Dioramen der Goldenen Jahre der zivilen Luftfahrt - Breguet Br 28T

Diskutiere Dioramen der Goldenen Jahre der zivilen Luftfahrt - Breguet Br 28T im Props bis 1/72 Forum im Bereich ROLLOUTS - Die Bilder Eurer Flieger !; Vielleicht hilft ein alter Film mit Jean Gabin?
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Alien
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Vielleicht hilft ein alter Film mit Jean Gabin?
 
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Im Raum links vom Zoll herrscht die Staatspolizei, die direkt dem Staatspräsidenten unterstellt war und eben durch regionale Themen nicht tangiert war. Entsprechend die Bilder an den Wänden:



Im Blick hat der Polizeiobere eine Landkarte, die die Umgebung von Bron zeigt, links davon die Tür zur örtlichen Polizei. Das Wappen der Staatspolizei prangt auf der Eingangstür in der Mitte, daneben der Stahlschrank, Spind-ähnlich. Hinter dem Schreibtisch das Wappen der Gendarmerie und ein Kalender - den kennen wir ja schon.

Die Einrichtung sieht man am Besten von oben.
Schreibtisch mit Lampe und Telefon, dazu ein paar Papiere, das muss genügen. Alles von Preiser, 1784!



Mme. kommt vielleicht aus Algier und ist in Marseille abgeflogen auf dem Weg nach Paris. Sie sucht wohl nach Pass oder Taschentuch – wir wissen es nicht. aber hier sieht man auch den Aktenschrank, auch Preiser 1784.



Der übliche Blick aus der Perspektive des Dio-Betrachters.



Ich hoffe, jetzt die Vorstellungen von Frisuren und Mode besser getroffen zu haben. Jedenfalls bin ich mal wieder begeistert von der natürlichen Haltung der Preiser-Figuren, mit denen man seine Fantasie beflügeln kann.
 
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25.4.
Weiter rechts wohnt die örtliche Polizei, die eben auch für den Flughafen zuständig war. Der Inspektor war wohl ein Fan der Luftfahrt, denn er begeistert sich offensichtlich für die epische Atlantiküberquerung eines französischen (!!) Flugzeug samt Besatzung von Paris nach New York am 2. September 1930. Das war eine Breguet 19 GR, deren Flächen und Leitwerk auch in der Breguet 28T hier auf dem Vorfeld verwendet wurden. Deren Poster ist eingerahmt vom Grundriss des Gebäudes und einem geöffneten Aktenschrank.



Der Aktenschrank ist wieder ausgedruckt und aus Papier gebaut.



Viel Platz bleibt da nicht mehr für den Gendarm, wie man von oben sieht. Immerhin reicht es für einen kleinen Schreibtisch und - endlich! - die berühmte Schreibmaschine! Egal, ob sie nun zeitgerechte Technik präsentiert, es bleibt sehenswert, was Preiser in diesem Maßstab liefert: die Gravuren lassen die tasten erkennen, mit ein wenig Drybrushing und Washing. Da war ich hin und weg.



Auch dir Frontansicht lässt die Enge erkennen. Kann man nur offen, dass der Herr sich den größten teil des Tages außerhalb dieser 4 Wände bewegen darf. Zumindest hat er die Akte wieder am richtigen Ort zurückgestellt - Ordnung ist das halbe Leben, wie wir Modellbauer auch immer wieder schmerzlich realisieren.



Zum Abschied von den Behördenbüros noch mal die "Besucheransicht".



Im Raum daneben haust die Frachtabwicklung - kommt demnächst!
 
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321sky

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Klasse, weiter so! Hast Du ein Tipp für ein gutes Link für die Möbel Bastelbogen ohne das ich stundenlang googeln muss? Vielen Dank
 
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Klasse, weiter so! Hast Du ein Tipp für ein gutes Link für die Möbel Bastelbogen ohne das ich stundenlang googeln muss? Vielen Dank
Mein Tipp: mit der Suchmaschine nach Bildern suchen, rauskopieren oder nachzeichnen, skalieren, Seiten und Deckel dazu - fertig!
 
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Links daneben geht es weniger Heroisch zu, dafür um so wichtiger für die junge Luftfahrt: Fracht, vor allem die der Post wird hier bearbeitet. Betreiber war auch die Dachgesellschaft der Rapide Azur, die Air Union. Daher prangt ein Plakat mit ihrem Netz an der Wand, daneben wohl eher einem besonderen Interesse des Verantwortlichen für die Fracht gefrönt: Ankündigungsplakat des Laufs zur Formel 1 in Genf zum 7. Juni 1931. Dann noch die Plakate von Bréguet und Rapude Azur.



Da hat sich ja ganz schön was angesammelt: Postsäcke und diverse Holz- und Metallkisten.



Die Schubkarre ist ein geniales Ätzteil F 129 von Langley Miniature Models , das übrigens auch die Bänke im Warteraum spendierte. Das alles übrigens in 1:76!



Der Papierkram war damals bestimmt gigantisch – wir erinnern uns ja kaum noch an die Zeiten vor Europa. Rechts der Preiser Schreibtisch samt Schreibmaschine. Das Papier - damals waren ja die von Reinhard May besungenen Durchschläge angesagt - stammt von einem Papiertaschentuch. Ebenso daher auch die Kladde auf dem Aktenschrank links, mit Weißleim gebunden.
Schön, dass es auch nicht genormte Körpergrößen bei HO gibt: der schwergewichtige ohne Arbeit stammt aus einer namenlosen Plastiktüte, die gefühlt 200 Figuren unbemalt enthalten, alle in eher ungewöhnlicher Haltung, vom fliegenden Rockschoß bis eben zu diesem Denkmal der Wichtigkeit.

Abschließend wieder der bekannte "Dio-Blickwinkel":


Jetzt sollten wir mal überprüfen, was von der ganzen Mühe übrig bleibt, wenn sie hinter den Scheiben des Erdgeschosses verschwinden.
 
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Ich bekomme vor lauter Staunen die Kinnlade nicht mehr hoch! Gigantisch was du da baust👍😎
 
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Danke, Wingcommander, wenn's nur Spaß macht!
Jetzt kommt ja der Show-Down:



Das ist nicht so ernüchternd, wie ich befürchtete. Ist allerdings mit guter Neon-Beleuchtung aufgenommen. Und der Abflugbereich?
Geht auch noch!



Aber das ist ja die Ansicht, die nur kleineren Kindern ohne Leibesübung gelingen werden. Erwachsene würden das eher so sehen:



Da wird es schon deutlich weniger einsichtig, aber ist immer noch glaubwürdig.
In der Zwischenzeit sind auf der Besucherpromenade auch Platten verlegt – kommen vom Architekturbedarf und wären nur mit viel Aufwand so schön in Eigenarbeit hinzubekommen. Das Dach des Fingers ist Vorbild-gerecht mit Dachpappe gedeckt. Die Säulen zur Stütze der „Kanzel“ sind auch schon eingesetzt. Und die Toiletten sind bereit! zumindest die Türen, die Innereien sparen wir uns.

Fazit: die Mühe lohnt sich, wenn wir noch mal die Ansicht ohne Innenleben ins Gedächtnis rufen.



So kann man es wirklich nicht lassen, die Fensteröffungen sind einfach zu groß. Im Obergeschoss sind sie zwar kleiner,



aber auch hier muss was rein!
 
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urig

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Ja, ein leerer Rohbau wäre nichts!
Das ganze sieht extrem modern aus (war wohl seinerzeit auch so gedacht) :-60:
Was mir auffällt sind die WC-Schilder: zu deutsch und zu sehr aus der heutigen Zeit. :cursing:
Google doch mal nach alten Toilettenschildern! :!:

Auch das Kürzel "WC" erscheint mir völlig "unfranzösisch", da Englisch.
 
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Ja, ein leerer Rohbau wäre nichts!
Das ganze sieht extrem modern aus (war wohl seinerzeit auch so gedacht) :-60:
Was mir auffällt sind die WC-Schilder: zu deutsch und zu sehr aus der heutigen Zeit. :cursing:
Google doch mal nach alten Toilettenschildern! :!:

Auch das Kürzel "WC" erscheint mir völlig "unfranzösisch", da Englisch.
Ich habe paar alte Fotos gefunden von Lyon Bron... Dein Dio ist sehr, sehr nah am Original, weiter so!
Toilette ist dringend, daher zuerst:
Richtig, am Original waren wohl nur Zeichen: Welche, läßt sich auf meinen Dokumenten nicht erkennen. Wir haben ja noch Zeit, was anderes zu finden - bin für Vorschläge offen!

Zum Vorbild:
321sky, Dein Bild zeigt den Rohbau, und da hat sich noch etliches geändert. außerdem ist die Auflösung mies. Ich habe im ersten Beitrag hier ja meine Vorlagen vorgestellt. Hier noch zwei:

Das erste diente zur Bestimmung der Masse durch Referenz.



Das zweite zeigt schön die Anordnungen im Vorfeld und ist ein frühes Bild.



Wichtig sind vor allem die Unterschiede in der Ausrüstung, wie der kleine "Leuchtturm" - mal mit, mal ohne- und die diversen Antennen auf dem Dach. Das wird entschieden, wenn alles sonst fertig ist, damit nicht zu viel Abweichungen vom zustand einer bestimmten Zeit auftreten.

Generell gilt aber auch die künstlerische Freiheit - das Dio soll ja nicht ins Museum, sondern zuerst mal mir gefallen.
 
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Jetzt geht es wieder in den „Eisenbahn-Modus“: Ich kann nicht anders, Ihr müsst Euch die durch die diversen Räume im ersten Stock quälen: fangen wir links außen an.
Da gibt es zunächst dass technische Büro – also in meiner Vorstellung, denn einen Grundriss hatte ich ja nur für das Parterre gefunden.



Der Schrank ist von Preiser, die Schreibtische nicht, könnten es aber sein. Das gilt ebenso für die Schreibtischlampe.
Auch die Stühle sind Modellbau, und zwar mit Hilfe der Silhouette. Wir werden ja eine ganze Menge brauchen, also lohnt sich diese Arbeit. Das sind 50 Stühle in einem kompakten Ausdruck.



So geht die lustige Falterei los: die Falze werden mit Weißleim „stabilisiert“ Das hat den Vorteil, dass es einerseits keinen Verzug gibt und andererseits ein nachträgliches Richten in der fortgeschrittenen Härtezeit möglich ist. Und natürlich das noch: Sekundenkleber oder Plastikkleber haben eine stark auflösende Wirkung auf Sheet: das dünne Häutchen an der Knickstelle würde weg schmelzen und die Montage deutlich aufwändiger machen.



So geht das recht zügig. Doch zurück zu den Räumen: Die Statistik verrät es: wir sind in der Geschäftsleitung des Aérogare. Telefon und Kaffeekanne von Preiser – einfach toll!



Und hier wohl das Chefbüro der Kommunikation des Aérogare. Presse, Reklame, Kundenpflege und Ticketkalkulation wurden hier behandelt, das ging sicher auch bis in die Gestaltung der Menus und der Kofferaufkleber.



Hier ist fast das das gesamte Mobiliar von Preiser, ebenso die die Figuren. Die Schreibmaschinen fand ich besonders schön: die Tasten sind graviert und lassen sich mit washing hervorheben – in 1:87!!


Übrigens sind die Löcher im Mobiliar der mitunter zurückhaltenden Lieferfähigkeit von Preiser geschuldet: damit es weiter geht, habe ich kopieren müssen. Sieht man aber eh nur auf solchen Bildern, sicher nicht mehr durch die Fenster.

Neben diesem Büro ist das Treppenhaus, wie im Original hinter Glasbausteinen versteckt und daher nicht detailliert. Und danach habe ich die Air Traffic Control eingemietet. Die besuchen wir später.
 
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Wimmelbilder - man lernt ja nie aus, danke dafür. Sehr lehrreich hier!

Also schaun wir mal rein in die ATC:
Im rechten Flügel war nach meinen Quellen der Funkerbereich und eine Küche. Da unser rechter Flügel stark gestutzt ist, nehmen wir eine Verlagerung der Küche in das dritte Stockwerk vor und kümmern uns hier ausschließlich um die Jungs von der Fernmeldeabteilung. Die haben es ja an den Ohren, also Kopfhörer- da beißt es auch bei Preisser aus. Gibt es aber bei PJ, allerdings in 72. Glücklicherweise sehr schlanke 72er, denn sie sind für die Bevölkerung von Modellcockpits gedacht, und da geht es bekanntlich eher sehr eng zu wegen der zu dicken Wände.
Für die artgerechte Umgebung gibt es im Netz glücklicherweise ein paar Vorlagen, wenn auch nicht aus Bron, so doch aus den 30igern.



Also wird ein zentraler Tisch gebaut, der auf beiden Seiten besetzt wird, macht 4 Personen. Die Details hatte Revell im He-177 Bausatz dem Funker zugedacht, das passt doch, wenn auch die als Flugzeugführer gedachte Figur hier nur im oberen Teile eine gute solche macht - die Fußhaltung wird hinter der Brüstung verborgen bleiben.
Dazu noch ein paar Nachempfindungen der Röhren-bestimmten Funkwelt der nicht miniaturisierten Zeit. Dazu gehören ja auch entsprechende „Handgeräte“ – also die Mikrofone. Draht- und Rohrabschnitte müssen es richten.



Die Röhrenseite präsentiert sich hier. An den Wänden die Karten der von Lyon-Bron angeflogenen Ziele.



Und hier die Funkgeräte und rechts die Bombenabwurfmimik aus Revell's toller He 177. Für mich passt das gut, zumindest das Funkgerät passt auch in etwa in die Zeit.



Ja, und eine Funkpeilanlage musste noch rein, hier ganz rechts, dann ist auch dieses Büro komplett. Die musste auch selbst gebaut werden. Sie wurde unter der Karte mit den Flugkorridoren nach Genf aufgestellt.


Auch hier ist die typische Pilotenhaltung der PJ Figuren zu sehen.

Nun sind die Einrichtungen komplett, die Technik steht, aber es wimmelt noch nicht ausreichend: hier das gesuchte bild, urig!



So, die zweite Etage wäre geschafft. Ist ja schön, wenn wir die einzelnen Räume so detailliert sehen können. Was es aber im "eingebauten" Zustand bringt?

Ach so: die weißen Kissen auf dem Parkett sind Weißleim. Wie gesagt, die Brüstung wird das verdecken, und ich möchte keine gelösten Figuren und einrichtungsgegenstände nach dem Transport etc. im Gebäude haben!
 
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Wir wir wissen gab es den Grundriss leider nur für das Erdgeschoss, weshalb wir uns für die Obergeschosse etwas einfallen lassen müssen.
Das erste Obergeschoss wäre ja schon gefüllt mit Flugplatzverwaltung und Flugaufsicht: hier alles auf der Grundplatte:
Sieht großzügiger aus als es ist, finde ich.



Die Frontansicht fehlt noch.



Im zweiten Obergeschoss gibt es auch wieder jede Menge Büros, aber an prominenter Stelle in einer Art Kanzel auch ein Restaurant. Aber fangen wir erst mal mit dem Ernst des Lebens an: den Büros. Im linken Flügel sind das 3, und darin residieren die Fluggesellschaften.
Ich nehme mal an, im Eckbüro war die Société Général de Transport Aérien, die in Sachen Fracht am meistens beschäftigt war und daher das größte Büro besetzt. Natürlich auch mit Damen – als Sekretärinnen.



Ich gebe zu, um den Spiegel bei der Dame im roten Kleid zu erkennen, bedarf es einer gewissen Phantasie. Aber diese Vergrößerung ist sowieso brutal. Aber die Schreibtische sehen nach Arbeit aus, das ist sicher. Die Kaffeetasse ist übrigens auch von Preiser, ebenso der Terminkalender an der Wand.

Die Herren benehmen sich auch Büro-gewohnt, hier die nachdenkliche Haltung, wohl nach dem Genuss der auf dem Schreibtisch befindlichen Ordner: bedrucktes Papier, darin Schnitzel von Papiertaschentüchern, in Weißleim gebunden – lecker!


Dann hätte ich beim Kollegen rechts gern noch die Rechenmaschine mit Papierrolle gemacht. Ist – in der Vergrößerung schon gar nicht – keine Schönheit, trifft es aber im Grunde, hoffe ich.

Fehlt noch der Chef: da ist er schon, jugendlich, dynamisch auf seinen bevorzugten Eckplatz zu eilend. Man beachte das Telefon: Ein wenig zu modern, aber mit dem Hörer aus Gussast habe ich mir echt Mühe gegeben. Die Zahlen auf der Wählscheibe - naja, man kann nicht alles haben.



Damit wäre das Eckbüro jedenfalls komplett.

 
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Daneben geht es deutlich anders zu: Das Büro der Rapid Azur muss sich mit den aktuellen Abläufen im Aérogare Bron befassen. An der Wand der Flugplan im Detail. Adlerauge in seiner Arbeitskleidung und der Verantwortliche mit Zubizerrer (oder deutsch Fernglas, französisch longue-vue) prüfen mal, ob auch alles so klappt. „Zubizerrer“ deshalb, weil der Herr aus einem Preiser-Sortiment mit bayrischem Focus stammt. Könnte natürlich auch a Preiss sein.


Schließlich noch die Air Union. Das ist die Dachgesellschaft der Rapid Azur. An der Wand der Organisationsplan. Wichtige Gespräche werden hier geführt, alles mit Anzug und Krawatte in dieser Zeit.




Und züchtig gekleidete Privatsekretärin sind natürlich ebenfalls präsent.


Kaffeemaschine braucht es hier keine – warum sehen wir später.
Jedenfalls ist der linke Flügel damit abgeschlossen.
 
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Im rechten Flügel muss auch eine Küche gewesen sein, in Frankreich dreißiger Jahre und dann noch Lyon – das sollte schon etwas extravaganter sein. Eigentlich war die ja ein Stockwerk tiefer, über dem Restaurant. Aus Platzgründen und weil ich auf keinen Fall auf ein Restaurant verzichten will, nutze ich die künstlerische Freiheit und alles zieht ein bisschen um. Also schauen wir uns zuerst besagte Küche an: nein, Einrichtungsgegenstände und spezifische Figuren gibt es nicht - oder sind schon seit vielen Jahren nicht lieferbar. Also selber machen – aber wie sah so eine Küche 1932 aus?
Glücklicherweise gab es im Netz ein paar Hinweise, die zu meinem Plan passen.


Passend zu den Räumlichkeiten in meinem Dio-Gebäude lasse ich mir eine Einrichtung einfallen und hoffe, dass das den Küchen-Praktikern nicht zu sauer aufstößt - ich esse gern, koche aber höchstens Motorradketten oder verformtes Resin.
Hier gibt es einen Arbeitstisch mit Anrichte, Schubladen und Spüle sowie einen Herd. Alles mit der Silhouette geschnitten oder besser geritzt: kann ich von Hand auf keinen Fall so gut!



Ja richtig, Figuren brauchen wir auch. Nach gründlicher Durchsicht meines Bestandes und ein paar chirurgischen Eingriffen haben diese drei hier das Casting gewonnen:



Der Koch gewann wegen seiner Kleidung, ebenso die Dame in der Mitte. Zenzi, die dritte im Bunde ganz rechts war wohl ursprünglich für ein Bierzelt vorgesehen, passt aber gut hinter die Anrichte - dann fällt das bajuwarische nicht so auf und das Dekolletee wirkt sicher nicht störend. Die Kochmütze ist aus Papier, das Schiffchen bei der zentralen Dame trug früher eine US Soldat. Manche Opfer sind einfach nötig.

Nun sollen die Damen und Herren ja irgendeine Geschichte erzählen. Fangen wir mit dem koch an: er kriegt eine Pfanne mit Pommes, die er auf dem Herd "bedienen" kann. Hier die natürlich gekachelte Küche, kariert war sehr üblich, auch wenn es davon manchen schwummrig vor Augen wird. Köchen wohl nicht, hatten sie doch meist auch noch kleinkarierte Hosen. Ich belasse es hier mal mit grau, auch gern getragen.



Auf dem Herd ein Wasserkessel aus dem genialen Preiser Sortiment 17220. Ist mir völlig unverständlich, wie man solche Feinheiten als Spritzguss fertigen kann! Die Pfanne ist Eigenbau und hier zeigt sich, wie gut die Figur passt, diese Läassigkeit: wir erwarten, dass gleich die Fritten (Preiser 17220!) gekonnt in der Luft gedreht werden.

Dieses Sortiment hat Teller, Tassen Gläser, Bestecke, Platten, Flaschen und diverse Gerichte, sogar Blumenvasen. Aber keine Töpfe! Die brauchen wir aber dringend in der Küche. Wie man die herstellt? Schaun wir mal.
 
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Viel ist ja nicht dran an so einem Topf – wenn da nicht die Henkel wären. Wir probieren es einfach mal: ein Messingrohr wird abgelängt, 0,2mm Messingdraht mit diesem unübertroffenen Werkzeug zum Ring geformt.


Wenn diese Ringe aufgeschnitten werden, sollten wir die Henkel haben. Da sind sie schon. Handhabung gelingt mit einer sehr spitzen scharfen Pinzette. Gelingt nicht mit dem Bleistift. Habe mir extra einen ganz großen besorgt, damit ich die Teile leichter finde. Ja, das Alter.



Montage in dieser genialen Vorrichtung. Kann man auch als Zahnstocher benutzen, sagt man.



Mit der Pinzette und zähflüssig schnellem Sekundenkleber gelingt es tatsächlich! Zumindest mit einem Henkel, aber wir brauchen zwei.



Ursprünglich wollte ich den Henkel mit Weißleim bändigen, da kann man noch korrigieren. Die Adhäsion machte einen strich durch diese Rechnung: sofort klappte der von der Pinzette befreite Henkel um und war nicht mehr zum Aufstehen zu bewegen. Also Sekundenkleber: weil der sofort hält, ist die spiegel-genaue Montage des zweiten so gut wie ausgeschlossen. Doch deshalb sind wir nicht geknickt, dann werden die Töpfe eben so gedreht ins Regal gestellt, dass es nicht so auffällt – wenn man es denn überhaupt sieht.
Was man von den Töpfen sieht, seht Ihr hier.



Jetzt ist die Umgebung des Kochs schon komplett möbliert. Über der Arbeitsplatte sind zwei Regalebenen, und auf der oberen thronen die Töpfe! Daneben sogar eine Kasserolle, das grüne Ding, auch mit Griff.

Auf dem Herd ist es auch voller geworden: vorn eine Platte mit aufgeschnittenem Braten, Frittenpfanne und Wasserkessel kannten wir ja schon. Aber die Kupferschüssel ist neu.



Die lässig gekonnte Haltung des Kochs gefällt mir immer wieder. Habt ihr schon den Dunstabzug gesehen? Alles an Bord in der Küche: der Raum dahinter enthält unsichtbar für uns die Vorräte und den Eisschrank. Ob es hier schon der 1931 von den Zschopauer Motorenwerken J.S.Rasmussen mit DKW Kühlung ausgerüstete chemische Kühlschrank stand, ist mir nicht bekannt. Ist aber eh wurscht, weil wie gesagt für uns nicht sichtbar. Dafür aber davor die Anrichte mit Spargelplatte, dem in Frankreich übliche Brot, der Schinkenplatte und der Sauciere mit der bekanntlich nicht auftragenden Sauce Hollandaise. Also ein Diätgericht.
Spüle samt Wasserhahn und Ventilen sowie diverse Teller und Tassen sind auch zusehen.
 
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Dioramen der Goldenen Jahre der zivilen Luftfahrt - Breguet Br 28T

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