Einsatz der japanischen Zero bei der Luftwaffe

Diskutiere Einsatz der japanischen Zero bei der Luftwaffe im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hallo, was wäre geschehen wenn Hier wird des Öfteren über die verschiedenen Aspekte der Bewaffnung der ehemaligen deutschen Luftwaffe...
dorafan

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Hallo, was wäre geschehen wenn

Hier wird des Öfteren über die verschiedenen Aspekte der Bewaffnung der ehemaligen deutschen Luftwaffe gesprochen.
Ich weiß nicht ob dieses Thema schon einmal angesprochen wurde möchte selbst dann dieses Thema noch einmal aufgreifen.
Rein von den technischen Fähigkeiten wären die deutschen Flugzeugwerke sicher im Stande gewesen, eine Zero nachzubauen.

Was wäre also geschehen wenn : Deutschland über ca 500 Zeros verfügt hätte.

Ich möchte nur einmal einen Aspekt aufgreifen: Es wäre möglich gewesen mit diesen Maschinen den deutschen Bombern Geleitschutz zu geben um zum Beispiel Scapa Flow anzugreifen und dort eine zeitweise Luftüberlegenheit zu erreichen. Die britische Flotte wäre zum Ziel der deutschen Bomber geworden.

Bitte betrachtes diesen Beitrag nicht als den eines Revanchisten, ich würde nur gerne einmal über reale Möglichkeiten diskutieren und nicht über Unmögliches.

MfG

Dorafan
 
Toryu

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Zeros zu fertigen wäre nicht das Problem gewesen. Problematisch war das Entwicklungspotential der Zero:

Als leichtestmöglicher Entwurf für die flugzeugträgergestützten Kräfte der KJM und entsprechend der Luftkampfdoktrin des Landes war das Flugzeug mit vielen Kompromisslösungen belegt:

Funkausrüstung, selbstdichtende Tanks und andere Modernitäten wurden absichtlich nicht verwendet (hätte man aber freilich in einer deutschen Version einbauen können!).
Das Flugzeug selbst war einerseits auf Reichweite und (vor allem!) Endurance ausgelegt - andererseits auf maximale Leistung im Kurvenkampf. Man bediente sich eines möglichst leichten Triebweks (mit vergleichsweise nicht herausragender Leistung) und eines Flugwerks, das auf minimale Leistungsanforderungen ausgelegt war. Daraus ergaben sich große Flugdauern und sehr gute Langsamflug- und Kurveneingenschaften.
Was dagegen aber litt waren Reisegeschwindigkeit (niedrig!), Leistungen bei hohen Geschwindigkeiten und die Entwicklungsmöglichkeiten.

Wenn man so will, war die Zero ein Entwurf für einen Arbeitspunkt, mit Designzielen, die nicht mit dem europäischen Kriegsschauplatz vereinbar waren.

Für größere Geschwindigkeiten, wäre ein erheblich stärkeres Triebwerk mit einer kleineren, für größere Geschwindigkeiten entwickelten Tragfläche nötig geworden.
Die Steuerung der Zero war oberhalb ihrer (niedrigen) Reisegeschwindigkeit sehr schwergängig - so schwergängig, dass sie unter europäischen Verhältnissen mit maßgeblich in der Vertikalen operierenden Jägern nicht einsatzfähig gewesen wäre.

Meiner Meinung nach wurden die Leistungen der Zero im Gesamtrahmen eher überschätzt. zwar war de A6M ein gutes Flugzeug. Sie konnte aber nur entsprechend ihrer Auslegung operieren und hatte bereits zu Beginn ihrer Karriere starke taktische Defizite auf ihrer Seite. Die Reichweite des Flugzeugs war sicher beeindruckend. Allerdings hätten auf deutscher Seite auch recht beeindruckende Entwürfe zur Verfügung gestanden.
Die Fw 187 ist einer davon.

Stellt man sich vor, dass die Zero die z.T. erheblichen Modifikationen durchlaufen hätte, die für einen Einsatz in Europa nötig gewesen wären (Auslegung für größere Flug-/ Sturzgeschwindigkeiten, Cockpitpanzerung, Funkgeräte, usw), bliebe ein wesentlich weniger beeindruckendes Flugzeug übrig.

Der Mehrwert gegenüber den schon verfügbaren Flugzeugen wäre somit stark geschmolzen.
Die mangelhaften Entwicklungsmöglichkeiten des Grundentwurfs (vgl. die japanische Entwicklung der zero nach 1941) und die generell wenig strategisch denkende deutsche Luftwaffenführung ließen also keine Lizenzfertigung für die Luftwaffe (oder gar einer deutschen Marineluftwaffe) zu.

Dass man entwicklungstechnisch recht bald das Ende der Fahnenstange erreichen musste, war Mitsubishi ofensichtlich klar - auch wenn aufgrund des sturen Beibehaltens der Kampfdoktrin der jap. Marineluftwafe einige Zeit verging, bis man aus den Fehlern lernte. Flugzeuge wie die fortschrittlichere J2M (Abfangjäger) und die am ehesten als Zero-Ersatz in Frage kommene N1K hatten sich stark von den Auslegungskriterien der Zero entfernt und entsprachen (wenn man die Grenzen der japanischen Motorenentwicklung in Betracht zieht) nahezu westlichen Standards.

Um die Frage also kurz zu beantworten:

Ich glaube nicht, dass eine Zero der dt. Luftwaffe großartig geholfen hätte, da sie abgesehen von großer Reichweite
- zu verwundbarer war
- taktisch weniger einsatzfähig war
- über kein ausreichendes Entwicklungspotential verfügte.

Der Mythos "ZERO" kommt eher von überraschten Amerikanern, die den Japanern einen solchen "Hochleistungsentwurf" (gemessen an den zeitgenössischen Entwürfen) nicht zugetraut hatten, als von den tatsächlich überragenden Flugleistungen.
Gemessen an den damals im Dienst stehenden Mustern der Amerikaner war die Zero ein überlegener Entwurf. Nimmt man aber die zu diesem Zeitpunkt in der Fertigstellung befindliche neue Generation von alliierten Jägern als Referenz, sieht die Zero nicht mehr so prima aus.

Verglichen mit der Fw 190, die wie die zweite Generation der alliierten Jäger zu diesem Zeitpunkt kurz vor Einsatzbeginn stand, sah die Zero ziemlich alt aus. Der einzige Vorteil verblieb die Reichweite und die guten Langsamflugeigenschaften.
Beides Attribute, die von der Luftwaffe nicht gefordert wurden.

Gehen wir davon aus, dass die Briten als Antwort auf die Zero auch eine Spitfire IX ins Rennen geschickt hätten, wäre das Ergebnis für die LW ziemlich verheerend gewesen.
 
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dorafan

dorafan

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Hallo,

das ist eine sehr gute Erwiederung, ein gut fundierter Beitrag zu dem Thema.

Bei der Leistungsähigkeit der Zero gibt es einen Vergleichstest mit einer Seaspitfire eines späteren Jahrganges.
Hier schnitt die Zero recht gut ab.

Der vertikale Luftkampf, wie ihn die deutschen Maschinen praktizierten geschah aus dem Unvermögen enger als die Spitfire zu kurven.
Die Zero konnte das.
Die Angstkurve der deutschen Jäger über London, mangels Reichweite, wäre zu einer Dauerbesetzung des Luftraumes umgestalltet worden.
Schulungen, wie sie die Briten in Schottland durchführten, wäre genau wie 1944 in Deutschland durch maraudierende Zeros unterbunden worden.

MfG

Dorafan
 

Ta152

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Der schnellere Jäger hat gegenüber dem wendigerem Jäger immer den Vorteil vorausgesetzt er wird taktisch richtig eingesetzt. Deutsche A6M währen genau so über Schottland abgeschossen worden wie Japanische A6M beim Truthanschießen 1944.
 

jackrabbit

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Hallo,

Die Angstkurve der deutschen Jäger über London, mangels Reichweite, wäre zu einer Dauerbesetzung des Luftraumes umgestalltet worden.
Schulungen, wie sie die Briten in Schottland durchführten, wäre genau wie 1944 in Deutschland durch maraudierende Zeros unterbunden worden.
ich denke, dass die Luftwaffe aufgrund ihrer Größe sich keine (Piloten-) Verluste erlauben konnte,
da hätte die Reichweite der Zero alleine nicht geholfen, auch da die Zero nicht sehr "beschussfest" war.
Ein Verlust eines Flugzeuges über fremden Territorium war immer ein Pilotenverlust,
dies war auch ein Problem der Japaner und ist es im Angriffkrieg generell.

Nochmal zU ETO: Auch hätte eine Luftüberlegenheit über UK keine hinreichenden weitergehenden Möglichkeiten ermöglicht
(da z.B. keine schweren Bomber bei der Luftwaffe).

Viele Grüsse
 
dorafan

dorafan

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Hallo,

das Ergebniss des Truthahnschiessens beruht sicherlich auch auf der vorhanden Flugpraxis und dem Ausbildungsstand der Kontrahenten.

Aber eigenlich möchte ich meine Fragestellung dahingehend präzisieren, dass Deutschland im Spätsommer 1940
über 500 Jäger mit dem Leistungsprofil der Zero verfügt hätte.

Es gibt einige Luftkriegsimulationen bei denen man diese Situation darstellen könnte, so wurde mir jedenfalls berichtet.
Da würde ich gerne mal entsprechende Ergebnisse sehen.

Ich kann mich daran erinnern, selber mit einer Seekriegssimulation vor vielen Jahren die Seeschlacht um Midway für die Japaner regelmäßig gewonnen habe, weil ich auf den japanischen Trägern statt 30 % Jägern 60% Jäger eingestellt habe. Umgekehrt fuktionierte es auch erfolgreich.

MfG

Dorafan
 
Toryu

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Für die Luftwaffe währen des BOB wären Zusatztanks an den Bf109E besser gewesen, als auf Zeros umzurüsten.

Da Deutschland aber einerseits nie vor hatte, England zu unterwerfen und man auf ein schnelles Aufgeben der Engländer baute, wenn man zwei/ drei mal London bombardierte, gab es dazu keine Pläne.

Der vertikale Luftkampf, wie ihn die deutschen Maschinen praktizierten geschah aus dem Unvermögen enger als die Spitfire zu kurven.
Das ist ein weit verbreitetes Märchen.
Die 109 konnte genau so eng kurven wie die Spit. Man durfte nur keine Angst davor haben, die Slats zum Ausfahren zu bringen.

In der Vertikalen zu kämpfen ermöglicht darüber hinaus auch, den Kampf auf eigene Faust jeder Zeit anzunehmen oder abzubrechen.
 
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