Nachschubeinrichtungen 108 mal angegriffen. =3678 Gebäude (156 = 9159)
Eisenbahneinrichtungen 217 unterschiedliche Missionen. =213 größere Unterbrechungen (77 = 302)
Flugplätze 132 mal angegriffen. = 76 SLBs beschädigt, die danach mindestens eine Woche nicht nutzbar waren (77 = 11)
Brücken 150 Missionen. = 37 Brücken beschädigt. (15 = 99)
Industrielle Komplexe in 6 Missionen. (46)

Details taugen nicht für Schlagzeilen.

Die gemeinsamen Stabschefs in Washington hatten am 29.12.1950 längst entschieden: "Korea ist nicht der Ort, um einen großen Krieg zu führen." Mac Arthur erhielt die Weisung, er solle verteidigen, dem Angreifer schaden, jedoch bei höchster Sicherheit für die Truppe.
Als dieser das nicht akzeptieren wollte, da wurde er abserviert.
 
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Man sollte aber auch nicht vergessen, dass der Norden Koreas quasi das Ruhrgebiet Koreas war, der am besten entwickelte Teil Koreas, während der Süden eher landwirtschaftlich geprägt war. Er bildete zusammen mit der Mandschurei eine industrielle Zone, die paar Jahre zuvor von Japan ausgenutzt wurde. Dieser Teil Koreas wurde von den Amis quasi in die Steinzeit gebombt. Man hat nahezu alles zerstört was auch nur annähernd von Nutzen hätte sein können. Auch ohne Atombomben hat man das Land in die Steinzeit zurück katapultiert. Da wundert es einem heute nicht, dass Nordkorea nicht gut zu sprechen ist, wenn es um das Thema USA geht
Wer nicht bombardiert werden will, der bricht am Besten keinen Krieg vom Zaun. Das gilt auch für die DPRK.
Nicht gut zu sprechen ist man vor allem deswegen auf die Amerikaner, weil es so schön von der hausgemachten Misswirtschaft der regierenden Mafia-Clique ablenkt.

Würde man die Bevölkerung frei zwischen Kim Yong Un und Kim Basinger wählen lassen, dürfte das Resultat große Teile der DPRK-Kader beunruhigen.

Naja, Pläne gibt es immer für alle Eventualitäten. Man könnte die Aussage auch umdrehen und sagen, dass Truman die Umsetzung nicht autorisiert hat. Das macht es sinnvoller, weil der Einsatz von Atomwaffen schon immer vom Präsidenten autorisiert werden musste. Das andere Problem war aber, dass es in China nicht viel zu zerstören gab. Man konnte nur Zeichen setzen, indem man die Hauptstadt zerstörte und vielleicht die eine oder andere Stadt. Militärisch völlig sinnlos. Damit hätte man zweifellos den dritten Weltkrieg ausgelöst, weil die Russen damals zu den Chinesen standen. Dann hätten die Chinesen alles zusammen gerauft um Korea zu überrennen und danach auch die Nachbarn, die unter US Einfluss standen. Völlig sinnlose Aktion.
Pläne liest man besser als "Drängen" - vornehmlich durch MacArthur und (Überraschung!) Curtis LeMay. Das war auch der Grund, warum MacArthur letztlich seines Amtes enthoben wurde - er forderte zu unverfroren den Präsidenten heraus. Öffentlich.

Die Chinesen hätten Korea nicht einfach überrennen können. Dafür waren die Kräfte viel zu schwach und viel zu schlecht ausgerüstet. Nur weil man zu Fuß unterwegs ist, lösen sich logistische Probleme nicht von alleine.

Der "Dritte Weltkrieg" hätte sich dort abgespielt, wo es den Westmächten am meisten weh getan hätte und wo ihr verwundbarster Punkt lag: In Europa.
Genauer: In Berlin. Für die Sowjets ein erweitertes Herbstmanöver; für die Westmächte ein konventionell nicht haltbarer Posten.

Darüber hinaus lässt sich sagen, dass Stalin selbst nie so recht an Korea interessiert war - er hielt Mao für einen Bauern und Kim für noch viel weniger.
Er hat China immer mit Argwohn betrachtet und ließ fein den Westen gegen die Bettvorleger aus dem Osten kämpfen. Stalin war ja nicht doof - so ein bisschen orientalische Partisanenromantik hätte glatt das Sovietvolk dazu verführt, einige unangenehme Fragen zu stellen.
So hat er den Chinesen und den Koreanern ein paar hübsche neue Waffen geliefert; ihnen aber die Show und den Aderlass gegen die UN (lies: hauptsächlich Amerikaner) überlassen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe. Gar nicht blöd, der olle Stalin...
 

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Nun, Stalin war Korea wichtig genug um die brandneue KS-1 dort einzusetzen. Man hatte nur deren Entwicklungs- Umrüstungs- und Ausbildungszeit unterschätzt, um eine einsatzbereite Flotte an Tu-4 mit den Lenkwaffen aufzustellen. Man stelle sich vor was los geworden wäre, wenn sie es zeitlich geschafft hätten und paar Flugzeugträger versenkt worden wären. Das sollte auch Stalin klar gewesen sein. So unwichtig scheint ihm Korea dann doch nicht gewesen zu sein.
 
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Nun, Stalin war Korea wichtig genug um die brandneue KS-1 dort einzusetzen. Man hatte nur deren Entwicklungs- Umrüstungs- und Ausbildungszeit unterschätzt, um eine einsatzbereite Flotte an Tu-4 mit den Lenkwaffen aufzustellen. Man stelle sich vor was los geworden wäre, wenn sie es zeitlich geschafft hätten und paar Flugzeugträger versenkt worden wären. Das sollte auch Stalin klar gewesen sein. So unwichtig scheint ihm Korea dann doch nicht gewesen zu sein.
Eine nachlesbare Quelle wäre nicht schlecht.
Die KS-1 wurde vermutlich ab 1955 in Dienst gestellt und zuerst an der Tu-4 und später an der Tu-16KS an zwei Unterflügelpylonen getragen.
???

Hier steht immerhin 1953:

Erste Schieß-Trainings im Dezember 1953. Da war der Koreakrieg schon längst zu Ende.

Первый пуск строевым экипажем был выполнен уже в декабре 1953 года по цели — транспорту «Курск».
 
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Das Projekt begann schon 1947. 1951 war der Erstflug der bemannten Test-Version und 1952 der erste gelenkte Flug. Im gleichen Jahr wurde der Entschluss gefasst sie gegen die amerikanische Flotte vor Korea einzusetzen und man begann mit der Umrüstung von Tu-4 und der Schulung von Besatzungen. Es dauerte dann doch länger als gedacht und das System wurde erst 1954 einsatzbereit, zu spät für Korea. Ich meine, ich habe es aus dem Buch "Entsiklopediya Otechestvennogo Raketnogo Oruzhiya 1817-2002" von Y.E. Taras (Google englisch-Übersetzung).
 
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Na gut, wollen wir gelten lassen.
 
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Damit hätte man zweifellos den dritten Weltkrieg ausgelöst, weil die Russen damals zu den Chinesen standen.
Das würde ich differenzierter sehen. Stalin war Korea eigentlich total egal.
Er wusste, dass er gegen die USA unterlegen war.
Daher hat er großes Interesse, dass sich die USA in möglichst vielen Konflikten verzettelt. Er musste dafür den Chinesen im Prinzip nur den Weltkriegsschrott überlassen. Das Blut kam von den Chinesen.

Wegen Korea hätte Stalin mit Sicherheit keinen Krieg angefangen, im Gegenteil, er hatte davor erhebliche Sorge. Mit der Lage in Korea war er sicherlich sehr zufrieden. Es war ihm sicherlich auch recht, dass China nicht zu stark wurde. Am Ende ging die Kiste teilweise nach hinten los: durch den Korea-Krieg wurde ja indirekt die deutsche Wiederbewaffnung der BRD beschleunigt, und damit das konventionelle Ungleichgewicht etwas reduziert.

Nun, Stalin war Korea wichtig genug um die brandneue KS-1 dort einzusetzen. Man hatte nur deren Entwicklungs- Umrüstungs- und Ausbildungszeit unterschätzt, um eine einsatzbereite Flotte an Tu-4 mit den Lenkwaffen aufzustellen. Man stelle sich vor was los geworden wäre, wenn sie es zeitlich geschafft hätten und paar Flugzeugträger versenkt worden wären. Das sollte auch Stalin klar gewesen sein. So unwichtig scheint ihm Korea dann doch nicht gewesen zu sein.
Neue Waffe testet man gerne im Krieg.
Stalin wusste auch wo die Grenze der Provokation war, die Stimmung in den USA konnten seine Leute ja nachlesen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe. Gar nicht blöd, der olle Stalin...
Ganz sicher bin ich mir nicht, ob das nicht ultimativ nach hinten los ging.
 

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Das Projekt begann schon 1947. 1951 war der Erstflug der bemannten Test-Version und 1952 der erste gelenkte Flug. Im gleichen Jahr wurde der Entschluss gefasst sie gegen die amerikanische Flotte vor Korea einzusetzen und man begann mit der Umrüstung von Tu-4 und der Schulung von Besatzungen. Es dauerte dann doch länger als gedacht und das System wurde erst 1954 einsatzbereit, zu spät für Korea. Ich meine, ich habe es aus dem Buch "Entsiklopediya Otechestvennogo Raketnogo Oruzhiya 1817-2002" von Y.E. Taras (Google englisch-Übersetzung).
Die sowjetischen U-Boote beobachteten die Bewegungen der UN-Einheiten vor der Ostküste von Korea. Offiziell war man ja kein Kriegsteilnehmer und man tat alles, um diesen Schein zu wahren. Wir müssen halt damit Leben, dass die "was wäre wenn Fraktion" mit alternativen Fakten arbeitet.
 

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Wenn es tatsächlich soweit gekommen wäre, ist wohl klar, dass die Tu-4 mit nordkoreanischen Kokarden geflogen wären... Logisch, oder? Wenn es diese Planung gab, dann musste man mit entsprechenden Reaktionen rechnen. Flugzeugträger zu verlieren war auch damals nicht trivial.
 
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