Dioramen der Goldenen Jahre der zivilen Luftfahrt - Macchi M.C.100 der Ala Littoria

Diskutiere Dioramen der Goldenen Jahre der zivilen Luftfahrt - Macchi M.C.100 der Ala Littoria im Props bis 1/72 Forum im Bereich ROLLOUTS - Die Bilder Eurer Flieger !; Gerade ein Flugboot sieht ohne irgendeinen Bezug irgendwie merkwürdig aus. Es kann ja noch nicht mal ohne zusätzliche Maßnahmen stehen! Und die...
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Gerade ein Flugboot sieht ohne irgendeinen Bezug irgendwie merkwürdig aus. Es kann ja noch nicht mal ohne zusätzliche Maßnahmen stehen!
Und die Möglichkeiten einer Präsentation sind mannigfaltig:
  • auf einem Gestell in oder vor einer Halle
  • auf dem Rollwagen am Slip auf dem weg zum oder aus dem Wasser
  • am Kranhaken
  • im Wasser fahrend / startend / landend
  • fliegend
  • im Wasser liegend zum Pax - Einstieg oder Ausstieg

Für letzteres habe ich mich entschieden und hatte Pilot und Co schon in die Sessel gesetzt. Türen und Luken sind auch auf, da macht nur dieses Manöver irgendeinen Sinn.


Es gibt ja Modellbauer mit künstlerischer Phantasie und ich beneide sie. Bei mir ist eine Vorlage quasi Bedingung für eine Diorama.OK, muss dann nicht genau so werden, aber die Richtung und / oder bestimmte Details sind klar. Und gerade da zeigt sich, dass der frohe Mut, entstanden aus der Zuversicht reichhaltiger Beute von Bildchen im Netz zumindest bei italienischen Flugbooten dahin schmilzt wie Akrylplatten auf dem Toaster.

Es gibt ohnehin nur wenige Bilder der MC100 - an Land, fliegend oder bestenfalls fahrend. Aber mit Passagieren ist da nix! Also schauen wir uns mal die Gerätschaften an, die dafür nötig sind, also Stege oder so was. So viele englische, amerikanische und französische Stege habe ich gefunden, toll. Auch deutsche Anleger gibt es, sogar russische. Ja, auch italienische: gemeinerweise aber alle mit Doppelrumpf-Fliegern (Savoia S.55 und S.66) oder mit Stummelflächen, die als Vorplatz zum Einsteigen genutzt werden können. Aber Flugboote mit Stützschwimmern - Fehlanzeige!

Dann kam meine italienische Vergangenheit zum Zug: suchen wir doch mal in italienischen Foren und Zeitungsarchiven nach "Idroscale"! Wassertreppen nennen die Italiener die Wasserflugplätze, und die sind ab Ende der Zwanziger buchstäblich landesweit eingerichtet worden, selbst in Mailand, Turin oder Pavia mit riesigen Einsatz von Erdbewegung. Und da finde ich doch tatsächlich 2 (zwei!) Fotos der Vorgängermühle, der MC.94, die Antworten zu meinem Thema geben!
Erstens aber ist klar, dass Flugboote mit Stützschwimmern nicht an Stegen liegend fotografiert wurden. Sie liegen im offenen Wasser an einer Boje.
Wie man hier in Ancona sieht. Und die Boje!
Und netterweise eben auch am gleichen Platz eine Aufnahme mit Passagieren im Boot:

Das wird mit 3-motorigen Fliegern nicht anders gewesen sein, denke ich!
Also brauchen wir eine offene Wasserfläche, gern als Basis aus Styropor. Das Ausschneiden für die Aufnahme des unter Wasser liegenden Teils (nein, da wird nichts am Modell abgesägt, Styrene verbietet so etwas!) ist Fummelsarbeit, try by error. Daher mache ich erst mal ein grobes Loch in der 10mm Trägerplatte und probiere die richtige Wasserlage.


Die Stellprobe soll zeigen, ob das auch für den Betrachter dann richtig ist. Dazu habe ich mal ein Bötchen an die Einstiegsposition gestellt.
Dazu noch die Boje, den Dreh- und Angelpunkt der ganzen Aktion.



Die Tür an SB ist ja auch noch offen. Da muss aber nun nicht unbedingt schon ein Boot angelegt haben. Aber es gibt ja genug Wasserflächen, wo man noch sinnvoll ein Boot mit Material (vielleicht das so begehrte Toilettenpapier?) und Personal auf dem Wege zur Tür zeigen kann, das dann für den Betrachter noch sichtbar ist.
Jetzt müssen wir erst mal die Boote haben, die Boje ist ja schon aus 15mm PVC-Stab gedreht vorhanden.
 
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Es ist ja immer das Gleiche: klar wissen wir wie ein Boot aussehen muss. Wie lang? Meine Eltern hatten in den 70igern mal so ein Boot, eine ChrisCraft von 21 Fuß Länge. Das war ein offenes Sportboot und es hatte 2 Sitzreihen und hinten eine Liegefläche - also wird unser Boot so um 10 cm lang.
Wie breit, wie hoch, wie war der Verlauf des Decks, wie breit der Innenraum, wie....? Eben, schätzen kann fehlen, denn ich weiß es nicht, ebenso wenig wie breit und Hoch die Standardsitze im Eurowings Airbus sind und welchen Winkel die Flächen haben. Wenn man es denn selber bauen muss, wird es einfach nötig, präzise Antworten zu haben. Da hilft nur eine Vorlage eines Originals - und so etwas ähnliches gibt es für die ChrisCraft, die ja auch schon 1938 gebaut wurde.
Also wird die Silhouette angeworfen, die Masse sind ein wenig angepasst, denn wir brauchen hinten Sitze oder Platz für Gepäck, und keine Liegefläche. So soll sie aussehen:


Das wäre mein erstes Boot in 1:72! Als 17-jähriger habe ich schon mal eins gebaut, aber in 1:1 und nach Plan aus der tollen Zeitschrift hobby, da habe ich unglaublich viel gelernt. Zum Beispiel, dass ich nur nach Vorlagen was glaubwürdiges bauen kann.
Hier jetzt die Einzelteile, wie sie die Silhouette mir in 0,5mm Sheet geschnitten hat. Die Grundteile, Boden, Deck und Kiel sowie Spiegel sind schon montiert, das Deck über der Tischkante vorgerundet.



Im Bugbereich braucht es Spanten, um die Seitenwand vernünftig einsetzen zu können: vorn konkav,hinten leicht konvex.



Aus Holz ist das eine echte Prüfung, hier ist das viel leichter: Mit Papier wird eine Schablone erstellt und auf Sheet übertragen, jetzt aber 0,25mm.



Ein wenig vorgebogen, also mit Tischkante und Fingernägeln oder was einem sonst noch Spaß macht passt das Ding wie A auf E.



Das baut doch auf, oder? Geht also doch.
Allerdings finde ich dieses Boot nur als VIP Taxi geeignet. Der Flieger hat ja 2 Türen: wir könnten ja auch SB, als oder hinteren Tür dieses Vip-Taxi in der Anfaht , aber auf der SB Seite, also vor der Tragfläche, ein einfacheres zweites Taxi angelegt zeigen.
Noch'n Gedicht - wird dann wie mein 1:1 Frühwerk. Das hatte übrigens einen 400 Kubik ILO Aggregate-Motor, der von der Bahn ausgemustert worden war. Was hat der gestunken...
 
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FireBomber1961

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Boah, Zivilist - klasse Idee für die Präsentation und ich wünschte, ich hätte auch diese Zeit dafür :applause1:. Dürfen wir uns eine Lackierung als hochglänzenden Holzrumpf freuen? Passt gut in die 30er Jahre :thumbup:
 
urig

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Christian,

ich lese Deine Texte gerne. Da darfst Du den Rollout gerne noch ein wenig mit Baubericht strecken. :011:

Auch ich kann mir das Boot schon gut vorstellen!
 
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Dürfen wir uns eine Lackierung als hochglänzenden Holzrumpf freuen? Passt gut in die 30er Jahre :thumbup:
Christian,

ich lese Deine Texte gerne. Da darfst Du den Rollout gerne noch ein wenig mit Baubericht strecken. :011:

Auch ich kann mir das Boot schon gut vorstellen!
Freut mich, dass Ihr auch Bötchen akzeptieren könnt - im Flugzeugforum!
Es wird ja 2 Boot geben: Das schnittigere möchte ich schon gern in Mahagoni machen, natürlich sie Decks mit den Einlagen in hellem Teak. Über das "wie" möchte ich noch nachdenken. Eine tolle Vorlage habe ich gerade in Sinsheim gesehen. War wohl auch ein ChrisCraft.


Da könnten die schönen Aufkleber von Alexander Glass (U v.d.Rosten) oder HGW helfen - wenn ich sie noch in meinem Bestand finde.
Und grünes Leder für die Sitze?


Könnte natürlich auch blau oder rot sein. Jedenfalls sind die Grundformen und Proportionen abgesichert.

Und für Dich, Uli:
Es braucht ja noch ein "Wassertaxi", wie es im Bild in #1 zu sehen ist. Diesmal fast ohne Silhouette, die mir eine Schablone für Boden, Deckel und Silhouette macht, der auf eine Balsaholzplanke aufgeklebt das Aussägen des Rohlings erleichtert.



Sieht schon deutlich normaler aus: da könnte ich mir Gepäck, Passagiere und angehängte Fender schon eher vorstellen als in der ChrisCraft.



Da es nicht ausgeschlossen ist, das ich solche Bötchen auch in anderen Dios noch mal brauchen kann, forme ich sie ab und gieße mir eine Kopie. Bei dem Boot aus Sheet versuche ich das mit einer einteiligen Form, was für einige wenige Kopien ok ist. Das andere aus Balsa halbiere ich erst mal nach gründlicher Vorbehandlung mit Surfacern

und mache dann wieder eine einfache Form: Vorsicht mit Balsaholz: das Zeug schwimmt im Silikonkautschuk gern auf. Aber einem starken Willen kann sich das Material nicht verwehren: Traraa:

Da innen sowieso ja noch eine Einrichtug reinkommt, spielen die mangelnder Behandlung des masters mit Schleifen und Spachteln geschuldeten Bläschen keine Rolle - das schmieren wir später wieder zu.
 
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Ja, die Decals habe ich gefunden. Einer gründlicher Prüfung hinsichtlich maritimer Tauglichkeit konnten sie nicht stand halten: Das Holz ist einfach zu stark gemasert. Mahagoni ist viel einheitlicher, da sind Maserungen nahezu nicht zu erkennen. Also kommt die gute alte Variante der Bemalung wieder zur Anwendung - bitte nicht gähnen, denn ich hab das bisher noch nicht gemacht, also mit Ölfarbe.
Fangen wir erst mal mit der Grundierung an: ich nehme mal Tan, Sand-gelb wäre wohl genau so gut. Aber in meiner Erinnerung war die Füllung mit Teak immer eher Grau- stichig als Gelb.


Zuerst mal sehen, wie das so aufgeteilt werden kann, wenn die klassische Riva-Machart dargestellt werden soll. Die Füllungen wären dann 0,3mm, das könnte man mit Klebeband oder Decal auf Braun hinkriegen.


Vielleicht ist das aber doch zu anspruchsvoll; eigentlich will ich ja Flugzeuge bauen. Entscheidung: Erst wird probiert, eine Schicht zu lackieren und mal sehen, wie das wirkt, wenn man mit dem Pinsel die Fläche des Decks auflockert.

Fehlt noch die Farbe. Ölfarben habe ich nicht so viele, gebrannte Umbra ist zwar da, aber der Rotschimmer fehlt. Also Farben kaufen, wo ich doch auch die Plaka-Farben für meine Wasserspiele besorgen muss. Knauber war immer eine gute Adresse, tolle Auswahl. Und so habe ich den letzten Tag der Geschäftstätigkeit von Knauber hier miterlebt: Ausverkaufsstimmung, hauptsächlich Ramsch ist noch übrig. Und ein Tübchen Rotbraune lasierende Ölfarbe!!

Und dann ist das dabei heraus gekommen.



Muss jetzt tagelang in einer staubarmen Umgebung trocknen. Auf so einer Basis habe ich bei originalen Holzbooten (Rudern war bei mit mal Schulsport) gelernt, Lasur aufbringen, schleifen, zweite Schicht, schleifen, usw. bis alles glatt und tief ist. Bin gespannt, ob sich das hier lohnt.
 
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Norboo

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Toll, was aus dem Resinrohling entsteht! Dieses Asses....Accesoa.....dieses Zubehör bringt immer Leben in Deine Dioramen!

Knauber macht zu? Wieder ein gute Adresse weniger....
 
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Das Wassertaxi soll ja doch mehrere Personen befördern können - sitzend, denke ich. Die Vorlage in #1 zeigt ja, das etliche an Bord sind. Ansonsten ist nur zu erkennen, dass der Rumpf in weiß gehalten ist und es keine Aufbauten gibt. Also könnte man machen, was man will. Falls man weiß, was man will. Der Knackpunkt ist, Sitzplätze, Motorhaube und freier Zugang zur Mitte des Bootes zu haben, wo die Passagiere wohl einen Tritt auf dem Süllrand haben und darüber ein- oder aussteigen. Bildchen im Netz gibt es, schwer der Ziel-Zeit zuzuordnen. Dann habe ich doch was gefunden: da baut jemand unter dem schönen Namen Oldschool eine ChrisCraft 18 auf Elektro-Antrieb um oder damit wieder auf.


Das hilft zumindest für die Anordnung. Mein Bötchen wird aber mit 18 Fuß nicht auskommen. es werden 22 davon nötig sein, um mehr Sitze zu bekommen. Jedenfalls kann ich mir das so vorstellen:



Auf dem Bugdeck wurden Schwallleisten aufgebracht, die das ChrisCraft auch hatte. Neu sind die Sitze hinter den Vordersitzen, das gibt Länge. Rechts unten das Lenkrad, vom Rohrprofil abgeschnitten und mit 0,5mm verspeicht, Lenksäule asymmetrisch zur Vortäuschung einer Nabe.

Das Deck soll auch wieder Holz zeigen, während der Rumpf weiß bleibt. Das mit der Ölfarbe ist ja schön und gut, aber es dauert ewig und gibt zwar Holzstrukturen toll wieder, weniger gut jedoch die bei Luxus-Bötchen üblichen Teak-Einlagen. Jetzt wird mal die Mahagony-Farbe von Gunze probiert.



Das Rot der Lederbestuhlung geht ja, aber Boden und Innenseiten sollten anders werden. Klar, auch die Oberfläche des Deck bedarf noch eine wenig der Nacharbeit. Schaun wir mal, was sich daraus noch machen lässt!
 
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Norboo

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Schwallleisten und Süllrand. Hier lernt man neue Wörter!
 
airforce_michi

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Wörter. Worte können aus mehreren Wörtern bestehen.
 
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Wenn Ihr schon so weit im Begrifflichen seid, bitte ich, meine Wortwahl einfach durch passendes aus Eurem Wortschatz zu ersetzen. Ich lerne gerne hinzu, auch wenn man davon wohl leider wenig merkt.
 
Norboo

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Nein, es sind ja Fachbegriffe aus dem Bootsbau, die mir nur nicht geläufig waren.
 
airforce_michi

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Bin durcheinander. Ich sehe ständig die Überschrift mit den Goldenen Jahren der Luftfahrt und dachte, es ist immer das selbe Thema. Oder das Gleiche?!

Offenbar sind es aber mehrere Themen, sowohl unter Bauberichten wie/als auch in Rollouts...?! 😳

Also auch verschiedene Flugmaschinen. Ich dachte, es ist immer noch der Thread mit dem Herakeldingens...
Ich kenne mich ja gar nicht aus mit all diesem frühen Klapperkram...
 
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Bin durcheinander. Ich sehe ständig die Überschrift mit den Goldenen Jahren der Luftfahrt und dachte, es ist immer das selbe Thema. Oder das Gleiche?!

Offenbar sind es aber mehrere Themen, sowohl unter Bauberichten wie/als auch in Rollouts...?! 😳

Also auch verschiedene Flugmaschinen. Ich dachte, es ist immer noch der Thread mit dem Herakeldingens...
Ich kenne mich ja gar nicht aus mit all diesem frühen Klapperkram...
So Isses, Michi!
Ohne den Klapperkram hättest Du Deine Favoriten auch nicht.
Die "Goldenen Zeiten" sind wohl die Jahre zwischen den Kriegen, also 1919 bis 1939, in denen sich eben ganz besonders die zivile Luftfahrt entwickelt hat, hat mir mal einer gesagt, der es gerade noch erlebt hat. Und ich mache da so ein Mittelding zwischen Indiana Jones, Karl May und St. Exupery draus, fuer die reifere Jugend eben. Das Diorama dazu im Roll Out, denn dann ist der Flieger ja fertig gebaut. Schon schwierig. Aber mich freuts!
Ist Dein Tag jetzt noch zu retten?
 
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Fleißiges Schnipseln von Tamiya Klebeband war nötig, um das Deck realistischer aussehen zu lassen. Tan von Gunze soll Teak vorgaukeln. Wer Boote im mittelmeer kennt, weiß, dass dieser Farbton eher freundlicher ist als die verblichenen Teak-Einlagen der Originale. Interessant ist der Vergleich mit dem Riva-Boot, dessen Holz auf Ölfarbe basiert.



Was gefällt denn besser?

Das Wassertaxi bleibt jetzt so. Zunächst kriegt es sein Lenkrad, einen Chromrand als Stoßleiste - absolut nutzlos, aber eben schick: siehe Stoßstangen. Und Klampen sind auf SB schon mal montiert.



Die Instrumente moderner Jets sind zu meiner Verbüffung in 1/72 auch für Boote passend. Das Abgasstutzen am Spiegel sollte eigentlich eine Aderhülse für Kabel sein: Da sieht man mal wieder, wie das Schicksal so mit uns spielt, wohl auch mit Kabelhülsen.

Übrigens ist die hintere Sitzbank auch mal für was anderes vorgesehen gewesen: das war ein Spant der H.P.42, für die "W"-Variante benötigt - daraus wird nun nichts mehr.



Auch die Ecken bekommen Chromschutz. Was noch fehlt sind nicht nur die Klampen auf BB (die sind mit fröhlichem Pling dreimal in ie Unendlichkeit entkommen, geht heute wohl nicht mehr) , sondern auch Kraftstoffeinfüllung, Flaggenstock samt derselben und vor allem eine Windschutzscheibe. Heute eher nicht mehr...
 
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urig

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das Taxi könnte dem Flugboot die Show stehlen :1034:
 
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Wie war das noch mal mit dem einen Schritt weiter und dem Abgrund?
Ist schon abgründig, in einem Flugzeugforum ständig über Boote zu schreiben, aber es gehört nun mal zum Wasserflugzeug dazu, wie Busse etc. zum Landflugzeug.

Neuer Tag, neues Spiel: von oben sieht man das Ergebnis von etlichen Versuchen, wie die Dinge zu machen sind, bis sie zumindest mir gefallen. Da kann man schon richtig viel Zeit reinstecken, hätte ich nicht vermutet: bloß ein Bötchen...

Fangen wir vorne an:
  • zentral vorn die Positionsleuchte, dahinter der Poller
  • li und re vorn die Klampen zur Durchführung der Tampen
  • dann die Scheibe. Zu der kommen wir noch,
  • re und li auf dem Süllrand (Achtung, schon wieder das Fachwort!!) die Trittflächen



Dazu kommt noch die Beladungslinie, die an BB noch fehlt - Materialschwäche...
Dafür sieht man zu Windschutzscheibe ein paar Details. Das Ding besteht aus planen Glaflächen, rahmenlos, Die werden mittig und seitlich in Metallprofilen gefasst. Die Mittelstrebe ist gegen das Deck mit einer Stütze im richtigen Winkel gehalten. Gleiches tun die beiden Bögen zum Süllrand, die auch als Handgriff dienen.



Diese Konstruktion ist nicht mir, sondern ChrisCraft eingefallen, amerikanisch pragmatisch.

Am Bug sind zu sehen
  • Metallprofil zur Bugverstärkung - gerade bei Holzbooten unverzichtbar.
  • der Poller, der einen Teil seines Daseins als Stecknadel fristete.
  • die Positionsleuchte. Aus konisch gezogenem Gußast gefeilt und geschliffen. Meine Fingernägel sind jetzt auch anders.
  • die SB Scheuerleiste, die nochmal verbessert werden sollte. Immer wieder entwickeln die selbstklebenden Alufolien ein Eigenleben.



Die Tritte entstanden der Empfehlung eines bekannten Modellbauers folgend aus der Folie, mit der Rotweinflaschen ihren Hals und Zugang zum Korken schützen. Entgegen kam mir die schwarze Lackierung der Alufolie. So konnten die "Gummileisten" durch Abschaben der Farbe einfachst und haltbar entstehen. Apropos haltbar: die Plättchen sind mit UHU Alleskleber angepappt. Sekundenkleber war mir zu kritisch (Ausrichtung und Zeit) und Weißleim traute ich nicht. Hoffentlich vergibt er mir das, denn beider Scheibe verlasse ich blind auf ihn!! Aber unter den Tritten dauert das Abbinden u.U. zu lange.



Der Blick von innen auf den Bug offenbart die aufwändige, mit Heftklammern durchgeführte Lagerung der Windschutzscheibe.
In Sachen Instrumente: keine Ahnung, was was anzeigt. eben italienisch, Hauptsache es macht Spaß!



Keinen Spaß macht mir das weiße Lenkrad. Die Farbe ist einfach zu weit weg vom Rest. Mit Radome (in Ermangelung von Elfenbein...) geht es mir schon deutlich besser.



An der Flagge samt -nstock arbeite ich noch, ebenso an den Scheuerleisten, die im hinteren Drittel den Rumpf schützen sollen. Der Tankstutzen war bei diesen Geräten wohl nicht offensichtlich - jedenfalls habe ich nichts dazu gefunden. Da der Tank normalerweise in der Bilge liegt, sollte im Heck oder irgendwo im Süllrand sowas sein - nichts gefunden.
Also müssen wir wohl zumindest vorerst darauf verzichten.
 
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das Taxi könnte dem Flugboot die Show stehlen :1034:
Kann nicht sein.



Nach wie vor glaube ich fest daran, dass gleiche Hingabe und Aufwand eine mDiorama eher zu- als abträglich sind. Ist doch auch schön, wenn für Jeden was dabei ist. Und Boote haben mich schon immer stark berührt. Auch wenn eine Freund von Down Under nach einer gemeinsamen Bootsfahrt auf dem Bodensee seine Einstellung nicht ändern wollte: Boats are just holes in the water to put money in.
Die Erfahrung ibt ihm Recht. Aber auch, dass nicht alles, was Freude macht, vernünftig ist. Für mich hat sich mein Boot jedenfalls immer gerechnet - unvergessliche Erlebnisse...

Und ich denke, so hast Du das auch gemeint!
 
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