Die Reorganisation der sowjetischen Luftstreitkräfte bis zum Juni 1941

Diskutiere Die Reorganisation der sowjetischen Luftstreitkräfte bis zum Juni 1941 im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Aufsatz Die Reorganisation der Roten Armee von ... - De Gruyter www.degruyter.com › doi › mgzs.1996.55.1.131 › pdf von H Moldenhauer · 1996 ·...

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Aufsatz Die Reorganisation der Roten Armee von ... - De Gruyter
www.degruyter.com › doi › mgzs.1996.55.1.131 › pdf


von H Moldenhauer · 1996 · Zitiert von: 3 — Die Reorganisation der Roten Armee von der »Großen Säuberung« bis zum deutschen Angriff auf die UdSSR (1938-1941)1. Die Vorgeschichte des »Großen ...

Dort wird aufgezeigt, wie die Rote Armee beim Spagat vom schnellen Wachstum schon vor dem Deutschen Angriff in eine Krise geriet.
 

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Die sowjetische Luftkriegslehre betonte besonders das Prinzip des Gefechts der verbundenen Waffen. So waren zwei Drittel der sowjetischen Luftstärke direkt oder indirekt zum Kampf gegen die feindlichen Landstreitkräfte vorgesehen. Daher wurde nie eine vollständige Luftherrschaft über die gesamte Front angestrebt, sondern nur an den Durchbruchsstellen. Entsprechend wurde Luftherrschaft definiert als Fähigkeit zur beliebigen Konzentration von Feuerkraft für die Unterstützung der Bodentruppen. Deswegen gab es an der Ostfront nie so etwas wie die Luftschlacht um England. Die sowjetischen Luftstreitkräfte blieben Teil der „russischen Dampfwalze“.[61] Laut Adolf Galland hat die sowjetische Luftwaffe ihre „begrenzte und fast ausschließliche Aufgabe“, den Bodentruppen zu helfen, stets erfüllt, trotz Überlegenheit der deutschen Luftwaffe und „astronomischer“ Abschusserfolge konnte sie nie daran gehindert werden. Jeder Ostkämpfer wisse davon zu berichten, wie ihm die „Ratas, Il-2, Mig und Lag“ das Leben schwer machten.[62] Eine Ausnahme bildete das während der Schlacht um Stalingrad gebildete 9. Gardejagdfliegerregiment, einer Eliteeinheit die Angriffe gegen die feindliche Fliegerkräfte und Einsätze in „Freier Jagd“ flog.
Die Sowjetunion als einziges Land über ein schwer gepanzertes Schlachtflugzeug, die Iljuschin Il-2, welches immer noch eines der am meist gebauten Flugzeuge der Welt ist. Die Luftstreitkräfte wurden dabei als „weitertragende Artillerie“ betrachtet. Die Schlachtflieger wurden gewöhnlich in Gruppen von 6 bis 8 Maschinen eingesetzt, geschützt von Begleitjägern, wobei auf 4 bis 6 Maschinen 12 Begleitjäger und auf 16 bis 24 Maschinen 20 Jäger kamen. Im Gegensatz zur deutschen Punktzielbekämpfung im Sturz- oder Gleitflug, griffen sie im Tiefflug an und wirkten mehr durch die Streuwirkung ihrer Bordwaffen und Bomben.[63] Die Schlachtflieger flogen ein Viertel aller Kampfeinsätze des Krieges; zwischen 50 und 60 Prozent aller Kampfeinsätze entfielen auf die Jagdwaffe. Für die taktische Aufklärung wurden hauptsächlich Jäger eingesetzt. Nach sowjetischen Angaben war angeforderte Luftwaffenunterstützung innerhalb von 30 Minuten zur Stelle, wenn die Zusammenarbeit und die Nachrichtenverbindung gut organisiert waren. Der Chef der britischen Militärmission Noel MacFarlane beobachtete, dass Luftwaffenunterstützung für gewöhnlich in weniger als einer Stunde zur Stelle war.[64]

Das erklärt auch, warum die deutsche Luftwaffe sich auf die "Schwerpunkte" konzentrieren konnte und erst recht spät, ab Sommer 1943 in einen zunehmenden Nachteil geriet.
 
AGO Scheer

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Man verlinke irgendetwas mit weiteren hundert Links im Text und schon hat man "eigene" Beiträge generiert.
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Der Aufsatz ist lehrreich. Wird sofort ausgedruckt.
 
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Interessant ist, dass bei der deutschen Luftwaffe der Schwerpunkt auch auf der Unterstützung der Bodentruppen lag.
Führungschaos in der Luftwaffe? — Dr. Katharina Kellmann (katharinakellmann-historikerin.de)
Das Gros der Luftwaffe wurde an der Ostfront und im Mittelmeerraum eingesetzt. Als fliegende Artillerie bekämpfte sie gegnerische Bodentruppen oder transportierte Nachschub. Von norwegischen Stützpunkten aus griffen Torpedoflieger die alliierten Geleitzüge nach Russland an. „Die Luftwaffe ist weder eine Hure, die sich nach den Wünschen des Heeres richtet, noch eine Feuerwehrmannschaft, die jedes Feuer, ganz gleich, ob es groß oder klein ist, sofort löscht“, kommentierte Generalfeldmarschall Wolfram von Richthofen, ein hoher Luftwaffenoffizier, sarkastisch die Lage.
Das mit der Feuerwehrmannschaft trifft aber voll auf die Ostfront zu. Auf Grund der riesigen Weiten und der im Verhältnis geringen Anzahl der deutschen Flugzeuge konnten niemals strategische Operationen der Luftwaffe geplant und auch nicht durchgeführt werden.
Man ist immer von einem Brandherd zu anderen gehetzt.
Insofern ist die Aussage in #2 nicht ganz richtig. Man konnte sich nicht konzentrieren, man musste es.
 

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Man verlinke irgendetwas mit weiteren hundert Links im Text und schon hat man "eigene" Beiträge generiert.
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Nach dem Ende des Kalten Krieges gab es ein zeitlich begrenztes Fenster, wo mit den inzwischen akzeptierten Mythen aufgeräumt werden durfte. Da ich nicht abschätzen kann, wer welches Zerrbild verinnerlicht hat, da habe ich einen Aufsatz als Einstieg in das Thema gewählt. Auch die sowjetischen Luftstreitkräfte hatten kein organisches Wachstum, als sie kurzfristig überproportional wachsen mussten. Die Gründung der sowjetischen Luftarmeen, hatte ja ihr Vorbild in den deutschen Fliegerkorps, die jeweils an den Schwerpunkten eingesetzt wurden. Deine schnelle Antwort zeigt nur, dass Du den Aufsatz von H Moldenhauer nicht gelesen hast. Ich kann ja verstehen, dass meine Thema den Lesefluss zum "Unbekannten Flugzeugrumpf .. " unterbricht.
 

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Interessant ist, dass bei der deutschen Luftwaffe der Schwerpunkt auch auf der Unterstützung der Bodentruppen lag.
Führungschaos in der Luftwaffe? — Dr. Katharina Kellmann (katharinakellmann-historikerin.de)


Das mit der Feuerwehrmannschaft trifft aber voll auf die Ostfront zu. Auf Grund der riesigen Weiten und der im Verhältnis geringen Anzahl der deutschen Flugzeuge konnten niemals strategische Operationen der Luftwaffe geplant und auch nicht durchgeführt werden.
Man ist immer von einem Brandherd zu anderen gehetzt.
Insofern ist die Aussage in #2 nicht ganz richtig. Man konnte sich nicht konzentrieren, man musste es.
Das sehe ich ähnlich, wobei die Deutschen nur mit einem Ostfeldzug von 8-12 Wochen geplant hatten. Strategische Operationen hätten da keinen Effekt gehabt. Da sich der kurzfristige Zusammenbruch der Gegenseite nicht verwirklichen lies, befand man sich ab Oktober 1941 in einem völlig neuen Krieg.
 

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Die Beteiligten, wie die SU und Beobachter des spanischen Bürgerkrieges kamen zu recht unterschiedlichen Bewertungen, wenn es um die künftige Rolle der eigenen Luftstreitkräfte oder die der Kampfpanzer ging. Erst die Ereignisse von 1940 stellten einige davon infrage.
 
Bleiente

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@Sens - vielen Dank für das Dokument. Ich habe es zwar erst einmal "nur" überflogen, aber schon einige interessante Punkte gefunden die nochmal auf dieser Basis vertiefen kann
 
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... Jeder Ostkämpfer wisse davon zu berichten, wie ihm die „Ratas, Il-2, Mig und Lag“ das Leben schwer machten ...
Ein Chemnitzer Luftfahrt/Luftkriegs- Hobbyforscher hatte mir mal von einem Gespräch mit einem ehemaligen Landser erzählt. Dieser hatte sich beklagt daß sie damals manchmal gar nicht gewusst hätten gegen wen sie eigentlich kämpfen- die Russen oder nicht doch gegen Amerikaner oder Briten. Auslöser war wohl das häufige oder in bestimmten Zeiträumen ausschließliche Auftauchen von Spitfires und amerikanischer Muster, ich glaube sogar Bostons. Welchen Zeitraum und Frontabschnitt das betraf frage ich nochmal nach.
 
FREDO

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Nunja, aber das ist doch wohl etwas weiter hergeholt. Schließlich gab es ja die Lend-Lease-Lieferungen auch nicht im Überfluss und in so vielen Geschwadern. Spitfire waren ohnehin nur Einzelmuster, Hurricanes und P-40 meistens im Hohen Norden und die Boston auch "nur" bei den Marinefliegern, wie auch die paar B-25. Mehr im Einsatz waren da schon die P-39 und P-63...
 

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In der kritischen Phase von 1941 war gerade die frühe Hilfe der Briten mitentscheidend und die sowjetische Rüstung war bis zum Ende des Krieges darauf angewiesen. Ab August 1941 halbierte sich die Sollstärke der Fliegerregimenter und sank 1942 auf 20 Flugzeuge je Fliegerregiment.
Britische Flugzeugeinsgesamt
Curtiss Tomahawks, Kittyhawks270
Hawker Hurricane2.952
Spitfire Mk V143
Spitfire Mk IX1.188
Handley Page Hampden46
Armstong Albemarle14
Briten insgesamt4.613
aus https://www.weltkrieg2.de/lend-lease-panzer-flugzeuge/



Die Spitfire (1942-45) wurden überwiegend bei der Luftverteidigung der SU eingesetzt und machten dort auch die sowjetischen Muster für den direkten Fronteinsatz frei. Zu jener Zeit hatte die SU immer noch einen Mangel an fronttauglichen Piloten und ein direkter Vergleich mit eigenen Mustern war unerwünscht.
In der sowjetischen "offenen Presse" war der Trend der Zeit, dass im Ausland gebaute Artikel nie besser als selbstgebaute Produkte dargestellt werden sollten. [176]
 
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Ja, es war nur die unbedeutende Menge von 17821 Flugzeugen.


US-Flugzeugeinsgesamt
Curtiss P-402.097
Bell P-39 Airacobra4.746
Bell P-63 Kingcobra2.400
P-47 Thunderbolt195
B-25 Mitchell862
Douglas A-20 Boston2.908
US insgesamt13.208
Britische Flugzeugeinsgesamt
Curtiss Tomahawks, Kittyhawks270
Hawker Hurricane2.952
Spitfire Mk V143
Spitfire Mk IX1.188
Handley Page Hampden46
Armstong Albemarle14
Briten insgesamt4.613
GESAMTSUMME17.821

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Ja, es war nur die unbedeutende Menge von 17821 Flugzeugen.
Naja, es entspricht in etwa der Gesamtmenge der 1942 insgesamt in der UdSSR gebauten Flugzeuge (und es fehlen noch einige Flugzeugtypen in der Aufstellung)
Wenn es auch Abstriche am Kampfwert infolge mangelnder Ersatzteile und Wartung geben mag. so ist der ökonomische Vorteil im Lend-Lease-verfahren auch nicht von der Hand zu weisen.
Und speziell die Bell Flugzeuge wurden von sowjetischer Seite durch als wertvoll angesehen.
 

Sens

Alien
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Wer zum Beispiel in FliegerRevueX: Die sowjetische Luftmacht am Vorabend des Krieges von Dieter Stammer gelesen hat, dem fällt auf, das fast alle Zahlen relativiert sind. Dabei gibt es jedoch eine vergleichende Gliederung, wer sich jeweils am 22.6.1941 gegenüber steht. Nur diese Kräfte befinden sich im direkten Kampf oder konnten überrascht werden. Immerhin gibt es dazu die Grafik auf S. 17, was im Text oft ignoriert wird.
Der Baltische Besondere Militärbezirk gegen die Luftflotte 1
Der Leningrader Militärbezirk ist noch nicht involviert und kann nicht überrascht werden.
Der Besondere Militärbezirk West gegen die Luftflotte 2
Der Kiewer Besondere Militärbezirk gegen die Luftflotte 4
Der Odessaer Militärbezirk ist noch nicht involviert und kann nicht überrascht werden.
Letzteres trifft auch auf alle weiteren Militärbezirke zu.
 

Mercur

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@modelldoc

OK, von den Zahlen her mag das ja eindrucksvoll klingen aber ein Großteil dieser Flugzeuge wurden weder von den USA, noch von GB als noch verwendungsfähig für die 1. Linie angesehen. Gerade die "Hurricane und P-40 fanden auf britischer Seite als Jäger nur noch in Fernost und Mittelmeer breite Verwendung und solche Typen wie "Hampden" und "Albemarle" wollte die SU gar nicht mehr haben, daher auch deren geringe Anzahl. Die "Spitfire" Mk.V war im Frühjahr 1942 auch nicht mehr der beste Jäger und den dtsch. Modellen Bf-109F-4 sowie Fw-190A-2/3 nicht mehr gewachsen. Zudem benötigte er "bessere" Flugfelder und war wenig für den Einsatz von primitiven Feldflugplätzen geeignet. Auch zogen die Briten diese aus aktiven Einheiten ab, daher die geringe Zahl. Die P-400/ P-39 wurde von den Briten als nicht wirklich tauglich angesehen und nur zu gerne an die Verbündeten (auch Franzosen und ab 1943 Italiener) weitergereicht. Faktisch haben die Briten also ab Ende 1941 bis Ende 1943 zumeist nur solche Typen geliefert, welche sie selber nicht einsetzen wollten bzw. konnten. Der Zulauf der deutlich besseren "Spitfire" Mk.IX begann erst 1944 als die sowj. Flieger selber ausreichend Yak's und La's hatten und die Luftwaffe an der Ostfront qualitativ und quantitativ deutlich schwächer war als noch 1941. Von den wirklich modernen Typen wie z.B. "Mosquito" gaben die Briten nichts ab... außer hier und da mal einem Testexemplar.
Bei den USA sieht das immerhin etwas besser aus - sie gaben auch die neusten Typen der P-40 ab (welche sie auch noch bis Ende 1943 selber im großen Stil einsetzten) aber bei diesen Mengen bei der Produktion fiel das kaum ins Gewicht zumal ja eben in Europa bis 1943 nur wenige davon gebraucht wurden (man nahm da lieber mal eine "Spitfire" der Briten). Bei der P-39 hielten wohl die sowj. Wünsche die Produktion am laufen weil die SU diesen Typ klar bevorzugte. Auch gaben die USA eine große Anzahl der A-20 aller Versionen ab welche von den sowj. Piloten sehr geschätzt wurden und zumindest eine Handvoll B-25. Mit der P-47 konnte die SU nicht viel anfangen da sie diese als schwere Jäger und Jabo gar nicht richtig einsetzen konnten/ wollten. Letztendlich wäre es wohl ohne die SU gar auch nicht zu dieser großen Serienproduktion der P-63 gekommen denn es stand ja früh fest, dass diese Maschinen sofort abgegeben werden. Allerdings brachte die SU die gar nicht mehr so oft in Europa mehr zum Einsatz sondern (die Gardeeinheiten stiegen ja von der P-39 zumeist auf die La-7 um) sondern rüstete damit viele der Regimenter in Fernost aus so das diese Maschinen fast keine Einsätze mehr sahen. Ganz real "fehlten" also den USA für den Eigenbedarf nur die vielen A-20 welche sie selber sehr oft im Pazifik und Nordafrika einsetzte und welche auch die Briten, aber auch Australier und andere Verbündete gerne abnehmen wollten.

Die wirklich ausschlaggebenden Posten auf der Liste bei den Lend-Lease waren also weniger die (bis Anfang 1944 größtenteils gar nicht mal so guten) Flugzeuge, sondern KFZ (schaut doch mal, wie viele Katjushas auf US-Trucks standen!), Ausrüstung (u.a. sogar Stiefel aber auch Funkgeräte etc.) und Unmengen dringender Versorgungsgüter (u.a. Treibstoff aber auch Konserven mit Verpflegung). Kaum ins Gewicht fielen dagegen die vielen Panzer welche man der SU lieferte...

Ach ja... so wirklich "geschenkt" bekam die SU das Zeug ja auch nicht - der finanzielle Vorteil lag also auf Seiten der Briten und Amerikaner.^^
 

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In der Rückschau kann man sehr viel genauer hinschauen. Da gibt es so einige Mythen an die Niemand aus politischen Gründen rütteln will. Um irgendwelchen Missverständnissen vor zu beugen. Der von Deutscher Seite verbrecherisch geführte Krieg ist unbestritten ohne das die Richtigstellung einiger Details daran etwas ändert.
Am 22.6.1941 begann der Angriff/Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Erst mit einer zeitlichen Verzögerung nahmen die Verbündeten Deutschlands daran teil.
In den ersten Tagen kämpften nur die Kräfte der Heeresgruppe Nord und Luftflotte 1 samt Fliegerführer Ostsee [etwa 270 Bomber] gegen die Streitkräfte des Sonderwehrbezirks Baltikum, die nach dem deutschen Angriff zur Nordwestfront zusammengefasst wurden. Von Memel bis südlich Kaunas etwa 220 km Luftlinie.

Die Kräfte der Heeresgruppe Mitte und Luftflotte 2 [ etwa 670 Bomber/Stuka/SG ] gegen die Streitkräfte des besonderen Militärbezirks West, die nach dem deutschen Angriff zur Westfront zusammengefasst wurden. Von Wilna bis Brest Litowsk sind es etwa 540 km Luftlinie.

Die Kräfte der Heeresgruppe Süd und die Luftflotte 4 [ etwa 360 Bomber/SF ] gegen die Streitkräfte des besonderen Militärbezirks Kiew, die nach dem deutschen Angriff zur Südwestfront zusammengefasst wurden. Von Kowel bis Czernowitz sind es etwa 420 km Luftlinie.

Rumänien und die 11. deutsche Armee wurden erst ab dem 1. Juli offensiv.

An 800 km des längeren Grenzverlaufes am Boden begannen die Kampfhandlungen der drei Heeresgruppen.

Der Luftschlag am 22. Juni traf insgesamt 66 Flugplätze.
11 im Baltischen MB
26 im MB West
23 im Kiewer MB
6 im Odessaer MB
 
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Als ergänzende Literatur empfehle ich:

Und wer es eher mit Bilder haben möchte:

Air Arsenal North America: Purchases & Lend-lease, Aircraft for the Allies 1938-1945 Gebundene Ausgabe
von Phil Butler (Author)

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Die automatische Google-Übersetzung ist lesbar. In dem Link wird erläutert, wie eine Spitzenstellung von 1937 als taktische Luftwaffe und die gemachten Einsatzerfahrungen durch die Eliminierung wichtiger Köpfe zu einer Schwächung der VVS wurden. Die Kraftanstrengung ab 1939, sie durch eine enorme Produktionssteigerung zu korrigieren und gleichzeitig einen Generationswechsel bei den Einsatzmuster zu schaffen, wurde dagegen Stalin zugeschrieben. Dabei wird gern übersehen, dass Flugzeuge sich deutlich schneller Produzieren ließen als das für ihren Betrieb notwendige Personal. Es sollte ja noch bis 1943 dauern bis dies so war und erst ab 1944 war die VVS eine uneingeschränkt nutzbare Streitmacht.
Auch die Deutschen hatten ein vergleichbares Problem. Sie konnten ihre Personalverluste bis zum Juni 1941 nicht vollständig ausgleichen. Eine höhere Flugzeugproduktion war auch hier immer möglich, doch sie lies sich nicht in Kampfkraft umsetzen, weil das dafür notwendige Personal nicht zeitgleich generiert werden konnte.
Die VVS war 1941 bei weitem nicht so veraltet, wie reklamiert. Selbst die I-15 konnte zu jener Zeit noch jeden deutschen Bomber, der auf seine Geschwindigkeit unter Bombenlast beschränkt war, abschießen oder in der Rolle als Schlachtflieger gegen Bodenziele zum Einsatz kommen. Dafür verfügte sie z.B. über zwei 50 kg Bomben oder 6 Raketen-Geschosse. Wurde sie jedoch von Bf-109 überrascht, dann war sie Chancenlos wie fast alle Einsatzmuster der VVS von 1941. Das lag weniger an mangelnden Flugleistungen, sondern dem Mangel an zuverlässigen Funkgeräten, die für ein koordiniertes Kämpfen in einer taktischen Formation unerlässlich waren oder ihre Möglichkeit zu nutzen, einen Vollkreis in 8 Sekunden zu schaffen. Nur wenige deutsche Piloten schafften es eine I-15/152/153/16 aus einem eingenommen Verteidigungskreis heraus zu schießen, solange deren Piloten die Nerven behielten. Doch das waren Kampferfahrungen die erst einmal gemacht werden mussten, um dann Teil der Ausbildung zu sein. Sie passten halt nicht zur offiziellen Grundhaltung und aus der empfundenen Zeitnot heraus unterblieben solche notwendigen Anpassungen und waren deshalb auf wenige Regimenter beschränkt. A. W. Woroshejkin beschreibt ja den langen Weg, bis die gemachten Erfahrungen Eingang in die VVS finden.
 
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Hier ist der interessanteste Teil die Karte. Auch ohne polnische Kenntnisse erkennt man u.a., dass dort dort die 66 Flugplätze mit Namen aufgeführt sind, die in den 4 Militärbezirken am 22.6.1941 angegriffen wurden. Die automatische Übersetzung des Textes verlangt eine guten Willen des Lesers, genauso wie die Rechtfertigungsversuche.
 
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Die Reorganisation der sowjetischen Luftstreitkräfte bis zum Juni 1941

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