Der "Zetjet" - Spinnerei oder Zukunft?

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_Michael

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Space Cadet
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Wie die Regionalzeitung (leider keinen Link auf den Artikel) hier berichtet hat, wird im schweizerischen Altdorf von einem kleinen Ingenieurbüro an einem neuartigen Flugzeugtriebwerk names "Zetjet" getüftelt. Im Gegensatz zu einem konventionellen Triebwerk wird die Luft von hinten angesaugt.

Gemäss Artikel soll es sich um ein kleines Ingenieurbüro mit 5 Mitarbeitern handeln. Das Projekt wird von der Schweiz mit einem Forschungsbeitrag von 1.4 Millionen Franken unterstützt. Die Entwickler rechnen mit einer Treibstoffersparnis von bis zu 50 Prozent gegenüber konventionellen Triebwerken. Ein Prototyp existiert, der nächste Schritt ist der Einsatz in Modell- und Leichtflugzeugen.

Im Netz findet sich leider nicht viel, nur folgendes: Projektbeispiel 3 - der ZETJET

Weiss irgendwer mehr über das Projekt? Oder gibt es Einschätzungen, was davon zu halten ist? Für mich jedenfalls klingt es ein bisschen zu gut, um wahr zu sein. Was mir insbesondere nicht klar ist: Warum um alles in der Welt soll man die Luft von hinten ansaugen?
 

Rhönlerche

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Das machen manche Turboprops, um ne kurze Welle und vorne mehr Platz für Getriebe und Prop zu haben.

Das neue Jet-Konzept verstehe ich aber auch nicht.
 
_Michael

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Das machen viele Turboprops, um ne kurze Welle und vorne mehr Platz für Getriebe und Prop zu haben.
Die Turbine selbst mag die Luft von hinten ansaugen, netto saugen die Turboprops mit ihrem Propeller aber die Luft von vorne an.
 

Rhönlerche

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Anders kann es der neue Zauberjet wohl auch nicht machen?
 

Seegans

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So ganz kann ich das ganze auch nicht glauben.

Es gibt zu so einem Triebwerk ein Patentantrag (EDIT: geändert von Patent). Ob das wirklich vom Zetjet ist, kann ich nicht sagen, sieht jedoch verdammt ählich aus.
Ohne mir hier wirklich alles durchgelesen zu haben macht mich ein Abschnitt schon im Vorhinein etwas stutzig.

(0053) Absatz 3 schrieb:
[...]Wegen der Impulsumkehr entsteht der Schub aus der Summe der Strömungsimpulse, und die schubspezifische Leistung ist unabhängig von der Reisegeschwindigkeit. Der Wirkungsgrad nach Gleichung (29) kann Werte über 100% erreichen. Er wächst mit der Reisegeschwindigkeit und verminderter Impulsdifferenz, und er kann durch geringeren Massenstrom bei höherer Reisegeschwindigkeit verbessert werden. [...]
Ein Wirkungsgrad > 1 macht einen doch etas vorsichtig...

https://patentscope.wipo.int/search/en/detail.jsf?docId=WO2013167529&recNum=1&maxRec=&office=&prevFilter=&sortOption=&queryString=&tab=PCTDescription
 
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Das Patent ist m.E. nicht erteilt, sondern seit 3 Jahren veroeffentlicht, aber nicht erteilelt, was darauf hindeutet, das es entweder Einsprueche oder formale Probleme gibt. Ich habe Zweifel, ob die Idee wirklich Wert ist patentiert zu werden, die Impulsberechnung weisst meiner Meinung nach schlicht einen Vorzeichenfehler auf.
 

jackrabbit

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Hallo,

wenn das alles so ist, frage ich mich warum die Schweiz 1,4 Millionen Franken zuschiesst.
Sie hätte EUCH ja wenigstens vorher mal fragen können. :FFTeufel:

Grüsse
 

Zuschauer

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Das Patent ist m.E. nicht erteilt, sondern seit 3 Jahren veroeffentlicht, aber nicht erteilelt, was darauf hindeutet, das es entweder Einsprueche oder formale Probleme gibt. Ich habe Zweifel, ob die Idee wirklich Wert ist patentiert zu werden, die Impulsberechnung weisst meiner Meinung nach schlicht einen Vorzeichenfehler auf.
Es gitb ja eine ausführliche Begründung, warum das Patent nicht erteilt wurde.

Zusammengefasst: Da haben Ingenieure was gerechnet ... :FFTeufel:
Der Impulsbilanzraum [...] erscheint jedoch nicht richtig definiert zu sein.
mfg
 
_Michael

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Das oben genannte Patent ist von diesem Ziegler, der Name Zetjet steht ja auch für Ziegler-Jet.


wenn das alles so ist, frage ich mich warum die Schweiz 1,4 Millionen Franken zuschiesst.
Sie hätte EUCH ja wenigstens vorher mal fragen können. :FFTeufel:
Wenn da wirklich realistisch 50 Prozent Treibstoffersparnis drin liegen würden, dann würde doch mit deutlich mehr als 1.4 Millionen Franken operiert. Welcher Triebwerkshersteller würde sich diese Chance entgehen lassen...? Schon klar - manchmal braucht es "Spinner", um etwas grossartig neues zu kreieren - sonst hätten wir weder Wechselstrom noch Dieselmotoren. Andererseits sind Flugzeugtriebwerke ein gut erforschtes Feld mit Milliardenbudgets. Da ist es schon sehr unwahrscheinlich, dass ein Mini-Büro plötzlich 50 Prozent Effizienzssteigerung bringen kann.
 
Taliesin

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Ich habe mal versucht, das Patent einigermaßen nachzuvollziehen, was aber in der Schreibweise überhaupt nicht möglich ist. Wenn man sich mal Gleichung 7 oder 8 anguckt, dann muss da etwas schief gegangen sein, ich weiß jedenfalls nicht, was das sein soll.
Das gleiche passiert dann nochmal in Gleichung 17, ich habe jedenfalls keine Definition für *[SUB]N[/SUB] gefunden. Für eine vernünftige Veranschaulichung wären auch Skizzen ganz sinnvoll, damit klar ist, welche Bilanzräume gemeint sind und welche Impulse bilanziert werden.

Grundsätzlich finde ich das Konzept der Grenzschichtabsaugung und Einspeisung ins Triebwerk spannend, sehe aber den tieferen Sinn für die Nutzung im Triebwerk nicht, da so der Vortriebswirkungsgrad sinkt, weil die Differenz zwischen Eintritts- und Austrittsgeschwindigkeit steigt.

Ich habe mal in meinem Triebwerksscript gekramt und die Formeln rausgesucht, allerdings wird das sehr schnell sehr komplex, weil die getroffenen Vereinfachungen nicht mehr stimmen, weil die Fluggeschwindigkeit und die Eintrittsgeschwindigkeit der Luft in das Kontrollvolumen des Triebwerks nicht mehr die gleichen sind. Man müsste also in jeder Gleichung gucken, ob ein c[SUB]0[/SUB] aus der Fluggeschwindigkeit kommt, oder aus dem Eintrittsimpuls der Luft. Das auseinander zu klamüsern war mir ehrlich gesagt etwas zu hart und auch etwas zu... sinnfrei.

Wenn man für c[SUB]0[/SUB] zum Beispiel die Eintrittsgeschwindigkeit der Luft nehmen würde, dann wäre der Vortriebswirkungsgrad nach 2.81 im Prinzip 0, weil c[SUB]0[/SUB] dann null wäre. Hier muss aber die Fluggeschwindigkeit genommen werden, weil die kinetische Energie des Abgasstrahls bilanziert wird, bzw ihr Verlust. Für den Eintrittsimpuls in das Kontrollvolumen ist dann aber wieder die Eintrittsgeschwindigkeit entscheidend.
 
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Schorsch

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Wenn da wirklich realistisch 50 Prozent Treibstoffersparnis drin liegen würden, dann würde doch mit deutlich mehr als 1.4 Millionen Franken operiert. Welcher Triebwerkshersteller würde sich diese Chance entgehen lassen...? Schon klar - manchmal braucht es "Spinner", um etwas grossartig neues zu kreieren - sonst hätten wir weder Wechselstrom noch Dieselmotoren. Andererseits sind Flugzeugtriebwerke ein gut erforschtes Feld mit Milliardenbudgets. Da ist es schon sehr unwahrscheinlich, dass ein Mini-Büro plötzlich 50 Prozent Effizienzssteigerung bringen kann.
Es gibt vielleicht noch TW-Konzepte für erhöhten Wirkungsgrad, aber oft steht da ein dicker * dran.
Denn die Triebwerke sind oftmals
- schwer (pro Leistung)
- nur für bestimmte (wenig attraktive) Geschwindigkeiten zu gebrauchen
- können nur Kleinflugzeuge antreiben

Für die großen und am Ende relevanten Flieger sehe ich keine Wundertechnologien.
 
pok

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Space Cadet
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Hallo,

wenn das alles so ist, frage ich mich warum die Schweiz 1,4 Millionen Franken zuschiesst.
Sie hätte EUCH ja wenigstens vorher mal fragen können. :FFTeufel:

Grüsse
Ist denn bestätigt, das der Schweitzer Staat tatsächlich 1.4 Millionen Franken für die (weiter ) Entwicklung dieses Triebwerks bereitstellt ?

Solche Zuschüsse gibt es üblicherweise als Ergänzungsfinanzierung oder Bürgschaft wenn es zum Bau von Prototypen kommt oder um Vertragsrisiken abzudecken aber nicht als eine Überweisung mit der man einfach so vor sich hintüfteln kann ( 5 Mann mit Overhead würden etwa 1-2 Jahre so alimentiert werden, aber eine Werkstatt oder ein Prototyp von relevanter Leistung gibt es dafür nicht.

Zum Patent anmelden kann man, wie man hier sieht auch Dinge die entweder falsch sind ( so wie hier ) oder falsch beschrieben sind ( MAN M-Verfahren in den 60er Jahren ). Das Patent wird dann entweder gar nicht erteilt ( hier ) oder kann wirksam angefochten werden ( MAN ).

Aus eigener Erfahrung weiß ich , das Patentanwälte, obwohl auch Ingenieure, oft nicht wirklich alles begreifen, was da so angemeldet werden soll.
 

Seegans

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Ich hab meinen Post editiert und Patent in Patentantrag geändert.
Bisher hatte ich leider immer noch nicht die Zeit mir das ganze voll durchzulesen. Aber es scheint ja geklährt zu sein, dass es sich hier wahrscheinlich um einen Fehler des Bilanzraumes handelt.
 
Thema:

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